RSS Feed

Der Boden der Tatsachen

L
Lieber Herr Lightbringer

Sie haben mir kürzlich versichert, dass Svetlana unseren Mr Doorman auf den Boden der Tatsachen zurückbringen will. Entweder ist sie fahnenflüchtig geworden oder Mr Doorman weigert sich, diesen Boden (der Tatsachen) zu betreten.

Langsam vermisse ich den Kerl. Niemand, der einen missmutig-grumpelig anschaut, wenn man zur Drehtür hineinkommt. Niemand, dessen hochgezogene Augenbrauen Bände sprechen (die man gar nicht lesen möchte). Niemand, der sich über die Geissen und Lamas von Frau Rösli aufregt. Niemand, der eine Knarre zieht, um entweder Geissen oder Lamas zu erschiessen oder wahlweise auch eine Runde Russisch Roulette zu spielen. Niemand, der einen in die schiere Verzweiflung oder den Panikraum treibt (in dem sich infolge Nichtgebrauchs die Spinnenweben ausbreiten).

Ich ziehe mich hiermit für eine kurze Meditationsrunde in den Panikraum zurück und hoffe, dass es a) noch Schokolade dort hat und b) das Verfallsdatum dafür noch nicht überschritten ist.

Ihre Frau Z.

Noch ein Song ...

..
... gefunden auf dem Blog "Bodeständigi Choscht".

Diesmal (leider) ohne Untertitel. Ich denke aber nicht, dass die hier nötig sind. Wer nicht bis zum Ende durchhält, verpasst etwas. Lassen wir doch einfach die Musik sprechen:

(Bevor wir das tun: unbedingt bis zum Ende hören, oder Sie verpassen etwas - habe ich das schon gesagt?)

((Und noch etwas, der Blog "Bodeständigi Choscht" erweitert Horizonte. Gratis und franko))

((( Gruss an Hanspeter - ja, das ist der von "Bodeständigi Choscht")))

((((Jetzt aber der Song))))

(((((von Bligg - feat. ... Streichmusik Alder)))))



Ihre Frau Zappadong

Das Lied zum Sonntag

c

Der Spruch des Tages ...

...
... stammt von Mr Lightbringer: "Aber wozu denken, wenn ich bloggen kann..."

Der hat was (nun in erster Linie der Spruch aber selbstverständlich auch Mr Lightbringer).

Und dann habe ich auf Bitten von Herrn Lightbringer noch den Zungenbrechertitel geändert (der mit den unlesbaren Werbeabteilungen). Kann sein, dass ich mich auch diesmal vertippt habe. Ich habe angesichts des proppenvollen Terminkalenders diese und nächste Woche einen Antrag auf 48-Stunden-Tage gestellt, der aber - glaub ich - irgendwo in den Weiten des Cyberspace verloren gegangen ist. Und so tippe ich diese Blogeinträge im Tempo einer gehetzten Waldäffin (und fühle mich auch so).

Seien Sie kurz, aber heftig und herzlich gegrüsst.

PS: Wenn Sie Tippfehler finden, dürfen Sie sie behalten.

Ihre Frau Zappadong

Wenn Werbeabteilungen ihre Kunden informieren ...

...
... sollte man meinen, dass das professionell geschieht (wer sonst als clevere Werbestrategen sollte so etwas hinkriegen).

Nun, das dem nicht so ist, habe ich gestern erfahren (müssen). Wenn ich nicht gerade durch das Zappadong-Gebäude wusele und mit Mr Doorman im Bügelzimmer Dinge tue, von denen Sie nichts wissen möchten, bin ich Firmen-Co-Besitzerin. Nennen wir die Firma der Einfachheit halber "Zappadong GoBH" (das "o" steht für ohne).

In meiner Funktion als Firmenbesitzerin bin ich für die Werbung zuständig und in dieser Funktion hatte ich bei einem grösseren Verlagshaus der Region eine äusserst kompetente, zuverlässige, nette, sehr geschätzte Kundenberaterin. Dieser Kundenberaterin wurde am Montag gekündig und man hat sie freigesetzt. Gestern informierte mich dann das Verlagshaus.

Stellen Sie sich vor, dass diese Information zu allen Kunden der Kundenberaterin ging - also zu jenen Leuten, die gerne mit ihr gearbeitet haben:

"Gerne informieren wir Sie über eine personelle Veränderung in unserem Verlagshaus.
YZX (Name von Frau Zappadong geändert), welche die vergangenen vier Jahre als Medienberaterin bei uns tätig war, hat das Unternehmen im Januar 2008 verlassen."


Wenn es Ihnen geht wie mir, dann stösst Ihnen das "gerne" ziemlich auf. Mir ist es dermassen auf den Senkel gegangen, dass ich geantwortet habe.

