RSS Feed

Orangenplantagen in Sibirien

.
"Frau Zappadong, haben Sie auch so eine Dingsda?"

Da Mr Doorman gerade die Drehtür ölt (wo ist eigentlich Mr Lightbringer?), ist es schwer abzuschätzen, von welchen Dingsdas er gerade spricht. Eine Ölspritzpistole? Die neuste It-Bag (DAS neuste It-Bag?)? Eine eigene Chesna mit eingebautem Himmelbett?

"Ich meine", murmelt Mr Doorman, "so eine Stiftung?"

"Eine Stiftung?", frage ich.

Er dreht sich zu mir um und ich muss sagen, der verschmierte Ölfleck auf seiner Wange steht ihm irgendwie. "Ja. In Liechtenstein. Sie wissen schon."

Ich weiss schon. Trotzdem habe ich keine. "Wie kommen Sie darauf?"

"Na, die Russen in St. Moritz. Die hatten alle welche. Mindestens jene, die ich gekannt habe. Ausser Mr P. natürlich."

"Natürlich", wiederhole ich wie ein Papagei.

"Und?" Mr Doorman fährt mit der Hand über seine Wange. "Habe ich Öl im Gesicht?", fragt er.

Ich nicke. "Aber nicht so viel, wie sie brauchen, um eine Stiftung in Liechtenstein ins Leben zu rufen."

"Öl?", fragt er verwirrt. "Ich denke, es braucht Geld."

"Wenn Sie ganz viel Öl haben und das verkaufen, dann können Sie sich eine Stiftung leisten."

"Verstehe." Mr Doorman streift diskret die ölverschmierte Hand am Mantel einer eintretenden Besucherin ab. Vielleicht irre ich mich, aber ich glaube, er blinzelt mir dabei verschwörerisch zu. Dann legt er den Kopf schief. "Sie haben kein Öl, Frau Zappadong."

"Richtig. Und auch sonst nicht genügend Kleingeld."

"Also keine Stiftung."

"Nein."

"Dann wird bei uns die Steuerfahnung nicht aufkreuzen?" Mr Doorman guckt fast ein bisschen enttäuscht.

"Nun, falls Sie Ihr Einkommen aus Ihrem Skilehrerleben nicht ..."

Mr Doorman legt den Zeigefinger auf den Mund. "Pssssst", flüstert er und schaut sich um. "Das habe ich Onkel Vladimir mitgegeben. Er wird es in eine Orangenplantage in Sibirien investieren und uns reich machen."

Ich sage nichts (was würden Sie denn sagen?).

"Und dann werde ich mir auch so eine Stiftung zulegen", fährt Mr Doorman mit kindlicher Freude fort.

"Obwohl ..." Weiter komme ich nicht. Mir Doorman unterbricht mich mit einem ungeduldigen Handwedeln.

"Tante Petrova arbeitet für xnklksdfe (Anmerkung von Frau Zappadong: Wenn Sie nichts verstanden haben ... ich habe auch nicht). Wenn da einer auftaucht und eine CD mit Daten verkaufen will, sagt Sie es dklafjö (Anmerkung von Frau Zappdong: Schon wieder nichts verstanden) und der adfjdkjfdjf (Anmerkung von Frau Zappadong: Na ja, diesen Teil habe ich verstanden, aber seien Sie mir bitte nicht böse, wenn ich den aus Sicherheitsgründen für mich behalte)."

2 Kommentare:

Anonymous said...

Sehr geehrte Frau Zappadong,

nun haben Sie also ihren Mr. Doorman wieder zurück. Und mit den Ölen der Drehtür wird auch endlich etwas unternommen gegen den Zerfall des Zappadong-Gebäudes, der wohl nicht aufzuhalten ist, wenn ihr Hausmeister Mr. Lightbringer weiterhin flüchtig ist. Haben Sie schon eine Idee, wie sie ihn zur Strecke bringen wollen? Noch so einen lebensgefährlichen Steilhangsturz planen Sie doch hoffentlich nicht?

Was mich zu dem Punkt bringt, dass über einen möglichen Katastrophenplan im Zappadonggebäude viel zu wenig nachgedacht wird. Oder haben Sie an der Lautsprecheranlage ein Bändchen parat, auf dem, je nach Situation, das passende Sprüchlein abgespult werden könnte?

Als Anregung dienlich wäre eventuell folgender Link:
Ups, das klappt nicht recht. Vielleicht finden Sie es auch so: "Süddeutsche Zeitung", gaaaaaanz runter scrollen, bis sie unter "Reise" bei "Kaptän Crash und seine Crew" landen. Mit leichten Abwandlungen dürfte der ein oder andere Spruch durchaus auch im Zappadong-Gebäude nützlich sein.

Hochachtungsvoll

Ihr

Rösli von Deralp

Zappadong said...

Liebes Frau Rösli

Ich kann nur hoffen, dass Mr Lightbringer nicht im Netz der Steuerfahnder gelandet ist.

Katastrophenplan? Wozu auch? Wir haben den Panikraum, das Archiv ganz unten im Kellergeschoss und diesen Wahnsinnsknopf, mit dem man das Gebäude bodeneben in den Grund fahren kann.

Und gegen den Hunger bei einer allfälligen Katastrophe helfen Ihre Lamas und Geissen. Im Notfall fressen wir dann noch den Adler. Und heizen tun wir mit dem Alphorn, das verstaubt in der Ecke steht.

Wenn Sie mit diesem Szenario Ihre liebe Mühe haben, vergleichen Sie es mit jenem des Zivilschutzes und Sie werden auf der Stelle begeistert sein.

Herzliche Grüsse

Ihre Frau Zappadong