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Wegen zu geschlossen

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Ich gehe mal wieder Hardcore-Offlinen.

Falls Sie sich nützlich machen wollen, helfen Sie doch einfach Mr Doorman beim Einräumen der Kartoffeln und dem atomsicheren Bunkern dieser Wörter .

Seien Sie herzlichst gegrüsst

Frau Zappadong

Auf nüchternen Magen

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Heute Morgen, beim Zeitunglesen, noch während der ersten Tasse Kaffee, sind mir aus einer Beilage ein paar Wörter entgegengehüpft, für die ich jetzt grad keine Verwendung habe. Sie können Sie gerne bei mir abholen.

Leistungselite
Work-Life-Balance
War for Talents
Move on up
High Potentials
Talent Relationship Management
Life Sciences
Eliteschmiede
Führungskompetenz
Innovativ
Zeitmanagement

Bestimmt habe ich noch ein paar lustige Wörtchen übersehen. Und der Gerechtigkeit halber sei erwähnt, dass irgendwo auch stand: Der Mensch macht den Unterschied.

Wenn bis heute Mittag niemand die Wörter bei mir abholt, gebe ich diese Zeitungsbeilage Mr Doorman. Der erstellt gerade neue Regale im Keller, fürs Lagern der Kartoffeln. Vielleicht braucht er noch etwas Papier fürs Anpassen der Streben an den unebenen Boden.

Ihre Frau Zappadong

Heute morgen beim Zeitunglesen ...

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... hat mich der Tagi doch gleich mehrmals überrascht. Positiv überrascht.

(Zwischenbemerkung an titus: Das Abo läuft immer noch ...)

Allen voran Constantin Seibt mit seiner Meinung zum WEF in Davos ("Schwindsüchtige in Davos"). Den Artikel habe ich online leider nicht gefunden, finde aber, dass er es wert ist, sich die Zeitung zu kaufen. Seibt bringt sehr vieles sehr gut auf den Punkt - ein Journalist in Hochform. Ebenfalls nicht online gefunden habe ich den köstlichen Artikel von Edgar Schuler über den Zürcher Wahlkampf um das Stadtpäsidium ("Machos markieren"). Zusammen mit Seibts Artikel ein weiterer Grund, sich die Zeitung zu kaufen oder eine der liegengebliebenen auf dem Zug / im Restaurant zu schnappen und auf Seite 9 zu öffen.

Auch nicht ohne, und sogar online zu finden: Der Artikel von Wirtschaftsredaktor Bruno Schletti. Der Mann bringt es so schlitzäugig auf den Punkt, dass es eine Freude ist.

An solchen Tagen - mitten in einer Woche, die man bis jetzt in jeder Beziehung rauchen kann - ist so eine Zeitung ein Hoffungschimmer. Ist doch noch nicht alles verloren?

Ihre Frau Zappadong

Jetzt aber zu den Apfelbäumen - Bloggen für die Bilateralen

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Ich hoffe ja stark, dass Sie nach jedem Besuch in Zappadong-Hausen auf den Apfelbaum in der Blogroll geklickt haben! Denn: Eine Sache, die mir zur Zeit sehr am Herzen liegt, ist ...

"Schokolade", fährt Mr Doorman für mich fort.

"Auch", antworte ich. "Aber es gibt noch etwas Wichtigeres."
Mr Doorman zieht erstaunt seine Augenbraue hoch. "Na, da bin ich aber gespannt."
"Setzen Sie sich", sage ich zu meinem Lieblingstürsteher. "Und hören Sie einfach zu. Nicht mir, sondern meinem Alter Ego."
"Oha, jetzt wird's ernst", meint Mr Doorman.

