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Beautiful Changes

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Kürzlich bekam ich private Post von Herrn Lightbringer. Er hat es zwar nicht wörtlich geschrieben, aber ich denke, es lässt sich so zusammenfassen: "Es ist alles gesagt."

Als ich gestern das Pausenbild II wählte, wusste ich noch nicht, was es heute bedeutet ... mein Unterbewusstsein, mein gut feeling, war wie immer schneller als ich.

Heute Morgen aber, da ist alles glasklar. Und so folge ich dem Motto: "Ich bin zu alt um nicht auf mich zu hören" und versenke das Zappadong-Gebäude im Boden (mittels Knopfdruck - eine Erfindung von Herrn Lightbringer).

Mr Doorman geht auf Weltreise (nachdem er die Umzugswagen von Frau FrauvonWelt gesprengt hat), Herbert (entschuldigen Sie, Frau Rösli) gebe ich seiner Besitzerin zurück (der ich wunderbare Stunden verdanke), Svetlana hat einen Heiratsantrag von einem sackreichen Ex-Banker angenommen und hätte uns sowieso verlassen.

Den Schlüssel zum Panikraum behalte ich. Man weiss ja nie.

PS: Wenn Sie mich vermissen, können Sie mich unter meinem Alter Ego besuchen. Sie finden es in der Blogroll auf der rechten Seite.

Vielen Dank.

Ihre Frau Zappadong



Pause (II)

Bildkomposition: Zap-padong

Pause

Bild: Zap-padong

Der da !

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Da laufe ich also die Strasse entlang (man kann ja nicht den ganzen Tag im Panikraum verbringen, nicht wahr?) und mir kommt einer entgegen: Auf den Ohren zwei fette Kopfhörer, über den Ohren auf dem Schädel eine schepps aufgesetzte Mütze und auf allem drauf eine Kapuze.

Mein Vorurteilsapparat springt an, doch bevor er in die Gänge kommen kann, schnellt ein Bild auf meine geistige Leinwand. Frau Zappadong vor vielen Jahren. Gerade zurück aus England. Wild wie ein wildes Huhn. Ein cooles Outfit, eine geradezu überirdisch coole Sonnenbrille (dass ich damit nichts sehen konnte und mehr oder weniger blind wie eine Fledermaus durch die Gegend irrte, tat nichts zur Sache - ich legte das Ding nur zum Schlafen ab). Verrückt (sagte meine Mutter). Fasnacht (sagte eine Passant, den ich gar nicht kannte). Spinnerin (sagten ziemlich viele).

Ich guck den nochmals an, den da, mit den fetten Kopfhörern, der scheppsen Mütze und der Kapuze und grinse. Also, der da und ich, wir haben was gemeinsam. Yo.

Ihre Frau Zappdong

Und was machen Sie jetzt, Frau Zappadong ...

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... fragte mich heute Morgen Mr Doorman.

Wir sassen im Panikraum, unter den Sprüchen des Tages, assen Schokolade und tranken Kaffee (ich ohne, Mr Doorman mit Wodka).

"Warum?", fragte ich mit vollem Mund.

"Na, die Facts-Geschichte ist gegessen, Ihre Tageszeitung wird entweder wieder besser oder auch nicht, und die Finanzkrise wurde mittlerweile von so vielen gescheiten und weniger gescheiten Leuten kommentiert - da bleibt nicht mehr viel übrig."

Wo er recht hat, hat er recht, Mr Doorman. Und wenn dann Thinkabout auch noch in die gleiche Kerbe haut, dann ist das so was wie ein Wink mit dem Zaunpfahl.

"Wir könnten ganz gemütlich den Panikraum restaurieren, uns endlich mit Herbert anfreunden, viel Schokolade essen und an Svetlana's Deutsch arbeiten", meinte ich.

"Könnten wir", meinte mein Türsteher.

"Na, dann tun wir doch."

Er nickte. "Ich häng dann mal ein Schild an die Tür, Frau Zappadong."

