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Ich bin ein Rasenmäher - Postkarte aus der Krankehumorklinik

Liebe Zappadonglinge

Wir sitzen hier viel und oft im Kreis und schreiben unsere Befindlichkeiten auf bunte Zettelchen, die wir auf den Boden legen und dann interpretieren dürfen. Danach umarmen wir uns alle ganz heftig und setzen ein Lächeln auf, das man sonst nur nach dem Verzehr von ganz speziellen Pilzen hat.

Machmal muss ich mich zur Strafe in die Ecke stellen. Mein netter Betreuer - der mit dem selbstgestrickten Pullover und den bequemen biologisch abbaubaren Sandalen - meint, ich sei noch zu sehr Rasenmäher und zu wenig Buddah. Ich verstehe nicht ganz, was er mir damit sagen will, aber ich habe versprochen, ihn künftig nicht mehr zu beissen, wenn ich wieder einmal das Ommmmmmm-Spiel nicht spielen möchte.

Heute ist ein neuer Patient zu uns gestossen. Der Name ist mir entfallen, aber mein netter Betreuer (sagte ich schon, dass mein netter Betreuer nett ist?) hat mir verboten, mich in der Selbstfindungsgesprächsrunde neben ihn zu setzen. Der nette Betreuer (das ist der, der so nett ist) hat gemeint, der Neue sei ein rasselnder Säbel. Ich habe die restlichen Ausführungen über die Gefährlichkeit der Mischung von Rasenmähern und Säbeln nicht so ganz verstanden. Das liegt, glaube ich, an den grünen, gelben und roten Pillen, die man mir hier gibt. Die blauen sind ganz okay. Wenn ich die gegessen habe, sehe ich immer ganz viele helle Blitze sobald ich die Augen schliesse.

Liebe Grüsse aus der Krankehumorklinik

Z.

PS: Ist Mr Doorman nett zu Ihnen?

1 Kommentare:

Hans Hamburg said...

Also ich weiß nicht, ob ich hier richtig bin, denn mein Problem ist, dass ich schwarze Farbe nicht sehen kann. In einer Zeitung kann ich zum Beispiel keine Buchstaben erkennen, sondern nur das holzig-Weiße und dessen Aussparungen, zu denen andere Leute Buchstaben sagen, was jedoch nur deren Unwissenheit geschuldet ist.

Mein Physiklehrer hat gesagt, dass es das Besondere am Schwarz sei, dass man es nur deshalb sehen könne, weil man es als einziges nicht sieht, sozusagen eine Tarnkappe, weil schwarz nichts aussendet, sondern nur absorbiert und es deswegen eigentlich gar nicht vorhanden sei. Aber ich kann nicht einmal das Nichts sehen.

Jetzt bin ich schon bei der Frage, ob ich in der Krankehumorklinik richtig bin, denn dazu müsste ich wissen, ob es tatsächlich nur grüne, gelbe und rote Pillen gibt und keine schwarzen, denn die könnte ich ja nicht schlucken.

Außerdem wäre mir schwarzer Humor unrecht, weil ich ihn ja gar nicht erkennen könnte.

Mein Schwarzblindheit macht mir auch in meinem Job viel zu schaffen (Restauranttester). In den letzten zwei Wochen musste ich in ganz Deutschland (und in Basel) in zwölf schwarzen Hähnen essen, die ich nicht fand, und dann - in einem gelben Hahn - behauptete der Wirt, er habe schwarze Trüffel aufs Nüdelchen geraspelt, was ich ihm nicht glaubte.

So jetzt ist aber genug. Grüße Klaus