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Dann wollen wir uns wieder einmal köstlich amüsieren - Wir haben eine Gewinnerin!

 Mr Doorman hat fleissig gerechnet. "Wir haben eine Gewinnerin!", sagt er.

Zur Erinnerung: Zappadong-Besucherinnen und Besucher hatten die einmalige Chance, an einem Gewinnspiel teilzunehmen. Viel wichtiger: Ich konnte mich amüsieren. Und zwar gleich dreifach. Erstens über mein Alter Ego, das sich einen Moment lang ausmalte, zu einem Geldbetrag zu kommen, der den Namen "Betrag" verdient.

(Zwischenbemerkung: Na ja, nicht wirklich. Alter Ego wusste im Voraus von Petra Ivanov, dass sie sich mit dem Geldsegen von Pro Litteris höchstens ein paar Packungen Erdnüsschen kaufen können würde.)

Zweitens über den Betrag, den ich dann wirklich witzig fand. Drittens - und das ist das Beste an der Sache - über Sie und mit Ihnen. Wie Mr Doorman es treffend ausdrückte: "Auf die Zappadong-Besucher kann man sich verlassen."

Zu Erstens: Mein Alter Ego muss weiterhin vom grossen Geldbetrag träumen.
Zu Zweitens: Ha, da müssen Sie schon bis zum Ende des Beitrags lesen (ein bisschen Spannung muss doch sein bei so einer Preisverleihung).
Zu Drittens - Ihnen: DANKE.
Folgen Sie mir zur Preisverleihung jetzt bitte über folgende Treppe:

Stufe 1: Anheuern würde ich bei Titus, denn bei dem gäbs am meisten Geld. Ich werde ihn deshalb als nächsten Präsidenten von Pro Litteris vorschlagen.
Stufe 2: Schuld sind die Minarette. Das sage nicht ich, sondern Jutta Wilke, die vermutet, die Abstimmungskampagne habe einfach zu viel Geld verschlungen. Da bleibe dann nicht mehr viel für Autoren. Wohin das Geld ist, weiss ich nicht, Frau Wilke, aber an gar allem sind die Minarette dann auch nicht schuld. Und ein bisschen mehr als 7 Euro haben tatsächlich rausgeguckt.
Stufe 3: ugugu ist ugugu. Scharf auf den Punkt mit einer runden Zahl. Immerhin wäre er grosszügiger als Pro Litteris.
Stufe 4: Gnörpf ringt mir am meisten Respekt ab. Der hat vor den 61 Seiten Regelment nicht kapituliert - bleibt dann aber leider genau so vage und undurchsichtig wie das Reglement selbst. Könnte es sein, dass Sie sich leicht verzettelt und verloren haben auf diesen 61 Seiten, Herr Gnörpf?
Stufe 5: Vorsicht! Esoterik! Himmel noch mal! Bobsmile! Wie können Sie! Esoterik ins Zappadong-Gebäude schleppen. Dummerweise funktioniert Ihre Esoterik hier drin genauso wenig wie im richtigen Leben. Nahe dran aber doch zu weit weg.
Stufe 6: Nix gäbe es von Phono. Damit liegt er noch ein bisschen weiter weg als der Esoteriker auf Stufe 5. Ich bewundere jedoch den Realitätssinn von Phono und schneide davon gerne eine Scheibe für mein Alter Ego ab.
Stufe 7: Bruder Bernhard haut mir seine Antwort wie immer scharf und ungeschminkt um die Ohren. Viel Schotter gibt es nicht. Womit er recht hat. Allerdings lupft er mich auf eine Idee. @ gnoerpf: Steht im Reglement irgendwas von Lesungenn (sorry, 61 Seiten sind mir zu viel).
Stufe 8: Am wenigsten verstehen tue ich Thomas. Der will keine Cookies. Ich meine, welcher vernünftige Mensch verzichtet schon freiwillig auf ein Guetzli???? (Ich erlaube mir, an dieser Stelle anzufügen, dass Thomas einen wirklich guten Filmblog führt - einfach dem Link folgen ...)
Stufe 9: Am zweitnächsten dran war Raumsinn. Ich werde den Preis genau so verjubeln, wie er es vorschlägt (und beim nächsten St. Gallen Besuch seiner Tochter ein Mitbringsel mitbringen).
Stufe 10 (und zweiter Trostpreis): Am Neugierigsten bin ich bei Hansjuri: Der muss bei mir um die Ecke wohnen. Kommen Sie vorbei und holen Sie sich Ihren Trostpreis ab (Preisübergabe nur bei persönlicher Abholung). Okay, okay, das ist nicht ganz fair, aber ich bin nun mal neugierig.
Stufe 10 (und erster Trostpreis): Am meisten gelacht habe ich bei der Antwort von BodeständiX. Er vermutet, dass nicht die Pro Litteris mir was schuldet, sondern ich ihr - für den administrativen Aufwand. Ich fürchte, das kommt der Sache ziemlich nahe. (Ich gestatte mir an dieser Stelle die Bemerkung, dass BodeständiX seinen Namen zurecht trägt - für den Chefposten bei Pro Litteris ist er damit aber wohl zu bodenständig).
Stufe 11 .... TATARATATA und TATARATATA erster Preis: PvC - oder etwas persönlicher Petra van Cronenburg. (@ Petra: Nein, ich habe nicht geschummelt. In dieser Welt schummeln genug andere, da braucht's mich nicht auch noch dazu). Sie tippte auf 25 Euro 68 Cents, was nach Brachialumrechnung von Mr Doorman (1,50 für den Euro) CHF 38.52 macht - je nach Feintuning der Berechnungsart etwas mehr oder weniger.