"Machen Sie", antwortete ich und genehmigte mir nochmals ein Täfelchen dieser köstlichen Marzipanschokolade.

PS: Keine Angst, wir laden Sie selbstverständlich zur Sprengung von Frau FrauvonWelts Umzugswagen ein. Aber nicht heute. Und auch nicht morgen. Vielleicht übermorgen.

Ihre Frau Zappdong

Epilog zur Facts Saga und ein köstlicher Blogtipp des Tages

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Bevor wir Facts Facts sein lassen, präsentieren wir Ihnen noch den Epilog von Bruder Bernhard.

Und weil es so schön zum Thema passt, hier noch der Blogtipp des Tages:

Bigbrother links to Partnerwinner.ch

Viel Lesespass (möge er Ihnen nicht im Hals stecken bleiben) und eine schöne Woche wünscht

Frau Zappadong

Teil vier der Bruder Bernhard Facts Saga ...

...
finden Sie hier: Facts zeigt Kunden den Mittelfinger.

Ihre Frau Zappadong

Blogtipp der Woche

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Kürzlich, beim Bloglesen beim Journalistenschredder ugugu gefunden:

Einen gewissen Herrn ü. Ich mag seine Schreibe. So sehr, dass ich sie zum Blogtipp der Woche mache.

Geschichten vom Herrn ü.

Ihre Frau Zappadong

Beten Sie - Was auch immer das bedeuten soll oder Zappadong ab heute mit neuer Rubrik

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Nach dem brillianten Schlussatz, den Philipp Löpfe kürzlich ans Ende eines Artikels gesetzt hat ("Beten Sie"), hat heute Online-Redaktor Hubert Moser zugeschlagen. Er beendet einen Artikel über umstrittene Boni im Allgemeinen und übern Herrn Peter Wuffli (ex UBS) im Besonderen mit:

"Die Stiftung will sich für die Betroffenen von globaler Veränderungsprozesse einsetzen - was auch immer das bedeutet."

Man kann Herrn Wuffli kritisch gegenüberstehen, aber so ein Schlussatz disqualifiziert nur einen einzigen: Den Herrn Online-Redaktor! Das ist unterste Schublade und ich frage mich, wo gewisse Leute ihr Handwerk lernen ...

Wie auch immer: Mr Doorman hat Freude an solchen Sätzen. Er druckt sie x-fach vergrössert aus und tapeziert damit den Panikraum. Womit wir bei der neuen Rubrik sind. Ich nenne sie: Sprüche für den Panikraum. Schliesslich will man ja trotz Panik ab und an lachen, nicht wahr?

PS: Ich verlinke die Zitate nicht mehr (der Online-Tagi hat das, glaube ich, nicht so gerne), gebe aber selbstverständlich - wie es sich gehört - die Quelle bekannt:

Online-Tagesanzeiger: Umstrittene UBS-Boni: FDP bittet Freunde der Partei zur Kasse, von Hubert Mooser

Ihre Frau Zappdong

Heute: Teil drei der unsäglichen Saga ...

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... um das Jammerspiel bei Facts.

Es ist so jämmerlich, dass ich es unkommentiert lasse. Mr Doorman hat aber die Erlaubins, mein Tages Anzeiger Abo zusammen mit Frau FrauvonWelts Umzugswagen in die Luft zu jagen.

Ihre Frau Zappadong

Vertrauensverlust oder Die Zahlen des Tages

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32

So viel Mal schnüffelte die Facts Redaktion in persönlichen Nachrichten ihrer User. Die Zahl ist nicht von mir; sie wurde von Facts bekannt ... ähm ... zugegeben, nachdem Bruder Bernhard eine wasserdichte Beweisführung vorgelegt hat.

