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Ich bin ein Rasenmäher - Postkarte aus der Krankehumorklinik

Liebe Zappadonglinge

Wir sitzen hier viel und oft im Kreis und schreiben unsere Befindlichkeiten auf bunte Zettelchen, die wir auf den Boden legen und dann interpretieren dürfen. Danach umarmen wir uns alle ganz heftig und setzen ein Lächeln auf, das man sonst nur nach dem Verzehr von ganz speziellen Pilzen hat.

Machmal muss ich mich zur Strafe in die Ecke stellen. Mein netter Betreuer - der mit dem selbstgestrickten Pullover und den bequemen biologisch abbaubaren Sandalen - meint, ich sei noch zu sehr Rasenmäher und zu wenig Buddah. Ich verstehe nicht ganz, was er mir damit sagen will, aber ich habe versprochen, ihn künftig nicht mehr zu beissen, wenn ich wieder einmal das Ommmmmmm-Spiel nicht spielen möchte.

Heute ist ein neuer Patient zu uns gestossen. Der Name ist mir entfallen, aber mein netter Betreuer (sagte ich schon, dass mein netter Betreuer nett ist?) hat mir verboten, mich in der Selbstfindungsgesprächsrunde neben ihn zu setzen. Der nette Betreuer (das ist der, der so nett ist) hat gemeint, der Neue sei ein rasselnder Säbel. Ich habe die restlichen Ausführungen über die Gefährlichkeit der Mischung von Rasenmähern und Säbeln nicht so ganz verstanden. Das liegt, glaube ich, an den grünen, gelben und roten Pillen, die man mir hier gibt. Die blauen sind ganz okay. Wenn ich die gegessen habe, sehe ich immer ganz viele helle Blitze sobald ich die Augen schliesse.

Liebe Grüsse aus der Krankehumorklinik

Z.

PS: Ist Mr Doorman nett zu Ihnen?

Hier spricht Mr Doorman

Ich möchte eins klarstellen. Ich bin geistig auf hoher Höhe. Höher als jede Garderobière. Ich möchte weiters darauf hinweisen, dass ich NICHT staubstaugen werde, nur weil Frau Z. in der Krankehumorklinik liegt und die olle Putzfrau sich deswegen die Augen ausheult. Und dann folgendes: Wehe, irgendeine kranke Sau macht mir fettige Fingerabdrücke an die Eingangstür. Mein Grossonkel Vladimir hat für solche Fälle die Kalaschnikow im Schrank stehen. Mit Munition. Verstanden?

Und, Mr Alex, Amerika ist behandlungsreif. Das sagt mein Cousin Piotr. Der muss es wissen. Der ist nämlich einmal schon im Flugzeug nach New York gesessen und dann hat er zu seinem Glück schreckliches Zahnweh bekommen und ist wieder ausgestiegen. Das beste, was ihm je passiert ist. Er hebt den gezogenen Eiterzahn in einem Glas auf und zeigt ihn jedes Jahr zu Weihnachten der ganzen Familie. Danach singen wir alle "Kalinka", werfen den Weihnachtsbaum aus dem Fenster und spielen Russisch Roulette.

Kranker Humor

Mein Humor ist krank und muss dringendst behandelt werden. Nachdem mir ein paar überaus kompetente Mitglieder einer virtuellen Schreiberkneipe diese harte Wahrheit um die Ohren gehauen haben, muss ich mich, repespektive meinen Humor, von einer Fachperson gründlich untersuchen lassen. Ich überlasse Sie also für eine klitzekleine Weile Mr Doorman (der übrigens meint, mein Humor sei zeitweise tatsächlich leicht angeschlagen).

Nun hoffe ich natürlich, dass mir nicht gleich der ganze Humor herausoperiert wird. Leicht hypochondrisch veranlagt, mache ich mir schon Sorgen, ob ich mein restliches Leben als Trauerklösschen verbringen muss.

