RSS Feed

Ein neues Kabel für den Verstärker

"Wo waren Sie denn?", fragt Mr Doorman.
"Einkaufen", antworte ich.
"Einkaufen?" Er runzelt die Stirn. "Ich denke, Sie hassen einkaufen?"
"Ja."
"Wenn Sie etwas gesagt hätten ..."
Ich winke ab. Wenn ich Mr Doorman gesagt hätte, dass wir ein neues Kabel für den Verstärker brauchen, hätte er den Musikladen gestürmt und leergekauft. Ausserdem ist das Einkaufen recht lustig geworden, seit wir wieder da sind. Der Coop in Zappadonghausen erinnert nämlich an die DDR. Oder an meine Vorstellung von einem Laden in der DDR. In den Regalen fehlen immer wieder Dinge, manchmal so viele, dass ich endlich weiss, wie ein Laden nach einer Plünderung aussieht. Ich wollte das eigentlich dem Coop auch schreiben. Habe das Online-Forumular brav ausgefüllt und wollte es absenden. Das ging aber nicht. Vielleicht ist mein Computer schuld. Vielleicht die Webseite vom Coop. Mir ist es egal. Wahrscheinlich aber waren die einfach so furchtbar damit beschäftigt, hunderte von Produkten billiger zu machen, dass sie darob das Liefern vergassen. Oder sie sparen bei den Angestellten. Auch das ist mir eigentlich egal. Ob ich nach einer Supercard (Coop) oder einer Cumulus Karte (Migros) gefragt werde, macht keinen Unterschied. Weshalb ich immer öfter - dann, wenn ich Lust auf gefüllte Regale habe - bei der Migros vorbeischaue. Am schönsten ist es sowieso im Musikladen.
"Kommen Sie, wir gehen eine Runde in den Übungsraum", sage ich zu Mr Doorman.
"Da fällt mir ein ...", beginnt er.
Ich halte das neue Verstärkerkabel in die Luft.
"Oh, Sie waren schon dort." Es gelingt ihm nicht ganz, seine Enttäuschung zu verbergen.
"Ja", sage ich.
"Da hätten Sie auch gleich ..."
"Ein anderes Mal", verspreche ich.
Im Panikraum stecke ich das Kabel in den Verstärker und meine E-Gitarre, drücke alle Schalter auf on ... KRWMCH ... ah, DAS ist Musik!

Position 84

"Sieht grässlich aus hier", meint Mr Doorman.
Was hat er denn erwartet? Dass nach monatelanger Abwesenheit alles glänzt? Das würde es vielleicht, wenn Svetlana, unsere Putzfrau Raumpflegerin noch bei uns wäre. Ist sie aber seit Ewigkeiten nicht mehr.
"Eigentlich wollte ich gar nicht zurückkommen", sage ich.
"Bei Onkel Vladimir bleiben wäre schlimmer gewesen."
Da bin ich mir nicht so sicher. Immerhin gab es dort frische Bettwäsche und eine Köchin, die wunderbares Essen zubereitet hat.
"Und was machen wir jetzt?", frage ich meinen Lieblingstürsteher, der gleichezitig mein Lieblingsschlagzeuger ist.
Die Antwort kommt umgehend. "Unsere Schallplatte an die Wand des Panikraums hängen."
So ist er, Mr Doorman. Immer den Blick auf das Wesentliche gerichtet.
"Gute Idee", antworte ich.
Mr Doorman grinst. "Und dann machen wir aus dem Panikraum einen Übungsraum. Müssen ja schliesslich in Form bleiben."
Müssen wir. In Tibet auf Position 84 der Hitcharts gekommen zu sein, verpflichtet. Ich weiss zwar nicht genau zu was, aber es verpflichtet.

So. Und das wars.

Ich gehe Mr Doorman retten. Der Depp hat sich am K2 in eine unmögliche Lage gebracht. Kann ihn ja schlecht dort oben erfrieren lassen.

