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Was Waschmaschinen und Facts 2.0 gemeinsam haben

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Im Zappadong-Gebäude steht eine nagelneue Waschmaschine. Wie es dazu kam, ist unwichtig (falls Sie es trotzdem wissen wollen, klicken Sie hier). Das Dingens hat einen Bordcomputer wie ein Space Shuttle, was für Sie wahrscheinlich ziemlich uninteressant, für diesen Eintrag jedoch von zentraler Bedeutung ist.

Als ich kürzlich schmutzige Wäsche in dieses neumodische Maschinchen lud, stutzte ich. Diesen Schnörkel (siehe Bild, roter Pfeil) kenne ich doch.


Der Schnörkel steht für den Schleudergang. Sie wissen schon: Das ist jenes Prozedere im Waschvorgang, an dem die Wäsche einem Höllenritt ähnlich durch die Maschine gewirbelt wird. Genau diesen Schnörkel haben sich die Facts 2.0 Macher (nein, KEIN Link hier) für jene User erkoren, die sie im hohen Bogen aus der Newsplattform werfen resp. schleudern. Den meisten dieser (Ex-)User geht es wie meiner Wäsche: Sie wissen nicht, was Ihnen geschieht und landen ziemlich groggy irgendwo in einem Auffangbecken ausserhalb der Maschine resp. Online-Plattform.

Das hat dann für die zurückbleibenden User einen etwas verwirrenden Effekt: Sie könnten sich in eine Waschküche versetzt fühlen oder sich fragen, ob sich ein Waschmaschinenfetischist auf der Newsplattform herumtreibt. Gucken Sie mal die Kommentare zu dieser Diskussion an (Achtung, es könnte Ihnen schwindlig werden). Wenn Sie geguckt haben: Nein, es ist nicht EIN User, der hinausgeschleudert wurde, es sind mehrere - das erkennt man an den Antworten auf die Beiträge. Vielleicht haben Sie Lust auf ein kleines Quiz und zählen mal, wie viele User allein aus diesem Guckthread verschwunden sind.

Irgendwie zeugt dieser Schnörkel nicht von sehr viel Respekt vor ehemaligen Mitgliedern. Vielleicht sieht man das an anderer Stelle anders. Denn, gewaschen wird bei besagter Online-Plattform sowieso gerne. Zum Beispiel ganze Threads. Ein nicht ganz sauberes, dafür umso aktuelleres Beispiel (manchmal neige ich zu leichter Untertreibung) finden Sie bei Thinkabout.

3 Kommentare:

Marianne Gautschi said...

Gab's vor dem Schleudern wenigstens einen Gang mit Weichspüler?

Anonymous said...

Liebe Zappadong

Grosses Kompliment für diese kreative Art über ein äusserst betrübliches Thema zu berichten. So könnte, wer mich unbemerkt beim Lesen beobachtet, feststellen, dass meine Gesichtsmimik unkontrolliert zwischen breitem Grinsen und wütendem Stirnrunzeln eine Bandbreite belegt, wie wenn mir eine medizinische Therapeutin zwecks Facts-Frust-Entsorgung zu Muskelentspannungsübungen geraten hätte.

Ja das Auswählen des Erkennungszeichen für die Schleudertaste als Facts Markenzeichen für zwangsentfernte Nutzer, die sich den Affront einer eigenen und damit einer nicht Facts-Leitung genehmen Sichtweise leisten, ist schon bemerkenswert.

Oder finde ich es nur so auffällig kreativ, weil nach dem Start von Facts2.0 keine Weiterentwicklung mehr zu erkennen war? War das Pulver mit dem Start verschossen? Oder hat das Auftreten unter verschiedenen Identitäten soviel geistige Anpassungskraft gekostet, dass das Projekt und die Gewinnung von Nutzern zur Nebensache verkommen ist?

Also ich will mich ja nicht als unerwünschter Ratgeber bei Facts anbieten, aber eine wissenschaftlich bewiesene Erkenntnis ist: Wer sich nicht um seine bestehenden Kunden kümmert, ihre Wünsche und Anregungen entgegen nimmt und ernsthaft prüft, begeht betriebswirtschaftliche Todsünden. Neukunden zu finden und in der Folge in loyale Kunden zu wandeln, erfordert den mehrfachen Aufwand wie bestehende loyale Kunden als stabiles Element für die Wachstumsstrategie einzuplanen. Ist nicht von mir sondern Grundwissen im Marketing.

Anzufügen ist hier noch eine andere Erkenntnis aus der Bibel für den Umgang mit Kunden. Schlechter Service, schlechte Behandlung, schlechter Ton und überhaupt die Ignoranz Kunden als Kunden wahrzunehmen, wird mit einem Faktor von elf im sozialen Umfeld erzählt .. und von diesen Personen weiter getragen. Positive Meldungen multiplizieren sich durch Hörensagen lediglich mit Faktor 5 bis 6.

Mutwillig und fahrlässig werden bei Facts2.0 immer wieder Leistungsträgen gelüschert bzw. geschleudert. Ob dies für ein Geschäftsmodell gut ist, welches wie jede Idee von der breiten Akzeptanz durch Kunden abhängig ist? Von Relax hat erhebliche Zweifel.

Zappadong said...

@ Marianne: Nein, in den meisten der Fälle, die ich kenne, wurde direkt der Schleudergang gestartet, vor allem in der letzten "Schleuderwelle" Mitte Juli.

@ von Relax: Als ebenfalls selbständig Erwerbende kann ich Ihnen nur zustimmen, wenn Sie sagen (Zitat): "Wer sich nicht um seine bestehenden Kunden kümmert, ihre Wünsche und Anregungen entgegen nimmt und ernsthaft prüft, begeht betriebswirtschaftliche Todsünden. Neukunden zu finden und in der Folge in loyale Kunden zu wandeln, erfordert den mehrfachen Aufwand wie bestehende loyale Kunden als stabiles Element für die Wachstumsstrategie einzuplanen. Ist nicht von mir sondern Grundwissen im Marketing."

Das ist TATSÄCHLICH Grundwissen. Nun kann man sich überlegen, wieso dieses Grundwissen in einem so grossen Medienkonzern ignoriert wird.

Ist es pure Arroganz (Wir sind so gross, was kümmern uns ein paar unzufriedene Kunden)?

Ist es pure Überforderung (Hilfe, wir haben tatsächlich Kunden, die selber denken //Der richtige Umgang mit Kunden ist etwas vom Allerschwierigsten //Zu wenig Personal, zu viele Aufgabenbereiche)?

Ist es fehlende Distanz (nebst aller anderen Arbeit, welche die Macher erledigen, kommentieren sie selber auch fleissig mit - zum Teil nicht nur unter ihrem Namen sondern auch unter Pseudonymen - das ist mit nicht wenigen Emotionen verbunden, die sich zum Teil dann in den Kommentaren spiegeln, manchmal auf ziemlich gehässige Art).

Ist es fehlende Professionalität (emotionale, sehr sponante Entscheide bei der letzten Ausschlusswelle)?

Ist es fehlende Kritikfähigkeit (wer emotional zu stark an ein Projekt gebunden ist, sieht selbst in sachlich vorgebrachten Argumenten schnell einmal Kritik)?

All die oben angesprochenen Punkte kenne ich als selbständig Erwerbende nur zu gut, nicht zuletzt die fehlende Distanz, die die Kritikfähigkeit einschränkt und zu emotionalen Entscheiden führen kann.

Wer ein Unternehmen führt, muss solche Mechnismen kennen, sich ihrer immer bewusst sein, sie einordnen können.

Mir scheint, hier hapert es bei Facts.