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Zu alt!

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Machmal schlägt einem das Leben seine Wahrheiten aus heiterem Himmel um die Ohren. Heute zum Beispiel.

Ich bin zu alt.

"Der Kanton St.Gallen nominiert für den Kurzgeschichtenwettbewerb zwei Kandidatinnen oder Kandidaten, welche noch nicht 40 Jahre alt sind und im Kanton St. Gallen wohnen oder einen klaren Bezug dazu haben. " (Gefunden auf der Webseite des AdS)

Das alleine wäre ja frustrierend genug. Aber nein, es geht noch weiter. Von einer in die Jahre gekommenen Gumsel wie mir erwartet kein Mensch mehr literarische Höhenflüge, geschweige denn vorhandenes Potential zur Entwicklung. Und selbst die Hoffnung verflüchtigt sich für solche alten Schachteln wie mich.

"Seit 1991 verleiht die IBK jährlich Förderpreise in der Höhe von zehntausend Schweizer Franken in wechselnden Sparten. Damit sollen junge Kulturschaffende gefördert werden, die bereits auf sich aufmerksam gemacht haben und zur Hoffnung Anlass geben, bei denen mittels einer Förderung " zur rechten Zeit" eine substantielle Entwicklung des künstlerischen Schaffens zu erwarten ist." (Den ganzen Text gibt es hier)

Bevor ich also weiterhin mit abgearbeiteten, schwielgen Zitterhänden Kartoffeln sortiere, die ich ohne starke Lesebrille nicht sehe - einzeln, weil zwei zu schwer sind für Greisinnen wie mich - lege ich die Ausschreibung auf den Schreibtisch meiner Tochter Zap. Aber wer weiss, vielleicht ist die ja zu jung.

Frau Zappadong

4 Kommentare:

Hanspeter Gautschin said...

Nichts, auch gar nichts Neues in der 'Förderkratie'. Seit Jahrzehnten die gleichen Formulierungen bei den Ausschreibungen. Pure Konservierung der Fördertradition. Was soll's...

Titus said...

Ich würde mich trotzdem anmelden und zum Alter Folgendes angeben:

Im Kopf: 36
Im Herzen: 25
Im Pass: xy
Nach dem Lesen Ihrer alterdiskriminierenden Förder-Kriterien: 89

Zu verlieren hast Du ja nichts, oder?

Zappadong said...

Lieber Titus

Genau das werde ich tun :-)))))

(Ich habe irgendwo noch ein paar literarisch absolut belanglose Kurzgeschichten aus vergangenen Tagen herumliegen. Mischen wir den Laden also etwas auf!)

In diebischer Vorfreude

Frau Zappadong

Jutta said...

Es geht aber auch anders. In der Ausschreibung der Landesregierung Schleswig-Holstein für ein neues Stipendienprogramm steht ausdrücklich:

Eine feste Altersgrenze gibt es für die Stipendien nicht. "Auch Künstler, die erst in späteren Jahren zu ihrer Berufung finden, gelten uns als junge Kunstschaffende", erläutert der Chef der Staatskanzlei, Staatssekretär Heinz Maurus. "Entscheidend ist, dass die Bewerber noch nicht auf eine jahrzehntelange Karriere zurückblicken und wir Entwicklungspotenzial erkennen können". (siehe http://tinyurl.com/mw5d4u).

Die Idee von Titus finde ich super!