Was danach geschieht, weiss ich noch nicht. Vielleicht besuchen wir Onkel Vladimir. Und danach gründen wir eine Hard-Rock-Band und machen schrecklich laute Musik. Oder schreckliche laute Musik. Hauptsache laut. Und lesen werde ich. Den Rest der Kevin Brooks Bücher. Und andere Bücher, ganz viele. Und Blogs.

Kann aber auch sein, dass wir was ganz anderes tun werden. Auf jeden Fall geht's im Alter Ego Blog weiter (von wegen lesen und schreiben und so). Dazu vielleicht auch in einem ganz neuen. Wie auch immer. Hier ist Ende Beton. Ich danke für die Aufmerksamkeit (ich denke, ich rede auch im Namen von Mr Doorman - der leider persönlich nichts sagen kann, weil, eben, der hängt irgendwo an einem hohen Berg und kommt weder hinderschi no fürschi).

Danke.

PS: Für den unwahrscheinlichen Fall, dass Ihnen ohne mich langweilig wird, lasse ich die Blogroll stehen. Da finden Sie jede Menge Lesefutter.

I see you

Sie ist da! Die CD von Inge. Und ich als Mitproduzentin habe ein Freudentänzchen getanzt, als ich die Box mit meinen Exemplaren im Briefkasten fand.


Reinhören kann man hier. Und bestellen hier.

Zahltag oder Ein Kachingle-Zwischenfazit

Gestern war mal wieder Kachingle-Abrechnungstag. Pünktlich zum Monatstag meiner Anmeldung (6. März 2010) erhielt ich deshalb Post von der Kachingle-Zentrale.

Die erste Mail enthielt Informationen darüber, was mit meinem Geld passiert ist:
Dear Kachingler Frau Zappadong,
Your Kachingler monthly payments totaling $5 were distributed to the Sites you visit.
13 lucky Sites received your social cents! The average payment to each site was $0.38.
Kachingler Monthly statement for Frau Zappadong
Na, da fühle ich mich doch richtig gut. Und nach der zweiten Mail noch besser:
Dear Kachingle Site Owner "Frau Zappadong",
Your Kachingle monthly statement cycle closed on Jul 06, 2010 for your site Zappadong. Your balance was $4.38.
Your PayPal account xxx will receive a Pay-Out in the next few days, less 15 percent, which Kachingle retains to cover the cost of processing payments (as always, we pay all related PayPal fees) and our commission.
Mit diesen $ 4.38 erhalte ich zum zweiten Mal eine Kachingle-Auszahlung.  Anfänglich lag die Minimalauszahlung bei $ 50.00 - was bedeutet hätte, dass ich ewig und zwei Tage auf die Zahlungen hätte warten müssen. Das haben auch die Chef-Kachingler realisiert und den Minimalauszahlbetrag auf $ 3.35 gesenkt. Die Begründung, warum gerade $ 3.35 finde ich witzig:
We decided your social cents Pay-Out should at least get you a grande iced latte at Starbucks!
Alles in allem habe ich in den letzten vier Monaten $ 14.07 ausbezahlt bekommen. Wenn Sie nun meinen, ich könnte mir damit die Schokolade für den Panikraum schon finanzieren, irren Sie. Denn: Ein Kachingler erhält nicht nur Geld, er verteilt auch. Pro Monat $ 5.00. Ich überlasse es Ihren Kopfrechenkünsten, meinen Verlust auszurechnen :-) Kommt dazu: Da ich selber mein eigener Kachingler bin, stammt der Hauptteil der Einnahmen von ... mir.

So viel zum Finanziellen. Nun ein generelles Zwischenfazit nach vier Monaten Kachingeln.

