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Das Leben als solches ist risikobehaftet

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Da sterben im Juli 2007 sechs Soldaten, weil sie trotz Warnungen von erfahrenen Bergführern in einen an jenem Tag hochgefährlichen Lawinenhang einsteigen. Da kommen im Juni 2008 fünf Soldaten ums Leben, weil sie eine Wildwasserfahrt unternehmen, die kein einziger Riverrafting-Anbieter in sein Programm aufnehmen würde, weil diese Stelle des Flusses als viel zu gefährlich gilt.

Und dann sagt Armeechef Roland Nef in einem Interview auf die Frage, ob die Armee ihren Kommandanten zu viel Freiraum gäbe:

"Nein. Bei jeder Übung geht man ein Risiko ein. Das Leben als solches ist risikobehaftet."

Wenn man in der Schweiz einkauft, hört man des öfteren "Darf's es bizzeli mee sii?" (Darf es ein bisschen mehr sein?). Das scheint in Bezug auf das Risiko ganz besonders für die Armee zu gelten. Und wenn es dann schief geht, muss das Schicksal als Ausrede herhalten.

Heute ist Trauerfeier.

Da wirken Worte wie die von Armeechef Roland Nef mehr als zynisch.

Frau Zappadong

1 Kommentare:

Thinkabout said...

Es gibt Momente, da würde man am besten gar nichts sagen - und vor allem gibt es auch Räume, Gefässe, Umgebungen, Medien, in denen jedes Wort unpassend wird.
Aber die Armee ist nun mal ein öffentliches Thema, und so werden auch hier Stellungnahmen verlangt. Frühzeitig, um nicht zu sagen, ins Blaue hinaus unter noch dünner Faktenlage, und nach allen Seiten Recht zu tun ist dabei eh nicht, denn der Tod ist ein Verlust, dem kein Wort gewachsen ist.

Ja, ich gebe Dir Recht. Natürlich. Mehr will ich hier für den Moment nicht sagen. Denn was da mehr gesagt werden könnte, müsste Betroffenen von Auge zu Auge im Gespräch allenfalls helfen oder erklären können. Eben, unter den richtigen Umständen und in einer Atmosphäre des Respekts vor Person und Leid.