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Gedanken zum Jahresende

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God forbid you ever had to walk a mile in his shoes'
Cause then you really might know what it's like to sing the blues
Then you really might know what it's like .

Everlast, What it's like

Once ...

Foto: Zap-padong

Easy livin'

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Verkrampft? Gestresst? iiiii woooo ....

Mr Doorman und ich sitzen im Filmsaal und geniessen das unbeschwerte Leben:



Und der ulitmative Filmtipp fürs Jahresende zum absoluten Wohlfühlfilm:

HAPPY NEW YEAR (was haben wir gelacht!) UNBEDINGT GUCKEN!

Frohe Weihnachten

Das Kleingedruckte

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Heute, nach dem Mittagessen, da lasen Herr Zappadong und ich Zeitung. Und weil ich die Zeitungen schon am Morgen gelesen hatte, blieb nur noch das, was ich noch nicht gelesen hatte. Zum Beispiel das Kleingedruckte.

In den 90-er Jahren noch Bassistin in zwei Frauen-Rockbands, hält sie es jetzt eher mit der Kunst, Kulturreisen, Skitouren, Handwerk und feinem Essen.

Ist Schweizer- und US Bürgerin (hat als solche Obama gewählt!) und wohnt seit 25 Jahren in Zürich, zuerst im Kreis 4, heute in Unterstrass.

Gefunden habe ich dieses Kleingedruckte in der Wahlwerbung für Corine Mauch (... kommt im Mai 1960 in den USA zur Welt, wächst teils dort, teils in der Schweiz auf, spricht englisch wie deutsch, lernt später noch französisch, italienisch und mandarin-chinesisch). Frau Mauch will Stadträtin von Zürich werden, lieber noch Stadtpräsidentin von Zürich.

Ich weiss gar nicht so recht, was mir an diesem Inserat (in dem noch viele andere unwichtige Dinge standen), am besten gefällt. Ich glaube, es ist das Ausrufezeichen hinter Obama gewählt. Nicht schlecht gefallen mir auch die Kulturreisen und das feine Essen. Und dass sie englisch wie deutsch spricht, finde ich lustig. Ich frage mich, wie das dann klingt. Dass sie sich aber so deutlich von ihrer Rock-Vergangenheit distanziert, das ist schon ein bisschen enttäuschend.

Auf jeden Fall habe ich nach dieser Lektüre die Zeitung weggelegt. In Zukunft muss die Morgenlektüre reichen. Wer weiss, was ich sonst noch alles finde.

Ihre Frau Zappadong

Pflichtlektüre des Tages

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Opium fürs Volch

(Gefunden einmal mehr beim Journalistenschredder ugugu)

Die Frage des Tages ...

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... stellt André Marty in seinem Blog:

Frage des Tages

Ihre Frau Zappadong

Politikgeschichten aus Zappadong-Hausen, Teil 3

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Stellen Sie sich vor: Da ist jemand in eine GPK gewählt (Geschäftsprüfungskommission). Allerdings mit den wenigsten Stimmen aller Gewählten. Was die nicht sehr ehrenvoll Gewählte verständlicherweise nicht unbedingt froh macht. In der Tat, es macht sie so unfroh, dass sie die Wahl nicht annimmt. Was sie dem Präsidenten der Dorfkorporation schriftlich mitteilt.

Die Presse bekommt nach einiger Zeit Wind von dieser Sache und tut, was die Presse bei so einem gefundenen Fressen tut: Nachfragen.

Sie habe als mehrjähriges Mitglied dieser Kommission nochmals Ja gesagt für die nächsten vier Jahre. Doch die Bevölkerung habe offensichtlich ihre Arbeit nicht
goutiert, wie sie gegenüber dem W&O erklärte. «Freundlich ausgedrückt ist
das ein Nasenstüber der S.... gegenüber meiner Person», sagte F. Innerhalb
der Gemeinde S. habe sie nie gut abgeschnitten, sagte sie weiter, wohl
eben aus persönlichen Gründen. Nun wolle sie ein klares Zeichen setzen und mit
der Ablehnung des Mandats öffentlich dafür protestieren, dass mit Politikern
nicht umgegangen werden solle, wie mit einem Sack Kartoffeln.

Quelle: Werdenberger und Obertoggenburger


Den Präsidenten der Dorfkorporation lässt das einigermassen kalt. Er brauche in der Kommission motivierte Mitarbeiter, erklärte er dem Lokalreporter Paul Schawalder lakonisch.

Ein bisschen dumm ist es für die Gemeinde aber schon: Diese ganze Geschichte könnte sie auf ca. 2000 Franken zu stehen kommen. Man muss ja schliesslich eine Neuwahl organisieren und durchführen. Ein bisschen viel Aufwand für etwas gar wenig Ertrag.

Die ganze Geschichte können Sie hier nachlesen: Eine teure Enttäuschung

Ihre Frau Zappdong

Es stinkt

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In der Zappadong-Küche stinkt es. Nicht nur ein bisschen, sondern ziemlich arg. Das ist seltsam, denn eigentlich ist Mr Doorman ein hervorragender Koch.

"Um Himmels Willen, Mr Doorman", rufe ich deshalb. "Was kochen Sie denn heute?"
"Suppe", brummt er.
"Suppe?", frage ich? "Aber ... "
"Ich weiss, es stinkt", unterbricht er mich. "Das liegt an den Zutaten."
"Aha", sage ich und gucke auf die Arbeitsfläche.

"Schmieröl?", frage ich etwas entgeistert.
"Ja. Und erst noch sackteures!", sagt Mr Doorman. "Sie haben dafür knapp 10'000 Franken hingelegt."
"Habe ich?"
"Jawoll. Ist Ihr Beitrag zur UBS Sanierung. Wird auch als Parteischmier .... ähm Parteispende verwendet. "
"Und was ist das?" Ich deute auf etwas, das wie schon sehr lange toter Fisch aussieht.
"Nennt sich Konkordanz." Mr Doorman rümpft die Nase. "Kann Ihnen aber nicht sagen, ob das jetzt ein Fisch oder ein Vogel ist."
"Und warum haben Sie davon gleich zwei Stück gekauft?"
"Weil der Verkäufer gesagt hat, so viele Teile davon stehen dem einzig wahren Schweizer Volk zu. Mindestens. Und weil Sie in Gottes Namen nun mal Schweizerin mit Wurzeln bis in die allertiefste Schweizererde sind, Frau Zappdong, musste ich halt zwei davon nehmen." Er seufzt.
Mir wird übel. "Stand auf dem Namensschild dieses Verkäufers zufällig T. Brunner?"
"Ja!" Mr Doorman guckt mich ausdruckslos an. "Und daneben stand eine Frau Hutter."

Alles klar! "Was haben Ihnen die beiden denn sonst noch so verkauft?"
"Dreck. Ganz viel Dreck. War ein Sonderangebot. Weil, linker Dreck verkaufe sich so schlecht. Man könne höchstens spielen damit, aber das sei nicht lustig."
"Und deshalb werfen Sie ihn jetzt in die Suppe, den Dreck?"
"Ja." Ein Grinsen zieht sich über sein Gesicht.
"Grinsen Sie, weil ich das dann essen muss?", frage ich absolut fassungslos.
"Nein." Das Grinsen ist nun bestimmt einen halben Meter breit. Ehrlich. So ehrlich wie die Aussagen von neuen Bundesräten ("Ich stehe nicht zur Verfügung").
"Warum dann?"
"Weil dieses Süppchen bestellt wurde. Im Haus der Freiheit fällt die Köchin aus .... und ich darf das Essen liefern."
Jetzt muss auch ich grinsen. "Dann kochen Sie mal schön weiter", sage ich. "Wenn es Ihnen nichts ausmacht, ziehe ich die Tür hinter mir zu, wenn ich rausgehe."

"Also so geht es nun ja wirklich nicht."

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GUCKEN!
UNBEDINGT GUCKEN!
ABSOLUT UNBEDINGT GUCKEN!

Hier: Also so geht es nun ja wirklich nicht.

Gefunden beim Journalistenschredder.

Frau Zappadong

(Mr Doorman lässt sich entschuldigen - er hat sich unter den Tisch gelacht.)

111

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Heute Morgen bin ich in einer anderen Schweiz aufgewacht. Komisch. Sie fühlte sich an wie die von gestern und von vorgestern. Die Katze drückte mir ihre feuchte Schnauze auf den Mund (ja: igiiittt), der Zappadong-Nachwuchs musste geweckt, die Kaffeemaschine angeworfen werden. Dann hinaus in den Pflutsch (der Schnee ist über Nacht nicht gefroren) und die Zeitung aus dem Briefkasten gefischt.

Ah. Ja. Ich habe ja einen neuen Bundesrat bekommen, gestern. Einen, der gemäss nicht wenigen Kommentaren auf Online-Newsnetzen "endlich einmal den Laden ausmisten und es den Linken zeigen wird." Einen, der es sprachlich nicht immer ganz korrekt hielt und Werbekampagnen zu verantworten hat, die Frau Zappdong des öfteren in ungesund hohe Herzfrequenzen trieb.

Trotzdem: Ich bin froh, ist es so herausgekommen. Nicht etwa, weil Bundesrat 111 den Laden ausmisten wird. Sondern weil es jetzt sein Problem ist, seiner Basis zu erklären, warum man den Laden halt doch nicht genau so ausmisten kann, wie sie es sich vorstellt. Niemand anderem hätten sie das abgenommen. Nicht dem halben - oder auch klinisch und moralisch toten - Bundesrat vor ihm, nicht der unheiligen Verräterin aus dem Bündnerland und schon gar nicht irgendjemand anderem. Weil: Alle anderen - auch viele stramm Bürgerliche - sind linke Verräter. Mobber, welche die einzig wahre Partei aus der Regierung fegen wollen. Dreckige Winkelspieladvokaten. Unfähiges Gesocks.

Jetzt haben sie ihn, ihren Bundesrat. Genau den, den sie gewollt haben. Möge er es besser machen. Und wo "besser" nicht dem entspricht, was seine Basis für "besser" hält, möge er ihr erklären, was Menschenrechte sind. Was Gewaltentrennung ist. Und noch vieles mehr. Das ist jetzt sein Job.

Mr Doorman hat sich schon mal auf den Weg ins Dorf gemacht. Eine Mistgabel kaufen für Nummer 111. Zum Ausmisten. Nicht nur des Stalls in Bern, sondern vielleicht auch beim etwas gar anfälligen Gedankengut einiger radikaler Basismitglieder der wieder im Bundesrat vertretenen Partei.

Sollte das Experiment scheitern, kann man bei den nächsten Bundesratswahlen korrigeren. Endgültig. Denn, das sei auch gesagt: Versucht hat man es ja schon einmal. Und ist ganz kläglich gescheitert.