Und jetzt zur stolzen Auszahlungssume: CHF 34.90 für drei gemeldete Bücher (Man bleibt mit so einem Dingens ja 25 Jahre im Rennen - also gilt das von 2007 auch). Macht pro Buch CHF 11.6333....

Mr Doorman hat ausgerechnet, dass mein Alter Ego - wenn es dann mal 100 Bücher geschrieben hat - tatsächlich auf eine vierstellige Auszahlungssumme kommt. Und seit er das ausgerechnet hat, fragt er jeden Abend: "Haben Sie heute schon ein Buch geschrieben?"

Mir bleibt die Schlussrede: Danke fürs Mitmachen. Ihre Antworten wiegen die CHF 34.90 mehr als auf. Ich habe mich köstlich amüsiert.

Frau Zappadong

14 Kommentare:

PvC said...

Das war aber mal eine Preisverleihungsrede und wo ich noch nie in meinem Leben etwas gewonnen habe! (Auch nicht den Montblanc-Füller beim ersten und einzigen Kurzgeschichtenwettbewerb).
Dankedankedanke (Verbeugung unter Tränen)...

Tja, arme Frau Zappadong, wie kann ich Sie trösten? ICH hab ja geschummelt: Ich hab pi mal Daumen geschätzt, was es von der VG WORT so gäbe. Also muss ich nach diesem Ergebnis sagen: Es lohnt sich nicht, die Schweiz zu verlassen!

Obwohl das Ländli so viel kleiner ist und jetzt auch keine Minarette mehr bekommt, und obwohl die Leute wahrscheinlich mehr Schoki verkaufen als Bücher, wärst du als Emigrantin im großen deutschen Markt auch nicht besser dran. Da dürftest du dann sogar wie ich von diesem Beträglein nebst Steuern einen niedlichen "Soli" löhnen, um Straßen und Baumärkte in der ehemaligen DDR zu bauen!

Wie kannst du aber auch hoffen, mit BÜCHERN auf einen grünen Zweig zu kommen, die schreibt man doch aus Liebe, aus Spaß, weil man nichts anderes kann, weil man den ganzen Tag nur herumsitzen will, weil man kein Talent zum Häkeln hat, weil einem dauernd so abstruses Zeug einfällt und ich bitte dich, wofür Lohn, Solidaritätsbeitrag!, heutzutage kann doch jeder Bücher schreiben und Tante Erna hat auch noch ein dickes Tagebuch in der Schublade, das sie jetzt beim Kaffeeröster verlegt, also ich bitt dich, selbst der Bäcker kreischt vor Lachen, wenn du Kultur gegen Brötchen tauschen wolltest, hätten wir mal nur einen ordentlichen Beruf, denn mit Büchern GELD verdienen zu wollen, das ist doch heutzutage, wo es allen so schlecht geht, schier unverschämt.

Dankesrednerin stolpert von der Bühne, verknackst sich den Haxen und schiebt hektisch ein Stück Schokolade in den Mund. Schnell noch was essen, bevor sie die virtuelle Schweiz verlässt und mit ihrer Bibliothekstantieme mühsam die Stromrechnung zahlt...
Merci vielmohls!

Zappadong said...

Boah ... ich bin beeindruckt!

Die Rednerin kann mit ihren Bibliothekstantiemen die Stromrechnung bezahlen ... ich glaube, ich wandere aus.