"Sehr geehrter Herr Volks (Name von Frau Zappadong geändert)
Sehr geehrter Herr Blatt (Name von Frau Zappadong geändert)

Mag sein, dass Sie mich "gerne" über die personelle Veränderung in Ihrem Verlagshaus informieren. Ich habe damit mehr als nur Mühe:

Sie hätten mich auch einfach informieren können - ohne das "gerne". Indem Sie das "gerne" vorneherstellen, disqualifizieren Sie eine Person, die ich sehr schätze. Ungeachtet der Gründe, weshalb Frau YZX Ihr Verlagshaus verlassen hat (verlassen musste), würde ich ein wenig mehr Anstand und Respekt gegenüber einer Person erwarten, die ihre Arbeit mit Herzblut und stets zum Wohl von mir als Kundin gemacht hat. Ihr ein "gerne" hinterherzuschicken, hat sie nicht verdient und sagt mehr über Sie als Verlagshaus als über Frau YZX als Kundenberaterin aus - und nicht zuletzt zeigt es mir auch, wie wenig Sie mich, Ihre Kundin, kennen oder - noch schlimmer - wie wenig ernst Sie mich als Kundin nehmen.

Ich teile Ihnen hiermit mit, dass ich den Weggang von Frau YZX sehr bedaure und äusserst UNGERNE zur Kenntnis nehme. Vor allem aber stösst mir die Art auf, wie Sie mir das mitteilen.

Sie werden verstehen, dass ich auf die freundlichen Grüsse verzichte. Sie wollen mir in diesem Fall nicht über die Lippen kommen."

Ihre Frau

Zappadong

Auswandern

Henrike sah aufgrund des Niveaus der musikalischen Unterhaltung hier in Deutschland nur eine Möglichkeit für mich: auswandern.

Ein toller Vorschlag. Ich überraschte meine Frau also mit dem Ausspruch "Komm, lass uns auswandern."

Sie war diesem Vorschlag gegenüber viel weniger abneigend eingestellt, als ich eigentlich dachte. "Auswandern? Wohin denn?"

Ich holte Luft und wollte ihr gerade eine passende Antwort geben. Leider fiel mir auf Anhieb nichts geistreiches ein. Ich produzierte also ein langgezogenes "Tjaaaa..., ähhh. Keine Ahnung. Weg eben."

Diese Antwort war ihr nicht ausführlich genug, nehme ich an. Sie fragte "Warum willst du eigentlich weg?"

Jetzt saß ich in der Klemme. 'Die Musik in Deutschland ist zu schlecht' kam mir jetzt selber ziemlich bescheuert vor. Und die Frage nach dem Wohin ließ mir auch keine Ruhe. Wohin wollte ich denn auswandern, mal ernsthaft gefragt? Die Dokusoaps im Fernsehen, wie etwa "Mein neues Leben XXL", zeigen ja deutlich, dass wo anders auch nur mit Wasser gekocht wird. Und wo wir gerade beim Kochen sind: mir reichts schon, wenn ich in Deutschland kein anständiges deutsches Restaurant mehr finde. Pizzadienste schießen wie Pilze aus dem Boden. Dönerbuden an jeder Ecke. Schnellimbisse, Burgerhallen, Indisch, Koreanisch, Thailändisch, Chinesisch, Mexikanisch. Wo zum Teufel bleibt der Schweinsbraten mit Knödel, frage ich Sie!

Gehen wir die Möglichkeiten mal durch: die Familie sollte schon in der Lage sein, sich zu verständigen. Also bleiben nur deutsch- und englischsprachige Länder. Damit fallen bereits 80% des Planeten mit China, Indien, Russland, den ganzen -istans, Afrika und Südamerika durch das Raster. Österreich und Schweiz fallen ebenso weg, da kann ich ja gleich zu Hause bleiben. Dort ist die Musik auch nicht besser. Europa? Die Franzosen hassen uns Deutsche von ganzem Herzen. Spanier und Italiener sind einfach zu laut. Die Benelux-Staaten: zu flach! Osteuropa zu dunkel. Griechenland und Türkei zu heiß.

Die britischen Inseln: eher nicht. Das Wetter! Die Leute! Die Regierung! Die Gewerkschaften! Die Irländer! Die Schotten! Die Königsfamilie!

Australien? Immer auf dem Kopf stehen würde ich nicht aushalten.

Amerika - das gelobte Land? Mal sehen: 15.000 Tote pro Jahr durch Schusswaffen, Hypothekenkrise, Dollarverfall, religiöse Eiferer, Terror, Rassismus, fehlende Sozialabsicherung. Hmmm, hört sich an wie der nahe Osten. Fällt weg.