Hier ein paar Anleitungen für die zappadonglose Zeit im Zappadong-Gebäude:

1. Immer schön Mr Doorman gehorchen.
2. Nicht krümeln beim Muffin-essen.
3. Bitte dem Handwerker, der den Filmsaal installieren sollte, den Weg ins richtige Stockwerk weisen (ich warte schon eine geraume Weile auf ihn; wir wollen ihn nicht vergraueln, sollte er dann tatsächlich hier auftauchen).
4. Sollte Keanu Reeves oder Clive Owen unverhofft im Zappadong-Gebäude ihre Aufwartung machen: Bitte im VIP-Zimmer im achten Stock einsperren und nicht mehr rauslassen.

Und hier noch die Anleitung für einen Besuch an meinem Krankenbett:

1. Pralinen mitbringen.
2. Pralinen mitbringen.
3. Pralinen mitbringen.
4. Keanu Reeves und Clive Owen mitbringen.

Kranke Grüsse (ICH WILL NICHT STERBEN!)

Z.

Linus Reichlin

Wer? Linus Reichlin? Nie gehört?
Dann haben Sie etwas verpasst. Definitiv.

Linus Reichlin ist mein Lieblingskolumnist. Rotzfrech, politisch unkorrekt und für jedes Fettnäpfchen zu haben, ohne jemals billig zu werden.

Ich denke, ich schramme ganz knapp am Copyrightmissbrauch vorbei wenn ich
a) nur ein ganz kleines Stück seiner neusten Facts-Kolume zitiere und
b) dafür heftig Werbung für seine Texte mache.

Linus Reichlin, mein Kolumnistengott zu "Mann und Herd":
Seit einigen Wochen besitze ich einen modernen Herd, einen emanzipierten, der ohne Frau funktioniert. Man kann auf ihm auch als Mann bezaubernde Gerichte herstellen, zum Beispiel kochendes Wasser ...

Linus Reichlins Kolumnen erscheinen im "Facts", man kann sie aber auch online hören, und zwar hier: www.facts.ch/linus

Viel Spass.

Z.

I'd trade all of my tomorrows for one single yesterday

Nein, nicht ich. Mir sind die "Morgen", die da noch kommen werden, sehr lieb und willkommen.

I'd trade all of my tomorrows for one single yesterday ist im Moment meine absolut liebste Songzeile. Gesungen von Janis Joplin im Song "Me and Bobby McGee".

Eigentlich war ich ja auf der Suche nach einer Eminem CD (huch, ja, habe kürzlich die Songs "Stan" und den über seine Tochter gehört und bin zum Fan mutiert) und einer Johnny Cash CD (nein, ich will von meinem Musikgeschmack nicht geheilt werden, danke), aber die habe ich beide nicht gefunden, dafür die Greatest Hits von Janis Joplin, die ich mir schon seit Jahren kaufen möchte. Voilà. Nun habe ich sie und höre nonstop "Me and Bobby McGee, wegen dieser einen Zeile, die so schmerzhaft schön ist, dass sie weh tut.

Zur Migräne und zu den Muffins: Ich kenne normalerweise keine Migräne, aber beim Hochrennen der Treppen auf der Jagd nach dem letzten Muffin habe ich tatsächlich schon fast eine bekommen. Gänzlich bekommen habe ich sie, als ich realisierte, dass mir Mr Doorman das letzte Muffin vor der Nase weggeschnappt hatte. Das Leben ist definitiv nicht fair.

Das Thema Hippheit müssen wir vertagen. Ich habe meine immer noch nicht gefunden. Nicht einmal in meinem Unhippsein erkenne ich sie. Fortsetzung folgt also.

Z.

Die Hippheit der Frauen meines Alters

Als erstes sei vermerkt: Frauen meines Alters sollten früher schlafen gehen, dann würden sie am Morgen besser aus den Augen sehen. Ich fühle mich gerade überhaupt nicht hipp und auch nicht hopp.

