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Da kracht das Finanzgebilde zusammen ...

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... und es gibt Leute, die damit Geld verdienen.

Zitat aus dem Cash Forum (Stand März 2008): "Die Börse ist ein Haifischbecken, und ich bin der weisse Hai darin!"

Muss ein geiles Gefühl sein, eine Yacht zu kaufen mit dem Geld, das eine ganze Menge (kleiner) Leute um ihr Erspartes und ihre Arbeit gebracht hat.

Zynische Morgengrüsse

Frau Zappadong



Politgeschichten aus Zappadong-Hausen, Teil 2 - einziger Kandidat und doch nicht gewählt

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Auch die Gemeinde nordwestlich von Zappadong-Hausen scheint nicht zufrieden gewesen zu sein mit ihrem Präsidenten. Mit welchen Adjektiven er für sich geworben hat, entzieht sich meiner Kenntnisse (diese Gemeinde liegt in einem landschaftlich einmaligen Gebiet, politisch gehört sie zu jenen Gefielden, die mir - leicht untertrieben ausgedrückt - ziemlich unheimlich sind). Wie auch immer.

Bei der Wahl erhielt der amtierende Präsident und gleichzeitig einzige Bewerber um das Amt 130 Stimmen. Von 320. Und damit schaffte er das absolute Mehr nicht. Abgewählt. Die Lokalzeitung hat dafür eine entsprechende Schlagzeile auf der Frontseite: Politisches Erdbeben in W.

Dieses politische Erdbeben hat nicht nur den Gemeindepräsidenten aus dem Rathaus gefegt. Nicht viel besser ging es den bisherigen Gemeinderäten. Auch sie wurden allesamt abgewählt. Wenigstens gab es da weitere Bewerber um das Amt, und zwei davon haben die Wahlhürde sogar im ersten Durchgang geschafft. Der Rest muss in einen zweiten Wahlgang. Ob der klar nicht gewählte bisherige Präsident noch einmal antreten will, lässt er offen.

Sollte der im ersten Wahlgang Nichtgewählte zum zweiten nicht mehr antreten, müsste die Gemeinde bis zum 30. November einen neuen Kandidaten / eine neue Kandidatin finden. Vielleicht hat ja irgendjemand von Ihnen Interesse an diesem Posten. Mich müssen Sie nicht angucken.

Ihre Frau Zappadong

Politgeschichten aus Zappadong-Hausen, Teil 1 - all diese schönen Adjektive

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Die Leute südlich von Zappadong-Hausen waren nicht zufrieden mit ihrem Gemeindepräsidenten. Also bildete sich ein Bürgerforum, ging auf Kandidatensuche und wurde fündig. Cornelius Bärtsch heisst der Mann, der den bisherigen Gemeindepräsidenten herausgefordert hat. Angepriesen wurde er mit einem ganzen Blumensträusschen hübscher Adjektive:

- unternehmerisch und wirtschaftsfreundlich
- bürgernah und engagniert
- sozialkompetent und fair
- gesellschaftsorientiert und verantwortungsbewusst
- umweltbewusst

So weit. So gut. Jetzt zum weniger Guten:

Kurz nachdem sich der Kandidat offiziell als Gemeindepräsident beworben hatte, stellte sich heraus, dass er auch in seiner Wohngemeinde für dieses Amt kandidierte. Er wird sich wohl gesagt haben, dass zwei Eisen im Feuer besser sind als eines - wollte dann aber die Kandidatur in der Wohngemeinde zurückziehen, was aus rechtlichen Gründen nicht ging. Ein bisschen peinlich, aber "jo nu so dänn".

In den Leserbriefen kamen sowohl der amtierende Gemeindepräsident als auch sein Herausforderer ziemlich schlecht weg - es kristallisierte sich aber der Unterton heraus: Von zwei Übeln ist und das Unbekannte lieber / von zwei Übeln ist uns das Bekannte lieber.

Erstere Fraktion hat gewonnen. Die Gemeinde zog das unbekannte Übel dem bekannten vor. Das Bürgerforum wollte feiern ... konnte aber den Gewählten nicht erreichen, um ihm die frohe Botschaft zu übermitteln. Um ca. 20.00 Uhr meldete sich Herr Bärtsch dann doch noch. Er sei in Zürich gewesen und habe Hefte korrigiert und dann noch ein wenig Sport getrieben - und dazu habe er das Telefon ausgeschaltet.

JA! SO, genau SO, stelle ich mir einen engagierten, sozialkompetenten und verantwortungsbewussten Gemeindepräsidenten vor. Vielleicht hat er aber auch nur seine Prioritäten etwas anders gesetzt. Vom unternehmerischen Standpunkt aus mag er sich wohl gesagt haben, dass er sich erst dann einsetzt, wenn es auch etwas zu verdienen gibt (ab dem ersten Arbeitstag). Vielleicht wollte er auch einfach nur fair sein und den Verlierer nicht durch seine Anwesenheit brüskieren. Es kann aber auch sein, dass er als gesellschaftsorientierter Mensch die Gesellschaft seiner Sportlerkollegen höher einschätzte als jene seiner neuen Schäfchen. Oder er hat sich schlicht umweltbewusst verhalten und sich die Fahrt von seinem Wohnort zu seinem neuen Wirkunsort gespart (ca. 0.5 l Benzin).

Vielleicht ist es auch so, wie der Volksmund sagt: Jede Gemeinde hat den Präsidenten, den sie verdient (in diesem Zusammenhang weise ich auf die nächste Folge der Politgeschichten hin - da gibt es nämlich eine Nachbargemeinde, die gar keinen Präsidenten gewählt hat - mehr dazu demnächst im Zappadong-Theater).

