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Lektüre für den lauen Sommerabend

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Bugsierer hat den neuen SP-Slogan in Grund und Boden gewürdigt.

Roger Schawinski wird geradezu kreativ beim Gedanken an ebendiesen Slogan: "Reduce to the nix."

kathrinb hält dem neuen SP-Gesicht die Stange (okay, zugegeben, absolut birnenweiches Bild, aber das ist das Logo ja auch).

Wuethrich ist ein bisschen vorsichtig beim Formulieren seiner Gedanken zum neuen Logo seiner Partei, aber eine leise Ratlosigkeit lässt sich nicht abstreiten.

Manfred Messmer aus Arlesheim nimmt wie immer kein Blatt vor den Mund und macht aus SP kurz und schmerzhaft Ja.

Lupe kommentiert satirefrei (er hat sich wohl gedacht, dass Realsatire weniger kostet).

Frau Jajadong wünscht frohes Lesen.

Einfach so ... zwischendurch ...

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... und weil mir gerade danach ist, möchte ich einen Tost auf Pedro Lenz aussprechen.

Frau Zappadong

In der SP Schweiz ...

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... passt man in Zukunft die Frage der Antwort an (JA!).

... deaktivieren die Parlamentarier ihren NEIN-Abstimmungsknopf (und ärgern sich dann, dass die anderen die Fragen nicht entsprechend anpassen).

... schaltet man das differenzierte Denken aus. Nicht einmal Schwarz/Weiss (JA/NEIN) ist mehr erlaubt, sondern nur noch JA.

... rüstet man sich auf die Minarett-Abstimmungskampagne (Ein einfaches klares JA für ein NICHTJA)

... produziert man zur Zeit Regenschirme mit der Aufschrift "Ja, aber...", unter denen man sich verstecken kann.

Frau

Jajadong

JA .... sicher nicht

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Da hat sich die SP (Sozialdemokratische Partei) Schweiz ja ein ganz nettes Logo / Motto einfallen lassen:

JA. Und doppelt gleich nach mit: Sag JA. Die SP hat ein frisches, neues Gesicht und eine positive, klare Botschaft.

AHA.

JA zur Todesstrafe?
JA zur Minarett-Initiative?
JA zu Massenentlassungen?
JA zur Genmanipulation?
JA zum Egoismus?
JA zur Prügelstrafe?
JA zu Millionenbonis bei der too big to fail Bank?
JA zu .... (hier dürfen Sie einsetzen, was immer Sie wollen).

Wie blöd muss man sein für so einen Slogan?

Anruf von Mr Doorman

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"Leben Sie noch?", röhrt es mir in die Gehörgänge.

Soll ich jetzt antworten? Ich meine, ich hab den Telefonhörer in der Hand, sprich, ich hab den Anruf entgegengenommen. Tote tun so was nicht. Also, was soll diese beknackte Frage?

"Nein", sage ich. Einfach so. Um zu testen, was mein Ex-Lieblingstürsteher und momentaner Geldvernichter bei der too big to fail Bank dazu sagt.

"Hab ich mir gedacht", sagt er.

Ich stelle mich tot und sage erst mal nichts mehr.

"Sie vermissen mich." Ich brauche sein Gesicht nicht zu sehen um zu wissen, dass er von einem Ohr zum anderen grinst.

"Nein."

Mr Doorman tänzelt über die schroffe Antwort hinweg wie eine Ballerina am Premierenabend. "Ich höre, Sie planen eine Revolution. Brauchen Sie Hilfe?"

"Ja. Nein."

Das war wohl etwas zu schnell. Ich kann es rattern hören in den Gehirnwindungen.

"schade." Er spricht so leise, dass ich ihn beinahe nicht höre.

"Wie bitte?", hake ich nach.

"Schade", wiederholt er, jetzt im Normalmodus.

"Ja, schade", antworte ich.

"Haben Sie alle Kartoffeln umgeschichtet?", wechselt er das Thema.

"Ihnen auch ein schönes Wochenende."

Ich lege den Hörer auf. Muss meine Revolution planen. Den Altersaufstand. Mehr dazu später.