Ihre Frau Zappadong

Für Frau Rösli

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Schnallen Sie Ihren Geissen Ohrenschütze an, sperren Sie Herbert weg! Reden Sie Ihren Nerven gut zu.

Entschuldigen Sie, Frau Rösli, Sie müssen klicken, da man das Video nicht hochladen kann. Also: Hell's Bells

PS: Der Irre in den kurzen Hosen is Angus Young. Falls Sie sich fragen - Ja, er trägt bei seinen Auftritten eine Schuluniform. So viel ich weiss immer. Aber nie die ganze bis zum Ende. Und wenn er richtig loslegt, fürchtet man fast ein bisschen um sein Leben.

PPS: Wenn jemand Tickets für das AC/DC Konzert in Zürich hat und diese eigentlich gar nicht will, bitte bei Mr Doorman und mir melden. Wir wollen da unbedingt hin.

Ihre Frau Zappadong

Papierkrieg - Werbung in eigener Sache

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Weil Mr Doorman heute ums Verrecken nichts übers Liechtenstein hören will (er hat immer noch Angst, ich schleppe ihn ins Landesmuseum, obwohl ich ihm dieses Unterfangen das letzte Mal vor mehr als einem Jahr vorgeschlagen habe), habe ich meinen Frust drüben bei der Beiz 2.0 abgeladen, und zwar zum Thema

Papierkrieg.

Frau Zappadong

Den besten Kommentar ...

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... zur Finanzkrise habe ich in meiner Lokalzeitung gefunden:

Der UBS Wunsch ist Mitte-Rechts Befehl - Warum?

Der Werdenberger&Obertoggenburger gehört zur Südostschweizer Mediengruppe. Und während meine Tageszeitung wacker schwächelt, legt mein Lokalblatt gewaltig zu an Qualität. Mit pointierten Kommentaren. Mit informativen Lokalnachrichten. Mit einer Herunterbrechung von aktuellem Tagesgeschehen in der Schweiz auf meine Gegend. Mit einer ausführlichen Berichterstattung über lokale / regionale Kulturanlässe. Mit einem immer besser werdenden Auslandteil. (Den Sportteil kann ich nicht beurteilen, der interessiert mich nicht.)

Und darum liefert der W&O heute nicht nur den besten Kommentar zur Finanzkrise, sondern er wird auch von Mr Doorman und mir einstimmig zur Zeitung des Tages gewählt!

UPDATE: Mr Doorman findet, den provokativsten und am schärfsten gewürzten Beitrag zur Wirtschaftskrise habe Bruder Bernhard geschrieben. Ich pflichte Mr Doorman zu und empfehle Ihnen hiermit:

Krise der Krisenbewältigung.

Statt nach dem "gelben Wägelchen" zu rufen, könnte man durchaus über diese Worte nachdenken!

Ihre Frau Zappadong

Die Schlagzeilen des Tages

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Unter anderem Tagesthemen heute bei newsnetz:

Playboy-Chefin Hefner nimmt den Häschen-Hut

John Lennons Penis und andere Zumutungen

Meuchelsänger

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Wussten Sie, dass Gesang töten kann? Ich auch nicht. Bis zu jenem Zeitpunkt, in dem der kleine Autorenverlag Skalding ein Manuskript angeboten bekam, in dem es um Nidel, den Meuchelsänger geht, der eigentlich nur die Liebe seiner Herzensdame gewinnen will. Und wie das so ist mit der Liebe - Sie kann einen ganz schön in die Scheisse reiten. Aber von Anfang an:

Eigentlich ist Nidel nur auf der Suche nach einer Pfauenrosenblüte, die seine kapriziöse Angebetete als Liebesbeweis von ihm verlangt. Doch dann wird ihm ein harmloses Plunkerspiel zum Verhängnis, und bevor er zweimal blinzeln kann, steckt er auch schon tief im Schlamassel. Nun soll er die Welt vor dem Chaos retten, und das mit drei höchst fragwürdigen Gefährten. Nidel weiß nicht einmal, wem von ihnen er trauen kann: Dem nur zur Hälfte aus Fleisch und Blut bestehenden Holzmann, der blutbärtigen und rauflustigen Amazone Yez oder dem in Nebelschwaden gekleideten Eiszwerg Glurph? Widerstrebend nimmt er die Aufgabe an und muss ein Geheimnis entdecken, das ihm überhaupt nicht gefällt.

Frau Zappadongs Alter Ego, ansonsten (fast) jeglicher Fantasy und anderem Fantastischen abhold, war hingerissen. Genauso wie alle anderen Skaldingler. So nahm die Geschichte ihren Lauf. Denn: Bei Skalding verlegen Autoren Bücher, die sie gerne selber lesen würden. Und genau so eins war der Meuchelsänger. Witzig, schräg, bevölkert von seltsamen Gestalten mit noch seltsameren Angewohnheiten.

Nun ist es da, das Buch. Sie können es in jedem Buchladen bestellen. Wenn Sie sich vorher eine Leseprobe zu Gemüte führen möchten - bitte sehr. Einfach hier klicken. Für die Klickfaulen (selber schuld, Sie verpassen was), hier ein kurzer Auszug:

"Nidel lag träumend an der Grenze zweier Welten. Sachte Wellen schubsten seine Füße, und unter ihm, im Sand, lag die Planke, die sein Leben gerettet hatte. Die ersten Krabben trippelten heran, um zu untersuchen, ob er noch gefährlich oder schon genießbar war ...“


PS: Ebenfalls bei Skalding erschienen ist "Das Gedächtnis der Lüge" von Rebecca Abe, ein ganz anders gelagertes, aber ebenfalls faszinierendes Buch. Ich werde es Ihnen demnächst vorstellen, hier in diesem Blog.

PPS: Wie das jetzt genau geht, das mit dem tödlichen Gesang, fragen Sie am besten Nidel - oder lesen Sie das Buch, falls Sie niemanden kennen, der so heisst.

Ihre Frau Zappadong

Ein eigenes Logo

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Tochter Zappadong hat mir eine Identität (sprich ein Logo) geschenkt:

Und wenn wir schon bei Tochter Zappadong sind - Das ist auch von ihr:

Klinisch und moralisch tot

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"Frau Zappadong?" Ein besorgter Mr Doorman beugt sich über mich.
Etwas verwirrt schaue ich hoch und frage: "Was ist denn passiert?"
"Sie sind einfach umgekippt. Geht es Ihnen nicht gut?"
"Weiss nicht, ich fühle mich irgendwie tot."
"Wie tot? Klinisch oder moralisch?"
"Klinisch und moralisch."
Mr Doorman kratzt sich am Kopf. "Warum denn?"
"Ich bin mir eben meiner Sünden bewusst worden. Sie wissen schon: Es ist schlecht, wenn Mütter arbeiten, das kann geradewegs zum Niedergang unserer Gesellschaft führen."
"Finden Sie nicht, es ist ein bisschen spät, deswegen halb tot umzufallen? Schliesslich sind Ihre Kinder mittlerweile alt genug und so schlecht sind sie nun auch wieder nicht geraten." Er grinst. Wahrscheinlich denkt er an Tochter Zappadongs letzte Fotosession mit ihm (die Bilder sind sehr gut geworden). "Und Sie haben ja nicht, kaum aus dem Spital, das Kind in der Krippe abgegeben wie andere Mütter."

Ich finde das nicht so lustig. Und weil ich gerade schlecht drauf bin, fällt mir auch ein, dass Frauen und Umwelt nur Aufwand und Kosten verursachen. Zum Glück liege ich immer noch am Boden, denn über mich schwappt eine weitere Schwindelwelle. Was bin ich doch für ein charakterloser, selbstsüchtiger Kleinkrämer, fast unerträglich für meine Umgebung, bis zum körperlichen Abgestossenwerden! Mir wird warm, ja heiss, der Schweiss bricht mir aus. Das kann an meinem Zustand liegen, vielleicht aber auch an der Klimaerwärmung, aber Mr Doorman zuckt auf meine klimatisch bedingten Bedenken nur die Schultern und meint: "Die Leute haben es gerne, wenn es ein bisschen wärmer ist."

Da bin ich jetzt überhaupt nicht einig mit ihm und schlage vor, dass wir das nächste Mal links wählen. Entsetzt schaut er mich an: "Man kann gar nicht links wählen, sonst hat man nicht alle Tassen im Schrank. " Er schüttelt den Kopf. "Nicht zu fassen. Wir haben bald Zustände wie in der DDR."

"Vergessen Sie es", sage ich und rapple mich hoch.
Behutsam führt mich Mr Doorman in den Panikraum, hilft mir aufs Sofa und reicht mir eine Tafel Schokolade. "Aber gell", murmelt er, "Sie sind bald wieder fit. Heute haben wir nämlich andere "schwarze Brüder" im Tessin, die von der Wohlfahrt leben."

In diesem Moment schlägt mir jemand ins Gesicht. "Frau Zappadong? Was ist mit Ihnen?"
Ein besorger Mr Doorman beugt sich über mich. "Geht es Ihnen gut?"
"Haben wir vorher gerade eine unsägliche Konverstation geführt?", frage ich beduselt.
Mr Doorman schaut noch ein Runde besorgter. "Nein, wie kommen Sie darauf? Sie haben beim Verspeisen der 10. Tafel Schokolade plötzlich die Augen verdreht und sind vom Sofa gekippt."
Ich stöhne dankbar auf. Alles nur ein Traum. Und ich gelobe: Ich werde nie wieder so viel Schokolade am Stück essen. Nie wieder!

Die rot gefärbten Textstellen sind Zitate von Bundesratskandidat Ueli Maurer, gefunden bei Lupe.

Zur Umfrage, ob Herr Maurer Ihrer Ansicht nach Bundesrat werden soll und kann, geht es hier.

Ihre Frau Zappadong

You're the voice!



Zu näheren Informationen dieser Bloggeraktion geht es hier.

Seien Sie eine der vielen Voices of Blogistan! Tun Sie Ihre Meinung kund! Abstimmen können Sie hier.

Und ja, okay, okay, ich gebe es zu: Ich habe Mr Doorman bestochen. Er hätte den Hardliner genommen. Aber 25 Flaschen Vodka und die Androhung, Mr Doorman müsse im Falle einer Wahl Ueli Maurer doch adpotieren, haben ihn überzeugt, das Kreuz dort zu machen, wo ich es wollte. Sie aber, lieber Zappadong-Besucher, liebe Zappadong-Besucherin, sind frei, ihr Kreuzchen genau dort zu machen, wo es für Sie passt.

Ihre Frau Zappaong

Wenn wir schon von E-Gitarren sprechen ...

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Mein Gitarrenlehrer ist ein tapferer Mann. Er mutet und traut mir sogar das zu:



Ihre Frau Zappadong

Umleitung

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Mr Doorman und ich sind beschäftigt. Wir leiten Sie deshalb um. Hierhin.