So, so, genau 32 Mal hat man also private Post von Usern geöffent (auf einer Newsplattform, wohlverstanden, nicht in einem Forum für angehende Terroristen). Aber echt. Nur 32 Mal bei 17'000 PNs (Persönlichen Nachrichten). Ist doch nicht so schlimm, oder? Ist nur jedes 531. Posting. Kein Grund zur Sorge. Die Chance, dass Ihre Privatsphäre verletzt wird, liegt bei 0.18 Prozent. Und Sie hätte es ohnehin nicht treffen können, Sie haben ja nichts angestellt, oder ( der böse Bruder Bernhard hat schliesslich das Bild einer Dame mit rotgeschminkten Lippen verschickt; da musste man schon nachgucken) ...

Stellen Sie sich vor, Ihr Postbote würde jeden 531. Brief öffnen und lesen. So zur Kontrolle. Könnte ja sein. Aber wirklich nur, um ganz sicher zu gehen ....

6

Milliarden Franken (wie das genau mit den anderen 58 Milliarden geht, die da ebenfalls erwähnt werden, verstehe ich nicht, aber ich habe so den leisen Verdacht, dass ich sie zu den 6 Milliarden addieren sollte) buttert der Schweizer Staat in eine Bank, der die Kunden davonseckeln (= davonrennen), weil sie nach all den Lügen, masslosen Bonibezügen, goldenen Fallschirmen, grenzenlos geschönten Zukunftsprognosen ihr Vertrauen verloren haben. Aber alles seckeln nützt nichts. Jetzt haften wir mit unseren Steuergeldern. Ja, ja, ich weiss, der Bundesrat hat versprochen, dass wir NICHT mit unseren Steuergeldern bezahlen müssen, FALLS die Krise überwunden wird, die UBS wieder Gewinne schreibt und die Zukunft wieder rosiger aussieht. WAS, WENN die Krise anhält, die Bank Verluste schreibt, Pleite geht? (Mr Doorman, wir hätten unbedingt eine Portion Sand aus der Wüste mitbringen müssen!)

Da hilft alles Schönreden nichts. Weder bei Facts noch hier:



Ihre Frau Zappadong

Beweisführung

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Behaupten kann jeder, beweisen tut Bruder Bernhard. Nämlich, dass die Facts 2.0 - Redaktion persönliche Nachrichten ihrer User liest. Zur Beweisführung geht es hier.

Ihre Frau Zappadong

Und da war da noch ...

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... die Erleuchtung. Die hatten Mr Doorman und ich schon am Wochenende, aber dann sind aktuelle Ereignisse über uns hinweggefegt, die ich nicht unkommentiert lassen wollte (Mr Doorman schon, an ihm lag's nicht).

Also: Wir sassen da in Hintertimbuktu und warteten auf die Karawane. Dummerweise versammelten sich an der Kamelhaltestation immer mehr Banker, die kein Geld mehr hatten, sich Sand kommen zu lassen, in den sie den Kopf stecken konnten - und so kamen sie halt zum Sand, wenn er schon nicht zu ihnen kam. Einige von ihnen sahen echt gebeutelt aus und konnten - nachdem sie den letzten Pfennig für die Anreise ausgegeben hatten - nicht einmal eine der vielen Colaflaschen kaufen, die uns wohlmeinende (und geschäftstüchtige) Wüstensöhne leicht (aber wirklich nur leicht) überteuert verkaufen wollten.

Mr Doorman guckte mich an und sagte: "Mit denen gehe ich nicht in die Wüste." Damit meinte er nicht die Wüstensöhne, auch nicht die Kamele (die sahen nett aus), sondern die Banker, die das Geld, das er sich mit den Orangenplantagen verdient hatte, mit strukturierten Lehman Produkten in einem grossen Nichts versenkt hatten.

Das verstand ich. Sehr gut sogar. So stiegen wir in den Helikopter. Ohne Sand und ohne Palmenhain. (Das tut mir wirklich leid, Frau Rösli!).

Zuhause angekommen, hatte Mr Doorman seine Erleuchtung, nämlich genau in dem Moment, als er sich die Resultate unserer bisher einzigen Umfrage ansah (siehe Blogroll rechts). Er eilte von dannen. Ich nehme an, um einen Haufen pyrotechnischer Spielereien zu besorgen (Achtung, vielleicht chlepft es bald einmal ziemlich heftig).