Positiv finde ich:
  • Die Informationspolitik der Kachingle-Macher ist ausgezeichnet.
  • Dasselbe lässt sich vom Support sagen. Wer Probleme meldet, erhält mehr oder weniger umgehend Antwort von einem Kachigle-Macher.
  • Die Geschwindigkeit, in der abgerechnet und ausbezahlt wird, ist bemerkenswert.
  • Das System funktioniert und wird laufend verbessert.
Leider gibt es auch negative Seiten:
  • Die meisten der bei Kachingle gemeldeten Seiten sind (für mich) total unattraktiv. Ich habe zuweilen sogar das Gefühl, dass jemand nur wegen Kachingle (und der Hoffung auf den grossen Reibach) Seiten eröffnet und anmeldet.
  • Viele Seiten, die ich sehr gerne finanziell unterstützen würde, sind nicht gemeldet.
  • Unter meinen 13 Kachinglern befinden sich etwa 80 Prozent Kachingler-Leichen (sprich: einmal eingeklinkt und nachher nie wieder) - umgekehrt habe auch ich bei mindestens 80 Prozent nur ein- oder zweimal vorbeigeschaut und dann nie wieder.
  • Wäre ich nicht selber mein eigener Kachingler, sähe die Bilanz himmeltraurig aus (ein Grund, mich selber nicht von der Kachingler-Liste zu nehmen).
  • Kachingle hat zu wenige Mitglieder und wächst nur sehr langsam - leider auch in eine nicht so gute Richtung: Aufschaltung rein kommerzieller Seiten.
Langer Rede kurzer Sinn: Trotz Verlust mache ich vorläufig erst einmal weiter, denn mich überzeugt die Idee der freiwilligen Mikropayments. 

Frage: Kann jemand von den "Flattrn" ein Feedback einbringen oder auf ein Flattr-Feedback verweisen? Würde mich interessieren. Vor allem, ob die jemals gedenken, aus der Beta-Phase herauszukommen.

UPDATE: herzlichen Dank an Bugsierer, der diesen Beitrag von Sascha Lobo zu Flattr empfiehlt. Ich übrigens auch. 

Die Idee des Tages

Ein einziger Bundesrat. Statt 13. Oder 9. Oder 7. Oder 5. Die Argumente sind bestechend. Ich bin dafür. Und ich denke, ich spreche im Namen meiner ganzen Partei. Die da aus me, myself and I besteht.

Leseempfehlung des Tages

Sie werden ein paar Minuten brauchen. Trotzdem. Die Empfehlung des Tages.
Wenn wir unsere Migrantenkinder integrieren und ihnen eine faire Zukunft geben wollen, dann müssen wir uns vorab ehrlich der unbequemen und bedrückenden Realität stellen. Dazu gehört auch die Diskussion um die Aufnahmefähigkeit unseres Landes und die Tatsache, dass Integration keine Einbahnstrasse ist.
Fast wäre mir dieser Artikel entgangen, weil ich das Magi zwar mit in die Berge nahm, aber nicht dazu kam, es auch zu lesen. Dass ich ihn doch noch gelesen habe, verdanke ich Mia.

Zeitungs-Entscheide

Sagte Herr Zappadong vor zwei Wochen zu mir: "Musst dich entscheiden. Das Tagi-Abo läuft aus. Willst du es verlängern?"
Eigentlich, eigentlich habe ich die Antwort schon vor zwei Wochen gekannt. Habe trotzdem darüber nachgedacht. Und bin beim Entscheid geblieben: Ja, ich möchte das Tagi-Abo verlängern. Auch wenn mich das Verhalten von Tamedia manchmal nervt, auch wenn die Online-Ausgabe zum Teil so schlecht ist, dass es wehtut. Ohne Tagi geht nicht. Bin damit aufgewachsen und durch mein bisheriges Leben gegangen. Kaffee um 6.30 Uhr wäre nichts ohne Tagi dazu (der Beweis sind die zeitungslosen Morgen an Feiertagen, wo ich vor lauter Entzugserscheinungen fast in den Tisch beisse).

