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Tages Anzeiger

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Der Tages Anzeiger (dr Tagi) wird / wurde in der Familie Zappadong seit Generationen gelesen.

Die Eltern Zappadong haben ihren Tagi vor Jahren abbestellt (nach einem äusserst unschönen, kundenunfreundlichen Erlebnis).

Hier im Zappadong-Gebäude läuft das Abo noch (ich denke manchmal, wir haben einen Lebensvertrag abgeschlossen, das Dingens läuft einfach nicht aus).

ABER: Das Gefühl, die richtige Zeitung abonniert zu haben, ist schon lange weg. Spätestens nach dem Facts Skandal (Zappadong berichtete damals ausführlich) war die Begeisterung mehr als gedämpft und mit dem Aufkommen einer absolut boulevardmässigen Online-Ausgabe hat das resignierte Kopfschütteln eingesetzt.

In diesen Tagen entlässt "meine" Zeitung massenhaft Journalisten. Einzeln werden sie aufgeboten und abserviert. Und zwar auf eine Art und Weise, bei der einem schlecht wird vor Zorn. Der Journalistenschredder dokumentiert diesen Prozess - ein Lese-MUSS!

Auch Katze Zappadong goes UBS

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Gestern Abend, beim Schauen der Spätabend-Nachrichten-Infotainment Sendung 10 vor 10, da haute es mich kurz aus den Schuhen und der Fassung.

Wurde da doch behauptet, der Kaspar Villiger, Alt-Bundesrat im Dienste unserer too big to fail Bank, habe unsere Politiker zu Laien gestempelt. Nun, damit hat er nicht ganz unrecht und das war es auch nicht, was mich getroffen hat wie der Blitz. Es war die zweite Hälfte des Zitats, bei dem ich glaubte, mich verhört zu haben.

Also ging ich heute Morgen als erstes nachgucken. Wenn die Berner Zeitung den Herrn Villiger nicht total falsch zitiert hat, hat er folgendes gesagt:

"Wir können der Politik nur raten, die Regulierung nicht zu einer Überregulierung werden zu lassen, sondern zu einer besseren Regulierung zu machen. Unsere Aufsichtsbehörde und die Nationalbank kennen das Problem, und sie sind auf unserer Linie. Wir müssen eher aufpassen, dass nicht im politischen Raum von den Laien etwas falsch gemacht wird. Die Profis wissen schon, was zu tun ist. "

Aha .... Lange Nachdenkpause .... Hmmmmm .... nochmals lange Nachdenkpause .... Also .... Nachdenkpause ....

Vielleicht hat er ja recht und es waren nicht die leicht grosszügig entlöhnten Profis, welche eine ganze Weltwirtschaft an die Wand gefahren haben, sondern Katze Zappadong. Yap. Die ist nämlich immer schuld, wenn es mal wieder keiner gewesen sein will.

Ich rufe jetzt Mr Doorman an (der hat heute sein Vorstellungsgespräch bei der too big to fail Bank) und sage ihm, er soll sich doch gleich um den Chefposten bewerben. Als Personal Assistant darf er Katze Zappadong an seinen neuen Arbeitsplatz mitnehmen. Einfach so. Zur Sicherheit. Damit er dann im Fall nicht schuld ist.

Ihre Frau Zappadong

Mr Doorman goes UBS

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"Familienmanager? Ich?" Mr Doorman guckt mich an, als käme ich von einem anderen Planeten.

"Denken Sie nicht, dass das Bügeln dann einen ganz anderen Stellenwert bekommt?", frage ich.

"Nein", meint er lakonisch. Dann dreht er etwas auf: "Wäsche glattdrücken ist Wäsche glattdrücken. Ob mit oder ohne Dipolm ein Scheissjob."

Ich nicke innerlich, gebe aber noch nicht auf. "Aber vielleicht putzt sich die WC Schüssel etwas angenehmer, wenn man weiss, dass man das nun unter höchsten beruflichen Weihen tut."

Nun guckt Mr Doorman, als käme ich nicht nur von einem anderen Planeten, sondern aus einem anderen Universum. Ich habe schon Angst, er könnte die Männer mit dem gelben Wägelchen und dem Zwangsjäcklein anrufen - da wechselt er das Thema.

"Und sowieso", holt er Anlauf. "Ich habe mich bei einer exzellenten Unternehmung beworben."