Wird es. Ich schlüpfe für den folgenden Text einen Moment in mein reales Leben. Es folgt der Beitrag, den ich für "Bloggen für die Bilateralen" verfasst habe:

Personenfreizügigkeit aus der Sicht einer Arbeitgeberin – ein persönlicher Einblick in ein mittelgrosses Dienstleistungsunternehmen im Bildungsbereich

Was vor der Inkraftsetzung der Personenfreizügigkeit für unsere Englisch-Sprachschule praktisch unmöglich war, geht heute schnell und relativ unbürokratisch über die Bühne: Das Anstellen von Lehrkräften aus dem EU-Raum. Ich möchte im folgenden Beitrag erklären, warum wir überhaupt Arbeitskräfte aus dem EU-Raum beschäftigen und dabei gleichzeitig ein paar Argumente der Gegner widerlegen.

Warum Lehrkräfte aus dem EU-Raum? Wir haben doch selber genug!
Vorneweg: Wir stellen am liebsten Leute aus der Region ein und schliessen deshalb wann immer möglich Arbeitsverträge mit Menschen aus der Gegend ab. Nur, manchmal ist das eben nicht möglich. Der Grund: Als eduqua-zertifizierte Schule sind unsere Anforderungen an Lehrkräfte sehr hoch; kommt dazu, dass viele international tätige Firmen, in denen wir unterrichten, Lehrkräfte mit englischer Muttersprache bevorzugen oder gar ausdrücklich verlangen. Bei der Suche nach Angestellten, welche diese Anforderungen erfüllen, wird die Luft in der Schweiz sehr dünn – in unserer Randregion manchmal zu dünn. Das ist der Moment, in dem wir unsere Suche auf den EU-Raum ausdehnen.

Personenfreizügigkeit braucht es nicht – es gibt ja die Kontingente!
Blicken wir ein paar Jahre zurück: Theoretisch hätten wir schon früher Leute aus England, Irland oder einem anderen englischsprachigen Land anstellen können: Dafür gab es Kontingente. Leider waren diese meistens in Windeseile an die internationalen Grossfirmen vergeben, und versuchten wir es doch einmal, dauerte das Prozedere wochenlang und war ohne Garantie auf Erfolg. Neue Kurse zu planen war praktisch unmöglich, weil wir nicht wussten, ob wir die Lehrkräfte dazu haben würden. Noch viel schwieriger wurde das Einhalten von bestehenden Aufträgen im Bereich des firmeninternen Englischunterrichtes, deren Volumen manchmal sprunghaft ansteigen konnte. Nicht selten gelangten wir deshalb an und über die Grenzen unserer Belastbarkeit, weil wir viel zu wenig Personal hatten. Mit der Personenfreizügigkeit hat sich unsere Situation zum Wohle aller Angestellten und Kursteilnehmer wesentlich entspannt.

Ausländer einstellen, um den Lohn zu drücken?
Ein beliebtes Argument der Gegner. Ich möchte dem entgegenhalten: Wir bezahlen – wie unzählige andere Betriebe, die Leute aus dem EU-Raum beschäftigen - die Lehrkräfte nach Qualifikationen. Gleich qualifizierte Lehrkräfte erhalten gleich viel Gehalt. Frauen und Männer, Schweizer und EU-Bürger.

Und wie ist das mit den Sozialleistungen?
Von Ausnutzen oder gar Aussaugen unseres Staates kann keine Rede sein: Alle Angestellten haben dieselben Lohnabzüge; es bezahlen unabhängig von ihrer Herkunft alle in den Topf ein, aus dem das Geld für Sozialleistungen kommt. Uns ist eine langfristige Arbeitsbeziehung sehr wichtig; die meisten unserer Lehrkräfte arbeiten über Jahre bei uns, sind also – um es etwas zynisch zu sagen - ein finanzieller Gewinn für die Schweiz.

Von „Wegnehmen“ kann keine Rede sein.
Unsere Angestellten aus dem EU-Raum nehmen niemandem den Job weg; sie sind hier, weil wir niemand anderen gefunden haben, der ihre Arbeit machen könnte. Sie sind nicht aus Profitgier gekommen oder um sich auf Kosten anderer zu bereichern. Sie nehmen an unserem Leben teil und gehen gerne einer Arbeit nach, in der sie ihre Fähigkeiten (nicht zuletzt zum Wohle unserer Kunden) ausleben und einsetzen können. Zusammenarbeit und Herzlichkeit prägen unseren Arbeitsalltag. Manchmal lernen wir staunend Neues dazu – von einander, übereinander. Das alles möchte ich nicht missen. Und darum stimme ich am 8. Februar JA.

