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Windmühlen wie Kartenhäuser

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Vorauszuschicken ist:
Windmühlen = Lokale UBS Public Viewing Arena für die Euro 08, mit erwarteten 5000 Leuten pro Spiel, keinem Verkehrskonzept und herzlich wenig bis gar keine Informationen im Voraus vom OK-Team, das alles genau vor Frau Zappadongs Haustür.

"Ich bin wieder da", sagte Mr Doorman und sah furchtbar enttäuscht aus.

Ich suchte nach Kampfspuren, aber da waren keine. Weder Kratzer im Gesicht, noch eine blutig geschlagene Nase. Keine lädierten Handknöchel, die von einem beherzten Faustkampf gezeugt hätten, ja, nicht einmal ein zerrissenes Wams.

"Was ist denn passiert?", fragte ich. "Oder anders gefragt: Was ist denn NICHT passiert."

"Die Windmühlen sind futsch."

"Wie, Sie haben alle niedergemäht ohne einen Kratzer abzubekommen?"

Ein tiefer Seufzer entrang sich Mr Doormans Brust.
"Nein."
Noch ein Seufzer.
"Sind von selbst zusammengefallen wie Kartenhäuser. Keine Windmühlen, keine Krieger, keine Kämpfer ... keine Menschenseele."

"Keine Menschenseele?"

"Zählen die sechs Leutchen vom Fussballclub-Festzelt, der Soft-Ice Verkäufer und der Typ vom griechischen Giros-Stand, die sich vor der Windmühle in Stellung gebracht und Einnahmen in schwindelnden Höhen erhofft haben?"

"Nicht wirklich. Sagen Sie jetzt nicht, Sie hätten sich an denen abreagiert."

"Nein." In Mr Doormans Gesichtszüge schlich sich unendliches Mitleid. "Die sind vor mir in die Knie gefallen und haben darum gebettelt, mir eine Wurst und ein Bier verkaufen zu dürfen."

Der Artikel zur Geschichte: Host City oder Ghost City (Klagenfurt ist auch anderswo, z. B. in Zappadong-Landen)

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