Eigentlich wollte ich jetzt etwas wahnsinnig Scharfsinniges zum Hippsein in meinem Alter schreiben, aber nun fällt mir partout nichts ein, dabei hat mir Frederik schon wieder einen herrlichen Titel für einen Blogeintrag zugespielt (Frederik, du hast kostenloses Wohnrecht im Zappadong-Gebäude; wenn du willst bauen wir dir ein Stockwerk deiner Wahl aus).

Mein stotternder innerer Antrieb versucht es nochmals. Was macht eine Frau meines Alters an einem normalen Dienstagmorgen? Sie steht auf, füttert nacheinander Mann und Kinder am Frühstückstisch, schickt die Meute dann aus dem Haus, geht einkaufen und hat um 10.00 Uhr ein Meeting in der Firma. Danach düst sie nach Hause und kocht das Mittagessen für die heimkehrenden Familienmitglieder (nein, ich heisse nicht Eva Herman - ich habe nur das Glück/Pech, mein Büro zuhause zu haben).

Wer in diesem Dienstagmorgen auch nur ein Kernchen Hipp findet, bekommt von mir als Preis einen Staubsauger geschenkt, mit dem er das Zappadong-Gebäude von nun an jeden Montag und Freitag von oben bis unten reinigen darf.

Lieber Frederik, liebe Blogleser, ich fürchte, an einem ganz normalen Dienstagmorgen ist es mit der Hippheit von Frauen meines Alters überhaupt nicht weit her. Versuchen wir es ein anderes Mal wieder.

PS: Ich habe die leise Ahnung, dass eine Anmeldung bei NEON in und an meinem Zustand nichts ändern würde.

Z. (grausam unhipp - kennt jemand einen guten Therapeuten?)

Das Mädchen mit dem Dachschaden

Heute lasse ich andere für mich sprechen (schreiben). Lieber Frederik, 1000 Dank für den Link:
http://www.neon.de/kat/fuehlen/psychologie/112393.html
(Geschichte: Das Mädchen mit dem Dachschaden)

Was für ein Text! Bitte lesen.

Z.

Discerptive zelebrale Insuffizienz oder Dieses Gebäude hat keinen Lift

Lieber Alex, mit so einer wunderbaren Krankheit gesegnet, lebt es sich schon viel besser als mit einem hundsgewöhnlichen Dachschaden. Speaking of Dachschaden: Entschuldige, Sendy, dass ich deinen Namen einmal mehr falsch geschrieben habe. Schuld daran ist meine discerptive zelebrale Insuffizienz.

Ein grosser Dank geht an dich, Frederik, für die zwei Stunden, die du an mich gedacht hast. Als kleines Trostpflästerchen sei dir gesagt, dass mich die Kommentarklemme in deinem Blog auch ein schönes Quentchen meiner Zeit gekostet hat. Ich entschuldige mich an dieser Stelle für die Arbeit mit der Löschtaste, die mein ungeduldiges Werkeln dir eingebracht hat.

Nun zu den unvermeidlichen schlechten Nachrichten. Hier die drittschlechteste: Lieber Alex, dieses Gebäude hat keinen Lift. Gar keinen. Nirgends. Nur Treppen (das sind diese Dinger mit Stufen, die man steigen muss). Die zweitschlechteste: Ich habe den Fitnessraum absichtlich ins 32. Stockwerk gelegt. Schliesslich will ich keine Schlaffis sehen im Reich der Muskeln. Und hier die allerschlechteste: An der Eingangstür zum Fitnessraum befindet sich ein Scanner, der jedes noch so clever getarnte Doping mit einem lauten Bellton meldet. Dieser Scanner erkennt selbst genmanipulierte Zombies und Klone von Arnold Schwarzenegger. Tough luck!

Z.