Ihre Frau Zappadong

Lokalradio heutzutage ... Saftladen! Saftladen! Saftladen!

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Sie erinnern sich vielleicht. Ich höre das Pizzamusikradio aus Prinzip nicht mehr. Die Gründe können Sie hier , hier und hier nachlesen.

Plus: Mir hat kürzlich jemand, der die Werbeaufträge für das Pizzamusikradio hereinholt, ohne mit den Augen zu zwinkern zugegeben, dass es beim Programm vom Pizzamusikradio nur darum geht, die geneigte Hörerschaft von Werbeblock zu Werbeblock an den Sender zu fesseln - mit Pizzamusik, unsäglichen Telefonspielen und was sich halt sogen. Lokalradios alles so Witziges einfallen lassen.

Nur, heute waren Wahlen und in ein paar Nachbargemeinden ging es ausgesprochen hoch zu und her die letzten paar Wochen - für einmal traf der Begriff Kampfwahl mitten ins Schwarze (ach, diese herrlichen Leserbriefe in der Lokalzeitung; ich werde sie vermissen). Da wollte ich natürlich wissen, wer denn nun als Sieger aus diesen veritablen Wortschlachten hervorgegangen ist. Weil Herr Zappadong und ich in den Bergen weilten und uns nur das Autoradio zur Verfügung stand, riskierten wir die 15.00 Uhr Nachrichten des Pizzamusikradios.

Hier eine Zusammenfassung:

Der Kanton St. Gallen hat die beiden kantonalen Vorlagen angenommen (oh, die Berichterstattung funktioniert).

Zwar sind die Ergebnisse der Wahlen in der Stadt St. Gallen bekannt, aber leider, leider werden sie unter dem Deckel gehalten (was mir und Herrn Zappadong am Hintern vorbeigeht, da besagtes St. Gallen eine einstündige Bahnfahrt von uns entfernt liegt - also weit ausserhalb allem, was wir als "lokal" definieren - aber Lokalradios sind ja längst nicht mehr lokal, nicht wahr).

Die Resultate aus allen anderen Gemeinden sind bekannt (JA! JA! Und wie lauten sie?), im Gegensatz zu den Ergebnissen in der Stadt St. Gallen, die ja bis um 17.00 Uhr geheim gehalten werden .... (JA! JA! Und wie lauten Sie???)

Die Polizei hat einen Typen geschnappt, der ohne gültigen Fahrausweis unterwegs war, zu Fuss zu flüchten versuchte blablabla, ABER, die Polizei hat den erwischt und seinen Wagen beschlagnahmt blablabla ... (öhm ... und die Kampfwahlen ... sind wohl zu lokal fürs neue, grosse, glitzernde Lokalradio ...)

Ein anderer Kleinkrimineller hat .... Entschuldigung, das ist mir entfallen, wahrscheinlich, weil ich mich leicht geärgertt habe .... blablablablablaba ...

Ende der Nachrichten. Jetzt kommt wieder Pizzamusik.

Wenn es eine Steigerung des Wortes tot gäbe, würde ich jetzt schreiben: Das Lokalradio ist toter als tot. So aber muss ich auf ein anderes Fazit zurückgreifen: Saftladen! Saftladen! Saftladen!

PS: Herr Zappadong und ich sind nach Hause gefahren und haben im Internet nachgeguckt. Da, wo man heutzutage das findet, was man sucht.

PPS: In Sevelen hat der Herausforderer gewonnen. Im Wartau ist die IG Wartau heftigst in den Schulrat eingestiegen. In Buchs ist Karin Frick neue Schulratspräsidentin.

PPPS: Und in Zürich - nur leicht weiter entfernt von Zappadong-Hausen als St. Gallen - hat das Cabaret Voltaire die Abstimmung gewonnen. Herzliche Gratulationen aus der Pampa.

Ihre Frau Zappadong

Blogeintrag des Tages

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Heute gefunden bei Blogging Tom:

Was das iPhone einem Stein voraus hat.

Lesen! Unbedingt! Samt Kommentaren!

Ihre Frau Zappadong

Da fehlte doch was auf der To-be-done Liste - Blogtipp der Woche

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Schussel. Ich.

Punkt 101 der To-be-done Liste wird sofort erledigt. Auswechslung des Blogtipps der Woche (sonst muss ich das Dingens umbenamsen in Blogtipp des Monats).

Zum Blogtipp der Woche mache ich den Henusode Blog von Bugsierer, gerne auch Dr. Bugsierer genannt (der Titel wurde ihm von der CIA, ähm, äxgüsi, einer hier nicht genannt sein wollenden Online-Plattform der Schweiz verliehen), neuerdings ist er unter dem Decknamen "Schmetterlingchen" (Butterflychen) unterwegs. Fragen Sie nicht mich nach dem Warum, lesen Sie seinen Blog.

PS: Dr. Bugsierer alias Schmetterlingchen "kocht" übrigens seine Werbung selbst.

