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Frau Zappadong steigt ins Musikgeschäft ein

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Vorneweg 1: Keine Angst, ich werde nicht singen.

Vorneweg 2: Lieber Frederik, wir widmen uns heute der Kultur. Obwohl es dabei ums Musikgeschäft geht, werden keine nackten Busen vorkommen. Ich verspreche es Ihnen.

Bevor ich mich mit Mr Doorman auf den Weg nach Sibirien machte, diskutierte ich in meiner E-Gitarren-Stunde mit meinem absolut genialen Lehrer Dennis Mungo die Bedingungen im Musikgeschäft. Um das länger dauernde Gespräch auf einen kurzen Nenner zu bringen: Diese Bedingungen sind beschissen.

Wir sprachen unter anderem darüber, dass Musiker heute kaum mehr zu CD-Verträgen kommen und deshalb ihre Songs selber irgendwie aufnehmen müssen. Dabei nannte mir Dennis eine Summe, die mich beinahe aus den Schuhen kippen liess.

Der Zufall wollte es, dass ich mich - angeregt von Frederik - wieder einmal den wirklich wichtigen Dingen des Lebens widmete und dabei im Kulturmanagementblog von Christian Henner-Fehr auf folgenden Eintrag stiess: Fans finanzieren ihre Band.:

"Die holländische Gruppe So What hat dieses Problem seit vier Tagen nicht mehr, denn sie konnte auf SellaBand 5.000 sogenannte “believers” finden, die in die Band je 10$ investiert haben. Mit den 50.000$ wird nun eine professionelle Studioaufnahme der besten Songs der Gruppe finanziert. Die “believers” erhalten nicht nur eine Limited Edition der CD, sondern partizipieren außerdem an etwaigen Einnahmen der Band."

Das geniale Prinzip von SellaBand überzeugte mich sofort: "Gemeinsam ist man stark." Was eine Band allein nicht schafft, schaffen viele Leute gemeinsam. Mit 10 Dollar ist man dabei. Man wird ein "Believer" und unterstützt Bands, die man gut findet.

Und so kam es, dass ich mit ein paar Klicks ins Musikgeschäft einstieg, Believerin wurde und - als Patriotin - mein erstes Geld in eine Schweizer Künstlerin investierte. Wenn Sie auf das Banner da unten klicken, können Sie drei Kostproben hören:



So reich wie Mr Doorman mit seinen Melonen werde ich damit nicht. Aber wenn die von mir unterstützte Künstlerin die 50'000 Dollar Hürde schafft, bekomme ich ihre CD gratis. Ist doch auch was.

4 Kommentare:

Frederik Weitz said...

Ich spiele ja auch Klavier; und immer wenn ich Klavier spiele, klopft meine Nachbarin von oben auf den Boden. Das mit dem Takthalten klappt zwar bei ihr noch nicht, und so ganz nuanciert ist sie noch nicht in ihren Ausdrucksmitteln (vielleicht sollte ich ihr mal was anderes als einen Besen hochbringen), aber irgendwie ist das doch auch eine Band, oder?
Würdest du uns vielleicht sponsorn?

Christian said...

So bin auch ich zum Believer bzw. Investor geworden. Ich muss aber gestehen, ich bin nicht so patriotisch.

Aber das Modell hat was, finde ich.

Alex Lightbringer said...

Frau Zappadong, sie nehmen langsam Züge eines internationalen Konzerns an. Musik-, Nahrungs-, Literatur- und Gentechnik-Industrie können Sie schon anbieten. Was kommt als Nächstes?

Gruß Alex L.

Zappadong said...

Ich könnte Ihnen Fussball aus nächster Nähe anbieten, Herr Lightbringer. Die Public Viewing Zone zur Euro08 ist nur wenige Meter von meinem Geschäft entfernt. Und bekanntermassen ist ja Fussball heute sehr grosses Business. Dass die UEFA ein Schweinegeld kassiert in der Schweiz und dafür fast weniger Steuern bezahlt als ein einfacher Arbeiter (na ja, das ist leicht übertrieben, aber nur leicht), ist leicht ärgerlich. Und dass sie immer mehr diktiert, wer was wo essen und trinken kann/darf/muss, ist auch leicht ärgerlich. Aber ehrlich gesagt, reicht es, wenn ich mich ärgere. Ich überlasse also diesen Geschäftszweig gerne anderen Leuten. Zum Beispiel denen vom Eurospuk (link auf der rechten Seite des Blogs in der Linkliste).

Frau Zappadong