Damit meint er wohl definitiv nicht den Tagi, denn dort werden in Kürze eine Menge Leute vor die Tür gestellt (und der Chefredaktor behauptet in seinem heutigen Kommentar in der Printausgabe allen Ernstes, dass das für die Leser ein Vorteil ist ... aber das ist eine andere Geschichte).

Während ich also noch grüble, was Mr Doorman damit meinen könnte, haut er mir die Lösung des Rätsels triumphierend um die Ohren.

"UBS!", ruft er. "10 Millionen Fixgehalt. Vertraglich garantiert. Frau Zappadong, in Zukunft müssen Sie das Bügeln übernehmen."

"A... Ab... Aber", stammle ich. "Ich habe doch gar kein Diplom."

"Ich auch nicht!", grinst er. "Macht nichts. Ich verklickere denen Grossonkel Vladimir als Oligarchen und meine Sippe als Kundenstamm. Dann blüffe ich noch ein wenig und sage, dass ich problemlos bei jeder anderen Bank Unterschlupf finde, wenn Sie nicht mit dem Zaster rüberrücken wollen."

An dieser Stelle wird mir leicht schwindlig. Ich gehe jetzt einen Baum umarmen. Oder laut schreien.

Frau Zappadong

Gefunden auf dem Schrottplatz der Berufe

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Heute ist frau nicht mehr Hausfrau und Mutter. Der Himmel möge einen (sie) bewahren! Man ist auch nicht mehr Familienfrau. Nein. Heute ist frau Familienmanagerin.

Das kann frau sogar richtig lernen und sich das Diplom dann im Arbeitszimmer übers Bügeleisen hängen.

Die Frage ist nur: Kann Mr Doorman jetzt auch Familienmanager werden? Und falls ja, muss ich sein Gehalt erhöhen?

Ihre Hausfrau und Mutter

Zappadong

Es wird langsam mit der Langsamkeit

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Ich habe vor ein paar Wochen ein neues Leben angefangen. Na ja, das sind jetzt grosse Worte für eine kleine, aber entscheidende Änderung im Leben. Trotzdem. Es fühlt sich genau so an: Wie ein neues Leben.
Die einzige Zutat, die es dazu braucht: Langsamkeit. Der Hetze den Rücken kehren - und wenn es doch mal hektisch wird, gelassen bleiben.
Dieses neue Leben klappt schon recht gut. Mir - und meiner Umgebung - geht es besser (und erst Mr Doorman; der braucht jetzt 3 Tage um ein Gestell mit Kartoffeln zu füllen).
Heute Morgen hat mich thinkabout mit einem herrlichen Beitrag daran erinnert, wie schön doch das langsam(er)e Leben sein kann.
Und all jene, die jetzt doch ein bisschen mehr erwartet haben, als diesen abgehobenen, esoterischen Gugus, verweise ich gerne auf zwei absolut spannende Blogdebatten:
In der Beiz 2.0 geht es gerade um ganz, ganz grosse Fragen, im Diskussionsthread zu diesem Artikel.
Und in der Augenreiberei nimmt sich Titus eines hochaktuellen (und leidigen) Themas an, das eigentlich niemanden kalt lassen sollte.
Herzlichst
Frau Zappadong

Für alle die, denen ich mit AC/DC in den Ohren gelegen habe

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Titel, Cover und Erscheinungstermin stehen fest.


Manchmal hat das Leben einen ganz eigenen Soundtrack. Für Jonas sind das eindeutig die Songs von AC/DC. Zu den Klängen von „Hells Bells“ überflutet der Gebirgsbach sein Elternhaus, mit „TNT“ räumt er die Trümmer aus dem Weg, auf dem „Highway to Hell“ soll das Leben weitergehen, und dann trifft er Lili mit den Bergseeaugen - klarer Fall von „Thunderstruck“! Mitreißend wie ein Rocksong.
Ab 12 Jahren
Erscheint im September 09.

Kinder bekommen Aufmerksamkeit - fragt sich nur welche

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Kürzlich fragte jemand (ich glaube, es war titus, bin aber nicht sicher) in einem Blog (ich glaube, es war der vom bugsierer, da bin ich mir ziemlich sicher), ob Kinder heutzutage zu wenig Aufmerksamkeit bekommen. Es ging in jener Diskussion um Amokläufe von Jugendlichen und deren Ursachen.

Doch. Kinder und Jugendliche heutzutage bekommen viel Aufmerksamkeit. Nur leider die falsche. Zum Beispiel diese hier:

Gymizwang versetzt Eltern in Ausnahmezustand.

