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Prioritäten setzen oder Kotzen für Fortgeschrittene

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Sie dürfen gerne eine Bank an die Wand fahren. Kein Problem.

Aber bitte rechnen Sie nicht mit einem bezahlten Pflegeurlaub, wenn ihr Kind todkrank ist. Denn "Gerade in der derzeit schwierigen wirtschaftlichen Lage dürften Arbeitgebern und -nehmern nicht noch mehr Kosten aufgebürdet werden" (Erika Forster, Ständerätin)

Ausserdem:

"verpflichtet das Arbeitsgesetz den Arbeitgeber, bei der Festsetzung der Arbeits- und Ruhezeiten auf die Familienpflichten seiner Mitarbeiter Rücksicht zu nehmen und wenn nötig eine Arbeitsbefreiung von bis zu drei Tagen zu gewähren. " (Quelle: nachrichten.ch)

Ihr Kind todkrankes Kind soll also entweder gefälligst in drei Tagen gesund werden oder dann halt alleine sterben. So what? Hauptsache, wir retten die UBS.

Und sowieso:

"Die Einführung eines bezahlten Pflegeurlaubes oder eines Taggeldes würde zudem zu einem «schleichenden Ausbau des Sozialversicherungssystems» führen, den sich dieses keinesfalls leisten könnte, sagte Alex Kuprecht (SVP/SZ)." (Quelle: nachrichten.ch)

Nein, wir können es uns in der Tat nicht leisten, unseren schwerkranken Kindern beizustehen. Lassen wir sie also einsam abkratzen. Zum Wohle der Gesellschaft. Und im Namen unserer unterstützungswürdigen Banker.

PS: Ich kenne eine Familie, deren dreijähriges Kind sechs Monate lang um sein Leben gekämpft hat. Ich weiss, was sein Vater durchgemacht hat, weil er "arbeiten gehen sollte." Er hat schlussendlich seinen Arbeitsplatz verloren. Weil er sein Kind nicht alleine sterben lassen wollte.
Und dann kommt ein Ständerat und beschliesst einen solchen Sch....

Liebe Zappadong-Besucher: Manchmal könnte ich kotzen beim Lesen von Nachrichten. Und manchmal könnte ich noch viel mehr als nur kotzen. Jetzt zum Beispiel gerade.

2 Kommentare:

Fischer said...

Viel mehr als nur kotzen wird bald schwer in Mode kommen, vermute ich.

Der Vertrag, der den sozialen Frieden sicherstellt, ist einseitig aufgekündigt worden. Es ist im Grunde nur eine Frage der Zeit, bis sich die Einsicht durchsetzt, dass Gewaltfreiheit von Seiten der Mehrheit keine Selbstverständlichkeit ist, sondern Teil dieser Vereinbarung.

Hausfrau Hanna said...

Als ich diesen Beitrag las, liebe Frau Zappadong,
spürte ich die Wut in mir hochkochen. Und ich versichere Ihnen, das waren nicht die Wechseljahre!
Auf Ungerechtigkeiten gegen die Schwächsten und Bedürftigsten unserer Gesellschaft reagiere ich heftig. Das habe ich noch nie ertragen. Noch nie!
Manchmal, so wie jetzt eben, habe ich es satt, mir Solches anhören zu müssen von Parlamentariern, die sich gern und immer in der Nähe des 'Erfolgs' und der 'Erfolgreichen' sehen und ablichten lassen und dabei stets auf der Hut sind vor möglichen Anliegen und Bittstellern aus der Bevölkerung(den Begriff 'Volk' überlasse ich gern andern...).

Es grüsst Sie
Ihre Hausfrau Hanna