Frau Zappadong

Notiz an der Tür, II

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Bin blödsinnig beschäftigt. Andere arbeiten abgespeckt => Augenreiberei. Kurzarbeit konkret.

Zackiges Zuwinken

Zappadong

Notiz an der Tür

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Hier herrscht humorlose, holprige Hirnleere. Umständehalber Umleitung => Ugugu. => Absolut anregende Auseinandersetzung!

Mein Weg zum Reichtum

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Heute war wieder einer dieser Tage, in denen mir in meinem virtuellen Briefkasten unermesslicher Reichtum versprochen wird. Und das gleich zwei Mal.

Nein, Mr Doorman hat sich nicht gemeldet. Die Katze auch nicht. Es sind völlig fremde Menschen, die es gut mit mir meinen.

Während der eine - er nennt sich PAUL ALLEN (ja, in Grossbuchstaben) - rasant schnell zur Sache kommt,

"I am Paul Allen,The Director in charge of Auditing section of a bank here in Europe . I need your urgent business assistance in transferring an abandoned sum of ($20 Million) dollars left by a deceased customer of my bank immediately to your account.If you are interested and ready to partake in this great business opportunity,kindly send your profiles to me including your full name,your private telephone number etc ,for easy communication."

geht es der andere - mit dem klangvollen Namen Lesedi Kopano - bedächtig und erst noch auf Deutsch an. Haargenau 281 Wörter benötigt er, um mir salbadernd genau das zu erklären, was sein Kollege kurz, knapp und direkt in die Tasten gehauen hat. Allerdings muss auch er irgendwann auf den Punkt kommen.

"Als eine Führungskraft der Bank kann ich nicht direkt mit diesem Geld inVerbindung gebracht werden, und nicht als Begünstigter auftreten. Daherbenötige ich Ihre Hilfe, um das Geld treuhänderisch in Empfang zu nehmen,damit wir es danach teilen können."

Zu teilen gäbe es in diesem Fall aber nur 5,5 Millionen. Peanuts im Vergleich mit den 20 Millionen von Mr ALLEN.

Ich denke, es ist an der Zeit, Mr Doorman anzurufen. Sein Arbeitgeber könnte sich für diese Angebote eventuell interessieren. Nur der Katze dürfen wir nichts verraten. Die könnte den Braten nämlich riechen.

PS: Ist Ihnen auch aufgefallen, dass weder Mr ALLEN noch der ehrenwerte Lesedi Kopano das Leerzeichen nach dem Komma kennen?

Frau Zappadong

Das Wort zum Sonntag ...

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... gehört heute Peter Hartmeier, dem Ex-Chefredaktor des Tages Anzeigers. Er wird in einem Interview auf das Internet angesprochen und findet, da herrsche ein ziemlich unübersichtliches Chrüsimüsi (meine Internpretation seiner Aussage) und daher benötige es Orientierungshilfen, und die kämen von bekannten Marken, deren Inhalte von profilierten Redaktionen verantwortet würden. Nach einem Beispiel gefragt:

"Unser Newsnetz von Tages Anzeiger, Berner Zeitung, Bund, Basler Zeitung und Thurgauer Zeitung hat aus dem Grund Erfolg, weil der Nutzer weiss, dass hinter diesen schnellen Inhalten die Vertrauenswürdigkeit von über hundertjährigen Titeln steht."

Gefunden hier und nachzulesen hier.

Und die Nutzerin (=Frau Zappadong) fragt sich einmal mehr, ob sie einer Realsatire aufgesessen ist, aber das kann ihr Bruder Bernhard bestimmt sagen. A propos Bruder Bernhard. Der hat einmal mehr sehr Gescheites (und Provokatives) zum Thema Journalisten geschrieben.

Schönen Sonntag Ihnen allen

Frau Zappadong

Kleines Update in Sachen Abos

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Der Abodienst von Tamedia kümmert sich immer noch um meine Angelegenheit.
Derweil will mir ein netter Herr von einem Callcenter die Annabelle unterjubeln. Das heisst, nein, das will er eben nicht.

