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Erfrischende Kundengespräche

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Als Unternehmerin bekommt man (auch wenn man nicht ans frauen kmu forum st. gallen geht) immer wieder per Telefon Angebote, man könnte doch hier, dort und anderswo Werbung platzieren.

Genau so einen Anruf bekam ich heute Morgen. Eine Frauenstimme stellte sich vor, wobei alles, was ich verstand, das Wort "DVD" war. Ich wusste schon bei der Erwähnung dieser drei Buchstaben, dass die Dame mir für keinen einzigen Rappen Werbung verkaufen kann. Nur, ich kam nicht dazu, ihr das zu sagen.

Sie schnetzelte ohne Punkt und Komma das ganze Angebot runter, wobei ich den Verdacht nicht los wurde, dass sie selber nicht so genau weiss, was sie mir nun verkaufen möchte. Nicht ein einziges klitzekleines Päuschen legte sie ein. KEINS.

Also liess ich sie reden, hörte ihr zu, wie sie von Flachbildschirmen zu Kinos hüpfte, mir drei davon aufzählte und dann zur Animation wechselte und am Schluss etwas von einem guten Angebot sagte. Leider habe ich nicht auf die Uhr geschaut, aber ich denke, eine Minute hat sie mindestens nonstop geredet.

Dann war tatsächlich ich dran. Ich lachte erst einmal. Und sagte: "Liebe Frau, so verkaufen Sie niemandem gar nichts."
Sie wollte das Gespräch sofort beenden, doch dazu hatte diesmal ich keine Lust. "Ich hätte Ihnen nach zwei Sekunden sagen können, dass ich bei Ihnen keine Werbung buche."
Die Dame wollte auflegen, aber ich war fies und redete ihr einfach in die Verabschiedung hinein. "Wenn Sie ein Kundengespräch führen wollen, müssen Sie mit dem Kunden reden und ihn nicht zutode quasseln."
Worauf sie ziemlich düpiert meinte: "Aber ich muss Ihnen doch erst einmal das Angebot vorstellen."
Nun, Kundengespräche kann man entweder führen oder nicht. Diese Frau (die bestimmt sehr nett ist), sollte sich erst einmal ein paar Basiskenntnisse aneignen, am besten tatkräftig unterstützt von ihrer Firma. Schliesslich wollen die was verkaufen (was genau, weiss ich leider nicht).

Frau Zappadong

5 Kommentare:

Ugugu said...

Ein Grundübel der "professioneller" Telemarketer ist vielleicht die "jeder-ist-ersetzbar"-Philosophie die dahinter steckt. Der Kunde genauso wie der Mitarbeiter im Callcenter. Alles was es dazu braucht ist ein Leitfaden, um jede Gegenfrage, jeden leisesten Zweifel in Grund und Boden zu texten.

Meine Erfahrung: Jeder Biobauer, der seine Produkte via Telefon verkauft, macht das intuitiv besser. Vielleicht müssten Cablecom, Orange, Tele2 und all die anderen Telefonterroristen mehr Biobauern einstellen?

Zappadong said...

Wenn jemand meine Firma so repräsentieren würde wie die Dame heute morgen, würde ich den Laden dicht machen.

Ich verstehe nicht, dass Firmen, welche auf diese Art übers Telefon verkaufen, nicht merken, welchen Schaden sie da anrichten.

Es gibt nämlich auch solche, die machen das echt gut. Das führt dann ein- bis zweimal im Jahr dazu, dass ich sage "okay, kommen Sie vorbei." Und meistens sind diese persönlichen Kundengespräche dann richtig gut - und führen zu Abschlüssen.

Und nein, sprechen Sie mich jetzt in diesem Zusammenhang NICHT auf unsere Webseite an. Wir kennen deren Schwächen (die wir persönlich fast ein bisschen als deren Stärken betrachten, weil es keine dieser so hochprofessionellen Dinger ist, die alle gleich aussehen, nämlich in erster Linie professionell).

Frau Zappadong.

Frederik Weitz said...

Ich würde dich gerne anrufen und dir ein paar Wörter verkaufen, die in deinem Blog noch fehlen, zum Beispiel: "territorialer Abgrenzungsgesang" (den ich bei einem Herrn Uexküll zum Lesen vorfand), oder auch "wiederkehrende Krisenbefriedigung" (wie ein liberaler Politiker, wohl eher neoliberaler, als Schlagwort gegen die politischen Unruhen durch Verarmung bereit hielt), und vielleicht wäre ein "golden slueszelin" auch noch als monetärer Gegenwert in deinem Poatmonä drinnen.
Vielleicht kann ich ein Kundengespräch führen, das dich woll hund gans zufriedenstellt.
Dein Fredi aus der Hauptstadt

Zappadong said...

Lieber Frederik

Ich versuchte heute Morgen erfolglos drei Tickets für ein Konzert zu kaufen. Am offiziellen Schalter des Veranstalters "Ticket-Corner". Dabei wäre ich schon froh gewesen, wenn jemand auch nur ein Wort gesagt hätte. Oder wenn jemand von den Herumwuslern an den Schalter gekommen wäre. Nach erfolglosem Warten bin ich ohne Tickets wieder gegangen, habe aber einen Zettel hinterlassen mit der Nachricht: "Danke für den Super Service." Als ich nach zwei Stunden erneut vorbeiging, lag der Zettel noch dort, wo ich ihn abgelegt hatte. Dafür bekam ich dann meine Tickets - und der Verkäufer guckte irritiert ob meiner an den Tag gelegten Unfreundlichkeit.

Deine Frau Zappadong aus Buchs/SG (der Ticket Corner in der Schalterhalle der SBB ist NICHT zu empfehlen)

Frederik Weitz said...

Tja, Ticket-Corners sind eben noch keine Nut-Corners, die man mit leckeren Honey-Online kaufen kann (Online ist, wie ich gerade aus meinen Englischkenntnissen herausgekramt habe, der Aufstrich, ein Hund natürlich, wer bei Online-Sex an Aufstrich-Sex denkt). Da kann man nur sagen: 's is Suisse is (aber ob ich dir damit nicht zuviel zumute - vielleicht Augen schließen und von Herrn Doorman rasch vorlesen lassen).
Dein Hauptstadt-Fredi