Ihre Frau Zappadong

To-be-done Liste

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1. Mr Doorman suchen (einfach, ich tippe aufs Bügelzimmer)
2. Mr Doorman selisch wieder ins Gleichgewicht bringen nach seinem Plüschsessel-Flirt-Erlebnis (sehr, sehr schwierig; ich glaube, er ist traumatisiert).
3. Neuen Sand bestellen (der alte ist nie angekommen).
4. Abstimmung auswerten (das könnte Mr Doorman etwas aufmuntern).
5. Die Gäste im Panikraum wenn nötig mit Waffengewalt aus dem Gebäude entfernen (sollen SIE Alitalia kaufen statt die ganze Schokolade zu fressen).
6. Die Bürokratie abschaffen - speziell jene im Fürstentum Liechtenstein (fragen Sie lieber nicht nach Details).
7. Svetlana eine Karriere als deutschsprachige Literatin ausreden (die soll putzen!)
8. Nach Herbert sehen, bevor er alles Sessel verspeist hat (mir kommt da gerade ein Gedanke - vielleicht isst er auch ungebetene Besucher aus dem Panikraum - Frau Rösli?)
9. Herrn Lightbringer unter seinen Arbeitsbergen ausgraben (die Glühbirne im Archiv ist kaputt).
10. Suchen Sie sich was aus (bestimmt fällt Ihnen etwas ein, das man dringend erledigen müsste - zum Beispiel die Drehtür ölen ... siehe Punkt 9).
11. - 100. Siehe Punkt 10. Sie dürfen gerne auch selber anpacken.

Wenn Sie mal eben schnell eine Fluggesellschaft kaufen möchten ...

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... Dann klicken Sie hier.

(Warnung: Nicht einmal Mr Doorman ist interessiert - und der hat immerhin in Orangenplantagen in Sibirien investiert).

Ihre Frau Zappadong

Dem Leben hinterherhecheln

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Während ich dem Leben hinterherhechle wie hinter einem Zug, der vor drei Minuten abgefahren ist, unterhalte ich Sie sehr gerne mit einem genialen Song:



Ihre Frau Zappadong

SIG Day

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Mir ist gerade ein bisschen nach Grosskotz raushängen (die Italiener im Panikraum scheinen auf mich abzufärben). Und deshalb verrate ich Ihnen, wo ich heute hingehe.

An den SIG Day von ETAS.

So, entweder habe ich Sie nun beeindruckt (Ihr Fehler) oder Sie gelangweilt (recht haben Sie!)

Kommen wir also runter auf den Teppich und dröseln das auf:

ETAS = English Teachers Association Switzerland
SIG = Special Interest Group

Da gibts Workshops ohne Ende, eine Buchausstellung und ganz viel Austausch zwischen Berufskollegen.

Ich habe mich für vielversprechende Workshops eingetragen und freue mich auf gute und (irr)witzige Gespräche.

Für Frau Rösli: Sie dürfen (ganz privat und unter Ausschluss der Öffentlichkeit) raten, welcher Workshop mich am meisten interessiert.

PS: Um Mr Doorman kann ich mich frühstens am Sonntag kümmern. Wenn also jemand anderes diesen Job übernehmen will: nur zu.

Herzlichst

Ihre Frau Zappadong

Eine kurze Nachricht an die feiernden Leutchen im Panikraum

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"Alitalia is a paradigm, a metaphor for Italy. It is bankrupt and without a lira ... If Al-Italia goes up in smoke, everything can. "

"Its directors, (how many?) are fictitious, they are lackeys, friends, relatives of politicians. Given employment. Parked in Al-Italia like in a hangar. The national Trades Unions represent themselves. They have defended the privileges (their privileges) and betrayed the employees. "

Quelle: Beppe Grillos Blog. Den ganzen Eintrag finden Sie hier.

Möge Ihnen das Feiern im Hals stecken bleiben.

Ihre Frau Zappadong

Schokolade trinken mit Frau Rösli und warten auf Nachricht von Mr Doorman

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Frau Rösli und ich haben heisse Schokolade getrunken. Falls Sie sich wundern, wie wir das so schnell geschafft haben: Auf der Alp und in Zappadong-Hausen steht man früh auf. Um auf die heisse Schokolade zurückzukommen: Die war gut. Sehr gut. Weniger gut gefielen mir Frau Röslis Gründe, warum sie unbedingt eine Palme braucht. Ich möchte deshalb gerne ihre Bestellung von einer Palme auf einen ganzen Palmenhain erhöhen, bestückt mit möglichst vielen Kokosnüssen, welche ich Frau Rösli gerne werfen helfe (unter anderem auf Füsse in polierten Schuhen - mehr möchte ich nicht sagen; es war ein Gespräch unter vier Augen).

Dummerweise ist das mit der Nachbestellung nicht so einfach. Es scheint nämlich, als sei uns Mr Doorman auf dem Weg zu Frau FrauvonWelt verloren gegangen. Ich warte noch auf Nachricht, aber wenn keine Entwarnung kommt, müssen wir uns auf das Zusammenstellen eines Suchtrupps einstellen. Und das, wo ich doch mit Hunden nicht klarkomme, aber vielleicht sind Suchhunde weniger schlimm als andere. Falls ich hier kurz abschweifen darf: Kürzlich hat sich ein tapferer Zeitgenosse in einem Leserbrief in der Lokalzeitung in ziemlich vielen, ziemlich heftigen Zeilen seinen Hass auf Hunde vom Leib geschrieben ("Ich hasse Hunde"). Ich warte auf die Antwortschreiben ...

Zu allem Elend machen mir die italienischen Gewerkschafter Sorgen (die, die den Panikraum blockieren). Die feiern seit gestern Abend wie die Blöden. Und das, obwohl der Faden gerissen ist. Aber vielleicht wissen die ja mehr als ich ....

Ihre Frau Zappadong

Palmen, Plüschsessel und Sand aus Hintertimbuktu

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Beginnen wir mit dem Sand. Den brauche ich, um meinen Kopf hineinzustecken. Ist ein bisschen arg viel los hier und so ein Ruhepäuschen in feinstem Sand hat schon immer gutgetan - Ähm, warum muss ich jetzt ausgerechnet an Herrn Samuel Schmid denken?