Ihre Frau Zappadong

Adopt-a-Bundesrat, Teil II

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"Frau Zaaaaappppaaaaadooooong"

Oha. Ich halte drei Sekunden den Atem an (ein-und-zwanzig, ein-und-zwanzig, ein-und-zwanzig), atme sechs Sekunden lang ruhig aus (ein-und-zwanzig, ein-und-zwanzig, ein-und-zwanzig, ein-und-zwanzig, ein-und-zwanzig, ein-und-zwanzig) und rufe zurück.

"Ja?" Ich glaube und hoffe, ich klinge gefasst genug.
"DAS IST NICHT LUSTIG!", ruft Mr Doorman.
Wenn er damit das Zweierticket für die Bundesratswahl meint: Nein, das ist wahrlich nicht lustig. Das meint er aber nicht. Er sitzt vor dem Computer und zeigt auf das da.

"ähm, das sollte ja auch nicht lustig sein", erkläre ich.
"Aha."
"Aha?"
"Ja. Aha."
"Sonst noch was?" (Ich meine, ich mag den Typen, aber er hat schon so seine Mödeli)
"Ja."
Stille.
"Ja, was?"
Mr Doorman windet sich. "Ich habe ein Problem", gesteht er nach einer gefühlten Ewigkeit.
Das kann ich mir schon vorstellen, aber ich sage nichts und warte, bis er selber damit herausrückt.
"ähm ... na ja ... es ist so .... Kann man sich von einer Adoption zurückziehen?"
Ich lasse meinen Türsteher noch ein bisschen schwitzen und sage immer noch nichts.
"Weil ... nun ... ich wollte ja einen Bundesrat adoptieren."
"Und das wollen Sie jetzt nicht mehr?", frage ich.
Er schüttelt den Kopf. "Den Ueli will ich nicht."

Mit diesem Nichtwollen ist er wahrlich nicht der Einzige. Auch mir reicht Herr Maurer im Bundeshaus, im Zappadong-Gebäude möchte ich ihn eigentlich nicht unbedingt beherbergen müssen. Also helfe ich. "Haben Sie etwas unterschrieben?", will ich wissen.
"Nein ..." Mr Doorman guckt mich verlegen an. "Aber ich habe mein Wort gegeben, dass ich die Nummer zwei adoptiere."
Ich lache.
"Was ist?", fährt mich Mr Doorman an.
"Passen Sie auf", hole ich Anlauf. "Der Ueli hat vor ein paar Tagen deutlich gesagt Ich stehe nicht zur Verfügung. Und gestern hat er erklärt, Ich stehe zur Verfügung."
Es dauert ein paar Sekunden, bis die Nachricht bei Mr Doorman ankommt. Er kehrt mir wortlos den Rücken zu, greift zum Telefon und wählt eine Nummer. Wenig später höre ich ihn sagen: "Ich habe am Montag gesagt, Ich adoptiere die Nummer zwei, und heute sage ich, Ich adoptiere die Nummer zwei nicht."

Das wäre erledigt, denke ich. Ein Problem haben wir noch. Auch dieser Beitrag ist nicht besonders lustig. Wenn Sie lachen wollen, nehmen Sie doch bitte eine Prise hiervon.

"Noch was!", ruft Mr Doorman.
Jetzt bedankt er sich gleich denke ich. Denkste.
"Das war schon wieder keine eigenes Thema, Frau Zappadong!"
Ich atme drei Sekunden lang tief ein (ein-und-zwanzig, ein-und-zwanzig, ein-und-zwanzig), atme sechs Sekunden lang ruhig aus (ein-und-zwanzig, ein-und-zwanzig, ein-und-zwanzig, ein-und-zwanzig, ein-und-zwanzig, ein-und-zwanzig) packe die weisse Schoggi aus, die ich für Mara gekauft habe und beginne zu essen (Mara, wenn Sie auch was davon wollen, müssen Sie sich beeilen).

Ihre Frau Zappadong

Eigene Themen setzen, Teil II - Draussen in der ungeschützten Welt

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"... sondern eben wenigstens ab und an eigene pflänzchen setzen, um so vielleicht gar nebst dem spass am spass das eigene gewächshaus verlassen und auch noch was inputen könnten, draussen in der ungeschützten welt - ist das zuviel verlangt von bloggern?"

Das hat André in einem Kommentar zu Teil I gefragt - und damit das Thema für heute gesetzt, das zwar nicht ein exklusives eigenes Thema und schon gar nicht neu ist, aber eines, über das zu reden / schreiben sich immer lohnt.

Ich kann die Frage nur für mich beantworten, denn das Bloggen ist eine sehr individuelle Angelegenheit. Und so lasse ich Mr Doorman weitersurfen und werde für einmal so richtig ernst.

Hier in Zappadong-Hausen leben wir die Realsatire der ungeschützten Welt da draussen. D.h. nicht der ganzen Welt. Es gibt Themen, da bleibt Frau Zappadong alles im Hals stecken (zum Beispiel der Konflikt, über den andré in seinem Blog berichtet). Die fiktive Einwohnerschaft von Zappadong-Hausen hat ihre eigenen Geschichten, die geprägt sind von den Themen, welche das Tagesgeschehen und der allgemeine Zustand der Welt vorgibt. Um unserer geistigen Gesundheit Willen nehmen wir hier sehr wenig ernst und dafür einiges aufs Korn. Ein paar Themen (wie Weihnachtsfeiern mit Mr Doormans Verwandtschaft oder die Orangen-Plantagen in Sibirien) besetzen wir exklusiv, andere nehmen wir auf und spinnen sie weiter oder verspinnen sie zu etwas nicht immer Geniessbarem.

Zappadong-Hausen ist ein Ort, den man umfahren kann, wie man viele Orte umfahren kann. In Zappadong-Hausen wird weder Geschichte geschrieben noch hat Zappadong-Hausen einen Einfluss auf die Geschichte. Manchmal tankt hier einer Benzin oder eine kauft Brötchen ein oder jemand guckt durch die Drehtür (was im Moment etwas schwierig ist). Wenn wir Besuch erhalten, freut uns das, wenn niemand kommt, putzen wir den Panikraum, gucken Filme im Filmsaal, schleppen uns in den 33. Stock und stemmen ein paar Gewichte im Fitnessraum. Danach essen wir gerne Schokolade und dekorieren glücklich unseren Panikraum.

Mehr Anspruch stellen wir in Zappadong-Hausen nicht. Zugegeben, das ist nicht viel. Nun ist aber Zappadong-Hausen nur ein Blog von ganz vielen. Es gibt unzählige Blogs, die sich mit der ungeschützten Welt da draussen sehr ernsthaft auseinandersetzen - auch mit Themen, bei denen mir übel und schwindlig wird. Dort lege ich - nicht immer zum Wohl meiner geistigen Gesundheit - meine Landpomeranzen-Flappsigkeit ab und werde ernst. Aber hier, in Zappadong-Hausen, esse ich gerne Schokolade und spiele mit Mr Doorman ab und zu eine Runde Russisch Roulette.

PS: Wenn mir nach ernsthaftem Bloggen zumute ist, setze ich mich in meine Stammbeiz und setze mich und meine Schreibe der ungeschützten Welt aus.

Update (etwas später am Morgen): Einen Eindruck der Vielfalt von Blogs können Sie gewinnen, wenn Sie auf die Links der Blogroll klicken - Sie werden ein wahres Sammelsurium an Variationen finden, und das alleine auf dieser relativ kurzen Liste.

Ihre Frau Zappadong

Eigene Themen setzen!

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Ich komme einem häufig geäusserten Wunsch an Blogger nach und setze ein eigenes Thema:

Weihnachtsstern. Nicht den am Himmel, sondern den im Blumentopf. (Haben Sie bemerkt, wie liebevoll ich das Thema gesetzt habe? Falls ja: Danke.)

Da war ich doch heute Morgen auswärts eingeladen (ja, ich musste erst aus dem Loch ans Tageslicht kriechen und nein, das hat keinen Spass gemacht, und nochmals nein, Mr Doorman kam nicht mit, der suft immer noch durch die virtuelle Welt ... ich sag jetzt nicht, was er sucht, sonst bekomme ich Ärger).

Dort, wo ich hinging, musste ich nicht putzen, sondern ich durfte erzählen und Fragen beantworten, also eine wesentlich angenehmere Angelegentheit als Böden im Panikraum zu schrubben. Als Dank schenkte man mir - nebst einer angemessenen Entlöhnung, mit der ich den Schokovorrat im Panikraum auffüllen kann - den Topf auf dem Tisch. Im Topf stand ein sehr schöner Weihnachtsstern und leuchtete knallrot. Wunderschön.

Dort (ich weiss, Wortwiederholung; beschweren Sie sich anderswo), auf dem Tisch, im Topf, steht der Weihnachtsstern immer noch.

Nein, die Geschichte hat keine witzigere Pointe. Wenn Sie sich darum betrogen fühlen, besuchen Sie Bruder Bernhard. Der setzt auch eigene Themen.

Update später am Abend: Auch Mara setzt heute ein eigenes Thema und stellt ein paar spannende Fragen.

Ihre weihnachtsstern- und hirnlose (aber immerhin Themen setzende)

Frau Zappadong

Adopt-a-Bundesrat

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"Mmmmm ....", brummt Mr Doorman, der virtuell unterwegs ist statt mir beim Schrubben des Bodens zu helfen, dem man immer noch die Invasion der italienischen Gewerkschafter ansieht.
"Was mmmmmmm...?" frage ich.
"Das mit dem Adopt-a-Journalist ist irgendwie daneben gegangen."
Ich tauche die Finger in den Putzkübel. "Warum? Finden Sie keine passende Dame?"
"Das ist es nicht. Ist nicht lustig." Er seufzt, um gleich danach die Finger über die Tasten fliegen zu lassen.
Ich putze. Er surft.
Ich putze immer noch, als er ein begeistertes "Das ist es!" so laut in den Raum brüllt, dass es von den Wänden zurückhalt. ....es.....es......es.......es.......es
Mir fällt vor Schreck die Schrubbbürste aus der Hand.
"Ich adoptiere einen Bundesrat!", ruft Mr Doorman.
"Aha", sage ich.
"Ja!", sagt er.
Ich hebe die Bürste auf und tauche den Lappen in den Eimer.
"Wissen Sie", beginnt Mr Doorman.
Ich weiss nicht. Aber putzen kann ich. Also winde ich den Lappen aus, drappiere ihn um die Bürste und schrubbe weiter.
"Jetzt wählen wir ja dann vielleicht den Zweitbesten zum Bundesrat."
"Wir?", frage ich und erinnere Mr Doorman an seine Nationalität - und daran, dass keiner von uns beiden im Parlament sitzt und deshalb gar nicht wählen kann. Nicht den Bundesrat.
Er wedelt den Einwand locker weg.
"Es sagen ja alle, dass sie den Fähigsten nicht wollen", fährt er unbeirrt fort. "Also bekommen wir nur den Zweitbesten. Das sagt auch Monsieur Mörgeli."
"Und? Den wollen Sie adoptieren?"
"Den Mörgeli? Nein."
"Den Bundesrat." Ich rolle mit den Augen, was Mr Doorman zum Glück entgeht.
"Ja", bekräftigt er.
"Warum?"
"Weil er mir leid tut. Stellen Sie sich vor, Sie werden in so ein Amt gewählt und alle wissen, dass sie nur der Zweitbeste sind. Da müssen Sie einfach Komplexe entwickeln."
Da hat Mr Doorman nun tatsächlich recht.
"Und Sie denken, Sie können dem Zweitbesten helfen, indem Sie ihn adoptieren?"
Mr Doorman nickt eifrig. "Zwei Wochen unter meinen Fittichen und er weiss, er ist der Beste."
Das hat was. Aber lustig ist das nicht.