Mehr zu den Apfelbäumen und "Bloggen für die Bilateralen" gibt es hier:



Ihre Frau Zappadong

Menschenleben

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Während wir hier in sicherem Abstand zu den Kriegsgebieten dieser Welt fachsimpeln, theoretisieren, abstrahieren, messerscharf analysieren, die Geschichte bemühen, die Guten von den Bösen zu unterscheiden versuchen, unsere (Vor)urteile nähren oder auch mal revidieren, giftige und weniger giftige Blogeinträge schreiben, uns je nachdem zu heuchlerischen Gutmenschen oder gefühlslosen Kriegsgargeln stempeln lassen (müssen), spielen sich dort, wo der Krieg ist, Tragödien ab. Unzählige. Still und leise.

André Marty sorgt dafür, dass wir diese Schicksale nicht einfach verdängen können. Einmal mehr ein riesiges DANKE dafür an ihn.

In der Luft zerfetzt

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Selbst sehr altmodische Zeitungsleserinnen wie ich geben sich nicht der Illusion hin, dass alles stimmt, was sie so lesen. Aber was der Journalistenschredder ugugu hier gefunden hat, ist doch sehr dicke Post ... ähm ... Lektüre.

PS: Im nächsten Eintrag kommen wir dann endlich auf die Apfelbäume im Winter zu sprechen. Da schulde ich nämlich Mr Doorman noch ein paar Erklärungen.

Ihre Frau Zappadong

Erfrischende Kundengespräche

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Als Unternehmerin bekommt man (auch wenn man nicht ans frauen kmu forum st. gallen geht) immer wieder per Telefon Angebote, man könnte doch hier, dort und anderswo Werbung platzieren.

Genau so einen Anruf bekam ich heute Morgen. Eine Frauenstimme stellte sich vor, wobei alles, was ich verstand, das Wort "DVD" war. Ich wusste schon bei der Erwähnung dieser drei Buchstaben, dass die Dame mir für keinen einzigen Rappen Werbung verkaufen kann. Nur, ich kam nicht dazu, ihr das zu sagen.

Sie schnetzelte ohne Punkt und Komma das ganze Angebot runter, wobei ich den Verdacht nicht los wurde, dass sie selber nicht so genau weiss, was sie mir nun verkaufen möchte. Nicht ein einziges klitzekleines Päuschen legte sie ein. KEINS.

Also liess ich sie reden, hörte ihr zu, wie sie von Flachbildschirmen zu Kinos hüpfte, mir drei davon aufzählte und dann zur Animation wechselte und am Schluss etwas von einem guten Angebot sagte. Leider habe ich nicht auf die Uhr geschaut, aber ich denke, eine Minute hat sie mindestens nonstop geredet.

Dann war tatsächlich ich dran. Ich lachte erst einmal. Und sagte: "Liebe Frau, so verkaufen Sie niemandem gar nichts."
Sie wollte das Gespräch sofort beenden, doch dazu hatte diesmal ich keine Lust. "Ich hätte Ihnen nach zwei Sekunden sagen können, dass ich bei Ihnen keine Werbung buche."
Die Dame wollte auflegen, aber ich war fies und redete ihr einfach in die Verabschiedung hinein. "Wenn Sie ein Kundengespräch führen wollen, müssen Sie mit dem Kunden reden und ihn nicht zutode quasseln."
Worauf sie ziemlich düpiert meinte: "Aber ich muss Ihnen doch erst einmal das Angebot vorstellen."
Nun, Kundengespräche kann man entweder führen oder nicht. Diese Frau (die bestimmt sehr nett ist), sollte sich erst einmal ein paar Basiskenntnisse aneignen, am besten tatkräftig unterstützt von ihrer Firma. Schliesslich wollen die was verkaufen (was genau, weiss ich leider nicht).