Ich schnappte mir Herrn Zappadong und wir fuhren in die Berge. Und hier, genau hier, hatte ich meine Erleuchtung:


Frau Zappadong entschied sich in Tinzong, in die Berge zu ziehen. Ganz weit nach hinten. Dort, wo man gerade noch knapp einen Schrebergarten anlegen kann (weiter hinten wär's dann zu kalt).
Wenn Sie ein Haus in Bivio oder Sur zu verkaufen haben, melden Sie sich bitte bei mir.
PS: Herr Zappadong zieht mit. Mr Doorman habe ich noch nicht gefragt. Kommt ganz darauf an, wie gross die zukünftige Behausung sein wird.
Frau Zappadong

Weil wir gerade gestern davon gesprochen haben ...

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"Verständnis für dieses Verhalten zeigte gestern ein Blogger auf dem Newsportal Ticinoonline. Das sei schon ein heikles Problem, und die Behörden müssten sich um die Privatsphäre dieser Personen kümmern. «Was soll das?», antworteten mehrere andere User. Wer ins Bordell gehe und womöglich seine Frau betrüge, habe nichts Besseres verdient."

Quelle: Printausgabe Tages Anzeiger / Onlineausgabe Tages Anzeiger.

Knapp 2700 Zeichen widmet die "seriöse" Tageszeitung dem Thema Herzinfarkte in Tessiner Bordells.

Wie sagte Herr Wälty so schön in einem Interview? "Wir werden daher niemals in Versuchung geraten, einen „Tages-Anzeiger“ zu trivialisieren."

Dem gibt es - leider - nichts hinzuzufügen.

Facts 2.0 für den BIG BROTHER AWARD nominiert

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Vielleicht gibt es ja doch so etwas wie eine ausgleichende Gerechtigkeit.

Was heute Morgen hier nachzulesen war, verbreitete sich wie ein Lauffeuer durch die Blogs und zieht seine Kreise:

Facts 2.0 ist für den Big Brother award nominiert.

Die Begründung: Facts 2.0 liest Mails ihrer Mitglieder.

Das hat man davon, wenn man die Nase in die Post anderer Leute hält! Recht so.

Ihre Frau Zappadong

Wenn einem das Lachen im Hals stecken bleibt

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Die folgenden Zitate stammen aus einem Interview, das ich via Medienlese auf persönlich.com gefunden habe. Befragt wird Newsnetz-Chef Peter Wälty, das Interview geführt hat Christian Lüscher.

Der kursiv gedruckte Text stammt aus dem Interview, die Zwischenrufe von mir.

Frage: Welche Themen werden auf dem Newsnetz besonders gelesen?

"Der Tagi-Leser unterscheidet sich fundamental vom Leser auf "20min Online."

AHA! Da bin ich - als Tagi-Leserin aber froh!

"Wir werden daher niemals in Versuchung geraten, einen „Tages-Anzeiger“ zu trivialisieren."

Ach ja? Da würde ich gerne lachen, aber es bleibt mir im Hals stecken. Vielleicht sollte ich auch einfach beten und mir einreden, dass ich eine Lesebrille mit Spamfilter brauche.

"Wenn wir Geschichten aus den Niederungen Hollywoods bringen, wird das ignoriert. Die User verweigern sich geradezu von Gossip-Inhalten."

Okay, die Erkenntnis wäre also da. Aber ...

"Wir bringen diese nur der Vollständigkeit halber. "

Ich muss zum Doc. Checken, ob mein Denkapparat irgendwie schief gewickelt ist, sich zu einem Knoten verheddert hat oder langsam löchrig wird. Anders kann ich mir nicht erklären, dass hier etwas für mich nicht aufgeht.

"Das Layout ist ein Markenzeichen, das bei den Usern sehr gut ankommt."

