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Im Bügelzimmer, Teil 2

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"Sie können nicht ewig hier drin bleiben, Frau Zappadong", sagte Mr Doorman.

Ich wusste, wovon er sprach: Kühlschrank leer, weit und breit kein Herr Lightbringer, der einkaufen gehen könnte (Herr Lightbringer? Leben Sie noch? Brauchen Sie einen Bautrupp, der Sie unter dem Arbeitsberg hervorzieht? Suchhunde für das Ende des Tunnels?). Zudem hat Mutter Zappadong heute Geburtstag ... und da wollte ich noch was Schönes einkaufen gehen.

Weil die pragmatische Redewendung Das Leben geht weiter nun einmal gilt, verliess ich das Bügelzimmer, setzte mich in den Wagen, fuhr zum Einkaufszentrum. Dort, wo ich das Geschenk für Mutter Zappadong kaufen wollte, waren ein paar nette Damen damit beschäftigt, die Weihnachtsartikel aufzustellen. Ich guckte auf das Datum meiner Uhr. Mutter Zappadong hat doch im Oktober Geburtstag! Bin ich aus Versehen im November gelandet? Bin ich nicht. Es ist der 7. Oktober und ich könnte - wenn ich wollte - Weihnachtsschmuck kaufen. Ich will aber nicht.

Ich habe dann doch noch ein Geschenk gefunden, bin einkaufen gegangen und jetzt sitze ich wieder im Bügelzimmer und versuche, den Gedanken von Weihnachten im Oktober zu verdrängen. Eigentlich wäre es im Panikraum schöner, aber die italienischen Gewerkschafter haben ihren Sieg so heftig gefeiert, dass wir erst einmal den Bautrupp brauchen, den ich Herrn Lightbringer weiter oben angeboten habe.

Vielleicht sollte ich Mr Doorman doch bitten, mir den Sand zu holen, damit ich meinen Kopf reinstecken kann.

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