Frau Zappadong

Hope

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Foto: Zap-padong

Army of Bloggers

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Da habe ich ja noch einmal Glück gehabt! Ich bin nur zum kmu frauen forum st. gallen eingeladen worden. Es hätte viel schlimmer kommen können! Ich hätte auch gleich in die Armee eingezogen werden können. Nämlich in die Armee der Blogger (Army of Bloggers).

Das ist leider kein Witz, wie bei André Marty nachzulesen ist:

"Das israelische Ministerium für Einwanderung teilte am Sonntag mit, es baue eine „Army of bloggers“ auf; richtig, „Army of bloggers“. Zusammen mit dem israelischen Aussenministerium werden Freiwillige gesucht, die in verschiedensten Sprachen weltweit in Blogs die israelische Sicht der Dinge darzustellen haben. – Blogger’s war."

Statt Vermittlung und Versöhnung den Krieg in die Welt tragen. Bloggenderweise. Es ist zum Kotzen. Und wenn es Ihnen sowieso schon schlecht ist, dann lesen Sie im gleichen Beitrag von André Marty doch auch die Antwort einer Pressestelle auf eine journalistische Grundfrage (jener nach Belegen für das Gesagte). Ein kleines Müsterchen daraus:

"I hesitate to give the dignity of a reply to your type of hate-filled and overa-wrought message. But I will - just this once. .... You are a sad case of self- delusion.“

Ja, so werden wir doch alle gerne behandelt, nicht wahr? Mit viel Respekt und Anstand.

Vielleicht buche ich mich doch noch in dieses frauen kmu forum ein - in den Kurs "erfreuliche Konfliktlösungen erleben." (damit ich wenigstens IRGENDWO einen Konflikt erfreulich gelöst erlebe).

Frau Zappadong (nicht eben bestens gelaunt)

Frau Zappadong ist eingeladen

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Frau Zappadong ist ja nicht immer irr und leicht daneben. Nein, sie ist im realen Leben auch eine ganz normale KMU-Unternehmerin. Und als solche ist sie nun eingeladen. Zum dritten Frauenform der kmu frauen st. gallen.

Für CHF 250.00 kann sie sich diese zwei Hauptreferate anhören:

Wie wäre ich eigentlich als Mann?
Eigenlob stimmt - mehr Erfolg durch Selbst-PR

Und sie kann zwischen folgenden Gruppenforen auswählen:

Erfreuliche Konfliktlösungen erleben
Die Kraft der Gedanken - Autosuggestion
Selbständig sein - selbst ständig arbeiten
Mode kann mehr als nur schön sein

Umwerfend, nicht? Herr Zappadong hat sich krank gelacht. Ich nicht. Dummerweise kann ich mich ab so was tatsächlich immer noch nerven.

PS: Die Themen beim ersten und zweiten Frauenform waren ähnlich gestrickt. Ich gebe der Sache noch ein Jahr Zeit. Spätestens dann kommt sicher das von mir gewünschte "Bäume umarmen für eine bessere Frauen-Geschäftsseele" aufs Programm.

Wenn jemand hingehen möchte: Mein Platz ist für Sie frei.

Ihre Frau Zappadong

Bruder Bernhard und der Nahe Osten

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Bruder Bernhard schafft es einmal mehr, etwas aufzudröseln, das ich nicht in die (richtigen) Worte zu fassen bekomme.

Nein, er findet keine Antwort - wohl, weil es unmöglich ist, eine Antwort zu finden. Aber er hat einen guten Weg gefunden, die richtigen Fragen zu stellen. Hier:

Bruder Bernhard, jüdischer Palästinenser in Israel

Ich empfehle auch, die Links anzuklicken, die er ganz unten im Beitrag aufführt.