Dann bin ich kein User, sondern eine Ausserirdische. Mir flimmert es nämlich vor lauter nervöser Werbung gewaltig vor den Augen. In der aktuellen Rundumwerbung greifen zum Beispiel gerade ganz viele, ganz flinke Händchen nach mir und wollen mir eine Kreditkarte in die Hand drücken. Und ab und zu poppt ganzseitige Werbung auf - wenn ich die weggklicke, klicke ich die ganze Seite weg - auch die News.

Aber eben: Hauptsache, die Klicks stimmen.

Ihre Frau Zappadong

Perspektivenwechsel






Nicht beten! Rebellion starten! Heute!

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Tochter Zap-padong und ich waren einkaufen. Im Einkaufstempel. Beide sind wir nach einer Stunde nudelfertig und bereit für die Weltrevolution wieder aus diesem Konsumtempel gekrochen.

Und nach dieser Stunde, nach Diskussionen über den Börsencrash, das TV-Programm, der neusten Lektüre bei ugugu, dem Lesen von andrés Kommentar (siehe weiter unten), rufen Tochter Zap und ich: Rebellieren Sie!

Lieber andré, ich erlaube mir, als kleinen Start zur Rebellion Ihren Kommentar etwas prominenter zu platzieren. Nämlich hier:

... ja und, dann lasst sie halt lächeln - vordergründig. sie ahnen ja nicht, als wie ätzend die chefetagen e-mails und anrufe empfinden; ein bisschen spass muss ja bei soviel kultur-pessimissmus auch noch herrschen gell.ach' übrigens: beim tagi, sf, blick, nzz sind sie alle mail-mässig mit vorname.name@sf.tv resp; x.y.@tages-anzeiger.ch usw. erreichbar -- sie freuen sich auf post, garantiert :)

Naiv? So what? Immer noch besser als alles schlucken.

PS: Haben Sie Ihre Kundenkarten schon weggeworfen?

Ihre (ziemlich übel gelaunte)

Frau Zappadong

Beten Sie oder Wenn der Journalismus den Bach runter geht

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"Beten Sie."

Mit diesen Worten beendete Philipp Loepfe am letzten Freitag seinen Artikel im Online-Tagesanzeiger über den Crash an den Börsen.

"Beten Sie."

Da verfallen also hochbezahlte Experten in die totale Panik (eigentlich werden sie ja dafür bezahlt, einen kühlen, besonnen Kopf zu bewahren), rennen wie kopflose Hühner im Gemüse herum, weil es einmal nicht so läuft, wie sie es sich ausgedacht haben, und einem Journalisten einer seriösen (?) Tageszeitung fällt nichts Besseres ein als ein "Beten Sie."

Das habe ich sonst im Tages Anzeiger noch nie gelesen. Weder in Berichten über verhungernde Kinder, noch in Berichten aus Kriegsgebieten, noch bei Naturkatastrophen ... Kein Elend war bis jetzt gross genug, um einen Journalisten zu einem "Beten Sie" hinreissen zu lassen. Aber Geld und allgemeine Hysterie schaffen so was.

Da werden sie nervös, die Monopoly-Spieler, die das Geld anderer Leute verjubelt haben, und der vermeintlich seriöse Journalist auf der Suche nach dem bestmöglichen Knalleffekt.

Ich glaube, es ist Zeit für eine Denkpause.

Sehr Kluges zum Thema "vom Seriös- zum Boulevardjournalismus" gibt es bei Medienlese.

Ihre Frau Zappadong

Erleuchtung

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Doch, ja, tatsächlich, ich hatte eine Erleuchtung. Allerdings weder in der Wüste noch auf einem Kamel. Aber davon muss ich Ihnen ein anderes Mal berichten, denn während ich erleuchtet wurde, flatterte mir eine Mail in den virtuellen Briefkasten - und die ist so wichtig, dass sie noch vor meiner Erleuchtung kommt.

Sabine Imhof hat einen neuen Gedichtband veröffentlicht!