Was ist jetzt noch übrig? Eine Südseeinsel, Bora Bora etwa? Zu langweilig.

Nachdem ich diese Liste im Kopf überschlagen hatte und meine Frau immer noch mit vorwurfsvoll fragendem Blick vor mir stand, musste ich das Thema wohl ad acta legen. "Ach, ich weiß auch nicht. War nur so 'ne Idee", sagte ich etwas lahm zu ihr. "Was gibts zu Essen?"

"Nasi goreng mit Bambussprossensalat!"



Leise weinend ging ich ins Esszimmer.

Gruß Alex L.

Der Zustand meines Zustands - ein kleiner Check

L
Liebe Frau Rösli

Es ist für den Urgrossonkel mütterlicherseits ein sehr Einfaches, Ihnen einen Laptop auszuleihen, der ihm nicht gehört (ein kleiner Tipp: raten Sie mal, warum so lange keine Antwort bei Ihnen eingetroffen ist). Aber lassen wir das. Das ist nämlich noch das kleinste Problem.

Ebenfalls als eine Kleinigkeit am Rande ist Mr Doormans Einsatz als Skilehrer von jungen, russischen (und sehr gut aussehenden) Pistenhäschen abzutun - vor allem, wenn man bedenkt, dass er pro Stunde gleich viel verdient wie Mr Putin in einem Jahr.

Etwas mehr beschäftigt mich der Umstand, dass Sie sich nebst Ihren Ziegen jetzt auch noch Lamas angeschafft haben. So sehr ich diese Viecher liebe, ich weiss einfach nicht, wohin damit. Ihre Geissen können wir zur Not in der ausgedienten Kantine unterbringen. Sie liegt ebenerdig und verfügt über einen Wintergarten, den wir gerne mit Heu, Stroh oder was auch immer auslegen können. Aber die Lamas? Die können Sie nur mitbringen, wenn Sie drei Gutachten von drei verschiedenen Experten vorweisen können, die bezeugen, dass diese zwei eigenwilligen Viechersorten zu 100 Prozent kompatibel sind. Und nein, weder Toni Brunner noch Jasmin Hutter zähle ich zu den Experten. Die können wir anfragen, wenn wir agrartechnische Subventionen beantragen oder die Russpartikelfilter aus unseren Jeeps entfernen wollen (in beiden Fällen werden wir begeisterte Unterstützung bekommen).

Am meisten aber beschäftigt mich mein Zustand. Ich halte es mit Züri West, die in ihrem Song 26 Schtung oder zwe folgende Zeilen singen: U i chume nume vorbii zum tschegga i welem Zueschtand dass mi Zueschtand chönnt sii. (Und ich komme nur vorbei um zu checken in welchem Zustand mein Zustand sein könnte). So viel zu meinem Dilemma. Nun, da ich vorbeigekommen bin, kann ich ja wieder gehen.

Ihre Frau Z
(In einem Zustand; sie weiss nur nicht in welchem)

Dekadenz

Skifahren ist eine Sportart, die viel mit Hoffnung zu tun hat. Etwa der Hoffnung, dass sich zum Sonnenschein am nächsten Tag bitte auch noch zwanzig Zentimeter Neuschnee gesellen sollen; dass alle anderen Skifahrer, die die Piste blockieren, demnächst vom Noro-Virus befallen werden; dass der Anfänger, auf den ich gerade mit achtzig Sachen zurausche, nicht in die falsche Richtung abbiegt (nur in seinem Interesse!).

Meine Hoffnung, dass unsere Skifahrergruppe aus achtzehn Personen einigermaßen kompatibel in ihren Interessen sei, musste ich allerdings früh begraben. Schon am Mittag des ersten Tages meldete sich Gundula(*) bei mir zu Wort und forderte vehement den Besuch einer Apres-Ski-Einrichtung am Abend. Sie kenne da ein Lokal, das wirklich phänomenal sehenswert sei.

"Ist das so ein Lokal, wo die Skifahrer direkt von der Piste reingehen?", fragte ich mit gespielter Naivität.
"Klar. Da ist voll die Stimmung drin." Gundula glühte vor Begeisterung.
"Und da ist sicher auch Musik und Halli-Galli und Schunkeln und so?"
"Ja! Genau!" Sie fängt an, im Takt einer nur ihr bekannten Melodie hin und her zu wackeln.
"Und gibts dort auch Alkohol?"
"Na sicher! Was glaubst du denn?"
"Also soll ich mich nach sieben Stunden Skifahren total verschwitzt und fertig mit meinen nassen Klamotten und den drückenden Skischuhen noch zwei Stunden lang irgendwo hinstellen, wo ich einen Gehörschaden bekomme und mich mit ein paar völlig besoffenen Halbstarken um den einzigen Stehplatz an einer Theke prügeln muss, um Drinks zu bekommen, die ich überall anders zum halben Preis kriege?"
"Ja. Ähh, ... was?"
"Vergiss es."

