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Bad to the Bone, Teil II

Die Jungs von Bad to the Bone haben dummerweise immer noch keine Webseite (am zweiten Dezember 06 hiess es "sie basteln dran"), aber Musik machen Sie einfach gewaltige gute (siehe Blogeintrag im Dezember).

Mr Doorman warnte mich zwar: "Frau Zappadong, die Gruppe ist aus dem Liechtenstein!!!"
Da meine freudige Erwartung auf das Konzert mein Gedächtnis kurzfristig ausser Gefecht gesetzt hatte, fragte ich leicht verwirrt: "Was ist denn daran so schlimm?"
Mr Doorman schaute mich an, als wäre ich von allen guten Geistern verlassen. "Na, das ist doch der FEIND."
"Feind?", fragte ich. "Mr Doorman, diese Jungs spielen absolut köstlichen, genial guten Rock. Jedes einzelne Bandmitglied ist ein Künstler auf seinem Instrument und der Sänger... " (hier geriet ich ins Schwärmen) "... der Sänger hat eine Stimme, die in jeder internationalen Rockband mithalten könnte."
"Und warum ist dann die Schweizer Armee bei denen einmarschiert?", holte mich Mr Doorman zurück auf den Boden.
"Das habe ich Ihnen doch schon gesagt. Weil sie zu spät gebremst hat oder sich von der Naturschönheit im Grenzgebiet hat ablenken lassen."
Mr Doorman schüttelte den Kopf. "Sie gehen da wirklich hin, nicht wahr?"
"Aber sicher doch!"
An dieser Stelle murmelte Mr Doorman etwas von Landesverrat und verzog sich schmollend in das Bügelzimmer.

Landesverrat hin oder her. Das Konzert war einsame Spitzenklasse, eine Kategorie für sich. Ja, es war so gut, dass ich mir überlegte a) ab sofort ein Rock'n'Roll Groupie zu werden und der Gruppe hinterher zu reisen und b) mich morgen nach einem Kurs umzusehen, in dem ich lerne, die elektrische Gitarre zu spielen wie Dennis Mungo, der Gitarrist. Singen wie Röbi Frick kann ich leider, leider nicht. Da würde wohl kein Kurs der Erde helfen.

Und wer weiss, vielleicht hat ja die Gruppe bis im August - wenn sie dann das nächste Mal in der Nähe spielt, endlich eine Webseite.

PS: Haben Sie gewusst, dass gute Rockkonzerte 20 Jahre jünger machen und gute Laune für mindestens zwei Monate geben?

Z.

4 Kommentare:

Alex Lightbringer said...

Hallo, liebe Z.

das Zitat ist eine Adaption aus einem Programmierer-Zitat ("Ein Programmierer ist eine Maschine, die aus Kaffee Code macht"), Quelle unbekannt. Da Kaffee-Trinken, nimmt man verschiedene Schreiberforen ernst, auch ein Schriftsteller-Problem ist, lag die kleine Veränderung nahe.

Pass auf, dass Mr. Doorman sein Feindbild nicht übertreibt. Ich würde mal evtl. eine Liechtensteiner Delegation auf einen Besuch nach Zappadong einladen und im 21. Stock eine Botschaft einrichten, zur allgemeinen Entspannung der Lage.

Gerade las ich mich durch den Bericht über die Buch-Vernichtung. Einerseits traurig. Aber bei dem Satz
---"Es gibt Kunden, die darum bitten, keine "Bild"-Zeitung zu verarbeiten, weil sie die schlechten Nachrichten nicht in ihren Wänden wollen."---
konnte ich es nicht verhindern, dass meine Lachmuskeln sich kurz verkrampften. Ein sehr interessanter Link. Danke dafür. Aber mal ernsthaft: zuviel produzierte Bücher müssen den gleichen Weg gehen wie alle anderen zu viel produzierten Waren. Wenn ein Koch sein Gourmet-Menü unberührt zurück bekommt, weil der Gast einen Herzinfarkt hatte, kann er es auch nicht einfach jemand anderem geben mit der Begründung, dass er ein solches Meisterwerk doch wohl offensichtlich nicht wegwerfen könne.

Deinen Enthusiasmus in Bezug auf Pop-Gruppen kann ich nicht nachvollziehen, da ich Menschenansammlungen meide wie die Pest. Wahrscheinlich irgend eine Art von Phobie. Aber als Programmierer habe ich sowieso immer mit Vorurteilen zu kämpfen. Nach der Art "sitzt im dunklen Kämmerlein, trinkt Cola und isst Pizza, blass, Freak usw. Ich lasse mir das nicht mehr gefallen.

So, und jetzt gehe ich in meinen Arbeitsraum im Keller. Muss mir nur noch eine Cola mitnehmen.

Gruss Alex

Jaelle Katz said...

Liebe Frau Zappadong,

soso. Konzerte machen zwanzig Jahre jünger. Muss wohl so sein. Als ich gezwungenermaßen für eine halbe Stunde ein Konzert von Chris Norman besuchen musste: der mit der Vokuhila-Frisur aus Smokie ;-) ...

da zappelten nicht mehr taufrische und auch nicht mehr gertenschlanke Menschen auf den Tischen herum.
Die siebziger Jahre sind ja schon ein Weilchen vorbei, doch es schien für einen Moment, als seien die Konzertbesucher wieder in ihrer einstmals glücklichen Jugendzeit angelangt.

"Lay back in the arms of someone" ... dazu wabbelnder Speck und silberfarbene Hemden. Herr Norman hatte sich scheinbar noch am Besten gehalten.

Nee. Dann lieber nicht zwanzig Jahre jünger sein.

liebe Grüße
Jaellekatz

Zappadong said...

Lieber Alex

Sollen wir dir im Zappadong Gebäude einen Raum präparieren? D.h. Fenster zumauern, einen Kühlschrank mit viel Cola drin aufstellen und eine permanente Funkverbindung zum schnellsten Pizzakurier der Stadt einrichten?

Liebe Jaellekatz

Bitte sehr! Ich war in jungen Jahren ein Riesenfan von Smokie. Ganz von Anfang an. Als sie noch Smokey (mit "y" am Schluss) hiessen. Das mit den Revivalkonzerten ist so eine Sache. Die können nur jene wirklich geniessen, die damals für diese Gruppen gefant haben. Ich war mal in London an einem Konzert von Suzie Quattro. Oh Mann! Die Frau hatte nach all den Jahren immer noch eine Menge drauf. Fanden mein Mann und ich .... und fühlten uns gleich viel jünger. Ach ja, und wart ihr schon mal an einem dieser Konzerte der wirklich guten ABBA Imitatoren? Das ist Spass pur.

Man muss nur die richtigen Konzerte besuchen. Allerdings, Alex, das Konzert von Bad to the Bone fand in einer relativ kleinen Kneipe statt - und hätte man auch nur noch einen Zuhörer mehr reingesteckt, wäre der Raum explodiert.

Z.

Alex Lightbringer said...

Hallo,

"und hätte man auch nur noch einen Zuhörer mehr reingesteckt, wäre der Raum explodiert."
Danke, ich werde jetzt eine Zeit lang in meinem eigenen Panikraum sitzen und warten, bis sich mein Schweißausbruch gelegt hat.

Revival-Parties mit den original Interpreten haben meist schon etwas gruseliges. Ich möchte nicht wissen, wie Tokio Hotel in 20 Jahren aussehen...

Danke für das Angebot mit dem eigenen Raum, aber nachdem ich deinen Panikraum gezwungenermaßen eher unfreiwillig längere Zeit kennen lernte, bin ich hinreichend bedient ;)

Gruss Alex