Nun, der Sand ist für mich. Es sei denn, Herr Schmid bezahle mir ein Heidengeld für meinen exklusiven Sand. Ich gebe mich nämlich nicht mit einer von Katzenpisse und Kinderspucke getränkten Mischung zufrieden; deshalb habe ich Mr Doorman auf Dienstreise nach Hintertimbuktu geschickt. Womit wir beim Plüschsessel und den Palmen sind:

Frau FrauvonWelt, Mr Doorman hat darauf bestanden, den Plüschsessel bei Ihnen persönlich abzuliefern; d.h. eigentlich noch lieber bei Frau little-wombat (Originalzitat Mr Doorman: "Das ist die mit den geilen Beinen.") Vielleicht könnten Sie es einrichten, dass Frau little-wombat zugegen ist, wenn Mr Doorman in ungefähr 2 Stunden, 48 Minuten und 30 Sekunden auf Ihrem Privathelikopterlandeplatz landet (Sie haben doch einen, oder etwa nicht? Sind Sie überhaupt noch da? Oder schon auf Einkaufstripp?).

Gleich nach Abliefern des Plüschsessels fliegt Mr Doorman (hoffentlich) weiter nach Hintertimbuktu, um mir meinen Sand zu holen. Und - Frau Rösli - eine Palme. Eine richtige, echte Oasenpalme. Zum Hochklettern. Während wir auf das exotische Plänzchen und meinen Sand warten: Weswegen wollen Sie denn auf die Palme klettern, Frau Rösli?

Zu meiner Rechtfertigung sei gesagt, dass nicht ich den Panikraum blockiere. Heute früh hat sich eine Gruppe italienischer Gewerkschaftsvertreter bei uns einquartiert, um den Faden aufzuspulen, an dem die Alitalia hängt - und die trauen sich nun nicht mehr raus aus Angst vor gar allen: Angestellten, Kunden und Mr Berlusconi. Deshalb - um auf den Anfang zurückzukommen - brauche ich ja den Sand.

PS: Svetlana kann schreiben? Oha. Dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sie mit einem Anwalt im Schlepptau angeschlurft kommt. Ich glaube, ich rufe Mr Doorman an und verdopple die Bestellung.

PPS: Beachten Sie bitte die Umfrage auf der rechten Seite und geben Sie Ihren Senf dazu.

Ihre Frau Zappadong

Nachdenkpause - eine etwas andere Art von Liftmusik

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Na ja, einen Lift haben wir keinen, dafür die beste Nichtliftmusik der Welt (das Originalvideo versteckt sich vor mir - aber das hier ist auch gut).



Ihre Frau Zappadong

Ansturm auf den Panikraum

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"Frau Zaaaaapppaaaaaadoooooong!"

Oha. Wenn Mr Doorman so ruft, dann eilt es. Ich lasse also eine etwas erschöpfte, eimertragende FrauvonWelt in Abseilmontur stehen (ich bin gerade dabei, ihr zu erklären, dass ich in meiner Morgeneile den Fehler gemacht habe, ihr zu sagen, das Gebäude hätte keine Treppe - natürlich hat es eine Treppe, aber KEINEN Lift - Entschuldigung, Frau von Welt, ich hoffe, solche Kommunikationsfehler passieren mir nicht mehr, jetzt muss ich aber, Mr Doorman ruft ....).

"Was ist?", keuche ich, als ich nach 23 Treppen (161 Stufen) bei Mr Doorman an der Reception stehe.

Eigentlich müsste ich nicht fragen. Vor der Drehtür drängelt sich eine Horde Männer in feinstem Zwirn. Dass eldes Gewand nicht unbedingt auch gute Manieren mit sich bringt, zeigt die Tatsache, dass alle wie die Verrückten ihre Fäuste gegen das Glas knallen.

"Ich nehme nicht an, dass das die Umzugsmänner sind, die FrauvonWelts fein säuberlich in Bananenschachteln abgepacktes Leben in unsere bescheidene Hütte tragen wollen", sage ich zu Mr Doorman.

"Nein!", antwortet er in einem Tonfall, in dem einem andere ein herzhaftes "F****" vor die Füsse spucken.

"Wissen Sie, was die wollen?", frage ich.

"Fragen Sie sie selber."

Nochmals oha. Da läuft gerade etwas ziemlich schief.

"Okay", sage ich, "pflücken Sie mir einen davon und bringen Sie ihn herein. Dann frage ich."

Mr Doorman setzt seine würdevollste Miene auf, geht durch die Drehtür, hebt einen der Anzugsexemplare am Kragen in die Höhe, trägt ihn zu mir hinein und lässt ihn mir vor die Füsse fallen.

"Was wollen Sie?", will ich von dem nach Angstschweiss riechenden Kerl wissen.

"Wir haben gehört, Sie verfügen über einen Panikraum. Wir verlangen Einlass."

Verlangen? Zum dritten Mal oha.

"Aber dieser Prolet hier", der Anzugsheini zeigt anklagend auf meinen Mr Doorman. "Dieser Prolet hier sagt, wir dürfen nicht rein."

"Aha!", sage ich. (Oha, denke ich.)

"Wie kommt dieser Wurm dazu? Hat wahrscheinlich nie was geleistet, sondern seine Hände mit rechtschaffener Arbeit schmutzig gemacht. " Sein rechter Mundwinkel zieht sich verächtlich nach oben. "Wir sind wichtig! Wir sind die Elite! Jeder von uns ist Millionen wert", schnarrt der Mann. "Allein mein letzter Bonus lag bei ..."