Gutes tun

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Das ist gar nicht so einfach, hier im Panikraum, ungefähr 20 Meter unter der Erde.
Eigentlich wollten Mr Doorman und ich einfach nur gemütlich zusammensitzen, Schokolade essen und darüber plaudern, was so passiert ist die letzten Wochen. Aber dann haben wir blöderweise virtuell bei ugugu vorbeigeschaut (unterirdischer Internetanschluss sei Dank), und der hat uns an den Advent und die damit verbundenen Pflichten erinnert.

Zum Glück hat ugugu auch gleich einen wunderbaren Vorschlag gemacht. Und deshalb wollen wir jetzt einen Journalisten adoptieren. Leider geraten wir uns schon beim Grundsätzlichen in die Haare: Ich hätte gerne einen jungen, knackigen, verwegen aussehenden Typen, der nicht allzuschrottige Headlines fabriziert; Mr Doorman stellt sich eher etwas Blondes, Langbeiniges vor, das vor allem gut aussieht, gut riecht und gut kochen kann.

Mal sehen.

Nur falls Sie sich fragen ...

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Ja, Mr Doorman und ich haben es geschafft. Gerade noch rechtzeitig. Wir sind hier:

Grüsse aus dem Panikraum

Frau Zappadong

10 Millionen Viren, Teil II

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"Das lasse ich mir nicht bieten", brummte Mr Doorman, als er vom Plumsklo zurückkehrte.
"Es tut mir ja leid, ich weiss, ich hätte das Gebäude nicht versenken sollen", antwortete ich niedergeschlagen. Ich wollte meinen Türsteher nicht schon wieder verlieren, bevor ich ihn richtig zurück hatte.
"Es ist nicht wegen Ihnen, Frau Zappadong." Mr Doorman setzte sich zu mir ans Feuer und seufzte. "Es ist die Zeitung. Der Titel der Virengeschichte ist wirklich be.... nicht gut."
"Da haben Sie allerdings recht. Nur, was wollen Sie dagegen tun?"

Darüber musste Mr Doorman eine Weile nachdenken. Dann erklärte er: "Ich schreibe denen einen Brief." Er brütete einen Moment vor sich hin und fuhr fort: "Oder noch besser, ich schreibe einen Kommentar. Dieses neumodische Zeugs bei den Bildschirmzeitungen."
"Tun Sie das", sagte ich.
"Wenn ich wüsste, wie das geht ...."
"Kein Problem." Ich führt Mr Doorman in mein Zelt und schaltete das Maschinchen ein. Kurze Zeit später waren wir - Wunder moderner Technik - mit der Zeitung elektronisch verbunden.

Mr Doorman suchte den Weg zur Kommentarfunktion und blieb an folgendem Satz hängen:

Ab sofort wird Newsnetz keine Kommentare mit Phantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen veröffentlichen. Bitte haben Sie Verständnis für diese Massnahme.

"ähm, was ist das?", fragte Mr Doorman.
"Neu", erklärte ich. "Das ist neu. Damit Sie sich nicht als Mickey Mouse oder Barack Obama anmelden."
"Aha. " Es klang wie eine Frage.
"Ich zeige es Ihnen", bot ich meinem Türsteher an und klickte uns in die Kommentarspalten.

Hier ist, was wir (unter anderem) fanden:

no credit to take over
Guns Roses
Eben Geschieden
Kinder Leiden

Mr Doorman kratzte sich am Kopf. "Denken Sie, die heissen wirklich so?", fragte er.
"Nein", antwortete ich. "Ich denke, die haben sich alle am redaktionellen Kontrollposten vorbeigeschlichen."
"Aber dann ... dann machen die Bestimmungen ja gar keinen Sinn."
Ich widersprach nicht, sondern fragte: "Und jetzt, wie werden Sie sich anmelden?"
"Das werden Sie gleich sehen." Mr Doorman grinste. Ich guckte ihm über die Schulter und sah:

Vorname: Plums
Nachname: Klo

Herzliche Grüsse - Und vergessen Sie nicht: Immer schön ehrlich bleiben beim Eingeben von Phantasienamen!

Ihre Frau Zappadong

10 Millionen Viren

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Die Freude über das Wiedersehen mit Mr Doorman wurde getrübt, als er nach einem friedlichen Abend am glimmenden Lagerfeuer aufs Stille Örtchen musste.

"Wo ist es denn?", fragte er.
Ich deutete auf ein windschiefes Holzhüttchen.
"PLUMSKLO??!!!", rief er.
"Na ja", antwortete ich, "unsere blitzblankpolierten WCs sind im Zappadong-Gebäude. Und das steckt tief im Dreck unter der Erde."
"Ja, aber ... " Mr Doorman holte Luft. "Wissen Sie wie gefährlich das ist????"
Gefährlich? Nun, etwas unangenehm ist so ein Plumsklo schon, aber gefährlich? Ich schüttelte den Kopf (muss der Einfluss des Gemeindepolizisten sein).
"Frau Zappadong!", schrie Mr Doorman. "In einem Gramm Kacke hat es 10 Millionen Viren."
Ich hielt ihm die Zeitung hin, in welcher er den Artikel gelesen hatte. Und dann sagte ich ihm, was er damit tun konnte, dort, auf dem Plumsklo.

Noch mal gut gegangen

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Also. Da sassen der Gemeindevater und ich am Feuer und assen Biowürste vom Biobauern Res. Warm hatten wir es auch, dank eines Feuers, das seinen Ursprung in einem illegalen (weil ohne Baubewilligung erstellten) Holzbiigli hatte.

Als es gerade so richtig obergemütlich wurde, näherten sich Schritte und aus dem Dunkeln trat der Gemeindepolizist.
"Hoi", sagten der Gemeindevater und ich fröhlich und boten dem guten Mann an, sich zu uns zu setzen.
"Guten Abend."
So förmlich? Oha. Da bahnte sich etwas an. Und was!

"Zappadong, ich muss dich auf den Posten mitnehmen."
"Willst du dich nicht setzen und hier mit mir sprechen? Ich habe noch irgendwo eine Biow..."
"Geht nicht, musst mitkommen."
(Hab ich schon erwähnt, dass man sich auf dem Land duzt?)
"Warum? Wegen dem Holzstapel?", wollte ich wissen.
Er schüttelte den Kopf.
"Ist es wegen des Lochs, das ich buddle?"
Wieder schüttelte ich den Kopf.
"Hat mich Svetlana angezeigt, weil sie sich ausgebeutet gefühlt hat?"
Nochmals ein Kopfschütteln.
Da fiel mir nichts mehr ein.

Es sah auch nicht nach Verhandlungsspielraum aus. Wenn einer eine Reswurst ausschlägt, dann ist die Lage ernst. Und ganz ehrlich: Ich wollte schon immer mal mit einem Streifenwagen fahren. Am liebsten mit Blaulicht, aber der Gemeindepolizist meinte, so schlimm sei es denn nun auch wieder nicht.

Eine Weile später sassen wir bei ihm im Büro. Da war es zwar auch warm, aber es brannte kein Feuer.
"Du wirst beschuldigt, an einer Verschwörung teilgenommen zu haben."
"Einer WAS?"
"Einer Verschwörung", wiederholte er.
"Weil ich ein Loch in den Boden grabe?????"
"Nein, weil du etwas unterschrieben hast."
Mein Hirn versuchte, einen Gang höher zu schalten. Unterschrieben? Was hatte ich denn unterschrieben?
"Meinst du die Schultests von Zap-padong?", fragte ich etwas ratlos.
Er schüttelte den Kopf. Schon wieder. Wenn das nur nicht zur Gewohnheit wurde. Dann öffnete er eine Schublade und hielt mir ein Blatt Papier hin.
"Ach das!", sagte ich.
"Ja, das!", sagte er. (Wenigstens schüttelte er nicht den Kopf).
"Das haben über 60'000 andere auch unterschrieben. Gehört zu unserer Schweizer Demokratie, das mit den Referenden und so."
"Aber doch nicht DAS DA!" Er tippte mit dem Zeigefinger drei Mal heftig auf das Papier.
"Warum?"
"Weil das eine Verschwörung ist. Hier." Wieder griff er in die Schublade und zog ein Beweisstück heraus.
"Himmel noch mal!", rief ich. "Jetzt ist man also eine Verschwörerin, wenn man keinen biometrischen Pass will?!?"
"Ja."
"Du findest es also in Ordnung, wenn man in seinem Pass einen Chip und Fingerabdrücke hat?", fragte ich.
Er schwieg. Aber ich sah genau, dass er den Kopf schüttelte. Nur, der arme Kerl hatte seinen Job zu tun. Und so fragte ich: "Was tun wir denn jetzt?"
"Hast du jemanden, der für dich bürgt?"
"Für mich bürgt?"
"Ja, jemanden, der bezeugt, dass du in Ordnung bist. Also keine Verschwörung planst."
"Klar doch", antwortete ich. "Dich."
"Ich zähle leider nicht."

Jemand klopfte ans Fenster. "Ich", drang es gedämpft durch die Scheibe.
Ich guckte nach draussen und mein Herz machte einen dreifachen Salto.
Vier Minuten später stand ich vor der Tür, in der kalten Nacht.
"Frau Zappadong, Sie kann man aber auch keine Minute alleine lassen!"
Ich guckte ein bisschen zerknirscht, um Mr Doorman eine Freude zu machen. Dann sagte ich: "Ich dachte, Sie sind auf Weltreise."
"War ich auch. Auf dem Weg nach Süden in Patagonien. Aber dann las ich in einer Zeitung von einer Irren, die ein 33 Stockwerke hohes Gebäude versenkt hat und das nun ausbuddeln will. Da dachte ich mir, es wäre wohl angebracht, nach Hause zu kommen."
Angebracht? Komische Wörter kennt er, der Mr Doorman. Mir soll's egal sein. Hauptsache, er ist hier.

