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Eine Begegnung der etwas anderen Art

Ich höre es klingeln am anderen Ende der Leitung. Einmal, zweimal, dreimal ect. Geduldig warte ich, ob sich vielleicht ein Telefonbeantworter einklickt. Tatsächlich. Tut er.

Sie sind mit dem Anschluss 999 999 99 99 (um den Schutz der Maschine zu gewährleisten, habe ich die Nummer leicht verfremdet) verbunden.

Die roboterhafte Stimme einer Dame betont jede Ziffer einzeln, damit ich auch ganz sicher sein kann, am richtigen Ort gelandet zu sein. Danke. Nun, jetzt kommt der Teil, auf den ich warte, jener, in dem man seine Nachricht der Maschine anvertraut. Aber ohalätz.

Dieser Dienst nimmt keine Nachrichten entgegen. Bitte legen Sie auf.

Hä?

Zweimal habe ich diesen Spruch nun gehört. Die Nachricht, die ich loswerden sollte, ist einigermassen wichtig, da es eine Antwort auf eine Frage ist. Ich bin mir aber gar nicht mehr so sicher, ob der Empfänger an der Antwort überhaupt interessiert ist. Und ehrlich gesagt, ich habe nicht mehr so richtig Lust, da nochmals anzurufen.

Zu etwas anderem:

Frau Rösli

Ich bin untröstlich über das unerklärliche Verschwinden Ihres Vogels und werde mich in Kürze auf den Weg zum Bügelzimmer machen. Dort beliebt Mr Doorman sich manchmal einzuschliessen, wenn er mit sich, der Welt im allgemeinen oder mir im Besonderen ein Problem hat. Ich halte Sie auf dem Laufenden. Es sei denn, Ihr Telefonbeantworter sei ein Verwandter des oben genannten. Oder kommunizieren Sie per Zufall per Brieftaube?

Ihr Frau Z.

3 Kommentare:

Anonymous said...

Sehr geehrte Frau Zappadong,

hätte ich einen Anrufbeantworter, dann wäre das einer meiner Topfavoriten für das Bändchen. :-)

Es ist sehr freundlich von Ihnen, dass Sie das Risiko auf sich nehmen wollen, Mr. Doorman auf meinen Adler anzusprechen. Ich bitte Sie aber, vorsichtig zu sein!

Ihnen eine Brieftaube vorbeizuschicken - das traue ich mich nach dem Adlerdesaster wirklich nicht. Aber Flaschenpost, das wäre möglich. Gleich hinter meiner Alp fliesst ein Bächlein ins Tal. Wäre das eine Möglichkeit?

Hochachtungsvoll

Rösli von Deralp

Zappadong said...

Liebe Frau Rösli

Ich versichere Ihnen, dass ich Sie nie, nie, nie, nie, nie anrufen würde, hätten Sie ein solches Bändchen in Ihrer Maschine. Nie.

Natürlich verstehe ich, dass Ihnen das Risiko bei der Entsendung einer Brieftaube zu hoch ist. Das mit der Flaschenpost hat allerdings auch einen Haken. Das nächste Bächlein plätschert in einer Distanz von ca. 978 m an mir vorbei. Es würde uns nur die Möglichkeit bleiben, auf die nächste Überschwemmung zu warten; auch das ist keine ideale Lösung.

Haben Sie es schon einmal mit Telepathie versucht, Sie wissen schon, dieses Gedankenübertragungsdingens?

Seien Sie herzlichst gegrüsst

Frau Z.

Anonymous said...

Sehr geehrte Frau Zappadong,

ja, ich bin mit Telepathie bewandert. Zwischen mir und meiner Katze funktioniert sie hervorragend.
Allerdings muss ich zugeben, dass ich mir nicht sicher bin, mit Menschen ebenso erfolgreich zu sein. Was ich da an Gedanken auffange, KANN einfach nicht möglich sein! Oder gibt es das tatsächlich, diese rauschende Leere, die zwischen manchen Ohren herrscht?

Nichtsdestotrotz bin ich gerne bereit, einen Versuch mit Ihnen zu wagen. Ich bin überzeugt, bei Ihnen nicht auf obiges Problem zu stossen.

Sollten wir wider Erwarten nicht erfolgreich sein, bliebe uns immer noch die Möglichkeit, per Alphorn mit Hilfe des Morse-Alphabets zu kommunizieren.
Vielleicht müssten Sie dafür Ihre Dachterasse etwas anders planen. Aber für Ihren äusserst kompetenten Hausmeister dürfte das kein Problem sein.

Hochachtungsvoll

Rösli von Deralp