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Selbstversuch Twitter

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Ich finde Twitter ja den letzten Schrott. Noch schlimmer als Handys (die mag ich auch nicht - bin froh, wenn ich nicht telefonieren muss).

Und deshalb wollte ich beim Bugsierer mit scharfer Feder (na ja, scharfer Tastatur) einen Kommentar schreiben zur Anzahl Follower. Von wegen: Noch ein Sch****vergleich. Genau wie Blogstatistiken, Technorati- oder Google- oder sonst ein Ranking. A-Blogger, B-Blogger, Würstchenblogger. Und jetzt A-Twitterer, B-Twitterer und ... keine Ahnung wie man den bedeutungslosen Rest nennt.

Und dann wollte ich noch schreiben, dass es absolut saudoof ist, irgendwelchen Leuten hinterherzulesen, um zu erfahren, dass sie im XYZ ein sackteures Croissant (auf gut Deutsch ein Gipfeli) zu sich genommen haben oder dass sie jetzt grad in St. Moritz sind und den Boris Becker leibhaftig gesichtet haben.

Sprich: Es sollte ein vor Ironie triefender Beitrag werden.

Was mich gehindert hat? Der Bugsierer meint, man solle die Klappe halten, wenn man nicht mindestens drei Monate getwittert hat. Also habe ich beim Bugsierer die Klappe gehalten, mir ein Twitter-Konto eingerichtet und es mir nicht verkneifen können, hier in Zappadong-Hausen, meinem eigenen Gefielde, die Klappe aufzureissen.

Ich denke nämlich, dass mir dieses Twitter-Dingens am Allerwertesten vorbeigehen wird, genau wie Facebook, wo ich einen Monat lang versucht habe herauszufinden, was der Witz daran ist, und mich dann abgemeldet habe (unter anderem weil es mich nicht die Bohne interessiert, wer jetzt gerade was wo macht).

Nun, ich twittere jetzt also meinen Alltagsschrott in der Gegend herum. Wahrscheinlich werde ich auch in drei Monaten beim Bugsierer keinen Kommentar schreiben können, weil ich keinen einzigen Follower habe (ähm, wer will schon lesen, was die Frau Zappadong gerade so macht?).

Bugsierer, der Kommentar zu deinem Eintrag folgt in drei Monaten.

Frau Zappadong.

7 Kommentare:

bugsierer said...

liebe frau zappadong, das ist aber eine grosse überraschung, dass sie sich auf meinen rat hin einen twitter account geangelt haben. gratuliere. und schon 9 follower... boah... ich bin fast sicher, dass sie, falls sie ihren selbstversuch einigermassen seriös abhandeln, viel spass an twitter bekommen werden.

vergessen sie auch nicht, da und dort mal ein wenig sekundärliteratur über twitter reinzuziehen, gibts in vielen blogs zu hauf und ist hochspannend.

als wortarbeiterin wird sie sicher auch die form faszinieren: in 140 zeichen etwas nichtschrottiges sagen. gar nicht so einfach, und ein sinnvolles training für schreiberlinge aller couleur.

was sie verkennen: twitter ist nicht der schrottkanal, für den sie ihn halten. sie können dieses vorurteil zwar locker beweisen, indem sie nur schrottpeople followen. sie können aber auch interessanten, witzigen und charmanten menschen followen, die ab und an spannende links oder träfe sprüche posten, und, klar, banale sachen aus dem leben. tun wir ja im real life auch, oder? oder erzählen sie den ganzen tag nur wichtiges und relevantes zeug? eben.

facebook haben sie ein wenig zu früh gekickt, finde ich. solchen sachen sollte man mehr zeit und weniger vorurteile geben. kürzlich wurde ja erstmals ein kriminalfall via facebook gelöst. sowas könnten sie doch mal in einen ihrer jugendkrimis einbauen. mit anderen worten: in wenigen jahren werden sie nicht mehr darum herumkommen, solche sachen in ihre geschichten einzubauen, weil sie zum leben gehören wie der kühlschrank und das büchergestell. im übrigen muss man facebook nicht jeden tag stundenlang anschauen und ich habe schon den einen oder anderen alten kontakt dort wieder auffrischen können, was sehr erfreulich ist.

wie auch immer: ich freue mich auf ihren kommentar in drei monaten.

Sam said...

Sind wir nicht alle noch im Selbstversuch? :-)

Bin schon seit einigen Monaten bei Twitter mehr oder weniger (bzw immer mehr) aktiv und obwohl ich schon einige gute Tipps, Antworten, hilfreiche Links und interessanten Begegnungen am Twitterbier erhalten/erlebt habe, würde ich mich als "noch in der probephase" bezeichnen.

Natürlich ist nicht jede Web-Plattform für jeden relevant. Wer keine "Kontakte dritten Grades" online pflegen will, braucht Facebook wohl nicht, wer sich nicht um die laufende Diskussion kümmert, wird Twitter nicht brauchen. Und das ist gut so.

(was dann aber nicht generell heisst: Plattform X in all seinen Nutzungsformen ist Hafechäs)

Annubis said...

Nun ich bin auch ein relativ neuer Twittervogel. Habe vor knapp 2 Wochen entschieden, dass ich ned über Twitter motzen darf solange ich es nicht ausprobiere. Gesagt- getan.

nun es stimmt schon, es gibt sicher 95% der twitterkanale die nur dünnschiss produzieren. aber die restlichen 5% die sind es auf die es drauf ankommt. zb hätte ich ohne einen twitterkommentar nie hier auf ihren blog gefunden. hat ja schon mal ein vorteil oder?

nun ich bin auch ned wirklich von twitter überzeugt, aber ich mach mal ein paar wochen weiter. mal guggen was passiert.

nun facebook darf man aber nicht mit twitter vergleichen. ich selbst habe dank facebook viele uralte freunde wiedergefunden und darum bin ich ein fan von FB.

für ihren blog weiterhin alles gute. ich knall mir ihr feed gleich in mein feedreader...

lg Annubis

Titus said...

Ich sag nur eins: Twitter ist ein Begehren und keine Notwendigkeit...

Matthias said...

Wie heroisch! Ich bin sprachlos, zutiefst gerührt. Frau Zappadong, falls Sie diesen gefährlichen Selbstversuch nicht überstehen sollten, werde ich eine Gedenkmünze twittern.

Zappadong said...

Lieber Matthias

Könnten Sie das wiederholen? Ich lasse es mir dann in den Ohren vergehen! H.E.R.O.I.S.C.H. So hat mich noch niemand betitelt. Geht runter wie Öl. Bekomme ich jetzt auch eine Tapferkeitsmedaille?

In freudiger Erwartung einer Auszeichnung

Frau Zappadong

bugsierer said...

hallo frau zappadong, wollte nur sagen, dass es dann im fall in ein paar tagen soweit ist. ;-))