Dafür habe ich heute Morgen leichten Herzens einen anderen Entscheid gefällt. Ich werde mich von der WOZ trennen. Es ist das zweite Mal in Folge, dass mich ein Artikel nicht nur stört, sondern mir die Laune gründlich verdirbt. Und zum zweiten Mal in zwei Wochen habe ich mich gefragt, ob die immer wissen, was sie schreiben. Gut, dass kann man sich beim Tagi auch fragen. Aber von einer WOZ erwarte ich einfach mehr.

Wenn aber einer so was schreibt (wahrscheinlich ohne in Jonschwil dabeigewesen zu sein):
Es macht ganz den Anschein, dass die als harte Hunde verkleideten Bünzlis unter den Heavy-Metallern bloss unter besten Wetterbedingungen abrocken möchten oder wohl am liebsten gleich in vollklimatisierten Hallen.
Ich habe in Jonschwil ganz harte Hunde gesehen, die vor dem flächendeckend knietiefen Schlammwasser (ohne irgendwelche trockenen "Ruheinseln") kapituliert haben. Es gab Experten, die von "Gefährdung von Leib und Leben" sprachen. Ein Bünzli, wer da kapituliert? Ein Bünzli, wer sich gegen solche Zustände auflehnt? Ich sehe es anders: Ein Depp, der sich eine Zeitung hält, in der so was steht.

PS: Wenn wir schon beim Nerven sind. Genervt hat mich auch die WOZ-Kolumne von Esther Banz, in der sie sehr süffisant über eine (fiktive?) schwangere Freundin herzieht. Das war weder witzig, noch ironisch, sondern einfach nur stutenbissig. So, jetzt aber genug gelästert. Der Garten und der Laptop warten.

Ich weiss jetzt ...

... warum die Finnen das mit der guten Musik total drauf haben. Das Stichwort heisst Nachwuchsförderung:

Es ist Zeit für einen Krankenkassenwechsel

Seit mehr als 20 Jahren ist Familie Zappadong bei der gleichen Krankenkasse. Das "Bodenpersonal" ist freundlich und kompetent, das System überzeugt. Aber jetzt ist Ende Beton. Fertig mit Kundentreue. Unsere Krankenkasse will jetzt nämlich fusionieren und dazu muss die Mitarbeiterstiftung aufgelöst werden, will heissen, die Mitarbeiteraktien müssen zurückgekauft werden.

Über Jahre konnten Verwaltungsratsmitglieder, Delegierte und Mitarbeiter Aktien zu einem willkürlich festgelegten Preis kaufen.
Zu einem Schnäppchenpreis von 28 bis 40 Franken konnten sich fortan alle Angestellten - und vor allem die Chefs - mit Aktien der KPT Versicherungen AG eindecken, die das Geschäft mit den Zusatzversicherungen betreibt. Den Ausgabepreis setzte die Krankenkasse selber fest: Ein externes Gutachten bei einer Bank oder einer Treuhandfirma holte der Krankenversicherer nicht ein." (Quelle: Tages Anzeiger, Printausgabe 30. Juni)
Nun - im Hinblick auf den Verkauf - liegt eine neutrale Bewertung der Aktie vor. CHF 600.00.

Aha. Denkt mein Denkapparat. So geht das also. Und nein, bei solchen Mauschlern will ich nicht versichert sein.

Heute, an der Bahnhofstrasse in Zappadong-Hausen

Zu Heute komme ich gleich. Ich muss bei Gestern beginnen. Weil es gestern anfing. Und zwar so: Eine meiner Missionen führte mich zum Schlüsselservice. Auf dem Weg dorthin befindet sich ein Stand, hinter dem einer Heftliabos verkauft. Kaum sah er mich kommen, rief er mir zu: "Eine Tierli-Zeitschrift für dich?" Ich sagte freundlich "Nein" und ging meines Weges. Dummerweise ist der Schlüsselservice an einem Montagmorgen geschlossen und ich musste geschätzte 60 Sekunden später wieder an dem Typen vorbei. "Eine Tierli-Zeitschrift für dich?", rief er. Diesmal antwortete ich nicht, wunderte mich aber über das seltsame Nichtvorhandensein von Menschenkenntnis. Denn: Das Letzte im Leben, das ich je kaufen würde, wäre eine "Tierli-Zeitschrift."