Sendy's Homework Room

Liebe Sendy

Ich habe dir einen Hausaufgabenraum im ersten Stock des Zappadong-Gebäudes eingerichtet. Durch die grossen Fenster auf der Südseite fällt Licht auf den gebohnerten Fussboden. Dein Arbeitstisch steht mitten im Raum; wenn du eine Pause brauchst, kannst du dich auf das Sofa in der Ecke setzen. Essen und Getränke findest du im Kühlschrank. Wenn du willst, kaufe ich noch ein paar Topfpflanzen.

Eine kleine Warnung: Dummerweise hat die Tür zu diesem Zimmer keinen Schlüssel. Es kann also jeder vorbeikommen und kurz reingucken. Überlege dir also gut, ob du deine Hausaufgaben auch wirklich auf dem Arbeitstisch liegen lassen willst, oder ob du sie mir nicht lieber via E-Mail zukommen lassen willst.

Wie auch immer (however): ich bin froh über jedes Schnippselchen Text, das ich erhalte, ganz gleich auf welchem Weg. Das gilt übrigens auch für den Rest der Truppe :-)

Z.

Zerstreut?

Seit vielen Jahren lebe ich damit, dass mein Gehirn Auszeiten nimmt und ohne mich irgendwo vergnügt im Gemüse herumhoppelt. Heute Morgen beim Zeitunglesen fand ich Erlösung. Ich bin nicht allein! Es gibt sogar einen Verein für Zerstreute. Weil meine Zeitung den Artikel nicht online gestellt hat, habe ich mich beim Stern bedient:
http://www.stern.de/wissenschaft/mensch/:Handbuch-Zerstreute-Mit-M%FCllt%FCte-B%FCro/567678.html

Ich gehe jetzt nachschauen, wo Mr Doorman ist. Er hat versprochen, neben dem grossen Filmvorführsaal einen kleinen einzurichten, einen für französische Filme. Wahrscheinlich hat er sich auf dem Weg dorthin verirrt, der Arme. Erstens, weil er so selten aus der Eingangshalle kommt (man weiss ja nie, wer wann Einlass fordert), zweitens weil er - wie er mir etwas verschämt gestand - ebenfalls an Zerstreutheit leidet. Das kann ja heiter werden. 35 Stockwerke, von zwei Zerstreuten betreut.

Z.

Zuhause bei Zappadongs ("Franzosenfilme")

Holla, da wird schweres Geschütz aufgefahren :-)

Lieber George, viele dieser Filme (vor allem die alten) habe ich gesehen und die meisten der gesehenen auch gut gefunden. Neuere französische Filme befinden sich nicht auf meiner Liste, da ich irgendwann entkräftet und ermattet von verschachtelten, wirren und abstrusen Geschichten aufgegeben habe.

Ich beschreibe das am besten in einer kleinen Szene:

Herr und Frau Z. sitzen auf dem Sofa und schauen sich die TV-Zeitschrift an.

Herr Z. : "Da läuft ein guter Film. Drei Sterne" (Anmerkung: 4 Sterne sind das Maximum)
Frau Z. : "Toll. Was ist es denn?"
Herr Z. : "XYZ" (xyz = beliebiger Filmtitel)
Frau Z. : "Klingt nach Franzosenfilm."
Herr Z. : "Das IST ein Franzosenfilm."
Frau Z. : *schluckt beklommen*
Herr Z. : "Ich weiss, aber wir könnten es ja wieder einmal versuchen."
Frau Z. : "Lieber nicht. Die letzten 20 Franzosenfilme, die wir "versucht" haben, hätten wir uns schenken können."
Herr Z. : "Ja, aber ... dieser hier klingt ganz vernünftig - und spannend. Und er hat drei Sterne."
Frau Z. : "Das hatten die anderen 20 auch."
Herr Z. : "Auf den anderen Kanälen läuft auch nichts besseres."
Frau Z. : "Dann halt."

Nach 20 Minuten schauen sich Herr und Frau Z. zum ersten Mal wissend an.
Nach 40 Minuten macht Frau Z. eine längere Kaffeepause in der Küche, Herr Z. hält weiterhin durch.
Nach 55 Miunten kommt Frau Z. zurück in die gute Stube.