Ihre Frau Zappadong

Apfelbäume im Winter

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"Frau Zappadong, draussen steht ein Apfelbaum", sagt Mr Doorman leicht verwirrt.
"Ja", antworte ich.
Mr Doorman guckt. Kratzt sich am Kopf. Und fragt dann: "Gehört der Ihnen?"
"Sozusagen. Ist etwas kompliziert. Er gehört mir und vielen anderen."
Ich weiss, das ist nicht so einfach zu verstehen. Also füge ich hinzu: "Der über unserem Haus gehört uns."

(Einschub für Uneingeweihte: Mr Doorman und ich haben Ende letzten Jahres unser Gebäude im Boden versenkt und sind immer noch dabei, es wieder hochzufahren - es hakt nur noch an ein paar technischen Details.)

"Aber wir haben doch die Orangenplantagen in Sibirien", sagt Mr Doorman leicht konsterniert.
"Eben", antworte ich. "Mir hängen diese genmanipulierten Dinger zum Hals raus."
"Aha." Mr Doormans Augen funkeln. "Sie glauben doch nicht im Ernst, dass die Äpfel da draussen nicht genmanipuliert sind."

Oha. Da könnte er recht haben. Normalerweise wachsen keine Äpfel im Winter. Das ist jetzt aber ein wenig peinlich. Denn: Ich habe mich dieser Äpfel aus lauter Überzeugung angenommen und will sie in den nächsten paar Wochen vor gierigen Krähen retten. Eigentlich dachte ich, es seien Bio-Öpfel. Muss der Sache mal nachgehen.

"Haben wir die Kanone noch im Keller?", frage ich.
Beim Wort Kanone hören Mr Doormans Augen auf vor Zorn zu funkeln und leuchten jetzt voller Begeisterung. "Aber sicher!", ruft er. "Auf wen werden wir schiessen?"

(So ist er nun mal ... und es ist Ewigkeiten her, seit er die Umzugswagen von Frau FrauvonWelt in die Luft jagen durfte. Seien Sie also nachsichtig.)

"Ist nur zur Abschreckung. Für die Krähen", dämpfe ich seine Begeisterung.
"Ja, solche fliegen auch schon draussen rum", sagt er. "Komische Viecher. Die einen gucken ganz böse und die anderen blinzeln mir zu. Verstehen Sie das?"

Tue ich. Aber das erkläre ich ihm ein anderes Mal. Fürs erste reicht es mir zu wissen, dass der Apfelbaum draussen steht. Da wird er übrigens bis zum 8. Februar bleiben.

Ihre Frau Zappadong

Frau Zappadong goes Zielpublikum

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Na ja, eigentlich geht es hier um Frau Zappadongs Alter Ego. Das schreibt nämlich Jugendbücher und hat herausgefunden, dass ihr Autorinnenblog hauptsächlich von Berufskollegen und ein paar sehr nette Stammgästen besucht wird (danke! - ich schätze diese Besuche!).

Aber das jugendliche Zielpublikum interessiert sich - mit Verlaub - einen Scheiss für die Webseite oder den Blog einer Autorin. Und so habe ich mir einen Netlog Account eingerichtet. Für die Unwissenden: Netlog ist so was wie Facebook für Jugendliche. Der grösste Teil meiner Leserschaft hat dort eine Seite. Leider habe ich trotz dieses Wissens ein geschlagenes Jahr gebraucht, bis mir die Erleuchtung kam (Sie wissen schon, die mit dem Berg, der zum Propheten geht oder so ähnlich). Manchmal habe ich wirklich eine unglaublich lange Leitung.

Ob's das bringt? Und wie! Gucken Sie mal - am besten in den Blog und das Gästebuch.

Persönliches PS an ugugu: Die Anlaufschwierigkeiten (Sie wissen schon) haben sich gelegt.

Ihre Frau Zappadong

Lesen! Unbedingt lesen!

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André Marty berichtet

Vielleicht schreiben Sie auch einen Kommentar, um den Menschen dort zu zeigen, dass sie nicht alleine sind, sondern dass wir sie sehen, mit ihnen fühlen und zu verstehen versuchen.

