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Eigene Themen setzen!

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Ich komme einem häufig geäusserten Wunsch an Blogger nach und setze ein eigenes Thema:

Weihnachtsstern. Nicht den am Himmel, sondern den im Blumentopf. (Haben Sie bemerkt, wie liebevoll ich das Thema gesetzt habe? Falls ja: Danke.)

Da war ich doch heute Morgen auswärts eingeladen (ja, ich musste erst aus dem Loch ans Tageslicht kriechen und nein, das hat keinen Spass gemacht, und nochmals nein, Mr Doorman kam nicht mit, der suft immer noch durch die virtuelle Welt ... ich sag jetzt nicht, was er sucht, sonst bekomme ich Ärger).

Dort, wo ich hinging, musste ich nicht putzen, sondern ich durfte erzählen und Fragen beantworten, also eine wesentlich angenehmere Angelegentheit als Böden im Panikraum zu schrubben. Als Dank schenkte man mir - nebst einer angemessenen Entlöhnung, mit der ich den Schokovorrat im Panikraum auffüllen kann - den Topf auf dem Tisch. Im Topf stand ein sehr schöner Weihnachtsstern und leuchtete knallrot. Wunderschön.

Dort (ich weiss, Wortwiederholung; beschweren Sie sich anderswo), auf dem Tisch, im Topf, steht der Weihnachtsstern immer noch.

Nein, die Geschichte hat keine witzigere Pointe. Wenn Sie sich darum betrogen fühlen, besuchen Sie Bruder Bernhard. Der setzt auch eigene Themen.

Update später am Abend: Auch Mara setzt heute ein eigenes Thema und stellt ein paar spannende Fragen.

Ihre weihnachtsstern- und hirnlose (aber immerhin Themen setzende)

Frau Zappadong

7 Kommentare:

flashfrog said...

Gutes Thema!
Den grössten Teil meines Schreibtisches nimmt ein Weihnachtsstern ein, der seit, Moment, es müssten dies Jahr 10 Jahre werden! - bei mir lebt. Ich sitze beim Schreiben also unter den Zweigen eines Weihnachtssternstrauches.

Leider will er nicht blühen.
Ich habe alles versucht. Ich habe ihn, wie von einer Gärtnerin empfohlen, dunkel gestellt und wieder ans Fensster getragen. Täglich. Ich habe ihm gut zugeredet. Ich habe ihm klassische Musik vergespielt. Hat alles nix genützt.
Vielleicht findet sich hier ja Weihnachtssternexperte, der mir verraten könnte, wie ich ihn zum Blühen überrede?

Matthias said...

Mir hat einmal vor langer Zeit eine Gärtnerin (meine erste Jugendliebe) einen Weihnachtstern geschenkt. Sie meinte, man müsse da sehr systematisch und nach Plan vorgehen, sonst würden die oberen Blätter (es sind nicht die Blüten!) nicht mehr rot. Normalerweise sei das den Nichtgärtnern zu aufwändig, und ohnehin sollen sie ja fleissig neue Weihnachtssterne kaufen :-).

Aber auf Wikipedia hat's tierisch umfangreiche Pflegeanleitungen, vielleicht klappt's ja damit: http://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachtsstern_(Pflanze)

flashfrog said...

Danke für den Hinweis! Ja, genau so
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Bild:E_pulcherrima3_ies.jpg&filetimestamp=20061122171233
sieht meiner aus.
Aber von den schönen roten Blättern, die die Blüte ankündigen (stimmt, das ist nicht dasselbe) keine Spur.

Vor ein paar Jahren hatte er sich mal Viecher eingefangen und ich habe ihn den Sommer über vor die Tür gestellt, damit er meine restlichen Zimmerpflanzen nicht ansteckt. Bevor der Frost kam (das Ungeziefer hatte sich inzwischen verflogen) habe ich ihn wieder reingeholt. Und er hat aus lauter Dankbarkeit im Februar tatsächlich ein paar Blüten bekommen. Nicht so viele wie professionell bestrahlte Sterne, aber immerhin.
Er war zwar eher ein Fastnachtsstern, aber auf den Charakterzug der Pünktlichkeit lege ich bei Zimmerpflanzen eignetlich eh keinen so grösseren Wert.

andré said...

@zappadong:
hab mal kurz über den tellerrand geguckt - und bin auf diesen eintrag ("eigene themen setzen") gestossen; scheint ja zu gehen -- und ist erst noch weit origineller als journalisten adoptieren, die sich auch glatt noch zieren, an ihrer eigenen beerdigung spalier zu stehen -- unglaublich, nicht?

Zappadong said...

Lieber andré

Das mit dem Journalisten-Adoptieren scheint Sie tief getroffen zu haben.

Jetzt aber zum "eigene Themen setzen". Ja, ich bin schon fast ein wenig erschrocken und vor allem tief gerührt darüber, was so ein Pflänzchen alles auslösen kann.

Meins wird ja nie unter meiner Obhut gross und stark (und nichtrot) werden - ich habe es in meiner Vergesslichkeit schändlich zurückgelassen, was mich zu einer schlechten potentiellen Pflanzen-Adoptions-Mutter macht. Und wenn ich mich schon nicht für Pflanzen eigne, dann auch nicht für ... aber nein, lassen wir es.

Herzliche Grüsse

Ihre Frau Zappadong

andré said...

@zappadong:
nein, bin nicht tief getroffen, sonst wäre ich längst nicht mehr im nahen osten bloggend und journalistisch unterwegs, wo echte scharfschützen und keine grünen daumen am werk sind. -- geht mir bloss darum, dass blogs sich nicht aufs peinlich-simple schiessen auf journalisten beschränken, sondern eben wenigstens ab und an eigene pflänzchen setzen, um so vielleicht gar nebst dem spass am spass das eigene gewächshaus verlassen und auch noch was inputen könnten, draussen in der ungeschützten welt - ist das zuviel verlangt von bloggern?

Matthias said...

@andrè Mit Verlaub, aber das ist jetzt eine stark verzerrte Wahrnehmung. Von den vielen hunderttausend Beiträgen, die CH-Blogger in den letzten Jahren geschrieben haben, beschäftigen sich nur ganz wenige mit Journalisten.

Und was das 'eigene Pflänzchen setzen' angeht, darf ich das Kompliment zurückgeben: Gerade in den letzten Wochen häufen sich in den Medien wieder einmal die abschätzigen Berichte über Blogs und "anonyme Heckenschützen". Vielleicht täte es auch den Medien gut, eigene Pflänzchen zu setzen, statt immer nur das zu pflanzen, was der Nachbar wachsen lässt? Diesbezüglich hat Rainer Stadler mit seiner Medienkritik durchaus Recht: "Diese [Publikumsbedürfnisse] können die Journalisten im Tagesgeschäft allerdings nicht wirklich eruieren, weshalb die Marktbeurteilung meist darin besteht, sich an der Berichterstattung der Konkurrenz zu messen."

In der Blogosphäre ist ein ähnliches Phänomen als "Meme" bekannt und gilt als Gradmesser für die aktuelle Popularität (nicht Wichtigkeit!) eines Themas.

Aber das hilft alles nichts beim Weihnachtssternproblem, sorry.