Frau Z. : "Habe ich etwas verpasst?"
Herr Z. : *leicht genervt* "Nein."
Frau Z. : "Komm, wir machen die Kiste aus."
Herr Z. : "Nein, jetzt habe ich zwei Drittel gesehen, jetzt schaue ich mir den Rest auch noch an."

Frau Z. holt ihren Laptop und spielt Solitär, während sie mit einem Ohr mithört.

Filmende.

Frau Z. : "Hast du kapiert, was das sollte?"
Herr Z. : "Nein. Wie auch? Ich verstehe diese Franzosen einfach nicht." Nach einer kurzen Pause bricht es aus Herrn Z. :"Ich hab's ja gewusst, diese Sch*****-Franzosen machen einfach keine guten Filme."
Frau Z. : "Sag ich ja."

Wir blenden an dieser Stelle aus.

Fakt ist und bleibt: Die letzten 20 Franzosenfile, die Frau Z. geschaut hat, waren für die Katz. Ich weiss also noch nicht, lieber George, ob ich mir nicht einfach Wein und Käse schnappen und in deinem Arbeitszimmer bei den Comics essen soll.

Hier noch eine Liste mit 200 französischen Filmen, von denen ich einige kenne, die meisten gottseidank aber nicht.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Französischer_Film

Z.

(Schwule) Cowboys und ein Glas Wasser vor dem Frühstück

Herzlich willkommen, Herr Lightbringer. Schön, dass du vorbeischaust.

Nun denn, ein Glas Wasser vor dem Frühstück trinke ich auch; leider hat sich trotzdem weder Berühmtheit noch Reichtum eingestellt, und dünner bin ich auch nicht geworden. Ich schlage vor, unsere Oberflächendiskussion in das 32. Stockwerk des Zappadong-Gebäudes zu verlegen; dort ist der Fitnessraum untergebracht.

Ich mag die zwei schwulen Cowboys aus Brokeback Mountain. Vielleicht, weil ich schon immer einen Hang zu Cowboys hatte, vielleicht, weil ich mir einbilde, ein Cowboy at Heart zu sein, vielleicht aber auch, weil ich in meiner Jugend sämtliche Westernhefte meines Grossvaters verschlungen habe (das waren sehr, sehr, sehr viele). Kann also sein, dass ich einfach nur einen irreparablen Dachschaden habe. Falls jemand einen netten medizinischen Begriff dafür hat, bitte melden. Es lebt sich etwas leichter mit einem Leiden, das einen vornehmen lateinischen Namen hat, als mit einem simplen Dachschaden. Zurück zu Brokeback Mountain. Ich sass im Kino und schluchzte mir die Augen aus dem Kopf, verliess den dunklen Saal am Ende zutiefst gerührt, bewegt und durchgeschüttelt, während meinem Mann der Film am Allerwertesten vorbeigegangen war und er prosaisch meinte, er hätte die gut zwei Stunden besser nutzen können.

Den "Leon" als Beispiel anzufügen ist ein cleverer Schachzug. Den finde ich nämlich auch genial. Ich formuliere meine Meinung zu französischen Filmen daher leicht um: Auf einen guten französischen Film fallen 100 schlechte. Und warte auf den Gegenbeweis.

Z.

Hollywood

Heute scheint der Tag der Filme zu sein. Werfen wir deshalb einen kleinen Blick auf Hollywood.

Aus Hollywood kommt grausam viel Schrott, ich meine, so richtig schrottiger Schrott, der eine Beleidigung fürs Gehirn ist. Da ich in einer Filmkommission sitze, darf ich kostenlos ins Kino, und wer nun denkt, dass ich den grössten Teil meiner Freizeit im Kino verbringe, der irrt. Vieles von dem, was es in unser Landkino schafft, gehe ich trotz Gratiseintritt nicht anschauen. Ich gehe noch einen Schritt weiter: Selbst wenn man mir Geld dafür böte, ginge ich gewisse Filme nicht anschauen.