Sabine Imhof ist eine umwerfend gute, mehr noch, geniale Lyrikerin und Geschichtenerzählerin. Ihre Worte ritzen die Haut, die Seele. Ihre Texte nicht zu lesen, bedeutet, etwas zu verpassen. Deshalb: In den nächsten Buchladen sprinten, das Buch bestellen und LESEN! U.N.B.E.D.I.N.G.T. !!!! Ich werde das tun. Morgen.

Und von meiner Erleuchtung erzähle ich Ihnen irgendwann im Verlaufe der Woche. Vielleicht wird daraus ja auch nichts. Ugugu meint nämlich, ich sollte mir einen Schrebergarten zulegen.

PS: Danke Frau Rösli, dass wenigstens Sie ein Auge auf das Gebäude halten.

Ihre Frau Zappadong

Hinter Hintertimbuktu und der neue Blogtipp der Woche

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Mr Doorman und ich haben uns einer Karawane angeschlossen und werden in wenigen Minuten bis Stunden bis Tagen (hier ticken die Uhren etwas anders) auf diesen schaukelnden Viechern mit zwei Höckern in die Wüste hinter Hintertimbuktu entschwinden. Er (Mr Doorman), um die Worte von Frau DiVa zu vergessen, ich (Frau Zappadong), um dem Leben im Allgemeinen und der frühzeitigen Weihnachtsdekoration im Besonderen für eine Weile zu entkommen. Ausserdem erhoffen wir uns beide irgendeine Art Erleuchtung (was für eine, wissen wir noch nicht).

Bevor wir diese Wüstenschiffe besteigen und die Segel setzen (oder so ähnlich), noch der Blogtipp der Woche:

Hanspeter von der Bodenständigen Choscht scheint eine kleinere (grössere?) Krise überwunden zu haben und nach "alter Blog zu, neuer Blog auf, alter Blog wieder auf, neuer Blog wieder zu" seinen Heimathafen (wieder)gefunden zu haben. In BodeständiX schreibt der alte Haudegen wie eh und je und - wie mir scheint - kompromissloser als je zuvor über Themen, die ihn beschäftigen. Schön, dass du in solcher Frische zurück bist, Hanspeter.

Postkarte aus Hintertimbuktu

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Liebe Frau Rösli

Schlechte Nachrichten.

Die Palmenhaine samt Kokosnussgeschossen sind alle weg. Wie uns Einheimische berichten, wurden sie in Grossraumflugzeugen in die ganze Welt transportiert. Abnehmer sind verärgerte Sparer, Kleinanleger und Steuerzahler.

Der Sand ist wegen der hohen Nachfrage durch in Panik geratene Börsenhaie und Bankmanager so teuer geworden, dass wir beschlossen haben, unseren Kopf in einen Eimer Wasser zu tauchen, wenn wir wieder zu Hause sind. Vorerst machen wir hier aber noch ein wenig Ferien. Denn: Es gibt auch gute Nachrichten - Die Wüste ist noch nicht weihnachtlich dekoriert und es ist auch sonst recht ruhig und friedlich hier.

Herzliche Grüsse

Frau Zappadong und Mr Doorman

Im Bügelzimmer, Teil 2

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"Sie können nicht ewig hier drin bleiben, Frau Zappadong", sagte Mr Doorman.

Ich wusste, wovon er sprach: Kühlschrank leer, weit und breit kein Herr Lightbringer, der einkaufen gehen könnte (Herr Lightbringer? Leben Sie noch? Brauchen Sie einen Bautrupp, der Sie unter dem Arbeitsberg hervorzieht? Suchhunde für das Ende des Tunnels?). Zudem hat Mutter Zappadong heute Geburtstag ... und da wollte ich noch was Schönes einkaufen gehen.