Frau Zappdong

Konsequenz

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Während ich fleissig schaufelte (kennt jemand ein Mittel gegen Blasen an den Händen?), hat mir jemand still und leise (und anonym) ein hübsches Holzbiigeli auf den Acker gestellt.

Die Freude daran hielt genau bis zum ersten Lagerfeuer. Da sass ich, mit mir und der Welt zufrieden und hielt eine Wurscht über die Glut. Gerade als ich herzhaft hineinbeissen wollte, tauchte aus dem Dunkel einer der Gemeindeväter auf.

"Setz dich", lud ich ihn ein. "Willst du auch einen Bissen?"
Umständlich liess er sich auf einer Bierkiste nieder und scharrte dann nervös mit den Füssen im Dreck herum.
"Was ist?", fragte ich. "Die Wurst ist vom Res, dem Biobauern. Kannst also ruhig zugreifen."
"Zappadong .... ähm ...", er scharrte noch ein wenig mehr. "Es ist mir grausam peinlich, aber die da oben in St. Gallen haben irgendso einen Furz losgelassen."
"Oha. Lass mich raten. Ich darf keine Biowürste braten. Nicht in der freien Natur nach 20.00 Uhr."
"Das wäre auch ein Furz", gibt er zu. "Aber es geht um etwas anderes. Du brauchst eine Baubewilligung."
"Eine Baubewilligung? Für ein Loch zu einem versenkten Gebäude?"
Er schüttelte den Kopf. "Für dein Holzbiigli."
"Für mein .... Holzbiigli????"
Er zog ein Papier aus seiner Tasche und ich glaubte, ihn "Idioten" brummen zu hören.
Dann hielt er mir das Dingens hin:

Konsequente Einhaltung von Baubewilligungen

Ich nahm ihm das Dingens aus der Hand und warf es ins Feuer. Dann setzten wir uns hin, tranken Bier und assen Biowürste.

Ihre Frau Zappadong

Es kommt noch dicker

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Geht nicht?, denken Sie.

Ha, weit gefehlt. Der Herr UBS Verwaltungsrat, der sich gestern um das Vertrauen foutiert hat, hat heute eine Begründung nachgeliefert, die noch viel hanebüchener ist als der sonst schon irre Verkauf seiner UBS-Aktien.

Stellen Sie sich vor: Er hat ALLE seine Aktien verkauft, weil er nach dem Kollaps der US Bank Lehmann Brothers Mitte September entschieden habe "seine ganzen Aktienbestand zu verkaufen - aufgrund seiner Einschätzung des Geldmarkts." Und so einer sitzt im Verwaltungsrat einer Bank. Halt. Nicht EINER Bank. Sondern der Bank, die sich mit unseren Steuergeldern durch die Krise retten soll. Da sage ich: Gute Nacht, Schweiz (und könnte ich bitte das Geld zurück haben, dass der Staat so fürsorglich in meinem - und aller Schweizer - Namen der Bank hinterhergeworfen hat)!

Nicht um dicker, sondern um tiefer geht es nun. Nämlich um die Tiefe der Gürtellinie. Oliver Reichenstein hat sie heute noch einmal um ein paar Zentimeter (na ja, eigentlich Dezimeter) gesenkt. Er hat jetzt begonnen, Blogger zu outen. Wenn das so weitergeht, muss ich mir den Gürtel bald einmal um den Knöchel schnallen....

Ihre Frau Zappadong

Vom Regen in die Traufe

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Nicht nur, dass es auf mein Zelt schifft, ich den Schnee auf den Bergen mittlerweile gesichtet habe und mir kein Mensch Brennholz anbietet ... nein ... da tritt auch noch der oberste Militärler, Bundesrat Samuel Schmid auf Ende Jahr zurück.

Das bringt mich jetzt in eine echte Zwickmühle. Das Zelt über meinem Kopf ist nämlich ein Armeezelt, das mir jemand, den ich hier lieber nicht beim Namen nenne, organisiert hat. "Aber...", hat mir dieser Jemand erklärt, "das Zelt kannst du nur bis zum Rücktritt von Bundesrat Schmid behalten."

Nun, darin sah ich überhaupt kein Problem. Der Herr Schmid, der wird eh nicht zurücktreten, nicht vor 2011, dachte ich. Und überhaupt: Das Loch zum Zappadong-Gebäude sollte vor dem ersten grossen Schnee gegraben sein.

Jetzt liegt der Schnee zum Greifen nah, genauso nah wie das Rücktrittsdatum von Herrn Schmid.

Ich gehe jetzt Loch buddeln. Hoffentlich steht das Zelt noch, wenn ich zurück bin.

Was geht mich das Vertrauen an ...

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... hat sich wohl dieser Herr aus dem UBS Verwaltungsrat gesagt und UBS Aktien für 17,7 Millionen Franken verkauft.

... hat sich wohl auch dieser Herr gesagt und fordert, dass sich der Staat bitte nach seinen Rettungsaktionen schnellstmöglich wieder aus dem Banksektor zurückzieht.

Derweil baden andere den ganzen Schlamassel aus. Zum Beispiel (als ein Beispiel von vielen) die Mitarbeiter bei Volvo.

Und ich hocke im ungeheizten Zelt, mit nur einer Schaufel, und auf morgen ist Regen angesagt. Ich ahne Böses. Und fast geht es mir wie dem Journalistenschredder, der heute zu frustriert ist, um überhaupt was zu sagen.

PS: Verkauft jemand günstiges Brennholz?

Ja, was denn nun?

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Da wohne ich wegen eines Typen seit zwei Wochen auf einem Zeltplatz, hechle Schaufeln und Sponsoren für Luxuszelte nach - ja, überlege gar, Diktatorin zu werden ...

... und dann finde ich das da, ein nettes Textchen über nette Leute, die nette Blogs lesen. Und danach das da:

"Auch in der Blogosphäre, der Welt der Blogs, bilden sich einige bedeutende Stimmen heraus. Interessant sind Blogs dann, wenn nicht der Schreiber und sein höchstwahrscheinlich durchschnittliches Leben im Zentrum stehen, sondern Neuigkeiten und Meinungen zu einem bestimmten Thema: Wenn der Blog nicht ein Online-Tagebuch ist, sondern ein Online-Medium."*

STOP. Sage ich mir. Und lese nocheinmal dieses hier.

Dann hole ich meine Brille und lese noch einmal alle drei Texte. Ganz langsam. Nützt aber nichts. Denn ich verstehe trotzdem nichts mehr. Weil: Alle Texte hat derselbe Typ geschrieben.

Da gibt es nur noch eins zu sagen: Die Welt ist ein wirklich irrer Platz.

* Verfasst von David Bauer, der mit seinen Blogger Bashing Artikeln für ziemlichen Wirbel gesorgt hat

Neues Berufsziel: Diktatorin - Gefunden auf dem Schrottplatz der Berufe

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Heissa! Der Rückschlag von gestern ist verdaut, meinen zukünftigen Berufszielen sind keine Grenzen mehr gesetzt. Ich kann nicht nur die Betreiberin eines oberschrottigen Schweizer Superblogs werden, sondern sogar Diktatorin! DIKTATORIN. Yes I can. Nicht übel für ein Blogwürstli, gell.

Die Beweisführung finden Sie hier und hier.

Einen schönen Sonntag noch.

Ihre Frau Zappadong

Erste Rückschläge

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Da stehe ich also vor dem Geschäftsführer des Ladens, für den ich die Farbe meines Blogs zu ändern bereit bin.

"So, so. Sie wollen 15 Luxuszelte. Umsonst." Er legt die Stirn in Falten.
"Ja", sage ich selbstbewusst.
"Sind Sie denn vom Fernsehen?", will er wissen.
"Nicht ganz. Aber ich habe einen."
"Dann wenigstens von einem grossen Medienhaus?"
"Beinahe. Ich habe ein grosses Haus, das ich im Moment unterirdisch zwischenlagere."
"Kennen Sie denn jemanden, der berühmt ist?"
"Wenn das eine Grundvoraussetzung ist", lächle ich nonchalant. "Aber sicher doch."
Ich sehe, wie er erleichtert aufatmet. "Das ist nämlich wichtig, wissen Sie", erklärt er etwas verlegen.
"Aber natürlich." Ich zünde mein Lächeln und lasse es glitzern. "Und an der ersten Gala, die ich veranstalte, dürfen sie neben Hildegard Fässler sitzen. Versprochen."
"Sie meinen Hildegard Schwaninger." Nun lächelt auch mein Gegenüber und sieht dabei aus wie ein frisch in Betrieb genommener elektrischer Weihnachtsbaum.
"Nicht ganz. Hildegard Fässler." Ich wiederhole den Namen ganz langsam.
Die Lichter am Weihnachtsbaum gehen aus. "Kenne ich nicht", sagt der Mann.
Bevor ich etwas sagen kann, schleicht sich Misstrauen auf sein Gesicht. Er zieht ein Heftli aus seiner Schreibtischschublade, schlägt es auf und hält mir ein paar Bildli unter die Nase. "Das da ..." sagt er, "... das sind die Leute, von denen ich spreche." Ich gucke und kenne keinen Einzigen. Das macht mich jetzt doch etwas nervös. Es kommt noch schlimmer. Der Zeigefinger des Mannes legt sich auf das erste Bild. "Nur ein kleiner Test", sagt er. "Ich möchte einfach auf Nummer sicher gehen. Nennen Sie mir doch die Namen ..."

Ich lasse die Schaufel neben dem Schreibtisch stehen. Hake in Gedanken die Luxuszelte und Kundenkarten-Punkte für meine Zeltplatzbesucher ab und verabschiede mich.

PS: Dem Journalistenschredder wäre das nicht passiert (danke für den Steilpass, ugugu)

Auf dem Weg zum Schweizer Superblog

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Wer hätte das gedacht? Da schreibe ich ein Mal Apfel und ein Mal i.fonne und schon stürmen die Besucher meinen Zeltplatz. Schon noch cool.

Um ein noch schrottigerer Blog zu werden, muss ich jetzt nur noch ein paar gute Werbekunden finden. Wie die da zum Beispiel.

Ich würde selbstverständlich für einen solchen Werbeplatz die Farbe des Blogs wechseln. Zum Beispiel auf diese Farbe, oder diese Farbe oder sonst irgendeine.