Nun ist aber nicht gar alles, was aus Hollywood kommt, Schrott. Eine wunderbar intelligente Ausnahme dieses Jahr war für mich der im vorherigen Eintrag empfohlene Inside Man. Zwei weitere Filme, die ich auf die Liste der sehenswerten Hollywoodstreifen dieses Jahres setze sind Brokeback Mountain und Walk the Line.

Sprechen wir noch kurz über das von Frederik angesprochene Spektakel Fluch der Karibik 2 (Dead Man's Chest). Bei Teil 1 habe ich meinen Hintern nicht auf einen Kinosessel platziert (iii, wer schaut sich denn so was an?), aber mein Sohn - ein totaler Fan des Films - hat die DVD-Version so oft zuhause geschaut, dass ich nicht umhin kam, den Film stückweise zu sehen. Was ich sah, fand ich noch ganz witzig, und so bin ich mit Sohnemann ins Kino, um mir Teil 2 zu Gemüte zu führen. Ich war positiv überrascht. Sohnemann und ich haben uns so köstlich amüsiert, dass wir ein paar Tage später nochmals ins Kino gingen. Wenn man den Film als das nimmt, was er ist - reine Unterhaltung - verbringt man zwei sehr unterhaltsame Stunden im Kino (Meine Lieblingsszene ist die mit Captain Jack Sparrow als wandelndes Grillstäbchen mit Gemüse-/Fruchtgarnitur).

Von Hollywood noch ein Abstecher nach Europa: Bevor ich mir einen dieser verknorzten, hochintelligenten und somit absolut unverständlichen französischen Filme mit einem noch unverständlich kruderen Ende reinziehe, sitze ich freiwillig in einen Hollywoodfilm.

PS: Ich suche immer noch einen Handwerker für unseren Zappadong-Filmvorführraum.

Z.

Inside Man

Man sollte ob all der schlechten Filme, die zur Zeit im Kino laufen, nicht vergessen, dass es auch gute gab dieses Jahr. Einer der besten ist soeben als DVD erschienen: Inside Man von Spike Lee. Ich empfehle diesen Film bedingungslos, rate aber auch, ihn mindestens zwei Mal anzuschauen (absolutes Minimum)!. Ausserdem empfiehlt es sich, ihn mindestens ein Mal im Original anzuschauen. Und einmal noch, weil er einfach so genial gut ist. Und vielleicht noch ein weiteres Mal, weil die Schauspieler wirklich überzeugen (und wunderbare Rollen haben). Und dann vielleicht noch einmal, weil er einfach wirklich gut ist. Und dann vielleicht noch einmal, weil er eben einfach saugut ist (ich glaube, dieses Argument hatte ich schon ...). Nicht zu vergessen die herrliche Auflösung der Geschichte (die hier selbstverständlich nicht verraten wird).

Ich glaube, im dritten Stock des Zappadong-Gebäudes hat es einen Raum, der sich hervorragend als Filmvorführraum eignen würde. Kennt jemand einen Handwerker, der diesen Raum kostenlos zum Kino umfunktionieren würde?

Z.

Miami Vice

Lieber George, für jemanden, der noch vor zwei Jahren in einem Tram in Mainz ganz unbeschwert nachgefragt hat, ob es in Mainz einen Fussballclub gibt, der in den oberen Ligen spielt, bin ich doch ganz weit gekommen. Das mit der richtigen Bezeichnung kriege ich auch noch in den Griff.