Heute versuchte ich es noch einmal beim Schlüsselservice. Der Typ stand immer noch da. Was er mir zurief, werden Sie bestimmt erraten. Ich habe mir gedacht, der gute Mann sieht so viele Leute jeden Tag, der kann sich einfach nicht an mich erinnern und sagte deshalb noch einmal freundlich "Nein, danke."

Es dauerte dann ein wenig länger beim Schlüsselservice, aber nicht lange genug, denn diesmal konnte der Typ sich an mich erinnern. Weshalb er rief: "Du, du willst bestimmt eine Tierli-Zeitschrift."

Ich blieb stehen, zog die Sonnenbrille auf die Nasenspitze und sagte: "Hör mal zu, du. Ich bin 49 und damit leicht zu alt, um einfach so mit einem Du angeredet zu werden."
"Ich bin Liechtensteiner", antwortete er. "Ich sage allen Du."
"Okay", sagte ich, denn Liechtensteiner sagen tatsächlich allen Du (wie gut sich das für einen macht, der Heftli verkaufen will, entzieht sich meiner Kenntnis). "Aber trotzdem. Ich will kein Tierli-Heftli. Und auch sonst keins."
"Warum?", wollte er wissen.
Ich gab ihm eine ehrliche Antwort: "Weil die alle Schrott sind."
Das scheint ihm ein wenig zu denken gegeben haben, denn er sagte ein paar Sekunden lang nichts. Ich nutzte die Gelegenheit und lief wacker von dannen.
"Was hast du den für Schrott-Heftli zuhause?", rief es hinter mir.
Ich stutzte. "Keine", sagte ich. Selbst erstaunt, dass ein Lesefreak wie ich so was nicht hat. Also wiederholte ich: "Keine. Sind eh alle Schrott."

Ungefähr 50 Meter weiter die Strasse runter fiel mir ein, dass ich gelogen hatte. Zappadongs HABEN eine Zeitschrift. Das Fernseh-Heftli. Ist totaler Schrott. Samt Fernseheprogramm. Könnte man eigentlich abbestellen.

None of my business

Darüber denke ich in den letzten Tagen nach. Weil mir André bei titus drüben gesagt hat, es sei "none of my business", ob ein Kind den Schwimmunterricht oder ein Schullager besucht. Und David hat es in einem Kommentar so formuliert:
Wer reines Gewissen hat, werfe den ersten Stein. Wer nicht, sollte davon wegkommen, mit dem Finger auf "Verantwortungslose" zu zeigen.
Nun, was mache ich denn, wenn ich einen kenne, der sein Kind misshandelt? None of my business? Oder weil kein Mensch ein reines Gewissen hat, halt nicht mit dem Finger auf ihn zeigen? Darf ich - weil es mich ja entweder nichts angeht oder ich halt wie alle nicht perfekt bin - nicht gegen das schreiben, was ich als Wunde in der Gesellschaft empfinde? Wo beginnt meine Verantwortung? Und wo hört sie auf? Was darf ich sagen und was nicht?

Update: Gerade bei Thinkabout gefunden. Ich habe so eine Ahnung, dass die beiden Beiträge irgendwie zusammengehören, obwohl sie auf den ersten Blick in total verschiedene Richtungen gehen. Fragen Sie mich jetzt nicht, warum. Es ist nur ein Gefühl.

Nach dem Zebrastreifen nun die Plauderstube und der Kennworthacker

Solche Sorgen möchte ich auch haben. Andererseits haben wir es bei einigen Begriffen wirklich übertrieben. Nun ja, viel Spass beim Entschlüsseln.