Danke.

Ihre Frau Zappadong

Sch(m)erz

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Die Klatschkolumnistin H.S. ist ihrer Kolumne entsprungen und durfte aus gegebenem Anlass (der Herr Marcel Ospel ist Vater geworden), auf der Kehrseite des Tagi einen Artikel schreiben.

Für Uneingeweihte: Die "Kehrseite" ist der Boulevardteil des Tagi, wo Klatsch und Tratsch ausgebreitet und Sensationsnachrichten verbreitet werden. Ja, so was liest Frau Zappadong gerne, diese trivialen Häppchen zwischendurch (beim Frisör lese ich mich begeistert durch Gala und Bunte).

Aber auch das Triviale hat eine Sch(m)erzgrenze. Ein paar Müsterchen gefällig? Ich zitiere aus der Kehrseite des Tages Anzeigers vom 10. Januar 2009:

"Zwei Kinder hat er aus der zweiten Ehe mit einer Frau aus der besseren Basler Gesellschaft ... A.O. ist Hydro-Ingenieurin und gilt als sehr tüchtig .... kommt aus bescheidenen Verhältnissen"

Nun ist es so, dass die Frau von Herrn O. nicht zu den mehrbesseren Bodmers gehört und nicht mit ihnen verwandt ist, obwohl sie auch so heisst. Wo ich herkomme, nennt man die mehrbesseren, die meinen Familiennamen tragen, die "Oaramarggni" (die mit den Ohrenmarken) - und ich gehöre zu der Sorte ohne "Oaramargga". Aber, wir schweifen hier ab. Also, zurück zum Artikel:

"Für die Familie Bodmer ist das wichtig."

Ich muss nochmals kurz für eine oder zwei Anmerkungen unterbrechen: Gemeint ist damit, dass die Frau von Herrn O. nicht aus dem Clan der mehrbesseren Bodmers stammt, sondern zum Pöbel gehört, denn ihre Mutter hat es nur zur Gemeindepräsidentin gebracht, worüber man nun die Nase rümpfen kann, wenn man will. Weil:

"Die Familie Bodmer hätte bestimmt keine Freude, wenn eine ihrer Töchter in Liebesdingen einen so unsteten Mann wie M.O. heiraten würde."

Entschuldigung, noch eine Anmerkung: Stimmt, viel besser ist einer mit einem strahlenden Gebiss und einem Porsche mit einer vierstelligen Nummer. Aber das wollten Sie ja gar nicht wissen, gell? Deshalb:

"Über M.O., den Golddigger, rümpft man die Nase ... er ist eine nicht mehr gern gesehene Person."

Nun, solche Artikel lassen sich ja herrlich verblogwursteln - aber in der Zeitung lesen will ich sie nicht. Da erscheinen sogar Gala und Bunte plötzlich wie literarische Meisterwerke. Ausserdem höre ich - aber vielleicht irre ich mich ja und H.S. hat zu den Satirikern gewechselt - eine happige Portion Standesdünkel heraus. Nun, wenn ich Glück habe, ist ja alles weniger Schmerz und viel mehr ein Scherz.

Ihre Frau (aua) Zappadong

Ich bin einfach nicht cool genug für diese Welt

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Ich ging einkaufen.

Eingefleischte Zappadong-Leser und Leserinnen wissen, dass alleine in diesem Satz jede Menge Aggressionspotential liegt. Ich kaufe nämlich etwa so gerne ein wie ich zum Zahnarzt gehe (was Herrn Zappadong und das Haushaltsbudget freut).

Heute aber brauchte Tocher Zappadong (kurz Zap) ein paar Utensilien, bei denen Sie meinen Rat (etwas) und mein Geld (sehr) benötigte. Und weil ich seit 2009 im Dorf in kleinen Geschäften einkaufe und total grundversorgt war, freute ich mich mich auf gemütliches Herumwandeln zwischen den Regalen des Kaufhauses ohne jeglichen Kaufdruck.

