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Adopt-a-Bundesrat, Teil II

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"Frau Zaaaaappppaaaaadooooong"

Oha. Ich halte drei Sekunden den Atem an (ein-und-zwanzig, ein-und-zwanzig, ein-und-zwanzig), atme sechs Sekunden lang ruhig aus (ein-und-zwanzig, ein-und-zwanzig, ein-und-zwanzig, ein-und-zwanzig, ein-und-zwanzig, ein-und-zwanzig) und rufe zurück.

"Ja?" Ich glaube und hoffe, ich klinge gefasst genug.
"DAS IST NICHT LUSTIG!", ruft Mr Doorman.
Wenn er damit das Zweierticket für die Bundesratswahl meint: Nein, das ist wahrlich nicht lustig. Das meint er aber nicht. Er sitzt vor dem Computer und zeigt auf das da.

"ähm, das sollte ja auch nicht lustig sein", erkläre ich.
"Aha."
"Aha?"
"Ja. Aha."
"Sonst noch was?" (Ich meine, ich mag den Typen, aber er hat schon so seine Mödeli)
"Ja."
Stille.
"Ja, was?"
Mr Doorman windet sich. "Ich habe ein Problem", gesteht er nach einer gefühlten Ewigkeit.
Das kann ich mir schon vorstellen, aber ich sage nichts und warte, bis er selber damit herausrückt.
"ähm ... na ja ... es ist so .... Kann man sich von einer Adoption zurückziehen?"
Ich lasse meinen Türsteher noch ein bisschen schwitzen und sage immer noch nichts.
"Weil ... nun ... ich wollte ja einen Bundesrat adoptieren."
"Und das wollen Sie jetzt nicht mehr?", frage ich.
Er schüttelt den Kopf. "Den Ueli will ich nicht."

Mit diesem Nichtwollen ist er wahrlich nicht der Einzige. Auch mir reicht Herr Maurer im Bundeshaus, im Zappadong-Gebäude möchte ich ihn eigentlich nicht unbedingt beherbergen müssen. Also helfe ich. "Haben Sie etwas unterschrieben?", will ich wissen.
"Nein ..." Mr Doorman guckt mich verlegen an. "Aber ich habe mein Wort gegeben, dass ich die Nummer zwei adoptiere."
Ich lache.
"Was ist?", fährt mich Mr Doorman an.
"Passen Sie auf", hole ich Anlauf. "Der Ueli hat vor ein paar Tagen deutlich gesagt Ich stehe nicht zur Verfügung. Und gestern hat er erklärt, Ich stehe zur Verfügung."
Es dauert ein paar Sekunden, bis die Nachricht bei Mr Doorman ankommt. Er kehrt mir wortlos den Rücken zu, greift zum Telefon und wählt eine Nummer. Wenig später höre ich ihn sagen: "Ich habe am Montag gesagt, Ich adoptiere die Nummer zwei, und heute sage ich, Ich adoptiere die Nummer zwei nicht."

Das wäre erledigt, denke ich. Ein Problem haben wir noch. Auch dieser Beitrag ist nicht besonders lustig. Wenn Sie lachen wollen, nehmen Sie doch bitte eine Prise hiervon.

"Noch was!", ruft Mr Doorman.
Jetzt bedankt er sich gleich denke ich. Denkste.
"Das war schon wieder keine eigenes Thema, Frau Zappadong!"
Ich atme drei Sekunden lang tief ein (ein-und-zwanzig, ein-und-zwanzig, ein-und-zwanzig), atme sechs Sekunden lang ruhig aus (ein-und-zwanzig, ein-und-zwanzig, ein-und-zwanzig, ein-und-zwanzig, ein-und-zwanzig, ein-und-zwanzig) packe die weisse Schoggi aus, die ich für Mara gekauft habe und beginne zu essen (Mara, wenn Sie auch was davon wollen, müssen Sie sich beeilen).

Ihre Frau Zappadong

1 Kommentare:

andré said...

@Mr. Doorman:
sie scheinen ein netter typ zu sein; und offenbar auch mit sowas wie leichtem einfluss auf frau zappadong - na, dann will ich ihnen doch glatt gratulieren. zumal die kopierte kopie der adoption offensichtlich eher ein rohrkrepiererli war, jetzt, da sich weder ueli der knecht noch journi der prügelknabe einfach so einmitten lassen. und: nicht locker lassen, gell mister doorman