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Heute morgen beim Zeitunglesen ...

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... hat mich der Tagi doch gleich mehrmals überrascht. Positiv überrascht.

(Zwischenbemerkung an titus: Das Abo läuft immer noch ...)

Allen voran Constantin Seibt mit seiner Meinung zum WEF in Davos ("Schwindsüchtige in Davos"). Den Artikel habe ich online leider nicht gefunden, finde aber, dass er es wert ist, sich die Zeitung zu kaufen. Seibt bringt sehr vieles sehr gut auf den Punkt - ein Journalist in Hochform. Ebenfalls nicht online gefunden habe ich den köstlichen Artikel von Edgar Schuler über den Zürcher Wahlkampf um das Stadtpäsidium ("Machos markieren"). Zusammen mit Seibts Artikel ein weiterer Grund, sich die Zeitung zu kaufen oder eine der liegengebliebenen auf dem Zug / im Restaurant zu schnappen und auf Seite 9 zu öffen.

Auch nicht ohne, und sogar online zu finden: Der Artikel von Wirtschaftsredaktor Bruno Schletti. Der Mann bringt es so schlitzäugig auf den Punkt, dass es eine Freude ist.

An solchen Tagen - mitten in einer Woche, die man bis jetzt in jeder Beziehung rauchen kann - ist so eine Zeitung ein Hoffungschimmer. Ist doch noch nicht alles verloren?

Ihre Frau Zappadong

7 Kommentare:

Titus said...

Also den dritten Artikel, welcher auch online zu finden ist, fand ich nun nicht so toll.

Aber ich will gerne glauben, dass die anderen beiden, nicht online-verfügbaren Artikel gut sind - was zum Verdacht führt: Die guten Stories in der Print-Ausgabe, alles andere in beidem...

Dass das nicht das gelbe vom Ei ist, zeigt sich daran, dass ich dem Aufruf, die fragliche Ausgabe zu kaufen, heute nicht mehr nachkommen kann...

Zappadong said...

Mir hat er gefallen, weil er so hinterfotzig ist :-)

Und: Mit irgendwas muss man die Printausgabe ja noch verkaufen ...

Herzliche Grüsse

Frau Zappadong

Anonymous said...

Wie kann einem etwas gefallen, das "hinterfotzig" ist?

Zappadong said...

Eigentlich hasse ich hinterfotzig. Aber wenn einer Journalisten einlädt, um ihnen "off the record" Dinge zu erzählen, die er am Vortag der Sonntagspresse grosszügig verraten hat, plus wahrscheinlich noch ein paar Dinge, die er nicht in der Zeitung sehen und lesen will, dann ... dann ist Zeit für einen absolut hinterfotzigen Artikel. Je hinterfotziger desto besser. Nach dem Motto: Drastische Frechheiten verlangen nach drastisch frechen Antworten.

Ich erinnere in diesem Zusammenhang auch an die Pressekonferenz des Coop-Häutlings, zu der Journalisten an einem Sonntag in eine Coop-Filiale eingeladen wurden, um etwas zu erfahren, was sie seit Tagen wussten. Da hätte ich als Journalist wesentlich härter berichtet als es dann tatsächlich getan wurde.

Ihre - manchmal - unversöhnliche

Frau Zappadong

FEW things said...

Ich sehe das halt schon etwas anders. Wer hinterfotzig auf Hinterfotzigkeit reagiert, ist nicht besser. Man könnte es auch erweitern: Wer auf Gewalt mit Gewalt reagiert, setzt sich ins gleiche gewaltbereite Boot. Hinterfotzigkeit ist so etwas wie "psychologische Kriegsführung", ist auch eine Form von Gewalt, gegen die man sich selten wehren kann.

Gerade du als engagierte und sozial verantwortungsvolle Inhaberin und Leiterin eines KMU-Unternehmens sollte meines Erachtens etwas anderes vorleben, mindestens auch gegenüber den Mitarbeitern und den SchülerInnen deiner Schule.

Würdest du Hinterfotzigkeit eines Mitarbeiters oder eines Schülers mit Hinterfotzigkeit quittieren? Wohl kaum. Oder passt Hinterfotzigkeit heute zu einem aufstrebenden erfolgreichen Unternehmen? Ist Hinterfotzigkeit ein Erfolgserlebnis? Ist das Usus? Ich hoffe nicht.

Herzliche Grüsse
FEW things

Zappadong said...

Lieber FEW

Um erst einmal eine klare Antwort zu geben: Nein, Hinterfotzigkeit passt zu keinem Unternehmen.

Damit wäre der einfachere Teil erledigt. Nun zum Komplizierteren.

In unserer Schule ist der Umgangston in der Kinder- und Jugendabteilung sehr locker ... und ich mag schrägen Humor und totale Offenheit. Da kann es schon mal vorkommen, dass ein Teenager im Unterricht einen total hinterfotzigen Spruch laufen lässt - auf den ich genau so hinterfotzig antworte. Dann lachen wir beide und gut ist. (Keine Angst, auch bei mir gibt es Grenzen).

Um meine Angestellten und meine Kunden brauchst du keine Angst zu haben - unser Umgang basiert auf gegenseitigem Respekt und dem in heutigen Zeiten etwas altmodisch gewordenen Anstand (wobei es auch hier Grenzen gibt).

Hier im Zappadong-Blog ist die zugespitzte Hinterfotzigkeit zum Teil ein gezielt eingesetztes Stilmittel - im satirischen Sinne. Man kann damit etwas genau auf den Punkt bringen (und exakt das hat der Journalist in diesem Artikel getan - er hat dem Veranstalter der Off-the-Record Pressekonferenz einen Spiegel hingehalten).

Und ja, doch: Gewissen Frechheiten darf man frech begegnen. Wenn mich jemand so verarscht, wie diese Journalisten verarscht worden sind, dürfen sie durchaus mit sehr spitzer Feder darüber berichten. Auch mit einem Schuss Hintefotzigkeit. Es ist nicht unsere erste Menschenpflicht, als anderer Leute Fussmatte zu enden und uns alles gefallen zu lassen.

Ich plädiere dafür, in solchen Fällen mit offenen Worten zu reagieren - und kann mich durchaus auch für eine satirische Hinterfotzigkeit begeistern, wenn etwas allzu bunt getrieben wird.

Ebenfalls herzliche Grüsse

Frau Zappadong

FEW things said...

Liebe Zappadong

Oder könnte es auch "Zappadoing" heissen?

Deine Ausführungen in Zusammenhang mit Satrire und Stil kann ich gut nachvollziehen und auch zustimmen. Ich reagiere (auf meinem Blog und auch sonst) ja auch in ähnlicher Art und Weise. Und mache dann immer wieder die Erfahrung, dass mir eine solche Reaktion schaurig übel genommen wird. Folgedessen werde ich dann auch gerne mal übel beschimpft und kritisiert. Ohne dass die merken, dass ich auch über Solches müde lächelnd darüber hinweg sehen kann. Ist doch auch menschlich...

Nur so nebenbei: FEW ist das Gegenteil von WEF...

Herzliche Grüsse
FEW things