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Forschungsbericht

Die Feldforschung zu meiner geplanten Veröffentlichung "Studie zur Machbarkeitsüberprüfung von Personentransporten mit Hilfe von Katapulten unter besonderer Berücksichtigung des Geschlechts" stellen sich schwieriger dar, als ich befürchtet habe.

Zu Beginn stellte sich natürlich die Frage, welches Material, welche Bauart und welcher Antrieb für Katapulte momentan benutzt werden. Bei meiner europaweiten Suche nach einsatzbereiten Wurfanlagen traf ich auf die unterschiedlichsten Lösungsmöglichkeiten.

Die interessanteste Anwendung ist eine Vorrichtung, die per Fernsteuerung Getränke aus dem Kühlschrank in die Hand des Benutzers schleudert, zu sehen hier. Leider haben wir im Zappadong-Garten keinen Kühlschrank, darum kommt so was leider nicht in Frage.

Bei einem spanischen Bauern, der zu meiner Begrüßung gleich ein Schaf schlachtete, fand ich hinter einem Stall ein altes Trebuchet (hier ein Archivbild) aus dem Mittelalter. Nach ein paar Gläsern Rotwein, Lammbraten und einigen Stunden Diskussion führten wir mit dem Teil ein paar Versuche durch. Wir begannen mit etwa kopfgroßen Steinen und schleuderten diese erfolgreich durch die spanische Pampa. Anschließend sollte das natürlich auch an etwas realistischerem getestet werden. Nach einigen weiteren Gläsern mit Rotwein und selbstgebranntem Feigenschnaps spannten wir ein halbes Schaf (aus der vorherigen Schlachtungsaktion) auf das Katapult. Das Ergebnis war - interessant. Der Kadaver flog locker dreißig Meter hoch und hundertzwanzig Meter weit. Allerdings war das Schaf hinterher nicht mehr identifizierbar, da es am Boden zerschellt war (als der Bauer das sah, schlug er mit einem irren Funkeln in den Augen vor, das gleiche mit seiner Ehefrau zu probieren. Ich wies ihn darauf hin, dass das nach der Genfer Konvention als biologische Kriegsführung verboten wäre, und brachte ihn erfolgreich von diesem Gedanken ab). Der Versuch mit dem Trebuchet kann als gescheitert betrachtet werden.

Da bei einem Katapult die Reichweite auch mit dem Gewicht des geschleuderten Gegenstandes variiert, kommt ein weiteres Problem dazu: der Benutzer des Katapult-Liftes müsste sein Gewicht angeben. Da nun aber Männer kaum jemals ihr Gewicht genau wissen und Frauen zwar ihres grammgenau angeben könnten, dies aber grundsätzlich um mindestens fünfzehn Prozent nach unten korrigieren, wird so eine Eingabe zum reinen Glücksspiel. Bei Falscheingabe klatscht der Benutzer gegen die Mauer des Zappadong-Gebäudes oder er fliegt darüber hinweg. Beides empfinde ich als suboptimal.

Trotz aller Anstrengungen kann ich also leider noch mit keinem Transportmittel auf die Dachterrasse dienen. Ich forsche weiter.

Gruß Alex L.

PS: Frau Zappadong, der spanische Bauer hat am nächsten Tag ziemlich gejammert, da sein letztes Schaf jetzt nur noch als Gulasch gut ist. Ich hab ihn damit getröstet, dass ich das auf Spesen abrechnen kann. Die Spesenabrechnung habe ich ihnen per Mail zugeleitet.

2 Kommentare:

Zappadong said...

Mr Lightbringer, es ist eine Freude, Sie wieder in unseren Breitengraden zu haben.

Diese Freude wurde durch eine astronomisch hohe Spesenrechnung leicht getrübt, aber nur, bis mir eingefallen ist, dass ich Sie einfach Herrn Ledergerber schicken kann (wer Herr Ledergerber ist und warum man von ihm so einfach Geld erhält, erfahren Sie im Kulturblog www.kulturblog.ch).

Mit Bedauern nehme ich zur Kenntnis, dass Sie sehr viel Zeit und Aufwand in sehr wenig Resultat umsetzen konnten; bzw. relevantes Resultat (das Essen scheint gut gewesen zu sein, womit sie Ihr Ziel wenigstens hier erreicht haben).

Ich habe noch einen Pfeil im Köcher in Bezug auf den Transport zur Dachterrasse, aber den schiesse ich später diese Woche ab. Ich muss erst einmal Bilanz ziehen gehen zu den letzten Blogeinträgen.

Seien Sie an - ausnahmsweise - an meine Brust gedrückt.

Eine Freudenträne vergiessend

Frau

Z.

Alex Lightbringer said...

Hallo, Frau Z.

vielen Dank für den herzlichen Empfang.

In Bezug auf die Dachterrasse habe ich noch durchaus andere Eisen im Feuer. Z.B. gäbe es die Möglichkeit, auf Knopfdruck das Gebäude im Boden zu versenken, dann auf die Terrasse zu gehen und das Gebäude wieder hochzufahren. Sehr elegant, wahrscheinlich aber etwas kostspielig.

Gruß Alex L.