"Halt, verraten Sie es mir nicht", unterbreche ich ihn. "Sonst könnte es sein, dass ich auf Ihre teuren Schuhe kotze."

"Wie bitte?"

"Darf ich raten? Ihr Vorname ist Arroganz und Ihr Nachname ist Gier."

"Ähm, woher wissen Sie das? Ich glaube nicht, dass ich mich Ihnen vorgestellt habe."

"Nicht nötig", erkläre ich und drücke ihm einen Papierkorb wertloser Wertpapiere in die Hand, die der Obdachlose von gegenüber heute Morgen bei uns gegen ein gutes Frühstück getauscht hat.

"Ich weiss noch mehr", rede ich ungerührt weiter. "Sie sind Banker. Haben sich nie mit rechtschaffener Arbeit die Hände schmutzig gemacht, sondern das Geld anderer Leute in Kamikazeaktionen verschreddert."

"..." (Ich glaube, das bedeutet, dass unserem Banker die Worte fehlen)

"Managertyp, nicht wahr. Fette Prämien. Null Moral. Null Ethik." Ich zwinkere ihm zu. "Null Panikraum."

Ich winke Mr Doorman heran. "Könnten Sie den Herrn bitte wieder vor die Tür befördern?"

So, und jetzt muss ich nochmals schnell zu FrauvonWelt. Ihr das mit der vorhandenen Treppe und dem fehlenden Lift etwas genauer erklären.

Ihre Frau Zappadong

Neu im Programm: Blogtipp der Woche

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Kürzlich wars, bei ugugu. Es ging um Zeitungen, Blogger und (einmal mehr) um Qualität. Da platzte mitten in die Diskussion einer, den ich noch nicht kannte. Ein André. Und der fragte, wie wir uns denn die Zeitung der Zukunft vorstellen.

Ich schrieb ein saloppes "Hi andré" und gab meine Wunschliste für die Zeitung der Zukunft ab. Dann folgte ich dem Link und landete bei André Marty, der mir aus Nachrichtensendungen bestens bekannt ist - und den ich vor einiger Zeit in einer interessanten Talk-Show gesehen hatte.

Und ich fand etwas, das ich mir auch für die Zeitung der Zukunft (noch lieber schon die der Gegenwart) wünsche: Einblicke in eine Welt, die mir fremd ist, obwohl ich täglich in den Nachrichten über sie höre. Einen persönlichen Blickwinkel, der aber nicht auf den zur Zeit so beliebten Boulevardelementen (Tränendrüsendrückerei, Sensationsgier, Nervenkitzel, Tabubrüchen ect.) beruht, sondern angenehm unaufgeregt ist, und einen wohl gerade deswegen so sehr berührt. Analysen und Kommentare von einem, der weiss, wovon er spricht.

Und so habe ich den Blog von André Marty nicht einfach stillschweigend in die Blogroll aufgenommen, sondern eine neue Kategorie eröffnet - den Blogtipp der Woche.

Aus irgendeinem Grund liefert der Feed nicht die neusten Einträge. Also bitte den Blog direkt anklicken und dort eine Weile verweilen.

PS: Herzlich willkommen, FrauvonWelt. Wir bitten Sie, nicht die gesamte Schokolade alleine zu essen. Danke. Ansonsten mache ich Sie gerne darauf aufmerksam, dass das Gebäude 33 Stockwerke hat - und keine Treppe. Den Fitnessraum finden Sie im obersten Stockwerk.

Ihre Frau Zappadong

Dr. Bugsi at his very best - Blogeintrag des Tages

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Nachdem wir Mr Doorman neue Chips für seinen Computer gekauft haben (im Ramschwarenladen um die Ecke), habe ich ihn alleine gelassen, da ich mir sein angesäuertes Gesicht nicht wirklich antun wollte.

Ich zog mich mit einer Bohrmaschine in den Nebenraum zum französischen Kinosaal zurück, bohrte ein Loch in die Wand und nahm mir vor, unseren Neuzugang Herbert eine Weile etwas genauer zu beobachten. Gerade als ich darüber staunte, mit welch ungeheurer Eleganz ein solches Wesen Beeren (und Reste von Computerchips) verspeist, hörte ich schallendes Lachen aus der Eingangshalle.

In der Meinung, Mr Doorman zuletzt beleidigt, gekränkt, schlecht gelaunt und mürrisch (Sie dürfen sich gerne weitere Adjektive aussuchen und hinzufügen) gesehen zu haben, liess ich Herbert Herbert sein und raste die paar Treppen in die Eingangshalle hinunter.

"Mr Doorman! Sind Sie krank?" ("Oder übergeschnappt?" - Aber das sagte ich nicht.)

"Im Gegenteil, im Gegenteil", japste er, "mir geht es besser denn je." Er zeigte auf den Computerbildschirm. "Lesen Sie!"

Das tat ich. Und ich fand einen Dr. Bugsi at his very best.

Einen schönen Sonntag Ihnen allen. Falls Herbert niemanden von uns im Schlaf verspeist, geht unser verrücktes Leben morgen weiter.

Ihre Frau Zappadong

Däutschkurrrs

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Vor meiner Tür schlurft es. Und das an einem Samstagmorgen um sieben Uhr. Ich ziehe die Decke über meinen Kopf, schliesse die Augen, will gerade den Aus-Schalter meiner Gehirnwindungen drücken (um mich nicht schon frühmorgens mit dem Herbert-Problem auseinandersetzen zu müssen) .... HALT.

Es schlurft. Es schlurft. Es schlurft! Es schlurft! In diesem Gebäude schlurft(e) nur eine: Svetlana.

