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Erste Rückschläge

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Da stehe ich also vor dem Geschäftsführer des Ladens, für den ich die Farbe meines Blogs zu ändern bereit bin.

"So, so. Sie wollen 15 Luxuszelte. Umsonst." Er legt die Stirn in Falten.
"Ja", sage ich selbstbewusst.
"Sind Sie denn vom Fernsehen?", will er wissen.
"Nicht ganz. Aber ich habe einen."
"Dann wenigstens von einem grossen Medienhaus?"
"Beinahe. Ich habe ein grosses Haus, das ich im Moment unterirdisch zwischenlagere."
"Kennen Sie denn jemanden, der berühmt ist?"
"Wenn das eine Grundvoraussetzung ist", lächle ich nonchalant. "Aber sicher doch."
Ich sehe, wie er erleichtert aufatmet. "Das ist nämlich wichtig, wissen Sie", erklärt er etwas verlegen.
"Aber natürlich." Ich zünde mein Lächeln und lasse es glitzern. "Und an der ersten Gala, die ich veranstalte, dürfen sie neben Hildegard Fässler sitzen. Versprochen."
"Sie meinen Hildegard Schwaninger." Nun lächelt auch mein Gegenüber und sieht dabei aus wie ein frisch in Betrieb genommener elektrischer Weihnachtsbaum.
"Nicht ganz. Hildegard Fässler." Ich wiederhole den Namen ganz langsam.
Die Lichter am Weihnachtsbaum gehen aus. "Kenne ich nicht", sagt der Mann.
Bevor ich etwas sagen kann, schleicht sich Misstrauen auf sein Gesicht. Er zieht ein Heftli aus seiner Schreibtischschublade, schlägt es auf und hält mir ein paar Bildli unter die Nase. "Das da ..." sagt er, "... das sind die Leute, von denen ich spreche." Ich gucke und kenne keinen Einzigen. Das macht mich jetzt doch etwas nervös. Es kommt noch schlimmer. Der Zeigefinger des Mannes legt sich auf das erste Bild. "Nur ein kleiner Test", sagt er. "Ich möchte einfach auf Nummer sicher gehen. Nennen Sie mir doch die Namen ..."

Ich lasse die Schaufel neben dem Schreibtisch stehen. Hake in Gedanken die Luxuszelte und Kundenkarten-Punkte für meine Zeltplatzbesucher ab und verabschiede mich.

PS: Dem Journalistenschredder wäre das nicht passiert (danke für den Steilpass, ugugu)

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