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Es stinkt

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In der Zappadong-Küche stinkt es. Nicht nur ein bisschen, sondern ziemlich arg. Das ist seltsam, denn eigentlich ist Mr Doorman ein hervorragender Koch.

"Um Himmels Willen, Mr Doorman", rufe ich deshalb. "Was kochen Sie denn heute?"
"Suppe", brummt er.
"Suppe?", frage ich? "Aber ... "
"Ich weiss, es stinkt", unterbricht er mich. "Das liegt an den Zutaten."
"Aha", sage ich und gucke auf die Arbeitsfläche.

"Schmieröl?", frage ich etwas entgeistert.
"Ja. Und erst noch sackteures!", sagt Mr Doorman. "Sie haben dafür knapp 10'000 Franken hingelegt."
"Habe ich?"
"Jawoll. Ist Ihr Beitrag zur UBS Sanierung. Wird auch als Parteischmier .... ähm Parteispende verwendet. "
"Und was ist das?" Ich deute auf etwas, das wie schon sehr lange toter Fisch aussieht.
"Nennt sich Konkordanz." Mr Doorman rümpft die Nase. "Kann Ihnen aber nicht sagen, ob das jetzt ein Fisch oder ein Vogel ist."
"Und warum haben Sie davon gleich zwei Stück gekauft?"
"Weil der Verkäufer gesagt hat, so viele Teile davon stehen dem einzig wahren Schweizer Volk zu. Mindestens. Und weil Sie in Gottes Namen nun mal Schweizerin mit Wurzeln bis in die allertiefste Schweizererde sind, Frau Zappdong, musste ich halt zwei davon nehmen." Er seufzt.
Mir wird übel. "Stand auf dem Namensschild dieses Verkäufers zufällig T. Brunner?"
"Ja!" Mr Doorman guckt mich ausdruckslos an. "Und daneben stand eine Frau Hutter."

Alles klar! "Was haben Ihnen die beiden denn sonst noch so verkauft?"
"Dreck. Ganz viel Dreck. War ein Sonderangebot. Weil, linker Dreck verkaufe sich so schlecht. Man könne höchstens spielen damit, aber das sei nicht lustig."
"Und deshalb werfen Sie ihn jetzt in die Suppe, den Dreck?"
"Ja." Ein Grinsen zieht sich über sein Gesicht.
"Grinsen Sie, weil ich das dann essen muss?", frage ich absolut fassungslos.
"Nein." Das Grinsen ist nun bestimmt einen halben Meter breit. Ehrlich. So ehrlich wie die Aussagen von neuen Bundesräten ("Ich stehe nicht zur Verfügung").
"Warum dann?"
"Weil dieses Süppchen bestellt wurde. Im Haus der Freiheit fällt die Köchin aus .... und ich darf das Essen liefern."
Jetzt muss auch ich grinsen. "Dann kochen Sie mal schön weiter", sage ich. "Wenn es Ihnen nichts ausmacht, ziehe ich die Tür hinter mir zu, wenn ich rausgehe."

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