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Wie es kam, dass ich mir eine absolut unverdauliche Rede zum Nationalfeiertag anhören musste - oder "Volksentscheid über Völkerrecht"

"Sie können rauskommen."

Endlich!

Vor der Tür erwartet mich ein grumpeliger Mr Doorman, der 30 cm links an mir vorbeischielt, und irgendwelches Zeugs vor sich hingrummelt. Nun, ich bin auch nicht gerade in bester Laune nach den Erlebnissen der letzten Tage. Ich setze mich wortlos in den Wagen, stelle meine Ohren auf Durchzug und lehne mich zurück. Gerne hätte ich geschrieben und lehne mich entspannt zurück. Aber von entspannt kann keine Rede sein. Mr Doorman muss während meiner kurzen Abwesenheit das Navigieren verlernt haben. Mir dämmert, dass daran das Schielen und somit ich schuld sein könnte. Mir dämmert auch, dass wir irgendwohin fahren, wo ich noch nie gewesen bin.

"Mr Doorman, würden Sie uns bitte auf schnellstem Weg nach Hause fahren", sage ich so freundlich, wie es mir unter den gegebenen Umständen möglich ist.
"Heute ist Nationalfeiertag", brummt Mr Doorman.
"Ja, und das Wetter ist herrlich. Wir können uns zuhause ganz gemütlich nach draussen setzen und etwas gegen Ihr Sch... ähm, Augenproblem tun."
"Wir gehen uns zuerst die Rede anhören."
"Welche Rede?"
"Na, die, von der ich Ihnen nach Ihrer Entlassung erzählt habe."
Hat er? Nun, er hat unverständliches Zeugs gebrummelt. Da Mr Doorman aber wild entschlossen zu sein scheint (und ich ein schlechtes Gewissen habe wegen seiner Augen), verkneife ich mir die Bemerkung, dass es mein Feiertag ist und nicht seiner. Seinen pflegen wir jeweils mit viel Wodka und einer Partie Russisch Roulette zu feiern.

"Wir sind da", erklärt Mr Doorman.
Ich steige aus und wäre am liebsten wieder eingestiegen, aber Mr Doorman nimmt mich am Arm und führt mich in die erste Reihe, wo ich mir die ganze Rede anhören muss.

Wenn Sie mithören wollen: hier klicken. (Warnung: Sie tun das auf eigenen Willen und vor allem auf eigene Gefahr!)

Grün im Gesicht und mit einem Magen, der Achterbahn fährt, wende ich mich auf dem Nachhauseweg an Mr Doorman.
"Das war gemein. Hundsgemein."
"Das war für das Schielen."
"Aber Sie wissen schon, was das bedeutet?"
Er nickt. "Sie können eine Volksinitiative lancieren, in welcher Sie die Vierteilung meiner Wenigkeit unter grausligen Qualen verlangen, und wenn genügend Unterschriften zusammenkommen und das Volk Ihr Begehren in einer Abstimmung gutheisst, dürfen Sie mich genüsslich auf barbarischte Weise hinrichten."
"Ganz genau."
"Denken Sie nicht einmal daran!", grinst er. "Mr Lightbringer hat schon einen Initiativtext in der Schublade, welcher eine Woche ununterbrochenes Hören von volkstümlichen Schlagern fordert für Blogschreiberinnen, die zu viele Tippfehler machen.

Ich bin einmal mehr geliefert.

Ihre Z.

2 Kommentare:

Alex Lightbringer said...

Hallo, Frau Z.

der Link zu der Rede funktioniert bei mir nicht.

Gruss Alex L.

Alex Lightbringer said...

Möglicherweise hilft der Link weiter:

http://www.eda.admin.ch/eda/de/home/dfa/head/event/augfei/aug_wort.html

Gruß ALex L.