Ich hüpfe aus dem Bett, verheddere mich in der Decke und knalle kopfvoran auf die Beule (die vom Himmel). Auf allen vieren krieche ich zur Tür.

"Diiiiliiiiit, diiiiliiiit, diiiiliiiit", klingt es durch die Tür. Der hohe, schrille Ton schmerzt in den Gehörgängen und zerrt an meinen Nerven. Ich ziehe mich an der Türklinke hoch, öffene die Tür und blicke geradewegs auf den gekrümmten Rücken eines ledernen Etwas.

"Svetlana!", rufe ich.

"Diiiiiliiiiit."

"Was machen Sie denn da?"

"Diiiiliiiit. Dräkkkk diiiiliiiiiten."

Das iiiiii hilft nicht gerade beim Denken. Trotzdem. Letztes Mal, als ich Svetlana gesehen habe, sprach sie kein Wort Deutsch.

"Verstehen. Sie. Mich.?", frage ich ganz langsam und deutlich.

"Sichchcherrr. Haaaabe Däutschkurrrrs bessssuchchcht."

"Oh!"

"Jaaaaaaaa. Diiiiiliiiiit. Söööörffferrrr. Aiiiiiiipiiiiiii Nummerrrr. Iiiiiiiiiuserrrrr."

Ich kratze mich am Kopf (schlechte Idee!). "Kein. Deutschkurs. Sie. Computerkurs", sage ich.

"Naiiiiiiin. Däutschkurrrrrs. Jäzzzzzt määäär Gehaaaaaaalt, Frrrau Schäfff."

Okay, es war ein Deutschkurs. Wenn sie mich schon versteht, die Svetlana, dann kann ich gleich auch einen ersten Befehl geben. "Geben Sie Frau Rösli ihren Herbert zurück!"

Bevor ich auch nur blinzeln kann, knallt Svetlana den Besenstiel so heftig auf den Boden, dass das ganze Gebäude wackelt.

"Naiiiiiin!" Sie stemmt die Hände gegen ihre Hüften, reckt das Kinn vor und sagt: "Häääärrrrberrrrt hiiiiiirblaibt."

Ich glaube, ich habe ein Problem. Vielleicht sollte ich mich in mein Zimmer verkriechen und warten, bis Herbert Svetlana gefressen hat.

"Frau Zappadong!", hallt es aus der Eingangshalle. "Wer, verdammt noch mal, hat die Chips aus meinem Computer gestohlen?"

Ich fürchte, ich kenne die Antwort auf diese Frage.

Ihre Frau Zappadong

Mich fragt ja keiner

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Da fällt einem nicht nur der Himmel auf den Kopf, nein, da wird einem auch noch ein neuer Mitbewohner aufgedrückt. Okay, er kann bügeln und vielleicht hat er sogar Beziehungen "nach oben", aber trotzdem. Frau Rösli meint zwar, ich solle mich freuen, doch im Moment geht mir gerade der Sinn für Freude ab.

Lesen Sie selbst (wenn Sie den Kommentar 5 im vorherigen Beitrag übersehen haben):

"Sehr geehrte Frau Zappadong,

haben Sie einen Moment Zeit? Ich würde Ihnen gerne Ihren französische-Kinosaal-Gast vorstellen. Das ist Herbert. Den Namen scheint er zu mögen, jedenfalls gibt er freundliche Grunzlaute von sich, wenn man ihn damit anspricht.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, Herbert sei eine Kreuzung aus Alien und Neandertaler, auf den zweiten übrigens auch. Herbert scheint sehr froh zu sein, nicht mehr im Labor zu wohnen. Er streift gerne durch Treppenhäuser und isst am liebsten Blaubeeren mit kleingeschredderten Computerchips. Mein Versuch, ihn auf Kartoffelchips umzustellen, ist bislang gescheitert.

Es gibt zwei Gründe, weshalb ich Ihnen Herbert als Mitbewohner empfehle.
Erstens: Er bügelt leidenschaftlich gern. Bislang zwar nur kalt, weil er die Sache mit dem Stecker und der Steckdose noch nicht ganz durchschaut. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
Zweitens: Ich bin ziemlich sicher, dass er gute Beziehungen nach "oben" hat. Wenn er vor meiner Alp sitzt und seine Tentakel ausfährt, lächelt er selig und vermittelt mir den Eindruck, als könne jemandem wie ihm der Himmel gar nicht auf den Kopf fallen. Wäre das tatsächlich der Fall, dann würde jemand wie Herbert die Sicherheit im und ums Zappadonggebäude wesentlich erhöhen, meinen Sie nicht auch?

Hochachtungsvoll

Ihr Rösli von Deralp

Ps: Vielleicht könnte Mr. Doorman einige neue Stuhlreihen im französischen Kinosaal anbringen? Mir ist noch nicht ganz klar, was Herbert damit gemacht hat. Aber DASS er etwas damit gemacht hat, das lässt sich nicht übersehen."

Vermisstenanzeige - Und eine Frage an Frau Rösli

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"Wo ist eigentlich Svetlana?", fragte mich gestern Mr Doorman.
"Svetlana?", fragte ich zurück. "Ja, ist die denn nicht bei diesem Gate geblieben, dessen Hintertür Sie bewacht haben?"

Mr Doorman seufzt. Ich glaube, er wird nicht gerne an seinen Ex Job als Keeper of the Exit Gate erinnert. "Die hat dort eine Weile lang Daten gel..., ähm, geputzt, aber dann wurde sie rausgeworfen."

Dass jemand Svetlana feuert, wundert mich nun tatsächlich nicht. Wenn sie so gut lö ..., ähm, putzte, wie im Zappadonggebäude, hat sie einen lausigen Job gemacht. Trotzdem. Ich bin neugierig. Und so frage ich: "Warum herausgeworfen?"