Frau Lightbringer brachte mich dann so weit, dass ich mich dem Gruppenzwang beugte und dem Apres-Ski huldigte. Und was soll ich sagen? Es war noch schlimmer, als ich befürchtet hatte. Nicht nur, dass die Bude gerammelt voll und die Musik ohrenbetäubend war, sie war auch noch so verraucht, dass ich nach fünf Minuten kaum noch Luft bekam. Gundula war nicht mehr zu bändigen. Sie tanzte und jodelte zu "Zehn nackte Friseusen" durch das ganze Lokal und war voll in ihrem Element. "Du hast den schönsten Arsch der Welt" veranlasste sie dazu, das entsprechende (leicht überdimensionierte) Körperteil mit anderen Tänzern in Kontakt zu bringen.

Als dann das unglaublich tiefsinnige "Rote Pferd" mit 3000 Watt durch die Bude dröhnte, bedeutete ich meiner Frau, dass ich rausgehen und mich übergeben werde. Sie schrie und deutete etwas zurück, was ich als "Bring mir auch einen mit..." interpretierte.

Ganz ehrlich, Leute: diese Art der "Unterhaltung" ist für mich nicht geeignet.


Gruß Alex L.

(*) Name von der Redaktion nicht geändert. Wozu auch?

Angriff auf den Kulturminister

W
Während sich unsereins mit einer kleinen Handtaschenformatrebellion begnügt, fahren andere mit richtig grossem Kaliber auf. Ungeheuerliches hat sich letzten Freitagabend getan: Die Gruppe edvard.kunzt hat den Schweizer Kulturminister hinterhältig (d.h. ohne Vorwarnung) angegriffen und verführt. Dabei hat der gute Mann wills Gott genug zu tun mit dem Lesen seiner Druckfahnen.

Die Situation hat sich über das Wochenende noch verschärft. Wenn Sie zur Rettung des Kulturministers herbeieilen möchten, klicken Sie hier. (Sie können auch klicken, wenn Sie sich auf die Seite der Revolution schlagen möchten.)

Wir blicken gebannt in die ländlichen Weiten der zentralen Westschweiz - oder sind es die westlichen Weiten der Zentralschweiz? Frau Zappadongs Geografiekenntnisse lassen wieder einmal zu wünschen übrig. Aber hier geht es auch nicht um Geografie, sondern um nichts weniger als den möglichen Untergang der Schweizer Kultur (oder so).

Wissen Sie, was ich wirklich bedaure? Dass Mr Doorman immer noch in St. Moritz weilt. Er hat aber schon mal per Buschfeuer seine Heimkehr angekündigt. Womit dann nur noch Mr Lightbringer fehlen würde - und unsere Frau Rösli von Deralp.

Ihre Frau Zappadong

Rebellion im Handtaschenformat (oder noch kleiner)

Rebellio
Ich habe meine Kundenkarten am letzten Tag des Jahres 2007 weggeworfen. Glauben Sie mir, so viel Freude wie diese Woche hat einkaufen schon lange nicht mehr gemacht. Soll Cumulus und Superpunkte sammeln, wer will - ich will definitiv nicht mehr.

Ihre Frau Zappadong (Handtaschenformatrebellin)

Postkarte aus St. Moritz

Liebe Frau Zappdong

Habe Mr P. getroffen. Meine Sippe und seine Sippe haben viel Vodka getrunken, noch mehr Gläser an die Wand geworfen, einen Eimer Kaviar gefressen und Beziehungen gepflegt. Onkel Vladimir ist jetzt ein Oligarch und Svetlana hat mit dem Kofferträger von Mr P. ein Techtelmechtel. Sie werden verstehen, dass wir unter diesen Umständen noch ein wenig weiter feiern, zumal die russischen Weihnachten noch vor der Tür stehen.

PS: Wir haben Frau M. aus Deutschland beim Skilanglaufen gesichtet.
PPS: Die Feuerwerke waren nicht übel.
PPPS: Grüssen Sie Herrn Lightbringer von mir

Ihr Mr Doorman

(Anmerkung von Frau Zappadong: Ich würde Herrn Lightbringer ja gerne grüssen, aber seit wir den wunderschönen Weihnachtsbaum angezündet haben, ist er verschwunden.)

Der Artikel zur Postkarte: Mit Putin, Merkel und Kaviar ins neue Jahr