Um die Attraktivität dieses Blögglis zu stärken, könnte ich mit zukünftigen Werbepartnern auch einen Deal aushandeln. Ich hätte da ein paar Ideen: Jedes Mal, wenn ein Besucher meinen Zeltplatz betritt, werden seinem Kundenkartenkonto ein paar Kumolus-Pünktchen, ein paar Sehrgut-Pünggtli oder ein Deziliter eines Getränks gutgeschrieben (okay, die Idee mit dem Getränk müsste noch etwas weiter ausgefeilt werden; ich will ja nicht, dass Sie in einem ungeniessbaren Blöterliwasser ersaufen).

Damit mich die Suchmaschinen auch wirklich finden, könnte ich die 200 Namen der einflussreichsten Zürcherinnen und Zürcher zu meinen Labels / Tags machen. Und - falls das wider Erwarten nicht so zieht - noch Brad Pitt und Angelina Jolie dazunehmen.

Erste Verhandlungen habe ich aufgenommen. So kaufe ich meine Schaufel zum Beispiel nur gegen Abgabe von 15 Luxuszelten, die ich an meine Blog-Besucher verlosen werde. Plus weitere 30 Gratisschaufeln.

Ich bin nämlich clever, müssen Sie wissen. Ich lasse meine Kunden das Loch zum Zappadong-Gebäude buddeln.

Qualitätstrash

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Ich suche immer noch eine Schaufel. Das mit dem Lochbuddeln könnte sich also etwas hinziehen.

Das Schlagwort des Tages (zur Erinnerung: ich schreibe hier einen schlechten Schweizer Blog):

i.fonne

Suchen Sie bitte die Qualtiät anderswo. Wo Sie finden können, verrät Ihnen der HIER.

Ihre Frau Zappdong

Schaufel kaufen und Unkultur

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Ich mache mich jetzt auf die Suche nach einer Schaufel, mit der ich ein Loch zum versenkten Zappadong-Gebäude graben kann. Bevor ich losstapfe, muss ich noch meinen Ruf als schlechte Schweizer Bloggerin festigen und etwas schreiben, was einen schlechten, irrelevanten Schweizer Blog ausmacht.

Das sei hiermit getan: Apfel.

(Das andere Mainstream-Unwort hebe ich mir für nächstes Mal auf).

Während ich mich auf Einkaufsmission begebe, können Sie - statt auf das leere Zappadong-Feld zu starren - gerne einen Besuch bei einer Kollegin abstatten, deren Blog ebenfalls nichts wert ist(und die auch noch froh darüber ist - also gemäss wichtigen Meinungsmachern wohl einen Knall in der Birne hat). Bitte HIER klicken.

Widerstand - Gopfertami!

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Es kann nie genug Blogwürstchen geben!
Es kann nie genug schlechte Schweizer Blogs geben!

Und so betritt Frau Zappadong mit wehender Mähne und der Zappadong-Widerstandsfahne das Ödland, in dem sie das Zappadong-Gebäude versenkt hat.

Was Göla kann, kann ich auch: Meine Meinung ändern.
Was er nicht kann, kann ich auch nicht: Singen. (Nun ja, er ist immer noch um Runden besser als ich.)

Viva la Revolution! Möge sie beim Kühemelken beginnen!

Ich stecke die Fahne in den Blogheimatboden und stelle erst mal ein Zelt auf (Der Sch****-Knopf ist mit dem versenkten Gebäude zusammen im Sumpf abgesoffen - muss ziemlich zügig eine Schaufel kaufen und ein Loch buddeln) und bestelle mir bei Bruder Bernhard eine Kuh. Nein, nicht zum Essen. Zum Melken. Gras genug hat es ja hier.



Frau Zappadong

Beautiful Changes

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Kürzlich bekam ich private Post von Herrn Lightbringer. Er hat es zwar nicht wörtlich geschrieben, aber ich denke, es lässt sich so zusammenfassen: "Es ist alles gesagt."

Als ich gestern das Pausenbild II wählte, wusste ich noch nicht, was es heute bedeutet ... mein Unterbewusstsein, mein gut feeling, war wie immer schneller als ich.

Heute Morgen aber, da ist alles glasklar. Und so folge ich dem Motto: "Ich bin zu alt um nicht auf mich zu hören" und versenke das Zappadong-Gebäude im Boden (mittels Knopfdruck - eine Erfindung von Herrn Lightbringer).

Mr Doorman geht auf Weltreise (nachdem er die Umzugswagen von Frau FrauvonWelt gesprengt hat), Herbert (entschuldigen Sie, Frau Rösli) gebe ich seiner Besitzerin zurück (der ich wunderbare Stunden verdanke), Svetlana hat einen Heiratsantrag von einem sackreichen Ex-Banker angenommen und hätte uns sowieso verlassen.

Den Schlüssel zum Panikraum behalte ich. Man weiss ja nie.

PS: Wenn Sie mich vermissen, können Sie mich unter meinem Alter Ego besuchen. Sie finden es in der Blogroll auf der rechten Seite.

Vielen Dank.

Ihre Frau Zappadong



Pause (II)

Bildkomposition: Zap-padong

Pause

Bild: Zap-padong

Der da !

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Da laufe ich also die Strasse entlang (man kann ja nicht den ganzen Tag im Panikraum verbringen, nicht wahr?) und mir kommt einer entgegen: Auf den Ohren zwei fette Kopfhörer, über den Ohren auf dem Schädel eine schepps aufgesetzte Mütze und auf allem drauf eine Kapuze.

Mein Vorurteilsapparat springt an, doch bevor er in die Gänge kommen kann, schnellt ein Bild auf meine geistige Leinwand. Frau Zappadong vor vielen Jahren. Gerade zurück aus England. Wild wie ein wildes Huhn. Ein cooles Outfit, eine geradezu überirdisch coole Sonnenbrille (dass ich damit nichts sehen konnte und mehr oder weniger blind wie eine Fledermaus durch die Gegend irrte, tat nichts zur Sache - ich legte das Ding nur zum Schlafen ab). Verrückt (sagte meine Mutter). Fasnacht (sagte eine Passant, den ich gar nicht kannte). Spinnerin (sagten ziemlich viele).

Ich guck den nochmals an, den da, mit den fetten Kopfhörern, der scheppsen Mütze und der Kapuze und grinse. Also, der da und ich, wir haben was gemeinsam. Yo.

Ihre Frau Zappdong

Und was machen Sie jetzt, Frau Zappadong ...

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... fragte mich heute Morgen Mr Doorman.

Wir sassen im Panikraum, unter den Sprüchen des Tages, assen Schokolade und tranken Kaffee (ich ohne, Mr Doorman mit Wodka).

"Warum?", fragte ich mit vollem Mund.

"Na, die Facts-Geschichte ist gegessen, Ihre Tageszeitung wird entweder wieder besser oder auch nicht, und die Finanzkrise wurde mittlerweile von so vielen gescheiten und weniger gescheiten Leuten kommentiert - da bleibt nicht mehr viel übrig."

Wo er recht hat, hat er recht, Mr Doorman. Und wenn dann Thinkabout auch noch in die gleiche Kerbe haut, dann ist das so was wie ein Wink mit dem Zaunpfahl.

"Wir könnten ganz gemütlich den Panikraum restaurieren, uns endlich mit Herbert anfreunden, viel Schokolade essen und an Svetlana's Deutsch arbeiten", meinte ich.

"Könnten wir", meinte mein Türsteher.

"Na, dann tun wir doch."

Er nickte. "Ich häng dann mal ein Schild an die Tür, Frau Zappadong."

"Machen Sie", antwortete ich und genehmigte mir nochmals ein Täfelchen dieser köstlichen Marzipanschokolade.

PS: Keine Angst, wir laden Sie selbstverständlich zur Sprengung von Frau FrauvonWelts Umzugswagen ein. Aber nicht heute. Und auch nicht morgen. Vielleicht übermorgen.

Ihre Frau Zappdong

Epilog zur Facts Saga und ein köstlicher Blogtipp des Tages

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Bevor wir Facts Facts sein lassen, präsentieren wir Ihnen noch den Epilog von Bruder Bernhard.

Und weil es so schön zum Thema passt, hier noch der Blogtipp des Tages:

Bigbrother links to Partnerwinner.ch

Viel Lesespass (möge er Ihnen nicht im Hals stecken bleiben) und eine schöne Woche wünscht

Frau Zappadong

Teil vier der Bruder Bernhard Facts Saga ...

...
finden Sie hier: Facts zeigt Kunden den Mittelfinger.

Ihre Frau Zappadong

Blogtipp der Woche

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Kürzlich, beim Bloglesen beim Journalistenschredder ugugu gefunden:

Einen gewissen Herrn ü. Ich mag seine Schreibe. So sehr, dass ich sie zum Blogtipp der Woche mache.

Geschichten vom Herrn ü.

Ihre Frau Zappadong

Beten Sie - Was auch immer das bedeuten soll oder Zappadong ab heute mit neuer Rubrik

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Nach dem brillianten Schlussatz, den Philipp Löpfe kürzlich ans Ende eines Artikels gesetzt hat ("Beten Sie"), hat heute Online-Redaktor Hubert Moser zugeschlagen. Er beendet einen Artikel über umstrittene Boni im Allgemeinen und übern Herrn Peter Wuffli (ex UBS) im Besonderen mit:

"Die Stiftung will sich für die Betroffenen von globaler Veränderungsprozesse einsetzen - was auch immer das bedeutet."

Man kann Herrn Wuffli kritisch gegenüberstehen, aber so ein Schlussatz disqualifiziert nur einen einzigen: Den Herrn Online-Redaktor! Das ist unterste Schublade und ich frage mich, wo gewisse Leute ihr Handwerk lernen ...

Wie auch immer: Mr Doorman hat Freude an solchen Sätzen. Er druckt sie x-fach vergrössert aus und tapeziert damit den Panikraum. Womit wir bei der neuen Rubrik sind. Ich nenne sie: Sprüche für den Panikraum. Schliesslich will man ja trotz Panik ab und an lachen, nicht wahr?

PS: Ich verlinke die Zitate nicht mehr (der Online-Tagi hat das, glaube ich, nicht so gerne), gebe aber selbstverständlich - wie es sich gehört - die Quelle bekannt:

Online-Tagesanzeiger: Umstrittene UBS-Boni: FDP bittet Freunde der Partei zur Kasse, von Hubert Mooser

Ihre Frau Zappdong

Heute: Teil drei der unsäglichen Saga ...

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... um das Jammerspiel bei Facts.

Es ist so jämmerlich, dass ich es unkommentiert lasse. Mr Doorman hat aber die Erlaubins, mein Tages Anzeiger Abo zusammen mit Frau FrauvonWelts Umzugswagen in die Luft zu jagen.

Ihre Frau Zappadong

Vertrauensverlust oder Die Zahlen des Tages

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32

So viel Mal schnüffelte die Facts Redaktion in persönlichen Nachrichten ihrer User. Die Zahl ist nicht von mir; sie wurde von Facts bekannt ... ähm ... zugegeben, nachdem Bruder Bernhard eine wasserdichte Beweisführung vorgelegt hat.

