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Hardcore-offlinen

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Da sassen wir also schweigend nebeneinander, Mr Doorman und ich.

Irgendwann hatte ich das Gefühl, etwas sagen zu müssen.

"Tut mir leid, das mit Ihren Tschuttern", sagte ich.
"Danke", murmelte Mr Doorman und wischte sich diskret eine Träne aus dem linken Auge.

Dann schwiegen wir wieder.

"Frau Zappadong ...", begann Mr Doorman. Den Rest des Satzes liess er unausgesprochen zwischen uns hängen.

"Ja?", fragte ich nach einer Weile.

"Sie sind sich schon bewusst, dass Sie zu viel Zeit in der virtuellen Welt verbringen."

Abgesehen davon, dass ich mich fragte, woher Mr Doorman das Wort virtuell kennt, war an der Frage nichts Seltsames. Darüber hatte ich auch schon nachgedacht. Ehrlich gesagt, ziemlich genau in dem Moment, in dem Mr Doorman seine Frage stellte.

"Kennen Sie ugugu?", fragte ich?

"Wie kommen Sie von Ihrer Internetsucht auf ugugu? Und was ist das, kann man das essen?"

"Besser nicht", antwortete ich. "Ich weiss zwar nicht, wer sich hinter ugugu verbirgt, aber da ugugu schreiben kann und einen Blog führt, gehe ich davon aus, dass man es (ugugu) weder essen kann noch essen sollte. Jemand könnte es (ugugu) vermissen."

"Aha", sagte Mr Doorman und ich merkte genau, dass da überhaupt nichts war mit Aha.

"Das ist so", erklärte ich. "Ugugu hat vor einer Weile erklärt, es (ugugu) ginge jetzt hardcore-offlinen. Und genau das will ich jetzt auch tun."

Mr Doorman sagte nichts. Da bestand wohl Erklärungsbedarf.

"Hardcore-offlinen ist das Kappen von der virtuellen Welt", erklärte ich also. "Man schaltet sein Modem aus und schaltet es nicht mehr ein, auch wenn man die Fingernägel bis zuhinterst abgeknabbert hat und sich gleich ans Abkauen der Zehennägel macht."

"Aha", meinte Mr Doorman wieder. "Sie meinen, ich muss mir das vorstellen wie das Durchtrennen einer Nabelschnur."

Das hatte was. Also sagte ich: "Richtig."

"Oha!", entfuhr es Mr Doorman. Dann schwieg er ganz lange. Und noch etwas länger. Dann fragte er: "Kann ich meinen Jahresurlaub einziehen?"

Ich verstand ihn. Sehr gut sogar. Was sollte er auch mit einer Hardcore-Offlinerin auf Entzug?

"Okay", willigte ich ein.

Liebe Zappadong-Besucher, Sie dürfen gerne hierbleiben. Ich bin sicher, Mr Lightbringer hat eine endlose lange Liste an Dingen, die er erledigen sollte. Sie dürfen ihm dabei gerne helfen.

Falls Sie einen Experten fragen wollen, wie sich Hardcore-offlinen anfühlt und ob eine Chance besteht, mich geistig einigermassen gesund wiederzusehen, wenden Sie sich bitte an ugugu - es hat fertig hardcore-geofflinet und ist wieder da - und grüssen es (ugugu) bei dieser Gelegenheit von mir.

Ich wünsche Ihnen allen eine gute Zeit, vor allem ugugu ... bis bald.

Frau Zappadong

2 Kommentare:

Alex Lightbringer said...

Das ist ja mal ein starkes Stück. Sie verabschieden sich einfach so, ohne irgend jemanden vorzuwarnen. Und um dem ganzen die Krone aufzusetzen, geben Sie Mr. D. auch noch frei? Und wer soll jetzt die ganze Arbeit machen? HALT! Sagen Sie nichts. Ich will die Antwort gar nicht wissen.

Noch dazu hat Mr. D. Svetlana auch mitgenommen, so dass ich jetzt ganz allein hier herumsitze.

Wem erzähl ich das eigentlich? Sie können mich ja nicht mehr lesen!

Ein verlassener
Alex L.

Ugugu said...

*rotanlauf* als ob ich das mit dem hardcore-offlinen wirklich handlen könnte. obwohl, demnächst stehen einige hardcor-offline tage auf dem programm. reisen, man muss reisen...