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Sch(m)erz

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Die Klatschkolumnistin H.S. ist ihrer Kolumne entsprungen und durfte aus gegebenem Anlass (der Herr Marcel Ospel ist Vater geworden), auf der Kehrseite des Tagi einen Artikel schreiben.

Für Uneingeweihte: Die "Kehrseite" ist der Boulevardteil des Tagi, wo Klatsch und Tratsch ausgebreitet und Sensationsnachrichten verbreitet werden. Ja, so was liest Frau Zappadong gerne, diese trivialen Häppchen zwischendurch (beim Frisör lese ich mich begeistert durch Gala und Bunte).

Aber auch das Triviale hat eine Sch(m)erzgrenze. Ein paar Müsterchen gefällig? Ich zitiere aus der Kehrseite des Tages Anzeigers vom 10. Januar 2009:

"Zwei Kinder hat er aus der zweiten Ehe mit einer Frau aus der besseren Basler Gesellschaft ... A.O. ist Hydro-Ingenieurin und gilt als sehr tüchtig .... kommt aus bescheidenen Verhältnissen"

Nun ist es so, dass die Frau von Herrn O. nicht zu den mehrbesseren Bodmers gehört und nicht mit ihnen verwandt ist, obwohl sie auch so heisst. Wo ich herkomme, nennt man die mehrbesseren, die meinen Familiennamen tragen, die "Oaramarggni" (die mit den Ohrenmarken) - und ich gehöre zu der Sorte ohne "Oaramargga". Aber, wir schweifen hier ab. Also, zurück zum Artikel:

"Für die Familie Bodmer ist das wichtig."

Ich muss nochmals kurz für eine oder zwei Anmerkungen unterbrechen: Gemeint ist damit, dass die Frau von Herrn O. nicht aus dem Clan der mehrbesseren Bodmers stammt, sondern zum Pöbel gehört, denn ihre Mutter hat es nur zur Gemeindepräsidentin gebracht, worüber man nun die Nase rümpfen kann, wenn man will. Weil:

"Die Familie Bodmer hätte bestimmt keine Freude, wenn eine ihrer Töchter in Liebesdingen einen so unsteten Mann wie M.O. heiraten würde."

Entschuldigung, noch eine Anmerkung: Stimmt, viel besser ist einer mit einem strahlenden Gebiss und einem Porsche mit einer vierstelligen Nummer. Aber das wollten Sie ja gar nicht wissen, gell? Deshalb:

"Über M.O., den Golddigger, rümpft man die Nase ... er ist eine nicht mehr gern gesehene Person."

Nun, solche Artikel lassen sich ja herrlich verblogwursteln - aber in der Zeitung lesen will ich sie nicht. Da erscheinen sogar Gala und Bunte plötzlich wie literarische Meisterwerke. Ausserdem höre ich - aber vielleicht irre ich mich ja und H.S. hat zu den Satirikern gewechselt - eine happige Portion Standesdünkel heraus. Nun, wenn ich Glück habe, ist ja alles weniger Schmerz und viel mehr ein Scherz.

Ihre Frau (aua) Zappadong

1 Kommentare:

Titus said...

Gnädigste Frau Zappadong

Endlich schaue ich wieder einmal in Ihrem Blog vorbei (ich weiss, eigentlich eine Sünde, das nicht täglich zu tun) und stelle erschreckend fest: Sie haben den Tagi immer noch nicht abbestellt?!? Oder sind das die letzten Ausgaben bis zum Auslaufen des Abos, die Sie da noch lesen?

Gespannt auf Ihre Antwort wartend grüsse ich Sie freundlichst
Titus

P.S. Ich kann Ihnen bestätigen: Es gibt ein Leben ohne Tagi! :-)