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Mr Doorman is not amused und Frau Zappadong möchte etwas zur Kulturförderung sagen

Oder um es etwas deutlicher zu sagen: Mr Doorman ist stinkesauer, weil ich ihm keine Postkarte geschickt habe - und weil ihm das Wort Kunst zu den Ohren heraushängt (was ihn nicht unbedingt ansehlicher macht). Mein Tipp: Betreten Sie das Gebäude die nächsten zwei Tage durch den Hintereingang.

Ich tue Mr Doorman den Gefallen und spreche heute nicht über Kunst - sondern über Kultur :-)
Bei uns in der Schweiz laufen heftige Diskussionen rund um das Thema Kulturförderung. Auf die Gefahr hin, mich bei der gesamten Autorenszene unbeliebt zu machen: Ich sehe Sinn und Zweck von Werkbeiträgen für Autoren und Autorinnen nicht so ganz ein. Wer sich ans Schreiben macht, weiss, dass er sich auf eine Mission (nearly) Impossible einlässt. Vom Schreiben können die wenigsten Autoren leben. Die naheliegende Konsequenz scheint mir, dass man deshalb seinen Brotjob behält und in der Freizeit schreibt.

Bestsellerautor James A. Michener bringt das folgendermassen auf den Punkt:

You know, you write your first three books at four a'clock in the morning, and you have a full day's job. Then you want a little exercise, or a little recreation. Go to bed early, and the alarm goes again at four. You'd better get up again. If you can't, I don't think you'll make it.
It can also be at eleven o'clock at night, but there has to be a time for you to prosecute your dream while you're doing something else to live.

Das mag eine altmodische Einstellung sein, aber ich teile sie. In meinen Ferien - aus denen ich Mr Doorman keine Karte geschickt habe - habe ich ein Buch mit Autorenportraits gelesen; kein einziger hat etwas von Werkbeiträgen gesagt, alle hatten lange Zeit einen Brotjob, bevor sie vom Schreiben leben konnten. Von jenen, welche diese Hürde nie schaffen, arbeiten die meisten und schreiben in ihrer Freizeit.

Ihre Z.

5 Kommentare:

Alex Lightbringer said...

Hallo, liebe Z.

wie bringt man Brotjob, Familie und Schreiben unter einen Hut? Das habe ich noch nicht ganz herausbekommen. Irgendetwas kommt bei mir immer zu kurz. Und meistens leider das Schreiben...

Gruss Alex

PS: Wenn ich schon beim Hintereingang rein muss, könnten wir dann wenigstens den Colaautomaten dort aufstellen, bitte?

Zappadong said...

Ganz einfach: Man schreibt nachts :-)

Ich schreibe öfters (sehr oft) von 21.00 Uhr bis ca. 1.00 Uhr. Dann ist es ruhig und niemand unterbricht einen. Und bevor ein Einspruch kommt von wegen nicht alle können ausschlafen: Ich stehe unter der Woche um 6.15 Uhr auf und bringe Familie Zappadong auf Trab.

Aber ich verstehe, was du meinst. Ich war in den Ferien. Mit Laptopp. Und Familie Zappadong. Jeden Tag volles Programm. Rate mal, wann ich geschrieben habe *grins*. Nun ja, am Donnerstag reichte es sogar für 3 Stunden tippen in der Sonne, während der Zappadong Nachwuchs Boccia gespielt hat.

Oder am Wochenende. Da poche ich bei der Familie auf Schreibrecht. Sie nimmt's mittlerweile gelassen hin.

Der Colaautomat steht. Ich habe ihn so programiert, dass du nichts bezahlen musst. Flüstere einfach "Cola für Alex" und schon kommt sie raus.

Nächtliche Grüsse

Z.

Zappadong said...

PS: Ich bin berufstätig und gleichzeitig Hausfrau und Mutter. Ach ja, und Autorin. Irgendwann. Ganz zuletzt. Wenn alles andere erledigt ist. Was glaubst du, warum ich für mein erstes Buch 4 Jahre brauchte?

Alex Lightbringer said...

Wie kannst du bis 1.00 Uhr schreiben, wenn du kurz nach 6 wieder auf musst? Mit 5 Stunden Schlaf wäre ich den ganzen Tag zu nichts zu gebrauchen und würde nach einer Woche zusammenbrechen. Ich steh um 5:30 auf, aber wenn ich abends nicht um 10 im Bett liege, laufe ich als Zombie rum.

Das mit den 4 Jahren beruhigt mich ungemein....

Zappadong said...

Ich halte es ein wenig mit Bon Jovi:

"I'll sleep when I'm dead."

Und selbstverständlich kann auch ich nicht jeden Abend so lange schreiben :-)

Geduld bringt Rosen ... oder Bücher. Wir müssen einfach genügend Kaffee trinken.

Z.