Vielleicht sollten wir nicht so krampfhaft versuchen, unsere Jugend(lichen) zu verteufeln und / oder zu verändern, sondern uns einmal fragen, wie krank wir (die Elterngeneration) im Kopf sind.

Ihre Frau Zappadong (der das Gymi am Hintern vorbeigeht)

Während ich in den Seilen hänge ...

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... und mir selber schon ziemlich leid tue wegen der Abstimmungsresultate, läuft Bruder Bernhard zur Hochform auf!

Lesen! Unbedingt lesen!

Frau Zappadong

Auf den Ranzen bekommen

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JA zum biometrischen Pass (sehr knapp)
JA zur Komplementärmedizin in der Verfassung (klar)
JA zum Zappadong-Hausen Polizeireglement (immerhin 38 % Nein-Stimmen).

JA nu so denn halt.

Warten wir mal ab, ob die Doris Fialas dieser Schweiz sich durchsetzen und die Datenbank für dieses und jenes Sicherheitsbedürfnis geöffnet wird.

Warten wir ab, ob das Bäumeumarmen und Feuerlaufen krankenkassenpflichtig wird.

Warten wir ab, ob Herr Doorman beim Einkaufen im Coop weggewiesen wird.

Vielleicht kommt's ja gar nicht so "struub".

(Ja, das nennt sich Selbstmotivation - im Moment noch nicht krankenkassenpflichtig).

Frau Zappadong

Warum fällt mir ausgerechnet dazu ...

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... der Kanton Obwalden ein?


Bin dann mal weg

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Ich fürchte, ich muss Sie (und Mr Doorman) mit den biometrischen Pässen alleine lassen.

Nein, ich gehe weder Bäume umarmen noch habe ich mich als Versuchsperson für irgendwelche Lach- und Schreitherapien zur Verfügung gestellt. Es ist ganz einfach: Mein Alter Ego ist mal wieder in wichtiger Mission unterwegs.

Und weil weder mein Alter Ego noch ich auch nur im Geringsten an modernen (auch nicht an altmodischen) Mobiltelefonen interessiert sind, schon gar nicht solchen, mit denen man Zugriff aufs Internet hat, klinke ich mich für zwei Tage aus der virtuellen Welt aus und stürze mich ins pralle reale Leben.

Sollten Sie die politischen Diskussionen satt haben, habe ich für Sie einen musikalischen Leckerbissen herausgesucht:



Bleiben Sie gesund und munter ... und Herr ugugu, nicht zu viel Sport, gell.

Ihre Frau Zappadong

So einen kurzen, blöden Gedanken gehabt ...

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... heute Morgen.

Wir könnten den Kanton Obwalden auszonen.

Das würde ihm den Weg ebnen zum eigenen Staat - der von seinen Steuereinnahmen leben müsste.

Frau Zappadong

Ohne mich!

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Vorausschicken möchte ich, dass ich - seit ich 18 bin - praktisch immer wählen und stimmen gegangen bin, sprich, die direkte Demokratie gerne leb(t)e.

Das (t) muss leider sein, denn immer häufiger knallt man uns Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern wild zusammengewurstelte Vorlagen auf den Tisch. Will heissen: Würde man die einzelnen Vorlagen in ihre Bestandteile aufdröseln, würde man mit ja, ja, nein, ja, nein, ja, nein (oder ähnlich stimmen) - nur geht das nicht, weil das ganze Gewuschel unter einer einzigen Frage zusammengefasst wird. So zähle ich als Stimmbürgerin meine JAs und NEINs zusammen, wäge ab und schreibe dann entweder ein JA oder ein NEIN auf den Stimmzettel.

Genau das habe ich gestrichen satt. Aber so was von satt.

Gucken wir uns doch die Abstimmungsvorlagen vom 17. Mai mal genauer an:

Da verklickert man mir also, dass wir ohne biometrischen Pass mehr oder weniger vom Rest der Welt abgeschnitten wären, und ich könne doch deshalb nur zustimmen, denn nicht wahr, liebe Stimmbürgerin, du willst doch nicht draussen vor Amerikas Tür stehen und aus dem Schengen-Abkommen gekippt werden, gell. Nein, das will ich tatsächlich nicht. ABER!!! Kein Mensch hat verlangt, dass wir päpstlicher als der Papst sein müssen und in vorauseilendem Gehorsam gleich auch noch eine Datenbank einrichten, ausgerechnet wir, das Land, in dem alles, was zwei Millimeter links vom allgemeinen Denken und Leben abweicht, jahrelang fichiert wurde.