Die erste halbe Stunde ging für Zaps Bedürfnisse drauf (fragen Sie nicht!), die zweite halbe Stunde wollte ich für mich allein. Ich wandelte also wie geplant zwischen den Regalen, fand das eine oder andere und begab mich dann an zur Kasse: Drei Kassen, 10 Meter Theke, 3 Personen (zwei Freundinnen, die zusammen waren und ich) und vier Verkäuferinnen. Zwei Meter neben der Kasse führten eine Angestellte und ihre Chefin ein Mitarbeitergespräch, bei welchem die Angestellte ihre Enttäuschung über einen Vorfall sehr sachlich, aber mit viel Nachdruck und für alle gut hörbar an die Frau brachte. Kurz: Es wuselte mehr Personal herum als Kunden.

Ich legte also meine Ware auf diese lange Theke und wartete, bis die zwei Freundinnen bedient waren. Dann wartete ich, bis die Kundin, die sich hinter die zwei Freundinnen gestellt hatte, bezahlt hatte. Und dann bis zwei weitere Kundinnen bedient waren. Etwas ratlos sah ich zu, wie die restlichen Verkäuferinnen herumwuselten und suchte Augenkontakt. (Nein, ich wollte nicht herumschreien!). Nix da. Kein Wort, kein Lächeln, nichts. Die eine schaffte es, mindestens vier Mal an mir vorbeizugehen ohne mich anzusehen. Ich war Luft. Zwei weitere Kundinnen wurden bedient. Neben mir stellte sich ein Mann mit einer riesigen Schachtel hin. Bedient wurden laufend neue Kunden.

Gerade als ich wirklich genug hatte, guckte mich die Frau von der Kasse an, während sie die nächste Kundin heranwinkte. Dummerweise war ich zu diesem Zeitpunkt schon in einem zu fortgeschrittenen Stadium von schlechter Laune. Ich schob ihr also meine so sorgfältig und mit Herzblut zusammengesuchten und gefundenen Sächelchen hin und sagte: "Das hier können Sie behalten", schnappte mir Zaps Sachen und erklärte der verdutzten Frau: "Und das bezahle ich an einer anderen Kasse." (Zap braucht diese Dinge wirklich! - Und mit ihr woanders hinzufahren, hatte ich nicht den Nerv.)

Ich bin so was von uncool. Wäre ich cool, hätte ich zu singen begonnen. Oder nackt auf der Theke getanzt. Oder mir die Boxer Shorts von Zap (fragen Sie nicht!) über den Kopf gestülpt, einen Kleiderbügel wie eine Pistole auf die Verkäuferin gerichtet und gesagt: "Wenn ich nicht bezahlen darf, schiesse ich." Oder mindestens ganz laut und genervt an der Kasse herumgebrüllt.

Ach je.

PS: Mein nächster Einkaufsbummel mit Zap steht zum Glück erst im April auf dem Programm. Wir fahren nach Zürich.

Heute beim Zeitunglesen

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Nun, da mir medienlese meine Arbeit abgenommen hat, kann ich Ihnen noch von einem Leseerlebnis der besondern Art berichten.

Da sass ich also am Küchentisch, um 6.30 Uhr, neben mir eine Tasse Kaffee, vor mir die Zeitung, als ich ohne Vorwarnung (na ja, nicht so ganz; ich hatte diese Kolumne schon öfters gelesen) um zwei Jahrhunderte zurückkatapultiert wurde.

Da war die Rede von den Mehrbesseren, oder - wie Bruder Bernhard sie kürzlich genannt hat - den Herrenmenschen. Nicht wahr, die leben ja ziemlich anders als der normale Pöbel, der sich so in Zappadong-Hausen ansammelt. Viel fürnemer als unsereins. Und vor allem viel reicher.