Er: "Ganz wichtig, ich will Ihnen kein Abo verkaufen."

Ich: Greife zur Kaffeetasse.

Er: "Rhabarberrhabarberrhabarber"

Ich: Schlürfe genüsslich meinen Kaffee.

Er: "Rhabarberrhabarberrhabarber"

Ich: Lasse ihn rhabarbern (ist meine neue Taktik, wenn jemand anruft - ich bin immer gespannt, wie lange die reden können, wenn sie nicht unterbrochen werden ... lange, falls Sie das wissen möchten).

Er: Hat endlich ausgerhabarbert.

Ich: "Richten Sie doch bitte der Tamedia aus, dass ich einer Mediengruppe, die gerade eine Personalabbauschlacht vom Unfeinsten führt, nichts, aber gar nichts abkaufe."

Er: "Aber ich will Ihnen doch gar kein Abo verkaufen, sondern Probenummern zukommen lassen, zusammen mit einer schriftlichen Bestätigung, dass Sie damit KEINE Abonnentin werden, wenn Sie nicht wollen."

Ich: "ICH WILL NICHT, weil ich einer Mediengruppe, die gerade eine Zeitung an die Wand fährt und unzählige Journalisten entlassen hat, nichts abkaufe. Könnten Sie das bitte der Tamedia so ausrichten."

Er: "Nein, das kann ich leider nicht."

Ich: "Dann wenigstens dem Abodienst der Tamedia, dass ich seit mehr als einer Woche auf eine Antwort auf zwei sehr einfache Fragen warte?"

Er: "Nein, das kann ich leider auch nicht."

Ich: Trinke Kaffee.

Er: "Aber versuchen Sie es doch nochmals beim Aboservice."

Bin ich bescheuert? Entweder die Tamedia will mein Geld oder sie will es nicht. Wenn sie es nicht will, ist sie auf dem genau richtigen Weg.

PS: Der Kaffee war köstlich.

Ihre Frau Zappadong

Der Letzte lösche das Licht

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Die Titelzeile ist geklaut. Von André Marty, der in seinem Blogeintrag von heute glasklar aufzeigt, was nach der grossen Entlassungsschlacht bei Tamedia noch übrig bleibt - oder eben nicht übrig bleibt.

Die Titelzeile passt auch auf den Beitrag zur Finanzkrise, der gestern Abend auf Arte gezeigt wurde: Verbranntes Geld können Sie hier ansehen. Bevor Sie das tun, eine kleine Warnung: Sie könnten sich am Ende ziemlich fürchten.

Frau Zappadong

Wir werden uns um Ihr Anliegen kümmern

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Letzte Woche, genauer: am 4. Juni 2009, so um die 14.00 Uhr, wollte ich es wissen.

Und so schrieb ich an den Abo-Service der SonntagsZeitung und des Tagesanzeigers (in zwei separaten Mails) und fragte ganz höflich nach, wann meine Abos denn nun auslaufen.

Die ersten beiden Antworten trudelten denn auch sehr schnell ein, nämlich am 4. Juni 2009 um 15.30 Uhr:

Liebe Leserin, lieber Leser Herzlich Willkommen bei Ihrem Abo-Service.Ihre Nachricht hat uns erreicht - vielen Dank! Wir werden uns um Ihr Anliegen kümmern.

Das ist aber nett, dachte ich.

Bei dieser Nettigkeit blieb es bis heute. Ich warte immer noch darauf, dass sich jemand um mein Anliegen kümmert.

Wahrscheinlich hat man bei der Tamedia gerade Wichtigeres zu tun als sich um ihre Abonnenten zu kümmern.

PS: Wenn Sie ein Anliegen haben, können Sie es gerne bei mir deponieren (vor allem wenn es Ihr überflüssiger Schokovorrat ist). Ich werde mich darum kümmern.

Frau Zappdong

Offener Brief an Jasmin Hutter

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Guten Tag Frau Hutter

Sie wollen also zurück zum Leistungsprinzip an den Schulen.

