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Bal al'üna und die Filmförderung

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Zappadong-Hausen ist kulturell gar nicht so ausgetrocknet, wie Sie vielleicht denken. Fünf Gehminuten vom Zappadong-Gebäude wohnt der Filmemacher Kuno Bont. Dessen Film Bal al'üna, ein Dokumentarfilm über die legendäre Bellaluna-Wirtin Paula Roth, läuft seit einer guten Woche im lokalen Kino, auf halber Distanz zwischen Zappadong-Hausen und dem Heim von Kuno Bont (ja, die Welt ist klein in Zappadong-Hausen).

Lassen wir das Geographische beiseite und kommen zum Wesentlichen. Bal al'üna ist ein ruhiger, unaufgeregter Film mit Mut zu längeren Bildsequenzen. Die dokumentarische Spurensuche in Paula Roths Leben kontrastiert mit nachgestellten Szenen über den Mord an der Bellaluna Wirtin und dessen Auflösung. Ein starker Film, der in den Bann zieht.

Ein Film auch, der in unserem Kino so manchen Kassenschlager auf der Strecke lässt (es mussten Leute nach Hause geschickt werden), genau so wie kürzlich der Film Schönheiten des Alpsteins.

Trotzdem. Weder Bal al'üna noch Schönheiten des Alpsteins kamen in den Genuss eidgenössischer Filmförderung (immerhin wurde Bal al'üna an den Solothurner Filmfestspielen gezeigt). Kuno Bont, das liebenswerte Schlitzohr, hat das im Abspann seines Filmes erwähnt, im letzten Satz, der über die Leinwand flimmert.

Mr Doorman und ich haben uns auf Spurensuche begeben (was der Kuno kann, können wir auch) und sind zum - zugegebenermassen nicht nachweisbaren - Schluss gekommen, dass die Schweiz kurz nach Zürich aufhört. Kulturell, politisch, verkehrstechnisch. Das Rheintal ist die Pampa im Niemandsland, höchstens in den Schlagzeilen wegen der höchsten Anzahl Kurzarbeiter in der ganzen Schweiz. Oder als Grenzposten zum Liechtenstein (da filmt dann jeweils das Schweizer Fernsehen irgendwo vom liechtensteinischen Triesnerberg in die Ebene, erwischt das Rheintaler Panorama und verklickert es den Zuschauern als Bildmaterial über Liechtenstein - zum Brüllen).

Grüsse aus der Pampa

Frau Zappadong

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