RSS Feed

SOS - Hilferuf - Hallo? Hallooo???

Dies ist ein Hilferuf von Frau Zappadong. Kann mich jemand hören? ... Hallo ? ...

Ich stecke in der Neidklinik und komme nicht mehr raus ... Halllllooooo ???

Ach je. Nichts. Nur eine schrille Rückkopplung. Ich glaube, diese ollen Therapeuten hier sind noch oller als die in der Krankehumorklinik. Die schirmen uns total von der Aussenwelt ab. Da bleibt nur eins. Ich schreibe einen Brief, stecke ihn in eine Flasche und werfe die in den Bach hinter dem Haus. Wenn ich Glück habe, kommt sie noch in diesem Leben im Zappadong Gebäude an. Papier habe genug; es ist Teil der Antineidtherapie, alle schelchten Gedanken zu Papier zu bringen. So ein Quatsch mit Quark. Einen Stift habe ich auch (einen ziemlich stumpfen, weil die Angst haben, man könnte sich sonst in einem Anfall von Neid erstechen).

Also:

Liebe Zappadong-Besucher

Als erstes entschuldige ich mich dafür, dass ich die kaputte Popcornmaschine nicht reparieren konnte. Sie müssen mir glauben, ich war auf dem Weg zum Panikraum, als mich das reale Leben einholte und mir einen zweitägigen Ärgeranfall der übelsten Sorte bescherte. Manchmal denke ich, dass irgendwo in mir drin doch eine verkappte Cholerikerin steckt. Nun, nach ein paar Stunden wilden Herumhüpfens, Kopf gegen die Wand schlagens und Haare raufens habe ich mich soweit beruhigt, dass ich mich imstande fühlte, Sie aus dem Panikraum befreien zu kommen. In meinem Handtäschchen hatte ich einen Gutschein für alle Eingeschlossenen, der Ihnen Gratispopcorn bis an ihr Lebensende zugesichert hätte. Dummerweise bin ich auf der Treppe von drei herzlichen und herzhaften russischen Damen abgefangen worden, die mit mir einkaufen gehen wollten. Nach einer achtstündigen Einkaufstour rund um Zappadongland schlief ich erschöpft in einem Einkaufswägelchen in der Migros ein. Als ich wieder erwachte, musste ich einem Sicherheitsangestellten erklären, was die leeren Wodkaflaschen im Wägelchen zu suchen hatten. Komischerweise fragte er mich nicht, was ICH im Wägelchen zu suchen hatte. Er fuhr mich dann aber netterweise nach Hause, wo ich mich - verwirrt wie ich war - in der Drehtür verhedderte und erst am nächsten Morgen von Mr Doorman gerettet wurde.
Ich schwöre, ich wollte als erstes die Panikraumtür öffnen kommen, aber eine starke Hand packte mich und ich landete unversehens im Esssaal wo ich zusammen mit Mr Doorman und seiner laut schmatzenden russischen Verwandtschaft das Abschiedsessen einnahm. Nach ein paar herzhaften Umarmungen und ein paar verdrückten Tränen verschwand die ganze Sippe durch die Drehtür. Ich rannte unverzüglich Richtung Panikraum, selber schon ganz in Panik, denn ich weiss ja nicht, wie lange Ihre Vorräte reichten. Sind Sie schon tot? Ich hoffe nicht. Doch dann schlug das Schicksal unerbittlich zu in Form einer weltäufigen Göttin namens Speranza aus Phillis Blog. Sie guckte mir giftig in die Augen und sagte: "Du bist ja nur neidisch." (Wer keine Lust hat, bei Philly nachzusehen: Sie glaubt, alle die ihre Blogeinträge nicht in der englischen Sprache verfassen, seien ein Ausbund an Neid.) Ich glaube, Speranzas Augen haben eine hypnotische Wirkung, denn ich wies mich unverzüglich selbst in eine Neidklinik ein. Dort ist zwar die Schoggi gut, aber ich habe ja immer noch Sie, liebe Zappadong-Besucher im Panikraum, und ich habe mittlerweile eine Heidenangst, dass Sie mir verhungert sind oder zumindest nahe am Hungertod stehen. Nur, ich komme hier nicht mehr raus. Ich glaube, diese Therapeuten beneiden mich um mein grosses Zappadong-Gebäude. Oder um die Drehtür. Oder um Mr Doorman. Was weiss ich ... oh, mein Stift ist beinahe ganz stumpf. Ich stecke den Zettel jetzt dann gleich in die Flasche. Harren Sie aus, liebe Leute im Panikraum. Oder noch besser. Befreien Sie sich irgendwie (obwohl, mir wurde gesagt, der Panikraum sei Ein- und Ausbruchsicher). Holen Sie mich hier ra ...

1 Kommentare:

Alex Lightbringer said...

Hallo, liebe Z.

unglaublich, wie hart der Beton hier ist. Wir haben ein paar Teile des rumliegenden Bestecks zweckentfremdet und probieren, uns durch den Beton zu kratzen. Neben der Tür sind wir schon ein paar Millimeter vorwärts gekommen. Die Gabeln sind dafür nicht wirklich zu gebrauchen, aber die Messer und die Löffel funktionieren ganz gut.

Das Kino haben wir wieder abgeschaltet. Der Elefanten-Film ist zwar ganz lustig, aber auf Dauer nutzt sich der Witz ein kleines bischen ab. Diejenigen, die nicht mit Beton-Kratzen beschäftigt sind, haben ein Theaterstück improvisiert, das "Säge" heisst. Komischerweise sprechen die den Titel immer Englisch aus. Ich will eigentlich gar nicht wissen, um was es da genau geht. Nur so viel: ICH WILL HIER RAUS!!!

Panische Grüße

Alex