"Die Volksschule braucht eine konsequente Orientierung an einem wettbewerbs- und leistungsorientierten System. Sie hat sich von der ideologisch begründeten Leistungsverweigerung der 68er-Generation zu lösen. "

Nun, ich nehme an, Sie haben keine Kinder im schulpflichtigen Alter, denn sonst wüssten Sie, dass unsere Schule sehr wohl leistungsorientiert ist. Ich unterschreibe pro Woche zwei bis drei Schulnoten, die mir Tochter Zap nach Hause bringt (Sohnemann Zappo geht in die Lehre; dazu also später). Ein sehr häufig gehörter Satz: "Muss noch für eine Prüfung lernen." Und zwar in einem der vielen, vielen Fächer, die bei uns an der Oberstufe unterrichtet werden - auf einem Niveau, das ich damals erst in der Kantonsschule erreichte (das nur nebenbei). Ich erlebe die Schule durchaus als wettbewerbs- und leistungsorientiert, mehr denn je. Seit neustem lernen unsere Jüngeren nebst Französisch auch Englisch in der Primarschule. Was der Seitenhieb auf die Leistungsverweigerung der 68-Generation soll, ist mir ein Rätsel.

"Die Wirtschaft braucht qualifizierte Fachkräfte, die Ausbildung solcher ist Kernaufgabe der Schule. "

Unsere Kinder lernen nebst Deutsch schon in der Primarschule zwei Fremdsprachen, spätestens ab der Oberstufe sieht der Lehrplan ein breitgefächertes Unterrichtsangebot vor (über den Lehrplan der Primarschule könnte man tatsächlich diskutieren). Sohnemann Zappo besucht an zwei Tagen der Woche die Berufsschule - auf die er in seiner obligatorischen Schulzeit bestens vorbereitet worden ist.

Zudem: Fachliches Wissen ist nicht alles. Kreativität, unterschiedlichste Problemlösungsansätze, Sozialkompetenz ect. sind genau so wichtig. Kinder und Jugendliche sind nicht nur zukünftige "qualifizierte Arbeitskräfte", sie sind Menschen, die die verschiedensten Lebenswege gehen werden.

"Auf der Unter- und Mittelstufe muss wieder ein Klassenlehrer die Verantwortung für seine Klasse tragen und alle Fächer mit Herzblut unterrichten."

Was muss ich aus dieser Aussage folgern? Sobald es mehr als einen Klassenlehrer gibt, sind die Lehrkräfte nicht mehr mit Herzblut dabei? Ein alleinherrschender Klassenlehrer verfügt automatisch über Herzblut? Entschuldigung, hier komme ich nicht mit.

"Der Lehrer ist kein Coach, sondern er muss die Klasse kompetent führen, Leistung fordern und sich dadurch auch Autorität verschaffen. "

Autorität verschafft man sich nicht durch das Fordern von Leistung, genauso wenig wie durch Herumbrüllen und den Macker raushängen im Klassenzimmer. SO einfach ist es nun auch wieder nicht. Autorität im besten (und positiven Sinne des Wortes) erarbeitet man sich mit seiner Persönlichkeit. Einig bin ich mit Ihnen, wenn es um das kompetente Führen geht. Ich möchte allerdings noch anfügen, dass zu einem kompetenten Führen viel mehr gehört als nur Leistung fordern.

"Es ist unabdingbar, dass im Lehrplan klare Ziele vorgegeben und Kernfächer gestärkt werden. Es geht nicht an, dass „Klimawandel“ und „Menschenrechte“ anstelle von Geographie oder Geschichte unterrichtet werden. "

"Klimawandel" kann man ohne geographische Kenntnisse nicht vermitteln - die Themen Geographie und Klimawandel gehen Hand in Hand. Wenn Sie zum Beispiel von der Erwärmung des Golfstroms sprechen, sollten alle wissen, wo der verläuft (das nennt sich dann Geographie). Und Geschichte bleibt eine leere Hülle, wenn man nur die Jahreszahlen vermittelt. Geschichte lebt - und zur Geschichte gehören die Menschenrechte (unter welchen Bedingungen haben sie sich entwickelt usw). Wenn wir also nicht wollen, dass unsere Kinder zu reinen Auswendiglernmaschinen verkommen (ich denke nicht, dass "die Wirtschaft" Freude hat an reinen Faktenaufzählmenschlein), müssen wir ihnen mehr vermitteln als nur geographische Lagen und geschichtliche Jahreszahlen.

