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Bauchnabelschau

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Gestern, als ich vom Arbeiten nach Hause kam, lief im TV der Schweizer Kanal mit irgendeiner doofen Sendung (ich will gar nicht wissen, welche). Da sass die Moderatorin in einem ziemlich schnieken Flugzeug, so ein kleines Ding mit dem man ganz dolle Loopings und andere Kunststücke machen kann.

Also, sie sass hinten und aus dem Off hörte ich in ungefähr 3 Minuten ungefähr 10 Mal, wie mutig, tapfer, cool und mutig (ähm, ich glaube, das hatten wir schon) ... na ja ... nach diesen drei Minuten hatte ich genug gesehen und gehört und ging in die Küche zur Kaffeemaschine.

Später nahm ich einen neuen Anlauf. 10 vor 10. Da leitete der Moderator einen Beitrag über irgendwelche coolen Typen, die in der Wüste einen Geschwindigkeitsrekord aufstellen wollen, mit einem Filmausschnitt über sich selbst ein, wie er auf irgendeinem total cool sein wollenden Irgendwaszwischentöffundpickup durch die Staaten fuhr. Ich schlurfte zurück zur Küche und suchte im Kühlschrank nach Irgendetwasdasnichtzuvielekalorienhat.

Als ich dann heute Morgen zum umpften Mal im Kulturteil meiner Tageszeitung (die nicht mehr lange meine Tageszeitung ist, weil das Abo im Januar 2010 tatsächlich doch noch ausläuft) absoluten Schwachsinn über das Filmfestival in Venedig lesen musste, geschrieben aus der Sicht einer weiteren coolen Bauchnabel- statt Filmexpertin, hatte ich die Schnauze voll und begab mich zu Mr Doorman ins Bügelzimmer.

"Zeigen Sie mir doch mal IHREN Bauchnabel", bat ich.

Mr Doorman öffnet die Knöpfe seiner schnieken Uniform, dann die Knöpfe seines schnieken Hemdes ... und zum Vorschein kam ein wirklich cooler Bauchnabel. Cool vor allem, weil er weder spricht noch schreibt, sondern still vor sich hinbauchnabelt und mich weder TV- noch Abogebühren kostet.

PS: Grüsse von Mr Doorman. Er findet genau wie ich, dass die Freitag-Tasche in irgendeinem Film in Venedig nun wirklich keine Erwähnung wert gewesen ist. Aber eben ... was verstehen er und ich schon von Medien.

PPS: Merke: cool ist nicht gleich cool. Und nein, dieser Beitrag ist nicht von einer Eiscremefirma gesponsort.

Frau Zappadong

3 Kommentare:

Titus said...

Vom fraglichen Einstein-Beitrag hatte ich in der Vorschau gehört, den 10vor10-Beitrag hatte ich aber tatsächlich gesehen.

Anfänglich dachte ich: Oh nein, schon wieder ein paar Jungens, die Benzin trinken. Doch nein, hey, die Boys füllen da Bio-Ethanol rein. Cool, nicht?

Die Sache hat nur einen Haken: Der neuartige Treibstoff wurde glaube ich nur gerade einmal erwähnt. Irgendeine Aussage darüber, dass man mit so Bio-Sprit die gleiche Leistung erbringen könne, erhoffte man sich vergebens. Es lag ja an der Carrosserie - oder vielleicht doch an einer nicht ganz angezogenen Schraube?

Wie auch immer: Ich will jetzt mal die Knöpfe dieser schnieken Uniform sehen, bitte.
;-)

bobsmile said...

@Irgendwaszwischentöffundpickup
Muhahaha, das ist gut, klasse Frau Zappadong, der Mann fährt in USA auf einem quietschentengelben Trike rum.
Ok, ich bin auch Motorradfahrer und versuche möglichst "vernünftig" meinem Hobby zu frönen. (Ausfahrt in den Arbeitsweg einbauen und so.)

Aber zurück zum Thema.
Der Beitrag schaffte es (Umweltschutzpolitisch korrekt) nur dank diesem Biosprit ins SF1.

Aber ich weiss nicht was unser Veteran Egli in seinem Seitenwagen getankt hatte, dass er die 200 Meilen schaffte.

So oder so, geradeausbolzen ist eigentlich ein bisschen langweilig, oder?

Zappadong said...

Lieber Bobsmile

Die Rekordfräser in der Wüste fand ich noch ganz witzig (abgesehen davon, dass ich nicht so recht wusste, was die in einer Nachrichtensendung zu tun haben, aber eben 10 vor 10 ist ja bekanntermassen Infotainment), aber dass der Moderator den Beitrag mit Filmaufnahmen von SICH SELBST einleitete, war mir dann sogar für den Klapproth noch eine Nummer zu ausgelutscht. Der Mann wird immer mehr zu seiner eigenen Karrikatur.