Kurz zusammengefasst: Man will mir zusätzlich zum biometrischen Pass gleich noch eine Datenbank aufdrücken. Meine Antwort darauf: Ihr könnt mich kreuzweise. Wenn ihr nicht wollt, dass die Schweizer draussen vor Amerikas Tür stehen und aus dem Schengen-Abkommen gekippt werden, bringt mir eine neue Vorlage, in der es einzig und ausschliesslich um den biometrischen Pass geht.

Noch kürzer zusammengefasst: NEIN.

In der zweiten Vorlage soll ich darüber entscheiden, ob die Alternativmedizin Aufnahme in der Grundversicherung (und in der Verfassung) findet. Auf den ersten Blick eine simpel einfache Frage. Auf den zweiten Blick eine absolute Frechheit, denn der genaue Wortlaut geht so:

"Bund und Kantone sorgen im Rahmen ihrer Zuständigkeiten für die Berücksichtigung der Komplementärmedizin."

Wenn Sie sich jetzt am Kopf kratzen, geht es Ihnen wie mir. Dieser Satz sagt nämlich zwischen alles und nichts gar alles oder eben gar nichts.

Kurz zusammengefasst: Ich habe nicht die geringste Ahnung, was Bund und Kantone machen werden, wenn ich Ja oder Nein stimme. Warum fragt man mich überhaupt, wenn man mir nichts Genaueres sagen will?

Noch kürzer zusammengefasst: NEIN

Nachsatz: Wenn die Fragen in Zukunft nicht eindeutig und klar beantwortbar sind, werde ich nach rund 30 Jahren der direkten Demokratie den Rücken zukehren. Verarschen kann ich mich selber. Dazu brauche ich nicht gefragt zu werden.

Other than that I'm fine.

Frau Zappadong

Der Kommentar des Tages ...

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... ist von Patrick Nigg und findet sich in meinem Lokalblatt.

"Dass Politiker sich im Wahlkampf gerne wie pubertierende Halbstarke gebärden, ist normal. Die persönliche Verunglimpfung gewählter ausländischer Politiker aber liegt jenseits jeder Norm."

Den Rest können sich hier nachlesen.

Ihre Frau Zappadong

Augenreiberei

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Ich werfe mich in meine coolsten Gewänder (elegante habe ich nicht; die coolsten müssen reichen), setze meine Mackerinnen-Sonnenbrille auf und verkünde laut, stolz und mit viel Freude:

Seit gestern ist Augenreiberei angesagt!

Liebe Zappadong-Gemeinde

Titus hat nach monatelangem Testen endlich das getan, worauf ich immer schon gehofft habe: Er hat sein eigenes Blog (ich nehme an, er nennt es das Blog, nicht der Blog wie ich Banausin) eröffnet.

Ich habe dazu nur viereinhalb Tipps:

- reingucken
- mitlesen
- nachdenken
- diskutieren
- und vielleicht ab und zu die Augen reiben

Titus, es ist eine wahre Freude, dich unter den Bloggern zu wissen!

Herzlichst

Frau Zappadong

Autofahren ist reine Glückssache

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Die Einbahnstrasse aus Zappadong-Hausen hinaus ist gesperrt. Das sagt man mir aber nicht ganz oben bei der Einfahrt, sondern 10 Meter vor der Sperrung.

Nach dem letzten Tunnel am Walensee trennt sich die Strasse. Entweder habe ich das Schild übersehen oder es war keins dort. Auf jeden Fall gibt es keine Möglichkeit, von der linken Spur nach Glarus abzubiegen. Ich fahre also endlos weiter, kehre irgendwann WEIT UNTEN um und hetze nach Glarus.

In Glarus zeigt das Schild zur Kantonsschule genau in die Richtung ZWISCHEN zwei Strassen. Natürlich erwische ich die falsche.

(Zur Lesung komme ich genau eine Minute zu früh - keine Zeit mehr für Kaffee)

Im Dorfzentrum von Walenstadt ist die Strasse zur Hälfte gesperrt. Zum Glück ist meine Richtung frei. Auf dem Nachhauseweg fahre ich einen (nicht ganz so gut signalisierten) Bogen.

Endlich zurück in Zappadong-Hausen nehme ich die Nordumfahrung. Da ist die Strasse zwar nicht gesperrt, aber ziemlich garstig verstellt - muss auf den Gehsteig ausweichen.