So, so, genau 32 Mal hat man also private Post von Usern geöffent (auf einer Newsplattform, wohlverstanden, nicht in einem Forum für angehende Terroristen). Aber echt. Nur 32 Mal bei 17'000 PNs (Persönlichen Nachrichten). Ist doch nicht so schlimm, oder? Ist nur jedes 531. Posting. Kein Grund zur Sorge. Die Chance, dass Ihre Privatsphäre verletzt wird, liegt bei 0.18 Prozent. Und Sie hätte es ohnehin nicht treffen können, Sie haben ja nichts angestellt, oder ( der böse Bruder Bernhard hat schliesslich das Bild einer Dame mit rotgeschminkten Lippen verschickt; da musste man schon nachgucken) ...

Stellen Sie sich vor, Ihr Postbote würde jeden 531. Brief öffnen und lesen. So zur Kontrolle. Könnte ja sein. Aber wirklich nur, um ganz sicher zu gehen ....

6

Milliarden Franken (wie das genau mit den anderen 58 Milliarden geht, die da ebenfalls erwähnt werden, verstehe ich nicht, aber ich habe so den leisen Verdacht, dass ich sie zu den 6 Milliarden addieren sollte) buttert der Schweizer Staat in eine Bank, der die Kunden davonseckeln (= davonrennen), weil sie nach all den Lügen, masslosen Bonibezügen, goldenen Fallschirmen, grenzenlos geschönten Zukunftsprognosen ihr Vertrauen verloren haben. Aber alles seckeln nützt nichts. Jetzt haften wir mit unseren Steuergeldern. Ja, ja, ich weiss, der Bundesrat hat versprochen, dass wir NICHT mit unseren Steuergeldern bezahlen müssen, FALLS die Krise überwunden wird, die UBS wieder Gewinne schreibt und die Zukunft wieder rosiger aussieht. WAS, WENN die Krise anhält, die Bank Verluste schreibt, Pleite geht? (Mr Doorman, wir hätten unbedingt eine Portion Sand aus der Wüste mitbringen müssen!)

Da hilft alles Schönreden nichts. Weder bei Facts noch hier:



Ihre Frau Zappadong

Beweisführung

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Behaupten kann jeder, beweisen tut Bruder Bernhard. Nämlich, dass die Facts 2.0 - Redaktion persönliche Nachrichten ihrer User liest. Zur Beweisführung geht es hier.

Ihre Frau Zappadong

Und da war da noch ...

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... die Erleuchtung. Die hatten Mr Doorman und ich schon am Wochenende, aber dann sind aktuelle Ereignisse über uns hinweggefegt, die ich nicht unkommentiert lassen wollte (Mr Doorman schon, an ihm lag's nicht).

Also: Wir sassen da in Hintertimbuktu und warteten auf die Karawane. Dummerweise versammelten sich an der Kamelhaltestation immer mehr Banker, die kein Geld mehr hatten, sich Sand kommen zu lassen, in den sie den Kopf stecken konnten - und so kamen sie halt zum Sand, wenn er schon nicht zu ihnen kam. Einige von ihnen sahen echt gebeutelt aus und konnten - nachdem sie den letzten Pfennig für die Anreise ausgegeben hatten - nicht einmal eine der vielen Colaflaschen kaufen, die uns wohlmeinende (und geschäftstüchtige) Wüstensöhne leicht (aber wirklich nur leicht) überteuert verkaufen wollten.

Mr Doorman guckte mich an und sagte: "Mit denen gehe ich nicht in die Wüste." Damit meinte er nicht die Wüstensöhne, auch nicht die Kamele (die sahen nett aus), sondern die Banker, die das Geld, das er sich mit den Orangenplantagen verdient hatte, mit strukturierten Lehman Produkten in einem grossen Nichts versenkt hatten.

Das verstand ich. Sehr gut sogar. So stiegen wir in den Helikopter. Ohne Sand und ohne Palmenhain. (Das tut mir wirklich leid, Frau Rösli!).

Zuhause angekommen, hatte Mr Doorman seine Erleuchtung, nämlich genau in dem Moment, als er sich die Resultate unserer bisher einzigen Umfrage ansah (siehe Blogroll rechts). Er eilte von dannen. Ich nehme an, um einen Haufen pyrotechnischer Spielereien zu besorgen (Achtung, vielleicht chlepft es bald einmal ziemlich heftig).

Ich schnappte mir Herrn Zappadong und wir fuhren in die Berge. Und hier, genau hier, hatte ich meine Erleuchtung:


Frau Zappadong entschied sich in Tinzong, in die Berge zu ziehen. Ganz weit nach hinten. Dort, wo man gerade noch knapp einen Schrebergarten anlegen kann (weiter hinten wär's dann zu kalt).
Wenn Sie ein Haus in Bivio oder Sur zu verkaufen haben, melden Sie sich bitte bei mir.
PS: Herr Zappadong zieht mit. Mr Doorman habe ich noch nicht gefragt. Kommt ganz darauf an, wie gross die zukünftige Behausung sein wird.
Frau Zappadong

Weil wir gerade gestern davon gesprochen haben ...

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"Verständnis für dieses Verhalten zeigte gestern ein Blogger auf dem Newsportal Ticinoonline. Das sei schon ein heikles Problem, und die Behörden müssten sich um die Privatsphäre dieser Personen kümmern. «Was soll das?», antworteten mehrere andere User. Wer ins Bordell gehe und womöglich seine Frau betrüge, habe nichts Besseres verdient."

Quelle: Printausgabe Tages Anzeiger / Onlineausgabe Tages Anzeiger.

Knapp 2700 Zeichen widmet die "seriöse" Tageszeitung dem Thema Herzinfarkte in Tessiner Bordells.

Wie sagte Herr Wälty so schön in einem Interview? "Wir werden daher niemals in Versuchung geraten, einen „Tages-Anzeiger“ zu trivialisieren."

Dem gibt es - leider - nichts hinzuzufügen.

Facts 2.0 für den BIG BROTHER AWARD nominiert

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Vielleicht gibt es ja doch so etwas wie eine ausgleichende Gerechtigkeit.

Was heute Morgen hier nachzulesen war, verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch die Blogs und zieht seine Kreise:

Facts 2.0 ist für den Big Brother award nominiert.

Die Begründung: Facts 2.0 liest Mails ihrer Mitglieder.

Das hat man davon, wenn man die Nase in die Post anderer Leute hält! Recht so.

Ihre Frau Zappadong

Wenn einem das Lachen im Hals stecken bleibt

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Die folgenden Zitate stammen aus einem Interview, das ich via Medienlese auf persönlich.com gefunden habe. Befragt wird Newsnetz-Chef Peter Wälty, das Interview geführt hat Christian Lüscher.

Der kursiv gedruckte Text stammt aus dem Interview, die Zwischenrufe von mir.

Frage: Welche Themen werden auf dem Newsnetz besonders gelesen?

"Der Tagi-Leser unterscheidet sich fundamental vom Leser auf "20min Online."

AHA! Da bin ich - als Tagi-Leserin aber froh!

"Wir werden daher niemals in Versuchung geraten, einen „Tages-Anzeiger“ zu trivialisieren."

Ach ja? Da würde ich gerne lachen, aber es bleibt mir im Hals stecken. Vielleicht sollte ich auch einfach beten und mir einreden, dass ich eine Lesebrille mit Spamfilter brauche.

"Wenn wir Geschichten aus den Niederungen Hollywoods bringen, wird das ignoriert. Die User verweigern sich geradezu von Gossip-Inhalten."

Okay, die Erkenntnis wäre also da. Aber ...

"Wir bringen diese nur der Vollständigkeit halber. "

Ich muss zum Doc. Checken, ob mein Denkapparat irgendwie schief gewickelt ist, sich zu einem Knoten verheddert hat oder langsam löchrig wird. Anders kann ich mir nicht erklären, dass hier etwas für mich nicht aufgeht.

"Das Layout ist ein Markenzeichen, das bei den Usern sehr gut ankommt."

Dann bin ich kein User, sondern eine Ausserirdische. Mir flimmert es nämlich vor lauter nervöser Werbung gewaltig vor den Augen. In der aktuellen Rundumwerbung greifen zum Beispiel gerade ganz viele, ganz flinke Händchen nach mir und wollen mir eine Kreditkarte in die Hand drücken. Und ab und zu poppt ganzseitige Werbung auf - wenn ich die weggklicke, klicke ich die ganze Seite weg - auch die News.

Aber eben: Hauptsache, die Klicks stimmen.

Ihre Frau Zappadong

Perspektivenwechsel






Nicht beten! Rebellion starten! Heute!

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Tochter Zap-padong und ich waren einkaufen. Im Einkaufstempel. Beide sind wir nach einer Stunde nudelfertig und bereit für die Weltrevolution wieder aus diesem Konsumtempel gekrochen.

Und nach dieser Stunde, nach Diskussionen über den Börsencrash, das TV-Programm, der neusten Lektüre bei ugugu, dem Lesen von andrés Kommentar (siehe weiter unten), rufen Tochter Zap und ich: Rebellieren Sie!

Lieber andré, ich erlaube mir, als kleinen Start zur Rebellion Ihren Kommentar etwas prominenter zu platzieren. Nämlich hier:

... ja und, dann lasst sie halt lächeln - vordergründig. sie ahnen ja nicht, als wie ätzend die chefetagen e-mails und anrufe empfinden; ein bisschen spass muss ja bei soviel kultur-pessimissmus auch noch herrschen gell.ach' übrigens: beim tagi, sf, blick, nzz sind sie alle mail-mässig mit vorname.name@sf.tv resp; x.y.@tages-anzeiger.ch usw. erreichbar -- sie freuen sich auf post, garantiert :)

Naiv? So what? Immer noch besser als alles schlucken.

PS: Haben Sie Ihre Kundenkarten schon weggeworfen?

Ihre (ziemlich übel gelaunte)

Frau Zappadong

Beten Sie oder Wenn der Journalismus den Bach runter geht

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"Beten Sie."

Mit diesen Worten beendete Philipp Loepfe am letzten Freitag seinen Artikel im Online-Tagesanzeiger über den Crash an den Börsen.

"Beten Sie."

Da verfallen also hochbezahlte Experten in die totale Panik (eigentlich werden sie ja dafür bezahlt, einen kühlen, besonnen Kopf zu bewahren), rennen wie kopflose Hühner im Gemüse herum, weil es einmal nicht so läuft, wie sie es sich ausgedacht haben, und einem Journalisten einer seriösen (?) Tageszeitung fällt nichts Besseres ein als ein "Beten Sie."