"Also, gel ..., ähm, geputzt hat sie gar nicht so schlecht, aber irgendwann wollte sie mehr. Hat gesagt, wenn alle im Gebäude ewigs auf diese Kommentarbewertungsknöpfe drücken wollen, dann will sie auch."

"Und?"

"Die waren begeistert - bis Svetlana auch noch ihren Senf dazu geben wollte."

"Und?"

"Keine Ahnung, was passiert ist, aber plötzlich war sie auch so ein Waschmaschinenzeichen. Sie flog übrigens weiter als alle anderen. Geradewegs an mir vorbei. Hat mir noch zugeblinzelt, glaube ich."

(Zwischenfrage - A propos fliegen: Frau Rösli, wen um Himmels Willen haben Sie denn da im Kinosaal für französische Filme untergebracht? Ihren Adler? Ihre Lamas? Ihre Geissen? Oder alle zusammen? Ich frage, weil sich niemand traut, die Tür aufzumachen. Könnten Sie bei Gelegenheit vorbeikommen und die Dinge in die Hand nehmen? Danke.)

"Und Sie wissen nicht, wo Svetlana jetzt ist?", frage ich unseren Türsteher.

Er schüttelt den Kopf. "Sie war eine Woche bei Onkel Vladimir und hat Orangen gepflückt - danach ist sie verschwunden."

Dann müssen wir wohl eine Vermisstenanzeige aufgeben. Denn auch wenn sie schlecht putzt, die Svetlana, immerhin putzt sie. Und etwas Ordnung dürfte hier ruhig einkehren.

PS: Herr Lightbringer ???? Wo sind Sie ????

Ihre Frau Zappadong

Heaven is overrated

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Da redete ich doch kürzlich davon, dass Herrn Thinkabout den Kopf am Himmel angestossen hat ... und heute fiel mir dieses verdammte Ding auf den Kopf. Und wie. Nicht einmal ein Fötzelchen von mir hat noch drunter hervorgeguckt.

Während ich mich ziemlich geschlaucht von diesem Unfall erhole, ziehe ich mir einen meiner absoluten Lieblingssongs rein - Drops of Jupiter.

Der Text ist - Sie verzeihen den Ausdruck - himmlisch. Sehen Sie selbst:

Tell me did the wind sweep you off your feet
Did you finally get the chance to dance along the light of day
And head back to the milky way
And tell me, did venus blow your mind
Was it everything you wanted to find
And did you miss me while you were looking for yourself out there

Tell me did you sail across the sun
Did you make it to the milky way to see the lights all faded
And that heaven is overrated

Und hier können Sie hören und gucken:



Ihre etwas derangierte

Frau Zappadong

Gefunden auf dem Schrottplatz der Berufe (Teil 3 einer losen Serie)

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Heute bin ich bei Thinkabout wieder einmal über einen Beruf gestolpert, den ich Ihnen gerne vorstellen möchte. D. h. eigentlich handelt es sich weniger um einen Beruf als um einen Titel.

Es geht um nichts weniger als den Evangelisten. Und wenn Sie jetzt denken, ich hätte eine Schraube locker, dieser Beruf exisitiere seit Jahrzehnten, wenn nicht seit Jahrhunderten, muss ich Sie erst einmal darüber aufklären, dass ich nicht jene Evangelisten meine, die die Worte des Herrn verkünden, sondern die modernen Evangelisten im Internet. Da gibt es:

Die Online-Evangelisten (Christoph Lüscher und Oliver Reichenstein)
Den Internet-Evangelisten (Rupert Murdoch)
Den Technical-Evangelisten (Robert Scoble)
Den Community-Evangelisten (Craig Cmehil)
Den Chief Internet Evangelisten (Vint Cerf)

... und wahrscheinlich noch eine ganze Menge mehr. Die oben aufgeführte Liste habe ich in fünf Minuten erstellt - gar nicht auszudenken, wie lange sie geworden wäre, wenn ich mir mehr Mühe gemacht hätte.

Nun, mir war nicht bewusst, was für ein gläubiges Völklein die Internet-Gemeinde ist. Aber man ist ja lernfähig, nicht wahr? In diesem Sinne beste Grüsse von Ihrer

Zappadong-Evangelistin

Blogeintrag des Tages

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Flashfrog macht sich in ihrem Blogeintrag Gedanken um konstruktive Kritik. Ein Leckerbissen und deshalb Blogeintrag des Tages.

Zum lesenswerten Text geht es hier: Konstruktive Kritik

Ihre Frau Zappadong

Küchentischgespräche, Teil 2 - Wenn man sich den Kopf am Himmel anstösst

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"Also", sage ich, "das mit dem briefmarkengrossen Poster im Panikraum tut mir leid."

Mr Doorman wedelt meine Wörter mit der Hand weg. Trotzdem fühle ich mich zu einer Erklärung verpflichtet. "Ich will keine Flat pimpen, und schon gar keinen Panikraum", rede ich deshalb weiter. "Also bin ich singen gegangen, aber das war nicht ganz das Richtige."

"Schon gut", murmelt Mr Doorman. "Es gibt viel Schlimmeres."

"Zum Beispiel?", frage ich.

"Zum Beispiel hat sich unser geschätzter Kollege Herr Thinkabout den Kopf am Facts-Himmel angestossen."

"Autsch", entfährt es mir, denn im Gegensatz zum Himmel draussen vor meiner Tür ist der Facts-Himmel ein ziemlich hartes Pflaster.