Was mich jetzt grad ein wenig stutzig macht: Warum schreiben denn meine Autorenkolleginnen und -kollegen jedes Jahr im Frühjahr schon fast euphorisch ins Autorenforum: Der VG-Wort-Check ist da! So als hätten sie den Sechser im Lotto gewonnen? Ist Autor heute schon glücklich, wenn er einmal im Jahr knapp 35 Franken erhält?

Ich les dann schon mal den Stellenanzeiger, gell? Möchte Frau Gewinnerin ihn haben, wenn ich durch bin?

PvC said...

Ich schreib ja nicht nur Bücher und vor allem keine Belletristik im Moment ;-)

Was die Foren betrifft: Da wird sich oft in die Tasche gelogen, dass es kracht, weil man nicht hinter dem Kollegen zurückstehen möchte. Manchmal richtig peinlich, wenn man die echten Zahlen erfährt.
Natürlich jubelt der Hobbyist, wenn er "einen Scheck fürs Nichtstun" bekommt (so sehen das viele). Der Freiberufler wird schon fahl im Gesicht, wenn er die Abgaben berechnet und die Maloche, die dahintersteckt...

BodeständiX said...

Dann gratuliere ich hiermit Frau PvC zum grandiosen Sieg und freu' mich über den Trostpreis, den ansonsten jährlich die Pro Litteris-Aktionäre einheimsen.

Titus said...

Also ich hatte da auch im Reglement rumgelesen. Aber war's vielleicht jenes fürs Schreiben des Geschäftsberichts der UBS? ;-)

Auf jeden Fall auch meinerseits herzliche Gratulation an Petra.

gnoerpf said...

Ich hab mich vor allem insofern verloren als dass ich am Schluss vergessen habe, eine Schätzung abzugeben. Aber was solls, amüsant war es (auch dank den tollen Kommentaren von Seiten Zappadongs) auf alle Fälle, da dürfte der nächste UBS-Geschäftsbericht dann doch wieder einiges trockener ausfallen

BodeständiX said...

Hallo Frau Zappadong. Eigentlich müssten Sie mir nachträglich doch noch den Hauptgewinn zugestehen. Weshalb? Nun ja, der Geschäftsführer von Pro Litteris kassiert ein stattliches Jahresgehalt von CHF 308'100.00 (entspricht ca. EUR 205'000.00).

Quelle: Blick-Online

Zappadong said...

Oha. Da verschlägt es mir glatt den Appetit auf die Gemüsewähe, die ich soeben in den Ofen geschoben habe (selber gemacht!). Ich werde der Sache nachgehen. Himmel noch mal! (das ist ungefähr das dritte Mal, dass ich das diesen Morgen ausrufe).

PS: Schick mir doch privat deine Adresse, damit ich dir den Preis zukommen lassen kann.

BodeständiX said...

Nee, nee... brauche doch keinen Preis. Hab' das nur metaphorisch gemeint. Aber ich find's halt schon der absolute Hammer, wie solche Förderkraten unverschämt zulangen. Für was eigentlich?

Hansjuri said...

Hallo
Also erstmal auch von meiner Seite herzliche Gratulation an die verdiente Siegerin.
Ich meinerseits hole den Trostpreis gerne persönlich bei Zappadongs ab. Ich müsste nur noch die Adresse wissen. Kannst du mir die per E-Mail schicken?
Gruess
Hansjuri mac"at"cevi.ch

Hansjuri said...

Hallo
Das mit der Adresse ist nicht mehr nötig, im Netz der Netze findet man alles. Komm denn mal vorbei, liegt sozusagen in meinem persönlichen Bermudadreieck.
Greez
Hansjuri

Zappadong said...

@Hansjuri: Sorry, war den ganzen Tag auf Protestmodus ...

Ja, Internet macht alles möglich (vor allem, wenn man in der ganzen Schweiz die Einzige mit meinem Namen ist ;-))

Bitte vorher kurz anrufen oder mailen (bin nicht immer zu Hause!)

Hansjuri said...

Heute geht nicht, muss noch Russisch büffeln.. damit ich mich dann auch mit Onkel Vlad unterhalten kann, wenn dieser zur selben Zeit in Zappadonghausen sein sollte wie ich, wie wärs denn morgen abend?

Zappadong said...

@Hansjuri: Dann aber bitte nicht vor 20.45 Uhr. Ich unterrichte am Donnerstagabend. Und am Freitag wäre dann ganz schlecht - da bin ich am Gotthard-Konzert.