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Nächtliche Unternehmungen

Ich bin normalerweise nicht gut zu sprechen, wenn ich mitten in der Nacht vom Telefon aus dem Tiefschlaf gerissen werde. Außerdem habe ich da leichte Artikulationsprobleme. Letzte Nacht so gegen zwei Uhr war es wieder so weit. Das Telefon penetrierte sich durch meine Alpträume. Im Dreiviertel-Schlaf griff ich nach dem Hörer, ließ ihn natürlich fallen und schlief sofort wieder ein, da das Läuten jetzt wieder vorbei war.
Nicht viel später klingelte es plötzlich im Flur. Meine Frau versuchte, nach mir zu schlagen, also robbte ich aus dem Bett. Dieses verfluchte ISDN! Was waren das noch für glückliche Zeiten, als man einfach den Hörer neben das Telefon legte und für den Rest der Welt aufhörte, zu existieren!
„*Grummel* hmm?“ Mehr brachte ich nicht heraus.
„Herr. Lightbringer?“ Das war Mr. Doorman. „Herr Lightbringer, kommen Sie bitte schnell ins Zappadong-Gebäude, wir haben einen Notfall!“
Bevor sich mein Hirn zuschalten konnte, legte Mr. D. wieder auf. Notfall. Was konnte das schon sein? Wahrscheinlich ist eine Sicherung rausgeflogen. Ich zog mich an und begab mich, natürlich immer noch todmüde, an meine Arbeitsstelle. Mr. Doorman empfing mich schon an der Eingangstüre. Komischerweise war er von oben bis unten durchnässt.
„Kommen Sie, bitte schnell!“, drängte er mich und schob mich durch die Tür auf die Treppe zu. Allerdings zur Kellertreppe.
„Wir haben einen Wasserrohrbruch“, eröffnete er mir. „Ich habe die Hauptwasserleitung bereits abgedreht.“
Tatsächlich stand im Heizungskeller mehrere Zentimeter hoch das Wasser. Svetlana war auch hier. Sie war mit Gummistiefeln bewaffnet, hatte einen Putzlappen in der Hand und wrang ihn gerade über einem Eimer aus. Irgendwelche großen, weißen Tücher und ein Stück Schnur schwammen im Wasser.
„Wissen Sie schon, wie das passiert ist?“, fragte ich Mr. D, der daraufhin etwas verlegen wurde.
„Ähh, ja. Sehen Sie...“, druckste er herum. „Svetlana kann nachts sehr schlecht schlafen, da hat sie unseren Vorrat an Tischdecken und Handtüchern gewaschen.“
„...“, war alles, was mir auf diese absurde Vorstellung hin einfiel.
„Ja, dann hatte sie die Wäscheleine hier im Heizungskeller befestigt und das Zeug da aufgehängt.“
Mir schwante Übles. „Und?“
„Und dann hat wohl eines der Rohre, an dem sie die Leine festgebunden hat, nachgegeben...“
Gruß Alex L.

2 Kommentare:

Frederik said...

na, sei froh, dass sie den Keller nicht überschwemmt hat, um mal unter Wasser zu telefonieren

Alex Lightbringer said...

Hallo, Frederik

mit dem Telefonieren hat Swetje leichte Probleme. In ihrem Heimatort gibts noch keine Telefone, und sonst versteht sie ja niemand. Also keine Gefahr von dieser Seite ;)

Gruß Alex