Weil die pragmatische Redewendung Das Leben geht weiter nun einmal gilt, verliess ich das Bügelzimmer, setzte mich in den Wagen, fuhr zum Einkaufszentrum. Dort, wo ich das Geschenk für Mutter Zappadong kaufen wollte, waren ein paar nette Damen damit beschäftigt, die Weihnachtsartikel aufzustellen. Ich guckte auf das Datum meiner Uhr. Mutter Zappadong hat doch im Oktober Geburtstag! Bin ich aus Versehen im November gelandet? Bin ich nicht. Es ist der 7. Oktober und ich könnte - wenn ich wollte - Weihnachtsschmuck kaufen. Ich will aber nicht.

Ich habe dann doch noch ein Geschenk gefunden, bin einkaufen gegangen und jetzt sitze ich wieder im Bügelzimmer und versuche, den Gedanken von Weihnachten im Oktober zu verdrängen. Eigentlich wäre es im Panikraum schöner, aber die italienischen Gewerkschafter haben ihren Sieg so heftig gefeiert, dass wir erst einmal den Bautrupp brauchen, den ich Herrn Lightbringer weiter oben angeboten habe.

Vielleicht sollte ich Mr Doorman doch bitten, mir den Sand zu holen, damit ich meinen Kopf reinstecken kann.

Im Bügelzimmer

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Mr Doorman und ich sitzen auf dem abgewetzten Sofa und starren auf das unbenutzte Bügelbrett.

"Sie sehen beschissen aus, Frau Zappadong", meint er.

"So fühle ich mich auch."

"Ich kann sofort losfliegen und Ihnen jede Menge Sand und für Frau Rösli einen kokosnussbeladenen Palmenhain holen. Wenn Sie wollen, rede ich mit Svetlana, damit sie den Panikraum aufräumt und putzt. Und ich rufe Piotr an, meinen Cousin, der etwas von Raumdekoration versteht - die Ur-Grosstante seiner Frau hat für die Zarenfamilie gearbeitet. Er ..."

Ich lege meine Hand auf seinen Arm. Er versteht und unterbricht seinen Redefluss.

"Mir wäre lieber, Sie würden einfach ein wenig neben mir sitzen bleiben", sage ich.

Er nickt. "Es ist der Tod, nicht wahr?"

"Ja."

Ich weiss, dass Mr Doorman einiges über den Tod weiss, und fürchte mich davor, dass er etwas sagt, das ich gar nicht hören will. Tut er aber nicht. Er sitzt einfach neben mir und schweigt.

Und gerade als ich denke, dass am Tod sogar die Hoffnung zerbricht und die Liebe zerschellt, nimmt mich dieser Hühne in den Arm und flüstert russische Wörter, die ich nicht verstehe, aber sie klingen nach Liebe und Hoffnung.

Schweigeminute

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für Irene




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It's all about money ...

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... halt eben auch bei denen, die von sich sagen, dass sie für das Volk sprechen und das Volk und seine Interessen (und nichts anderes) vertreten. Aber selbst bei unserer einzig wahren und echten Volkspartei geht es letztendlich um den schnöden Mammon, um das leidige Money, Money, Money, den Zaster, den Chlütter, den Stutz, die Kohle.

Jetzt, wo die Unterstützung für Christoph Blocher bröckelt und man ihn nicht einfach zum Bundesratskandidaten durchgewunken hat, erinnert man die Aufmüpfigen nicht etwa an ihre Aufgabe als Volksvertreter, sondern an den aus dem Volksmund oft gehörten Spruch "Wer zahlt, befiehlt." Wie viel dieser Spruch mit dem viel zitierten Volkswillen zu tun hat, wäre erst noch herauszufinden.

"Mehrere Parlamentarier bestätigen gegenüber der Zeitung «Sonntag», Nationalrat Theophil Pfister habe ihnen gegenüber betont, es stünden zehn bis zwölf Millionen Franken auf dem Spiel."

"Auch Toni Bortoluzzi spielte die Drohkarte Finanzen aus. Er hielt Parlamentariern Einzahlungsscheine vor die Nase und sagte: «Jetzt könnt ihr selber zahlen.» "

Zitate Online-Tagesanzeiger

Ihre Frau Zappadong

Zettel an der Tür des Bügelzimmers - Blogtipp der Woche

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Gespräche mit Mr Doorman laufen noch (Gut Ding will Weile haben).