Das habe ich sonst im Tages Anzeiger noch nie gelesen. Weder in Berichten über verhungernde Kinder, noch in Berichten aus Kriegsgebieten, noch bei Naturkatastrophen ... Kein Elend war bis jetzt gross genug, um einen Journalisten zu einem "Beten Sie" hinreissen zu lassen. Aber Geld und allgemeine Hysterie schaffen so was.

Da werden sie nervös, die Monopoly-Spieler, die das Geld anderer Leute verjubelt haben, und der vermeintlich seriöse Journalist auf der Suche nach dem bestmöglichen Knalleffekt.

Ich glaube, es ist Zeit für eine Denkpause.

Sehr Kluges zum Thema "vom Seriös- zum Boulevardjournalismus" gibt es bei Medienlese.

Ihre Frau Zappadong

Erleuchtung

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Doch, ja, tatsächlich, ich hatte eine Erleuchtung. Allerdings weder in der Wüste noch auf einem Kamel. Aber davon muss ich Ihnen ein anderes Mal berichten, denn während ich erleuchtet wurde, flatterte mir eine Mail in den virtuellen Briefkasten - und die ist so wichtig, dass sie noch vor meiner Erleuchtung kommt.

Sabine Imhof hat einen neuen Gedichtband veröffentlicht!

Sabine Imhof ist eine umwerfend gute, mehr noch, geniale Lyrikerin und Geschichtenerzählerin. Ihre Worte ritzen die Haut, die Seele. Ihre Texte nicht zu lesen, bedeutet, etwas zu verpassen. Deshalb: In den nächsten Buchladen sprinten, das Buch bestellen und LESEN! U.N.B.E.D.I.N.G.T. !!!! Ich werde das tun. Morgen.

Und von meiner Erleuchtung erzähle ich Ihnen irgendwann im Verlaufe der Woche. Vielleicht wird daraus ja auch nichts. Ugugu meint nämlich, ich sollte mir einen Schrebergarten zulegen.

PS: Danke Frau Rösli, dass wenigstens Sie ein Auge auf das Gebäude halten.

Ihre Frau Zappadong

Hinter Hintertimbuktu und der neue Blogtipp der Woche

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Mr Doorman und ich haben uns einer Karawane angeschlossen und werden in wenigen Minuten bis Stunden bis Tagen (hier ticken die Uhren etwas anders) auf diesen schaukelnden Viechern mit zwei Höckern in die Wüste hinter Hintertimbuktu entschwinden. Er (Mr Doorman), um die Worte von Frau DiVa zu vergessen, ich (Frau Zappadong), um dem Leben im Allgemeinen und der frühzeitigen Weihnachtsdekoration im Besonderen für eine Weile zu entkommen. Ausserdem erhoffen wir uns beide irgendeine Art Erleuchtung (was für eine, wissen wir noch nicht).

Bevor wir diese Wüstenschiffe besteigen und die Segel setzen (oder so ähnlich), noch der Blogtipp der Woche:

Hanspeter von der Bodenständigen Choscht scheint eine kleinere (grössere?) Krise überwunden zu haben und nach "alter Blog zu, neuer Blog auf, alter Blog wieder auf, neuer Blog wieder zu" seinen Heimathafen (wieder)gefunden zu haben. In BodeständiX schreibt der alte Haudegen wie eh und je und - wie mir scheint - kompromissloser als je zuvor über Themen, die ihn beschäftigen. Schön, dass du in solcher Frische zurück bist, Hanspeter.

Postkarte aus Hintertimbuktu

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Liebe Frau Rösli

Schlechte Nachrichten.

Die Palmenhaine samt Kokosnussgeschossen sind alle weg. Wie uns Einheimische berichten, wurden sie in Grossraumflugzeugen in die ganze Welt transportiert. Abnehmer sind verärgerte Sparer, Kleinanleger und Steuerzahler.

Der Sand ist wegen der hohen Nachfrage durch in Panik geratene Börsenhaie und Bankmanager so teuer geworden, dass wir beschlossen haben, unseren Kopf in einen Eimer Wasser zu tauchen, wenn wir wieder zu Hause sind. Vorerst machen wir hier aber noch ein wenig Ferien. Denn: Es gibt auch gute Nachrichten - Die Wüste ist noch nicht weihnachtlich dekoriert und es ist auch sonst recht ruhig und friedlich hier.

Herzliche Grüsse

Frau Zappadong und Mr Doorman

Im Bügelzimmer, Teil 2

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"Sie können nicht ewig hier drin bleiben, Frau Zappadong", sagte Mr Doorman.

Ich wusste, wovon er sprach: Kühlschrank leer, weit und breit kein Herr Lightbringer, der einkaufen gehen könnte (Herr Lightbringer? Leben Sie noch? Brauchen Sie einen Bautrupp, der Sie unter dem Arbeitsberg hervorzieht? Suchhunde für das Ende des Tunnels?). Zudem hat Mutter Zappadong heute Geburtstag ... und da wollte ich noch was Schönes einkaufen gehen.

Weil die pragmatische Redewendung Das Leben geht weiter nun einmal gilt, verliess ich das Bügelzimmer, setzte mich in den Wagen, fuhr zum Einkaufszentrum. Dort, wo ich das Geschenk für Mutter Zappadong kaufen wollte, waren ein paar nette Damen damit beschäftigt, die Weihnachtsartikel aufzustellen. Ich guckte auf das Datum meiner Uhr. Mutter Zappadong hat doch im Oktober Geburtstag! Bin ich aus Versehen im November gelandet? Bin ich nicht. Es ist der 7. Oktober und ich könnte - wenn ich wollte - Weihnachtsschmuck kaufen. Ich will aber nicht.

Ich habe dann doch noch ein Geschenk gefunden, bin einkaufen gegangen und jetzt sitze ich wieder im Bügelzimmer und versuche, den Gedanken von Weihnachten im Oktober zu verdrängen. Eigentlich wäre es im Panikraum schöner, aber die italienischen Gewerkschafter haben ihren Sieg so heftig gefeiert, dass wir erst einmal den Bautrupp brauchen, den ich Herrn Lightbringer weiter oben angeboten habe.

Vielleicht sollte ich Mr Doorman doch bitten, mir den Sand zu holen, damit ich meinen Kopf reinstecken kann.

Im Bügelzimmer

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Mr Doorman und ich sitzen auf dem abgewetzten Sofa und starren auf das unbenutzte Bügelbrett.

"Sie sehen beschissen aus, Frau Zappadong", meint er.

"So fühle ich mich auch."

"Ich kann sofort losfliegen und Ihnen jede Menge Sand und für Frau Rösli einen kokosnussbeladenen Palmenhain holen. Wenn Sie wollen, rede ich mit Svetlana, damit sie den Panikraum aufräumt und putzt. Und ich rufe Piotr an, meinen Cousin, der etwas von Raumdekoration versteht - die Ur-Grosstante seiner Frau hat für die Zarenfamilie gearbeitet. Er ..."

Ich lege meine Hand auf seinen Arm. Er versteht und unterbricht seinen Redefluss.

"Mir wäre lieber, Sie würden einfach ein wenig neben mir sitzen bleiben", sage ich.

Er nickt. "Es ist der Tod, nicht wahr?"

"Ja."

Ich weiss, dass Mr Doorman einiges über den Tod weiss, und fürchte mich davor, dass er etwas sagt, das ich gar nicht hören will. Tut er aber nicht. Er sitzt einfach neben mir und schweigt.

Und gerade als ich denke, dass am Tod sogar die Hoffnung zerbricht und die Liebe zerschellt, nimmt mich dieser Hühne in den Arm und flüstert russische Wörter, die ich nicht verstehe, aber sie klingen nach Liebe und Hoffnung.

Schweigeminute

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für Irene




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It's all about money ...

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... halt eben auch bei denen, die von sich sagen, dass sie für das Volk sprechen und das Volk und seine Interessen (und nichts anderes) vertreten. Aber selbst bei unserer einzig wahren und echten Volkspartei geht es letztendlich um den schnöden Mammon, um das leidige Money, Money, Money, den Zaster, den Chlütter, den Stutz, die Kohle.

Jetzt, wo die Unterstützung für Christoph Blocher bröckelt und man ihn nicht einfach zum Bundesratskandidaten durchgewunken hat, erinnert man die Aufmüpfigen nicht etwa an ihre Aufgabe als Volksvertreter, sondern an den aus dem Volksmund oft gehörten Spruch "Wer zahlt, befiehlt." Wie viel dieser Spruch mit dem viel zitierten Volkswillen zu tun hat, wäre erst noch herauszufinden.

"Mehrere Parlamentarier bestätigen gegenüber der Zeitung «Sonntag», Nationalrat Theophil Pfister habe ihnen gegenüber betont, es stünden zehn bis zwölf Millionen Franken auf dem Spiel."

"Auch Toni Bortoluzzi spielte die Drohkarte Finanzen aus. Er hielt Parlamentariern Einzahlungsscheine vor die Nase und sagte: «Jetzt könnt ihr selber zahlen.» "

Zitate Online-Tagesanzeiger

Ihre Frau Zappadong

Zettel an der Tür des Bügelzimmers - Blogtipp der Woche

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Gespräche mit Mr Doorman laufen noch (Gut Ding will Weile haben).

Zitat des Tages: "Jedes Kind soll seinen Vater in Militäruniform sehen" (SVP zur Schweizer Armee)

Blogtipp der Woche: Bruder Bernhard (Seefahrer und Tierweltheftlikäufer)

PS: Es sieht nicht schlecht aus für Ihren Palmenhain, Frau Rösli.

Frau Zappadong

Wer an seiner Qualität gemessen werden will ...

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"Was mich persoenlich interessiert, ist nach wie vor die Qualitaet der Kommentare, nicht die Zahl." (O.R. auf Facts)

... sollte sie vielleicht auch liefern:

"Community-Management ist eine diffizile Angelegenheit, aber das sprengt nun alles bislang da gewesene. Ich habe mich nun mehr als zwei Tage zurückgehalten. Gehofft, irgendwann würde jemand den Delete-Button finden. Und kann es immer noch nicht glauben, dass dieser Kommentar nach wie vor so auf FACTS 2.O zu finden ist." (Der Journalistenschredder ugugu über Qualitätsmängel auf eben diesem Facts).

Lang lebe die Qualität!

Ihre Frau Zappadong

Lesen, unbedingt lesen!

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Ich kenne keinen einzigen ihrer Songs. Ich weiss, dass sie total angesagt ist. Man sagt, sie sei etwas ganz Besonderes. So viele Vorschusslorbeeren machen mich misstrauisch.

Und dann das! Diese Frau hat mir heute Morgen ein paar der allerbesten Leseminuten seit langem geschenkt. Wenn sie so singt, wie sie Interviews gibt, kann es nur gut kommen.

Zum Interview geht es hier.

Beeindruckt

Ihre Frau Zappadong