"Aus dem Lehrplan resultierende Leistungsbeurteilungen müssen für Lehrmeister, Lehrlingsbetreuer etc. unmittelbar nachvollziehbar sein und aussagekräftige Quervergleiche ermöglichen. "

Schon mal was von Cockpit, Stellwerk und Multicheck gehört? Abgesehen davon:
Lehrmeister und Lehrlingsbetreuer stützen sich meist auf jahrelange Erfahrung. Sie können Zeugnisnoten einordnen, suchen im Zweifelsfall das Gespräch mit Eltern und Lehrpersonen.

Ich sage behaupte nicht, dass in unserer Schule alles zum Besten steht. Im Gegenteil. Auch ich habe Bedenken in Bezug auf die Primarschullehrpläne. ABER: So wie Sie (und Ihre Partei) die Schule malen, ist sie nicht.

Frau Zappadong

Selbstversuch Twitter, Teil II

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Am 8 März habe ich mich in einen dreimonatigen Twitterversuch gestürzt. Nun, diese drei Monate laufen aus - Zeit für ein Fazit.

Um es vorwegzunehmen: Fast alle meine Vorurteile haben sich bestätigt.

"Bin mit den Kindern auf dem Spielplatz."
"Koche gerade Bublrblubr."
"Im Tram auf dem Weg nach XY."

Würden sich Mütter bei einem gemeinsamen Treffen über solche Belanglosikeiten austauschen, würde die gesamte Männerwelt augenrollend den Kopf schütteln und sich in sämtlichen Vorurteilen über das weibliche Wesen bestätigt sehen. Die oben angeführten Beispiele entspringen jedoch Männerhirnen und wurden lustvoll der halben Welt (und nicht nur einer kleinen Runde) um die Ohren gehauen - lustvoll deshalb, weil sie online geschehen, also irgendwas mit der hippen Cyberwelt und der noch viel hipperen Technik zu tun haben. In solcher Umgebung finden eben keine Waschweibermännergespräche statt, sondern es werden Netzkontakte geknüpft. HA!

Dann gibt es die Followersammler (wer hat die meisten???), die selbst ausgetrockneten Regenwürmern folgen würden, sähen sie eine Chance auf eine "Rückverfolgung". Oder - wie mir kürzlich eine neue Followerin versprach: "Ich verfolge garantiert zurück." Weil mich ihr Versprechen kalt liess, kündigte sie mir nach knapp einem Tag ihre Gefolgschaft wieder - ich "brachte" ihr wohl nichts, vor allem keine höhere Followerzahl.

Ja, und dann sind da noch die Geschäftsheinis, die sich einem mit ihren todsicheren Tipps an die Fersen heften. Das sind meist solche, die 2659 Leuten folgen und selber nur 13 Follower haben, einem aber grosskotzig weismachen wollen, sie wüssten, wie man mit Twitter Geld macht.

Kurz und gut: Man kann es getrost bleiben lassen und verpasst fast gar nichts.

Etwas weniger kurz und mit einem anderen Fazit: Der Versuch lohnt sich. Trotz allem.

... Weil man spannende Leute findet.
... Weil man auf interessante Links zu sehr guten Onlineartikeln oder Blogeinträgen stösst.
... Weil man selber bestimmen kann, wie vielen und welchen Twitterern man folgen möchte; d.h. man stellt sich seine Infos selber zusammen.

