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Der kann uns mal gern haben, der!

Es ist nicht viel wärmer geworden auf dem Zappadong-Dach seit heute Morgen. Wir protestieren, warten auf die Ankunft von Onkel Vladimir mit seinen zwei Lastwagen und protestieren.

Ich zum Beispiel auch noch hiergegen:

"Ich leere meinen Briefkasten heute noch einmal in der Woche, wieso muss die Post dann jeden Tag zugestellt werden?" (Quelle)


Wenn das der Technologiefreak aus Arlesheim sagt, lächle ich milde. Aber wenn das - wie in diesem Fall - der Professor für Management von Netzindustrien an der ETH in Lausanne, Matthias Finger, vorschlägt, dessen Lehrstuhl wird von der Post finanziert wird ... dann werde ich noch hässiger als ich es sowieso schon bin (und  ich bin grad ziemlich hässig, by the way und übrigens und sowieso).

Bei der Post macht man sich neuerdings ohnehin so seine Gedanken. Zum Beispiel, ob man eine Briefkastengebühr einführen soll. Wenn Sie grad schon am Brainstormen sind, liebe oberste Pöstler ... Wie wär's hiermit: Den Briefkasten, für den ich pro Monat CHF 15.00 Gebühr zahle, füllen Sie noch einmal pro Woche und dafür versiebenfachen Sie die Brieftaxten von CHF 1.00 für einen Brief auf CHF 7.00.

"Au ja!", ruft Mr Doorman, der mit einer weitern Kanne Kaffee auf mich zuschlendert. "Das ist eine wunderbare Geschäftsidee. Die könnten wir doch mit Onkel Vladimir be...."
Ich höre nicht weiter zu, sondern stürze mich vom Dach. Und weil sie den letzten Blogeintrag sicher gelesen haben, wissen Sie, dass mir nichts passieren kann. Ist nur einen Meter hoch.

6 Kommentare:

bugsierer said...

ok, die briefkastengebühr war ein schlechter scherz. aber die idee, dass die post nicht zwingend jeden tag verteilt zu weerden braucht, gefällt mir nicht schlecht. ich jedenfalls kriege kaum noch post, die mir nicht auch morgen oder nächste woche noch dienen würde. also nichts, was ich dringend heute brauche. mir würde also 1x briefpost pro woche völlig ausreichen.

ich bin überzeugt, dass es 100'000ende gibt, die das genau gleich sehen und ihre zahl wird noch zunehmen.
klar muss man prüfen, wie man das macht und auf dem land gehts warscheinlich nicht (v.a. dort, wo die post die zeitung bringt). aber die idee ist für ein unternehmen wie die post sicher prüfenswert, weil da ein riesiges sparpotential begraben liegt.

bobsmile said...

Hmm, die im Abo gelöste Tageszeitung wird ja jeden Tag ausgetragen.
Aber ich miete auch Filme auf DVD und lasse mir sie schicken. Innerhalb zweier Geschäftstage sind die Silberscheiben da. Eine Woche darf man sie behalten, dann müssen sie zurück. Poststempel gilt.

Ok, bin halt noch von vorgestern, weil ich noch kein Blaufenster-TV oder Cabledings habe. Oder muss ich halt wieder mehr ins Kino.

Aber der Poststempel müsste dann schon zum Zustellstempel mutieren.

Mara said...

Um von der haptischen Post zur elektronischer Post umstellen zu können bräuchte ich derzeit mindestens vier unterschiedliche Sicherheitssysteme und Schlüssel. Und das ist nur die eine Seite. Die andere Seite wird dann halt ein paar Tage später up to date gehalten, wenn die 60-jährige halt noch keine e-mail hat (was ja durchaus vorkommen sollte).

Für den privaten Postverkehr mag das mit der Verzögerung noch angehen - im Geschäftsverkehr ist das ne Schnapsidee.

Zappadong said...

Ich komme gerade vom Geburtstag meines Gottamädchens. Ihre Mutter - ungefähr 10 Jahre jünger als ich - sagte mir, sie würde es nicht einmal mitbekommen, wenn das Internet zusammenbrechen würde ... weil sie es nicht braucht. Auf dem Land gibt es noch ganz viele Leute wie sie.

Meine Eltern wissen, was Internet ist und mein Vater hat sich im Alter von 78 Jahren einen Laptop gekauft, um die Bilder seiner neuen Digtalkamera zu verwalten. Aber Internet? Nein danke.

Ich möchte nie, nie, nie ausschliesslich auf das Internet angewiesen sein und ich will verdammt noch mal jeden Morgen meine Post im Briefkasten. So viel Service muss dann einfach sein. Wenn das nicht mehr möglich ist, werde ich mich abseilen und aus der Zivilisation zurückziehen (dann brauche ich gar keine Post mehr). Zudem bringt bei uns der Postbote die Zeitung.

Es ist heute schon so, dass man seine lokale Poststelle nicht mehr anrufen kann. Es gibt diese unsäglichen 800-irgendwas-Nummern, die man nur zu bestimmten Tageszeiten erreicht. Dafür kann ich in der Post mittlerweile alles ausser Staubsaugern einkaufen und wenn ich einen Brief oder ein Paket aufgebe, drückt man mir ein "Müschterli" Katzenfutter in die Hand. Die Zeit, die es benötigt, das Katzenfutter auszupacken und an den Mann resp. die Frau zu bringen, würde man besser in Postboten investieren.

Der ganze Technologierausch ist ein Witz. Und deshalb - um auf den Anfang zurückzukommen - hoffe ich, den Tag noch zu erleben, wo weltweit das Internet drei Wochen lang aussteigt. Wie gesagt, meine Schwägerin würde das gar nicht mitbekommen. Glückliche Frau, das!

Bis es soweit ist, wird wohl irgendwann der Tag kommen, wo wir Traueranzeigen und Einladungen zu Festen per Mail verschicken ... weil wir nicht wissen, ob der Pöstler die Sendung rechtzeitig in den Briefkasten wirft.

Meine nächste ganz persönliche Revolution wird die gegen die Technologie sein. Es wird eine stille werden, weil ich wohl einfach aussteigen werde ...

hotcha said...

da die abonnierte Zeitung als einziger Grund für die tägliche Postzustellung herhalten muss, war das Nachdenken des Postprofessors gar nicht so blöd. Wie lange wohl gibt es sie noch, die abonnierten Zeitungen? Ich warte nur noch auf die gelungene Verbindung E-Reader - Zeitungsabo, um ein solches Gerät zu kaufen. Schon heute habe ich teure franz. Zeitschriften im Online-Abo, für ca. 60 Franken statt 300 Kioskpreis. Ein gutes Gerät mit der Leistungsfähigkeit von Papier, und ich bin dabei. Zum Streicheln kauf' ich mir dann halt eine Katze, die knistert auch, wenn man sie gegen den Strich bürstet.

Zappadong said...

Achtung, Ironie: Coole Sache, 60 CHF statt 300.

Wenn wir das alle so machen, möchte ich nicht jene sein, die den Journalisten erklärt, dass das mit dem Lohn leider, leider nicht mehr aufgeht.

Mein Bruder meinte heute lapidar: Wenn mir der Pöstler die Zeitung nicht mehr bringt, lese ich sie halt gratis auf dem Netz wie alle anderen auch.

Wie viele Arbeitsplätze das kostet, kann uns ja egal sein, nicht wahr? Hauptsache, wir müssen nicht bezahlen ...