Gestern war ich im Kino. Miami Vice von Regisseur Michael Mann. Zugegebenermassen mit hohen Erwartungen, ist doch Collateral einer der besseren Filme der letzten paar Jahre. Um es kurz zu machen: Ich war auf der ganzen Linie enttäuscht. Hier die Liste der 10 nervigsten Sachen am Film:

1. Die Wackelkamera geht irgendwann auf den Geist.
2. Genau so die grobkörnigen Nachtaufnahmen.
3. Dem Boss nimmt den Boss niemand ab - ausser den paar Deppen, die für ihn arbeiten.
4. Lange, unmotivierte Sexszenen (zweimal unter der Dusche, einmal ein vorgetäuschter zu früher Orgasmus - oh wie lustig)
5.Die knallharte Verbrecherin, die sich ein Millionenimperium aufgebaut hat, hat in 50 Prozent aller Szenen Tränen in den Augen (auch beim Sex mit einem Colin Farell, mit dem nun wirklich niemand Sex haben möchte, aber zu ihm komme ich gleich).
6. Colin Farrell hat in 50 Prozent aller Szenen einen so dümmlichen Ausdruck im Gesicht, dass man sich fragt, wo der Regisseur hingeschaut hat, als er das Okay für diese Takes gegeben hat.
7. Die Dialoge waren zum Teil haarstäubend platt.
8. Die Gewaltszenen waren unnötig hart.
9. Der Soundtrack ist stilmässig mehr oder weniger eine Wiederholung des Soundtracks von Collateral - gut aber sozusagen ein déjà vu respektive ein déjà entendu.
10. Über die Glaubhaftigkeit der Geschichte reden wir schon gar nicht.

Z.

Tagestipp

Politisch unkorrekt, wie es seine Art ist, stellt Philipp Tingler die Anwärterinnen für den Titel der Miss Schweiz vor. http://de.bluewin.ch/lifestyle/index.php/starsundstories/news/16070 (über dem Bild des Buchcovers auf "Galerie - Missen kritisch begutachtet" klicken).

Ich überlege gerade, was er zu mir sagen würde: "Ist das eine Frisur? Die Frau hat so viel Kampfgewicht, dass sogar ich mich vor ihr fürchten würde - wäre sie nicht so lachhaft klein. Wohnt bestimmt in einem Vorort und hat Kinder. Ich empfehle ihr, sich für die Wrestling-Weltmeisterschaften der Zwerge zu bewerben. Mehr kann ich beim besten Willen nicht sagen."

Wunderbare Düfte und ein kleiner Missklang

Liebe Ines, Mr Doorman behauptet, der russischen Zarenfamilie zu entstammen, was seine Abneigung gegen das Heu zwar erklärt, aber in keinster Weise sein Verhalten entschuldigt. Ich selber mag den Geruch von Heu und überlege mir ernsthaft, eines der vielen leeren Zimmer des Zappadong-Gebäudes damit zu füllen. Entspanntes Schlafen im Heu soll gut tun, habe ich gehört. A propos Geruch: Dank Chaosqueen hängt seit gestern ein Hauch von Karibik in der Luft, was zu meinem grossen Erstaunen von Mr Doorman positiv kommentiert worden ist - will heissen, er hat für einmal recht freundlich geknurrt (hat vielleicht auch etwas mit der geschenkten Politur zu tun).

Lieber George, Du würdest dich wundern. Ich weiss sogar die meiste Zeit ziemlich genau, wo in der Tabellenliste sich der FZ Mainz gerade tümmelt. Was weniger mit dem FC Mainz als mit einem Mr Goodnight zu tun hat. Ich bin auch ziemlich informiert über das ganze Drumherum im Spitzensport, wohl der Grund, warum ich mir keinen im Fernsehen anschaue. Die ganzen Doping-, Bestechungs- und FIFA/UEFA Mauscheleien bestätigen mir meinen Entscheid immer wieder aufs Neue. Neustes Beispiel: Die UEFA hat im Zusammenhang mit der EM 2008 unzählige Wörter, Zahlen und Begriffe schützen lassen. Mehr dazu hier: http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/schweiz/661023.html
Von den Steuern, von denen die UEFA die Spieler befreien lassen will, reden wir lieber nicht, sonst könnte nebst Mr Doorman auch Frau Zappadong ziemlich grummelig werden.

Z.