Zitat des Tages: "Jedes Kind soll seinen Vater in Militäruniform sehen" (SVP zur Schweizer Armee)

Blogtipp der Woche: Bruder Bernhard (Seefahrer und Tierweltheftlikäufer)

PS: Es sieht nicht schlecht aus für Ihren Palmenhain, Frau Rösli.

Frau Zappadong

Wer an seiner Qualität gemessen werden will ...

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"Was mich persoenlich interessiert, ist nach wie vor die Qualitaet der Kommentare, nicht die Zahl." (O.R. auf Facts)

... sollte sie vielleicht auch liefern:

"Community-Management ist eine diffizile Angelegenheit, aber das sprengt nun alles bislang da gewesene. Ich habe mich nun mehr als zwei Tage zurückgehalten. Gehofft, irgendwann würde jemand den Delete-Button finden. Und kann es immer noch nicht glauben, dass dieser Kommentar nach wie vor so auf FACTS 2.O zu finden ist." (Der Journalistenschredder ugugu über Qualitätsmängel auf eben diesem Facts).

Lang lebe die Qualität!

Ihre Frau Zappadong

Lesen, unbedingt lesen!

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Ich kenne keinen einzigen ihrer Songs. Ich weiss, dass sie total angesagt ist. Man sagt, sie sei etwas ganz Besonderes. So viele Vorschusslorbeeren machen mich misstrauisch.

Und dann das! Diese Frau hat mir heute Morgen ein paar der allerbesten Leseminuten seit langem geschenkt. Wenn sie so singt, wie sie Interviews gibt, kann es nur gut kommen.

Zum Interview geht es hier.

Beeindruckt

Ihre Frau Zappadong

If that doesn't scare the hell out of you - it should

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Nein, nein, hier geht es nicht um Mr Doorman und sein ... ähm ... Problem. Während er (Mr Doorman) an seinem Ego arbeitet und ich auf den geeigneten Moment warte, ihn auf meinen Sand und Frau Röslis Palmenhain anzusprechen, verrät Ihnen Jack Cafferty, was ihm eine solche Höllenangst einjagt:



Ihre Frau Zappadong

Unerledigte Arbeiten ... Punkt 1 auf der To-be-done-Liste

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Da hängt immer noch diese To-be-done-Liste an meinem Kühlschrank. Weil ich noch keinen einzigen Punkt abgehakt habe und sich leider auch keiner von selbst erledigt hat, beginne ich mit Punkt Nummer 1:

1. Mr Doorman suchen (einfach, ich tippe aufs Bügelzimmer)

Also, hoch ins Bügelzimmer, tief Luft holen und anklopfen.

KLOPF. KLOPF. KLOPF.

Ich höre ein Seufzen und drücke die Klinke.

"Geschlossen!", ruft Mr Doorman.

Ich mag nicht diskutieren (schlechter Tag, heute). Also kehre ich der Tür den Rücken zu.

"Warten Sie!"

Noch ein Dreher. Mir wird schwindlig. Noch viel schwindliger wird mir, als ich Mr Doormans leichenblasses Gesicht sehe.

"Um Himmels Willen!", entfährt es mir. "Soooooo schlimm?"

Er nickt. Ich suche mein Fingerspitzengefühl, kann es aber nicht finden. "Ist es wegen Frau DiVa?", frage ich deshalb unverblümt direkt und werde noch eine Spur direkter, "und ... ähm ... dem, was sie über Sie gesagt hat?

Schneller als eine Ampel wechselt die Hautfarbe auf tiefstes Rot. Oha. Das könnte schwierig werden.

"Darf ich reinkommen?", frage ich.

Er nickt.

Wir verschwinden im Bügelzimmer. Ich fürchte, das könnte länger dauern. Bis dann.

Ihre Frau Zappadong