"Dieser Job ..." Mr Doorman greift zu seiner Wodkaflasche und genehmigt sich einen Schluck. "Der wäre was für Onkel Vladimir gewesen."

(Zwischenbemerkung: Das ist der mit den Orangenplantagen in Sibiren und den Verbindungen zur russischen Mafia.)

"Aha." Mehr fällt mir leider dazu nicht ein, denn ich will Mr Doorman nicht beleidigen. Auf eine Hintertür aufzupassen scheint mir eine leichte Unterforderung für einen Mann eines Kalibers von Onkel Vladimir.

"Eine Weile lang knallten die Leute im Sekundentakt auf das Strassenpflaster", sagt Mr Doorman. "Einige landeten auf dem Hintern, andere geradewegs auf der Nase. Ja, manche kamen durch die geschlossene Tür angeflogen."

"Das ist hart."

Er nickt. "Manche kamen zurück und wollten wissen, warum sie rausgeflogen waren. Andere kamen mit Papieren, die bewiesen, dass man in ihrer privaten Post gelesen hatte."

"Das ist wahrlich dicke Post", merke ich an.

"Einige haben recherchiert und sind auf ein paar erstaunliche Mauscheleinen gestossen."

"Das hat bestimmt einen ziemlichen Wirbel verursacht."

Mr Doorman schüttelt den Kopf. "Nein. Darum hätte der Job Onkel Vladimir ja so gefallen. Es war beinahe wie bei uns zu Hause. Wurde einfach unter den Teppich gekehrt, und wer etwas von der Sache mitbekam, schaute weg."

Das kann ich nicht einfach so hinnehmen, und darum öffne ich den Mund zu einer saftigen Rede. Aber genau in diesem Moment fährt ein Windstoss durch das Gebäude. Wenig später ist im französischen Kinosaal die Hölle los und aus der Empfangshalle schallt ein:

"MR DOOOOOOOORMAN!"

Sieh an! Frau Rösli ist wieder hier. Wir gehen besser gleich nachschauen, was da im Kinosaal läuft ...

Küchentischgespräche - Wir schweigen noch ...

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... aber Bruce Springsteen holt schon mal für uns Anlauf:



Ihre Frau Zappadong

Küchentischgespräche (Zwischenspiel)

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Bis Mr Doorman und ich die Sprache wieder finden ... Hier etwas aus meinem Schreibfundus, diesmal ein Buchstabenspiel. Auf dass Ihnen nicht schwindlig werden möge:

Neulich an der Bar

„Ay, alle abgehalfterten Affen anwesend“, alberte Alberta Apfelbaum.
„B..B... Biiiiiitte“, blöckte Ben betroffen, „bitte beleidige bloss keine Besoffenen.“
„Cool, Cowboy, cool“, kalauerte Carl, „Caffe latte? Cappucino? Canabis? Crack?“
„Du da!“, donnerte Doris drohend, „Du dämlicher Dussel, du drischt dumme Doofkopfsprüche!“ Das Drama drohte.

Engelsgleich erbarmte sich Erika, eine einmalig esoterische Endvierzigerin und entnahm einem Einhundertlitereimer eine Einheit einheimisches Edelsgebräu.
„Fuck! Fast vollkommener Fussel“, faselte Freddy freudig.
„Genau! Gehörig getestetes, geprüftes Gesöff, gehaltvolle Gütesiegelqualität!“, griente Gregor.
„Ha, Halbwahrheiten, höllische Halbwahrheiten!“, intervenierte irgendein idiotischer Ignorant.

Jemand johlte, jeder jammerte.
„Keine Kultur! Keine klitzekleine Kultur. Kackladen!“
„Lass lieber!“, lallte Lars, „lauter latente Lahmärsche!“
„Musik macht muffelige Miesepeter munter!“, murmelte Martin, medidativer Meister mit multikultureller Mediationserfahrung.
Netterweise negierte niemand dieses nicht nichtige Naturgesetz. Obwohl ohne ohrenbetäubende Originalmusikbox, organisierte Oberkellner Olaf ordentlichen Originalsound. Die Quastelruter Quaker quietschten qualvolle Quassellieder (Quelle qualité!).

„Ruhe!“, röhrte Robert, rundlicher Radiomoderator. „Sowas soll sauguter Sound sein?“
Tiefbetroffenes Totalschweigen! Unendliche Unfassbarkeit umhüllte unsere universelle Unterhaltungsbar! Verdammter Verräter! Wagt Widerspruch! X-faches, x-larges XXXYYYY… (zwingenderweise zensuriert). Zappenduster wird’s. Zahlen! Zumachen!! Zende... äähhhm Ende.

PS: Ich entschuldige mich beim "P". Es ging beim Schreiben damals vergessen.

Zhre Zrau Zappadong

Küchentischgespräche, Teil 1

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Mr Doorman und ich sitzen am Küchentisch, er vor einer Flasche Wodka, ich vor einem Schokokuchen. Ich sollte ihm wohl erklären, warum im Panikraum nur ein briefmarkengrosses neues Poster von Hintertimbutku hängt, aber mir ist gerade nicht danach. Er holt immer wieder Anlauf, doch jedes Mal, wenn er etwas sagen will, schüttelt er ungläubig den Kopf und nimmt noch einen Schluck. Ich glaube, sein Job als Keeper of the Exit Gate hat ihm etwas zugesetzt.

Momentan herrscht also Seufzen und Schweigen. Wir melden uns später, wenn wir unsere Sprache wieder gefunden haben. Machen Sie etwas Sinnvolles aus Ihrem Tag. Was immer Sie unter sinnvoll verstehen.

Ihre Frau Zappadong