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Feierliche Schlüsselübergabe

Gestern abends traf ich mich mit Frau Zappadong. Sie übergab mir den goldenen Schlüssel fürs Zappadong-Gebäude. Der hängt jetzt an einer ebenfalls goldenen Panzerkette um meinen Hals. Ich komme mir vor wie Puff Daddy. Ein paar gute Ratschläge und Ermahnungen später lässt sie alles stehen und liegen und verschwindet wie ein Fünfzig-Euro-Schein an der Tankstelle.

Abends, beim letzten Rundgang, betrete ich das Foyer und – stehe vor einigen bedrohlich aussehenden Gestalten, die mich aus bedrohlich blickenden, schwarzen Augen bedrohlich anblicken. Nach einem kurzen, gehetzten Blick nach hinten (hoffentlich habe ich mich im Gebäude geirrt!) liegt plötzlich eine behaarte Pranke auf meiner Schulter und eine Stimme, der man anhört, wie schwer es ihr gefallen ist, sich durch die ganzen Halsmuskeln zu quetschen, sagt zu mir „Towarisch, privet!“ Auch die anderen Männer stimmen ein, versuchen, mir durch Schulterklopfen das Rückgrat weiter ins Becken zu stampfen und mir die Rippen durch Umarmungen zu brechen.

Eine laute Stimme aus dem Hintergrund verschaffte sich Gehör: das hörte sich an wie Mr. Doorman. „Herr Lightbringer, bitte, kommen Sie herein! Wir haben alles für Sie vorbereitet.“

Hilfreiche Hände helfen meinen Puddingknien, mich weiter ins Foyer zu tragen. Da steht Mr. Doorman, grinst über das ganze Gesicht und teilt mir lapidarisch mit, dass ein paar seiner Kumpels gekommen sind, um mit mir meinen Einstand als Hausmeister zu feiern.

In der Cafeteria im Erdgeschoss, zu der mich die besagten hilfreichen Hände vorwärts drängten, sah ich dann die von Mr. D. getroffenen Vorbereitungen: Ein langer Tisch, über und über bedeckt mit Speisen und Getränken, drum herum zehn Stühle, Zigarren, Eis, eben alle Zutaten für eine richtig ausufernde Party.

Bevor ich mich versah, saß ich am Kopfende des Tisches und bekam ein Glas gereicht, das vom Fassungsvermögen her einem großen Bier in Köln viel Ehre gemacht hätte. Mein Nachbar, Vassily, füllt es bis zum Rand mit einer klaren Flüssigkeit aus einer nicht beschrifteten Flasche und nach einem Toast rissen alle die Gläser hoch und tranken auf Ex. Als ich mich von meinem Hustenanfall erholt hatte, musste ich sofort etwas essbares nachschieben, um die Schmerzen in der Speiseröhre loszuwerden. Der selbstgebrannte Wodka von Mr. D.s Freunden hatte es echt in sich. Ich schätze mal, als Abbeize könnte das Zeug für Furore sorgen.

Der Rest des Abends wird dann etwas unscharf. Ich weiß nur noch, dass große Verbrüderung, Tänze, noch mehr Wodka und großartige Diskussionen folgten. Ich melde mich wieder, wenn ich meine Tastatur wieder scharf sehen kann.

Gruß Alex L.

4 Kommentare:

Anonymous said...

Lieber Alex,

das ist ein Einstand schlechthin... ich wünsche Dir nochmals viel Vergnügen im Zappadonggebäude - und Deinen vielen helfenden Händen, die Dir nur Gutes wollen. :-D

Überaus amüsierte Grüße,
Kristin

Alex Lightbringer said...

Hallo, Kristin

danke schön. Ich hoffe, nicht nur ich habe viel Vergnügen hier.

Mal sehen, was zum Vorschein kommt, wenn die Party-Scherben erst mal beseitigt sind...

Gruß Alex

Anonymous said...

Lieber Alex

Mister D. ist eben immer für eine Überraschung gut, nicht wahr? Ich hoffe die Tastatur leuchtet bald wieder scharf und ihre Erinnerung berichtet uns noch ein paar Anektoten von ihrem Einstand.

Grüsse und ein Alka Seltzer
Cleo

Alex Lightbringer said...

Hallo, Cleo

solche umgebungsbedingten Aussetzer haben die Eigenschaft, nach ein paar unangenehmen Begleiterscheinungen wieder von selbst zu verschwinden. Was man von anderen Sachen nicht behaupten kann...

Aber ich will nicht vorgreifen.

Gruß Alex