RSS Feed

Unterwegs mit Mr Doorman und Gotthard

Mr Doorman und ich mussten in die Stadt. Das heisst, ich musste, und Mr Doorman wollte, da er an einer akuten Naturphobie litt und unbedingt Abgasluft schnuppern und in dreckigen Hinterhöfen herumstolpern wollte "um wieder normal zu werden", wie er sagte.

Wir stiegen also in unser Wägelchen, guckten uns an, sagten beide gleichzeitig "Gotthard", und Mr Doorman schob die neue Scheibe dieser genialen Band in den CD Player. Ich drehte auf Maximallautstärke und wir fuhren los. Neben mir seufzte Mr Doorman bei der Erinnerung an das Konzert in Luzern (Sie erinnern sich, Mr Doorman war jener, der nicht hinwollte und dann am Ende des Konzerts den ganzen Fanartikelladen aufkaufte).

Witzigerweise heisst ein Song der neuen Scheibe "Bad to the Bone" und regelmässige Zappadong-Besucher wissen, dass dies die andere Rockgruppe ist, die mich in Begeisterungsstürme versetzen kann.

Sollten Sie Gotthard nicht kennen (obwohl, das kann doch gar nicht sein, oder), dann ist hier der Song für Einsteiger: Lift you up

Und hier Frau Zappadongs absoluter Lieblingshit (bei welchem in Livekonzerten die ganze Halle tobt): Hush

Damit Sie sich ein Bild machen können, wie das live so abgeht: Hush Live

Irgendwann waren wir dann da, in der Stadt. Mr Doorman wollte nicht aussteigen. "Fahren wir gleich wieder zurück, Frau Zappadong?", fragte er.
"Wieso? Keine Lust mehr auf Abgase und Hinterhöfe", wollte ich wissen.
"Nein. Ich will Gotthard hören. Den ganzen Weg nach Hause. Jetzt. Und vielleicht könnten wir einen Umweg über Hintertimbuktu machen, damit es etwas länger dauert."

Mr Doormans Wunsch war mir ein Befehl.

Ihre

Frau Gotthard alias Z.



2 Kommentare:

Frederik said...

Liebe Frau Zappadong!

Ich weiß nicht, woran es liegt, aber Ihr pädagogisches Gespür lässt zu wünschen übrig. Sie wollen also der Netz-Jugend eine Band andrehen, bei der wirklich gesungen wird und bei der vorsätzlich Instrumente gespielt werden?
Wer wird sich nun um die zutiefst schockierten Jugendlichen kümmern? Da büffeln sie in der Schule, die Steinzeit sei vorbei, und jetzt das.

Was, meine liebe Frau Zappadong - werden Sie als nächstes empfehlen? Bücher zu lesen, oder eine Anleitung für den Bau einer Steinkeule? Mammutjagd?

Ratlos,
Ihr Frederik

Zappadong said...

Lieber Herr Frederik

Einer meiner Schüler - 19 Jahre alt - hat seine Abschlussarbeit zum Thema "Heavy Metal" geschrieben. Er hat mir glaubhaft mehrere Unterarten von Heavy Metal erläutert und dabei so viel Fachwissen gezeigt, dass mir vor Rührung die Tränen gekommen sind.

Es gibt sie noch, die Jugend, die den Sound einer elektrischen Gitarre zu schätzen weiss; den Schweiss, den ein Drummer versprüht, wenn er wild auf seinen Kacheln herumballert; den wilden Sololauf eines Bassisten ehrwürdig würdigt (sorry, blöde Wortkombination), und andachtsvoll über Gesang philosophiert, den andere Leute "Krach" nennen.

Was den Lesestoff angeht, da grüble ich noch ... Vielleicht hätten Sie ja eine Idee, Herr Frederik.

Beschwingt,
Ihre Frau Z.