Also tauchte ich ein in diese Welt und liess mir Satzfetzen wie diese auf der Zunge zergehen (spart Schokolade und darum auch Kalorien):

"Der Immobilieninvestor heiratet die bildhübsche ... Ihr Vater arbeitet in Zürich als Managing Director bei ... die Mutter kommt aus St. Moritz ... Die Eltern sehen so jung aus, dass man sie für N.s Geschwister halten könnte ... Mit T. fällt einer der begehrtesten Jungesellen aus dem Rennen am Heiratsmarkt. Er hat Geld, ist dynamisch, und seine Verehrerinnen finden, er sieht aus wie Brad Pitt. Ausserdem fährt er einen Porsche mit vierstelliger Nummer. "

Zitate aus "Notizen zu Namen", gelesen im Tagi vom 5. Januar 2009.

Als ich von der Zeitung aufschaute, fuhr draussen eine Kutsche vorbei. Ohni Seich. Und aus dem Fenster heraus winkte ein blendend aussehender Prinz mit einem Krönchen auf dem Kopf, der ein bisschen aussah wie Adam Sandler. Die Kutsche hatte ein dreistelliges Nummernschild und hinter ihr her rannte eine Traube Jungfrauen, heftig kreischend und mit ihren Nastüchlein winkend.

Das wollte ich mir aus der Nähe ansehen, und so begab ich mich in die klirrende Kälte, fand aber nur noch ein verloren gegangenes Fläschchen mit Riechsalz. Daran roch ich dann heftigst, bevor ich zurück in die Küche ging und Frühstück für die Zappadong-Proleten machte.

PS: Mr Doorman findet Prinzen in Kutschen lächerlich, vor allem, wenn sie aussehen wie Adam -Sandler, weshalb er sich weigerte, den Artikel zu lesen, obwohl ich ihm sagte, er würde etwas verpassen.

PPS: Ich glaube, wir haben eine Methode gefunden, das Gebäude wieder aus dem Dreck zu fahren. Wäre nicht schlecht. (Ja, ja, fragen Sie mich jetzt nicht, wie ich vom Küchenfenster aus die Kutsche sehen konnte - schon mal was von Logiklöchern gehört?)

Brief an die Sonntagszeitung, z.Hd. von Herrn David Bauer

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Jetzt wollte ich einen offenen Brief an die Sonntagszeitung schreiben, z.hd. von Herrn Bauer, aber weil ich so den leisen Verdacht hatte, dass die medienlese das für mich schon erledigt haben könnte, bin ich dort nachschauen gegangen. Und siehe da, die medienlese hat (das Thema aufgegriffen und erledigt).

Was die medienlese dazu meint, finden Sie hier: Das liebe Klickviech.

Und meinen Senf dazu hier.

Womit ich mir den Brief sparen und direkt zur Zusammenfassung kommen kann: Etwas weniger Scheinheiligkeit, dafür etwas mehr Selbstkritik wären durchaus angebracht gewesen, statt einmal mehr auf dem anonymen Mob herumzuhacken (manche Leute machen es sich aber auch gar einfach).

Ihre Frau Zappadong

Da wackelt das ganze Gebäude ...

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... dass man Ohren- und Muffensausen bekommt und sich überlegt, wie das nun schon wieder geht bei einem Erdbeben ... unter den Türrahmen stellen oder so ... und wo sind die Kinder ... und Himmel, das wackelt aber wirklich ...

... und dann schreibt die Online-Zeitung was von einem leichten Beben. Na, danke.

Und der Zappdong-Nachwuchs fand das noch ganz cool. Ich werde alt. Und ängstlich.

Immer noch leicht tattrig

Ihre Frau Zappadong

Das Wort zum Jahr ...

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... hat Manfred Messmer von Arlesheim Reloaded:

2009 und der Durchschnitt

Wenn Sie uns suchen: Mr Doorman und ich sind im obersten Stockwerk, im Fitness Center.

PS: Danke an Bugsierer, bei dem ich den Hinweis auf die Neujahrsansprache der etwas anderen Art gefunden habe (bei Bugsierer sollten Sie sowieso regelmässig vorbeischauen - es lohnt sich!)

Ihnen allen ein gutes 2009

Frau Zappadong