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Das Zappadong-Gebäude bekommt Konkurrenz

Als ich heute Morgen mit hängenden Schultern (Miss Snark, wie konnten Sie nur!!!) das Zappadong-Gebäude betrat, raste Mr Doorman auf mich zu als sei ein Stamm wilder Krieger hinter ihm her. In den Händen hielt er wie eine Waffe die lokale Zeitung.

"Frau Zappadong, das werden Sie nicht glauben", japste er.
Ich sah mir die Schlagzeile an und guckte auf den Kalender. 22. Mai. Nichts da von wegen 1. April. Nun kommt es ja in letzter Zeit öfters vor, dass mich beim Zeitungslesen das Gefühl beschleicht, jemand hätte sich im Datum geirrt, aber diese Schlagezeile war einfach ganz leicht zu weit von Gut und Böse entfernt. Aber ob ich wollte oder nicht, ich musste es glauben:

50 Meter hoher Turm

stand da in fetten Lettern. Wer den ganzen Artikel lesen möchte, klicke bitte hier: Artikel

Der Ort, von dem die Rede ist, hat etwas mehr als 10'000 Einwohner, verfügt über nachgezählte sieben Brillengeschäfte (das ist leider kein Witz) und geschätzte 6 Schuhläden. Dazu kommen ein paar Boutiquen, die entweder Kleidung für magersüchtige Teenager oder füllige Damen ab 70 Jahre verkaufen. Erwähnen müsste man auch noch die leerstehenden Ladenlokale und Büroräume. Und in diesen Ort will nun jemand ein Gebäude mit einem 50 Meter hohen Turm bauen. Mit Läden (oh kommet, ihr Brillen- und Schuhgeschäfte, oh kommet), Büros (wer da kommen soll, ist mir ein Rätsel), einem Hotel und Wohnungen.

Wenn die wüssten, dass schon das Zappadong-Gebäude zu 75 Prozent unvermietet ist! Und ob die dann wirklich einen grösseren Saal für die französischen Filme bauen, wage ich auch zu bezweifeln. Wenigstens sollte diese neue Highlight (hier helfen nur noch Anglizismen) - im Gegensatz zum Zappadong-Gebäude - einen Lift haben.

"Na ja", habe ich zu Mr Doorman gesagt, "Sie können sich dort ja als Mr Doorman melden. Vielleich bekommen Sie dort eine Uniform mit neuen goldenen Knöpfen; dann müssen Sie nicht immer ihre alten polieren." Worauf er mich angesehen hat, als ob ich ihn fressen wollte. Wenn ich nur wüsste, warum! Wegen der Knöpfe oder wegen der Ungeheurlichkeit, ihm zuzutrauen, dass er sich anderswo bewerben würde. Wobei zweiteres ja hiesse, dass er sich trotz Grummelgesicht und gelegentlichen beleidigten Rückzügen ins Bügelzimmer wohl fühlt bei uns. An diesen Gedanken muss ich mich erst gewöhnen. Aber vielleicht sind es wirklich nur die Uniformknöpfe. Sollen wir zusammenlegen und ihm aus dem eingenommenen Betrag neue kaufen?

Ratlose Grüsse

Ihre Z.

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