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Was herauskommt, wenn sich Frau Zappadong grün und blau ärgert

Ich habe die letzten paar Tage in meinem Zappadong-Büro gesessen und mir in Sachen Plakateprovokation die Finger auf der Tastatur wundgetippt, denn wenn mich etwas genügend ärgert, dann werde ich aktiv.

Nun, die Bilanz ist - wie Sie sich sicher denken können - mehr als nur ernüchternd und spricht eigentlich für sich (ich hätte also meine Zeit sinnvoller verbringen können; aber glauben Sie mir, ich war nie blauäugig genug zu glauben, dass ich auch nur einen Millimeter irgendwohin komme - es gibt nur einfach Dinge, die gesagt werden müssen, weil man sonst an ihnen erstickt.)

Geschrieben habe ich:

- Hans Jürg Fehr, Parteipräsident SP => keine Reaktion
- Kathrin Hilber, Ständeratskandidatin meines Kantons => Stellungnahme (siehe weiter unten)
- Hildegard Fässler, Nationalrätin aus meinem Bezirk => Eintrag ins Gästebuch, der nie erschienen ist; wohl weil der Webmaster schläft
- der SP meines Bezirks mit der Bitte um eine Stellungnahme der drei lokalen KandidatInnen => keine Antwort (Nachtrag: Ludwig Altenburger hat sich gemeldet)
- im Blog der SP Schweiz => Antwort (siehe weiter unten)

Zu den Stellungnahmen:

Kathrin Hilber, Ständeratskandidatin:
Ich gebe zu, dass ich Bilder von Zerstörung, Angriff und Kampf nicht mag. Das Bild zum Thema “Atomkraft” der SPS gehört dazu. Trotzdem müssen die Menschen, die sich für die Atomkraft aussprechen wissen, dass es auch den absoluten Supergau zu berücksichtigen gilt. Das kommt in diesem Plakat ungeschönt zum Ausdruck. Das Plakat rüttelt in seiner eigenen Sprache auf und bringt die Gefahr auf den Punkt. Auf dem heutigen Spaziergang habe ich mir überlegt, wie anders ich diesen Gau dargestellt hätte. Ich weiss es nicht. Also: Freude habe ich an diesem Plakat nicht. Die Menschen müssen aber vor einer Entscheidung mit dem Negativen konfontiert werden….so schmerzlich das ist.

Nachzulesen auf Kathrin Hilbers Blog Blitzlichter

Während also Frau Hilber so halbwegs unglücklich mit dem Plakat ist, hat Nicolas Galladé von der SP Schweiz in seiner Stellungnahme nach mehr als 170 negativen Einträgen sich nur dazu bequemt, dem bloggenden Volk eine vor Arroganz und Ignoranz strotzende Antwort hinzuwerfen. Hier Auszüge aus seiner Antwort (die ganze Antwort gibt es hier - unter dem Eintrag vom 11.09.2007, 12.44 Uhr):

Über ein provokatives Sujet wie das AKW-Plakat (dazu nachher noch mehr) kann man durchaus diskutieren, es aber auf eine Ebene zu stellen, mit Plakaten, die gezielt gegen Minderheiten, Randgruppen etc. hetzen und für Gewaltvideos Jugendliche missbraucht, halte ich doch für bemerkenswert, nehme das aber so zur Kenntnis.

An all jene, die jetzt doch lieber Mitteparteien wählen. Gern geschehen für den plakativen Vorwand, doch nicht konsequent gegen Atomkraft zu wählen.

Die Behauptung, mit dem SP-Plakat würden wir die Opfer von 9/11 instrumentalisieren, kann ich nicht nachvollziehen, wer aus dem SP-Plakat islamfeindliches herausliest, sagt wohl mehr über sich selber aus.

Nachzulesen unter dem SP Schweiz Blog Campa07

Ich lese aus dieser Antwort in etwa das heraus: Okay, ihr Idioten, ihr habt nicht verstanden, worum es geht, und schuld an diesem Umstand seid sowieso ihr.

Meine Konsequenzen habe ich gezogen. Ich weiss, wer meine Stimmen nicht bekommt im Oktober.

So, liebe Zappadong-Besucher, dieses bisschen Politik musste einfach sein. Wie gesagt, in ganz seltenen Fällen "lupft" es der Frau Zappdong den Hut. Das war so einer.

Trotzdem friedliche Grüsse

Ihre Frau Z.

3 Kommentare:

Alex Lightbringer said...

Hallo, Frau Z.

eins haben die Plakate allemal erreicht: die SVP ist in aller Munde. In der Werbeagentur und in der Partei werden ob so viel Beachtung und Publicity die Sektkorken knallen.

Gruß Alex L.

Zappadong said...

Lieber Herr Lightbringer

Sie sind entschuldigt (es liegt am spanischen Lamm); das Atomplakat und der knallende Ausländer sind Sujets der SP (das sind die Linken), die SVP, das sind die Rechten.

Und nein, der offiziellen Schweiz geht das Atomplakat am Allerwertesten vorbei. Weder das Plakat noch die Gefahr von AKWs werden von der offiziellen Schweiz disktuiert (was in beiden Fällen schade ist). Nur ein paar hoffungslose Idioten wie ich, schreiben sich im Blog der SP Zentrale ihre Finger wund.

Wenn aufgrund dieser heftigen Kritik in Sachen Stil bei der SVP die Sektkorken knallen, dann verstehe ich das voll und ganz. Die SP aber, die von sich behauptet, moralische und ethische Grundsätze zu haben und bei jeder Gelegenheit über die SVP und deren Wahlkampfstil herzieht, ist dieses Plakat eine Bankrotterklärung.

Liebe Grüsse

Frau Z.

Printer said...

So ist das also.