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Im Bügelzimmer

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Mr Doorman und ich sitzen auf dem abgewetzten Sofa und starren auf das unbenutzte Bügelbrett.

"Sie sehen beschissen aus, Frau Zappadong", meint er.

"So fühle ich mich auch."

"Ich kann sofort losfliegen und Ihnen jede Menge Sand und für Frau Rösli einen kokosnussbeladenen Palmenhain holen. Wenn Sie wollen, rede ich mit Svetlana, damit sie den Panikraum aufräumt und putzt. Und ich rufe Piotr an, meinen Cousin, der etwas von Raumdekoration versteht - die Ur-Grosstante seiner Frau hat für die Zarenfamilie gearbeitet. Er ..."

Ich lege meine Hand auf seinen Arm. Er versteht und unterbricht seinen Redefluss.

"Mir wäre lieber, Sie würden einfach ein wenig neben mir sitzen bleiben", sage ich.

Er nickt. "Es ist der Tod, nicht wahr?"

"Ja."

Ich weiss, dass Mr Doorman einiges über den Tod weiss, und fürchte mich davor, dass er etwas sagt, das ich gar nicht hören will. Tut er aber nicht. Er sitzt einfach neben mir und schweigt.

Und gerade als ich denke, dass am Tod sogar die Hoffnung zerbricht und die Liebe zerschellt, nimmt mich dieser Hühne in den Arm und flüstert russische Wörter, die ich nicht verstehe, aber sie klingen nach Liebe und Hoffnung.

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