Ganz wichtig, wenn man sich auf diese Twittersache einlässt: Man muss mit diesem pfeifenden Dampfkochtopf namens Twitter umgehen lernen. Für mich hiess das:

... Nur Menschen folgen, die wirklich etwas zu sagen haben, das mich interessiert.
... Twittern, die zu viel plaudern ("Bin auf dem Tram") die Gefolgschaft künden, selbst wenn man sie eigentlich mag (denn wer will schon seine Zeit verschwenden mit Aussagen wie "Bin mit den Kindern auf dem Spielplatz"?).
... Vom Gefühl loskommen, alles mitverfolgen zu können. Selbst wenn man selber nur wenigen Leuten folgt, ist es praktisch unmöglich, alles immer nachzulesen.
... Selber nicht jeden Senf zu twittern (gelingt nicht ganz immer, aber immer häufiger).
... Twitter nicht nur zu reinen PR-Zwecken verwenden (Blog promoten, seine Arbeit bewerben usw.), sondern auch spannende / witzige / geistreiche Kurztexte einstellen und sich so ein Profil geben.

Ich selber habe keinen "Liveticker" installiert. Ich logge mich bewusst in Twitter ein, wenn ich etwas Zeit habe und bleibe wenn immer möglich nicht zu lange dort. Am Anfang war ich häufiger dort, mit der Zeit flacht das ab. Ich gehöre auch nicht zu jenen, die meinen auf jeder virtuellen Plattform mitmachen zu müssen. So brauche ich zum Beispiel kein Facebook und kein Xing. Am allerliebsten sind mir sowieso und immer noch die Blogs.

Ende der Abhandlung. Uff. So viele Zeichen über etwas, für das man nur 140 Zeichen hat, seine Nachricht in die Cyberwelt zu schicken. So was nennt man wohl Verhältnisblödsinn.

PS: Fast vergessen - ich bleibe bei Twitter.

Frau Zappadong

Abgedreht

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Der Tagi entlässt ein paar Auslandkorrespondenten und die Chefredaktion zählt anhand von Luftbildern die demonstrierenden Journalisten höchstpersönlich nach. (Nachzulesen hier.)

Beim Blick will man sich die (Boulevard)Show nicht stehlen lassen und rüstet verbal nach, auf und übel über (Nachzulesen hier).

Beim Magi ... ach nein, das haben wir hier (und anderswo) durch- und weichgkaut.

Da lobe ich mir den guten alten Hunter S. Thompson, der da einst meinte:

"Das Mediengeschäft Musikgeschäft ist eine grausame und hirnlose Geldkloake, ein langer Korridor aus Plastik, in dem Diebe und Zuhälter tun und lassen, was sie wollen, und gute Menschen vor die Hunde gehen. Im Übrigen hat es auch negative Seiten."

Und am Ende dieses abgedrehten Tages klaue ich ugugu (und George Clooney) seine Verabschiedung: Good night and good luck.

Frau Zappadong

Zu alt!

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Machmal schlägt einem das Leben seine Wahrheiten aus heiterem Himmel um die Ohren. Heute zum Beispiel.

Ich bin zu alt.

"Der Kanton St.Gallen nominiert für den Kurzgeschichtenwettbewerb zwei Kandidatinnen oder Kandidaten, welche noch nicht 40 Jahre alt sind und im Kanton St. Gallen wohnen oder einen klaren Bezug dazu haben. " (Gefunden auf der Webseite des AdS)

Das alleine wäre ja frustrierend genug. Aber nein, es geht noch weiter. Von einer in die Jahre gekommenen Gumsel wie mir erwartet kein Mensch mehr literarische Höhenflüge, geschweige denn vorhandenes Potential zur Entwicklung. Und selbst die Hoffnung verflüchtigt sich für solche alten Schachteln wie mich.

"Seit 1991 verleiht die IBK jährlich Förderpreise in der Höhe von zehntausend Schweizer Franken in wechselnden Sparten. Damit sollen junge Kulturschaffende gefördert werden, die bereits auf sich aufmerksam gemacht haben und zur Hoffnung Anlass geben, bei denen mittels einer Förderung " zur rechten Zeit" eine substantielle Entwicklung des künstlerischen Schaffens zu erwarten ist." (Den ganzen Text gibt es hier)

Bevor ich also weiterhin mit abgearbeiteten, schwielgen Zitterhänden Kartoffeln sortiere, die ich ohne starke Lesebrille nicht sehe - einzeln, weil zwei zu schwer sind für Greisinnen wie mich - lege ich die Ausschreibung auf den Schreibtisch meiner Tochter Zap. Aber wer weiss, vielleicht ist die ja zu jung.