(Und im Radio labern die die ganze Zeit von einem Erdbeben. Wir hatten ein ähnlich starkes in Zappadong-Hausen, und Zappadong-Hausen war erst noch ziemlich nahe am Epizentrum - das hat damals kein Schwein interessiert, aber wenn es ein paar Medienleute in Basel aus dem Nest schüttelt, muss die ganze Schweiz einen Tag lang zuhören, wie arg das war).

Other than that I'm fine, thank you.

Frau Zappadong

"Fuck, no!"

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Sagt Harlan Ellison (und WIE er das sagt!), als er gebeten wird, seine Arbeit kostenlos zur Verfügung zu stellen.

PAY THE WRITER! Ist seine unmissverständliche Nachricht.



via Twitter

Und dann ist da noch ...

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... die Schlagzeile des Tages. Newsnett hat wieder einmal gnadenlos zugeschlagen. Bitte Taschentücher parat halten.

Unterirdisch schlecht

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Okay. Wir waren gewarnt.

"Geht da bloss nicht zu früh hin! Die erste Band ist grausam schlecht."

Nun, Herr Zappadong und ich hielten uns an die Ratschläge und gingen da bloss nicht zu früh hin. Leider, leider müssen sich der Veranstalter und die Band gesagt haben: "Fangen wir bloss nicht zu früh an."

Und so stolperten Herr Zappadong und ich in die Halle, als das Konzert gerade erst angefangen hatte.

Auf der Bühne stand ein Typ, der sich einen Penis wie eine Stirnlampe an den Kopf geschnallt hatte, in der Mitte einer, der so alt aussah wie Mick Jagger und Keith Richard zusammen, und rechts aussen einer im Batman-Kostüm, der daherkam wie ein Werbespot für Autoreifen.

Herr Zappadong und ich guckten uns an. Bevor wir etwas sagen konnten, sagte der mit dem Geschlechtsteil auf dem Kopf: "Normalerweise sind alle schon besoffen, wenn wir anfangen."

Ich dachte, das könnte von Vorteil sein. Volltrunkene sind bekanntlich kein sehr kritisches Publikum. Da Herr Zappadong und ich nur einen vorzüglichen Curry à la Herr Zappadong im Magen hatten, waren wir leider stocknüchtern.

Die "Band" legte los. Es ging um einen (oder mehrere) Rudelf****. Sperma auf den Hosen. Und andere unappetitliche Dinge. Kurz: Der Song hatte einen Text, für den man ein pubertierender Teenager, ein Masochist oder voll besoffen sein muss, um ihn witzig zu finden.

Herr Zappadong und ich guckten uns an und suchten das Weite. Während wir einen grosszügigen Spaziergang durch Bad Ragaz machten, fragten wir uns, ob wir so was vor dreissig Jahren (als Teenager) lustig gefunden hätten, und kamen zum Schluss: Wir hätten nicht.

Der Spaziergang dauerte 45 Minuten. Als wir zurückkamen, hatte die Band das Stadium des halbherzigen Singens verlassen und gröhlte jetzt in Borat-Tangas gekleidet das Jägermeisterlied, rief Zige-Zage-Zige-Zage-Hoi-Hoi-Hoi und hängte "By the Rivers of Babylon an" (na ja, etwas, das so ähnlich klang).

Herr Zappadong und ich setzten uns zum zweiten Mal ab, hörten dann aber, wie die Band versprach, gleich aufzuhören. Danach krakehlte sie unbeirrt noch eine halbe Stunde lang weiter. Ohne mich. Ich flüchtete an die frische Luft und wollte nur noch eins: Nach Hause!

Eigentlich waren wir ja wegen einer AC/DC und einer Bon Jovi Cover Band da. Mir ging das Mittlerweile am Hut vorbei. Der Fluchtinstinkt war um einiges grösser als die Lust auf AC/DC (eingeweihte Blogleser können erahnen, wie schlecht meine Laune gewesen sein muss).

Herrn Zappadong zuliebe blieb ich dort. Die AC/DC Coverband war genial. Bon Jovi liessen wir sausen.

Nach über drei Jahrzehnten Rockkonzerten, von denen einige wahrlich schlecht waren, habe ich gestern den absoluten Tiefpunkt erreicht. Die Jungs hier sind mit Abstand die grottigste Band, der ich je über den Weg gelaufen bin. Und das will was heissen. Uäch!