Frau Zappadong

Werbung vor Inhalt

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"Gemäss Artikel 9 des hiesigen Radio- und Fernsehgesetzes gilt für Werbung Folgendes: «Werbung muss vom redaktionellen Teil des Programms deutlich getrennt und als solche eindeutig erkennbar sein».

Titus von der Augenreiberei hat sich die Sache etwas genauer angeschaut.

Seine Analyse ist mehr als ernüchternd (beim Bild von Ralph Krüger ist mir sogar kurzzeitig schlecht geworden).

Deshalb meine zweite Empfehlung des Tages (zur ersten geht es hier): Titus' Text über die Schleichwerbung beim Schweizer Fernsehen lesen.

Frau Zappadong

Kunst entstaubt die Seele ...

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... soll mal jemand gesagt haben (habe vergessen, wer).

Und deshalb habe ich mir heute Morgen einen ersten Teil von Bad Ragartz angeschaut.

Es hat mehr als nur die Seele entstaubt :-). Also: Hingehen. Unbedingt hingehen!

PS: Ich gehe jetzt weiter Kartoffeln umschichten. Mit einem künstlerischen Auge und Herzen. Also Obacht, wenn Sie nächstes Mal im Panikraum vorbeischauen. Es könnte etwas ungewohnt aussehen.

Frau Zappadong

HALT! STOPP!! NOTBREMSE!!!

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Ich wollte ja nur ein kleines Rätselchen stellen heute Morgen. So zur allgemeinen Erheiterung und Auflockerung. Aber die Situation gerät ausser Kontrolle. Ich erhalte Antworten, die ich gar nicht erhalten wollte, und es gibt für mich nur eine Schlussfolgerung:

ES IST ALLES NOCH VIEL SCHLIMMER ALS ICH DACHTE.

Und deshalb tauche ich jetzt ab in den Panikraum und schichte Kartoffeln um.

Den ganz Hartgesottenen (und den unermüdlichen Idealisten) empfehle ich derweilen folgende Lektüre:

Dem Magazin eine Liste

Und sagen Sie nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt!

Ihre Frau Zappadong

Ein kleiner Quiz zum Mittwoch

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Wo können Sie folgende Schlagzeile lesen?

Brutaler Überfall in Kreuzlingen: Jetzt redet das Opfer

... Im Blick?
... In der NZZ?
... Im Tages Anzeiger?

Ich wünsche frohes Raten.

PS: Auf Wunsch von Mr Doorman gibt es noch eine Option 4:

... In der Weltwoche

Jetzt aber: Frohes Raten

PPS: Und weil es so schön passt, auch an dieser Stelle der Hinweis auf den Journalistenschredder, der ebenfalls Haarsträubendes auspackt in seinem Blog.

Frau Zappadong

Und wenn wir grad beim Tagi und seinem Mutterhaus sind ...

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... dann drängt sich diese Lektüre geradezu auf:

das magazin kippt die kommentare weg

"Das Magazin" und das Ende der Leserbeteiligung

Und mir stellen sich folgende Fragen: Kennt die Tamedia ihre Kunden überhaupt? Falls nein, warum nicht? Falls ja, warum stösst man sie seit Monaten vor den Kopf und vergrauelt auch noch die letzten (bezahlenden) Seelen?

PS: Mr Doorman hat doch noch eine Verwendung für den Tagi gefunden. Er stopft damit seine sackteuren Lederschuhe aus, die er bei der too big to fail bank tragen muss - und während er ungestraft Milliönchen um Millönchen fein säuberlich in den Sand setzt, zerreisst er die restlichen Tagiseiten zu Fötzelchen. Fürs Katzenklo.

Up-date: Mehr zur Einstellung von Kommentaren beim Magazin bei den Hosen in Dosen und bei Infamy.

Up-date II: Auch im Medienspiegel macht man sich Gedanken dazu.