Update: Ein Nachgedanke. Ob die Berner Verwaltung wohl Freude am Kenntworthacker hat?  Wo man extra aus dem männlichen Fussgänger- einen sächlichen Zebrastreifen gemacht hat. Probleme, wohin das Auge reicht.

Schlammschlacht - ein Rückblick

Heute vor einer Woche fuhren Sohnemann und ich nach Jonschwil. Und kehrten weit vor dem Eingang wieder um. Zum Glück.

Think about it!

Das hat kürzlich jemand in einem Kommentar geschrieben. Nun, gestern sass ich draussen, in meinem Garten, guckte in die Berge und dachte nach. Über das Verhalten von denen da oben und denen da unten.

Nehmen wir bei denen da oben mal einen von der Sorte Abzocker, einen aus dem Investmentbereich (A).
Und bei denen da unten - aus aktuellem Anlass - einen Vertreter der Fussballfans. Wobei ich nicht sicher bin, dass Fan in diesem Zusammenhang das richtige Wort ist. Vielleicht wäre Fussballrowdie das angemessenere Wort. (F)

A ist es egal, wenn er die Wirtschaft an den Rand des Kollapses fährt und der Staat unterstützend eingreifen muss. Hauptsache, die Kohle stimmt.
F ist es egal, wenn er öffentliche Verkehrsmittel demoliert und der Staat dann die Reperatur bezahlen muss. Hauptsache, es macht Spass.

A hat - rein rechtlich - gegen keinen Paragrafen verstossen. Er darf sich auf "Managementfehler" hinausreden.
F hat zwar seine Pyroutensilien dabei, verstösst aber - solange er das Zeug nicht abfackelt - gegen kein Gesetz. Dass er es dann anonym und / oder vermummt trotzdem tut, ist der Kick an der Sache.

A ist einer unter vielen. Andere machen das auch. Und wenn er es nicht macht, macht's halt ein anderer.
F ist einer unter vielen. Andere machen das auch. Und wenn er es nicht macht, macht's halt ein anderer.

A sieht nicht ein, weshalb er Verantwortung tragen sollte.
F sieht nicht ein, weshalb er Verantwortung tragen sollte.

A bereichert sich auf Kosten anderer.
F amüsiert sich auf Kosten anderer.

A ist in seinen Augen wohl ein Sibasiach
F ist in seinen Augen wohl ein Sibasiach.

A.
F.

Oben und unten. Unten und oben. Oben und oben. Unten und unten. Think about it!

Die bösen Hardliner haben verloren

Die netten, unbescholtenen Jungs und Männer, die ihr Leuchtfackelzeug nur aus praktischen Gründen im Genitalbereich versteckt ins Fussballstadion tragen wollten (war halt grad keine Hand frei und das Handtäschchen zu Hause vergessen gegangen), trafen auf böse, böse Polizisten, die OHNE VORANKÜNDIGUNG (welche Frechheit!!!) die Eingangskontrollen verschärft hatten. Die waren dann nicht nur böse, sondern auch unverschämt genug, den ganzen Körper abzutasten und das - ehrlich, wirklich nur aus praktischen Gründen im Genitalbereich untergebrachte - Pyrozeug zu finden. Ausserdem: Die harmlosen Feuerwerkskörper wurden nur ins Stadium mitgenommen, damit sie nicht alleine daheim bleiben mussten. Abfackeln wollte man sie selbstverständlich nicht. Neiiiiiin. Ehrlich. Aber die bösen Hardliner sahen das anders und leiteten ein Strafverfahren ein - und sind mit dieser Sichtweise voll auf die Nase gefallen. Weshalb alles ganz legal war. Und sich die Anwältin jetzt in der WOZ freuen darf.

Ich bin zu alt, so was zu verstehen. Hätte die WOZ heute nicht noch andere, wirklich gute Artikel auf Lager gehabt, ich hätte ihr die Liebe und das Abo gekündigt. Vielleicht schreiben die WOZ-Journalisten ja für so alte Hardlinerfrauen wie mich mal einen Artikel, in dem sie mir erklären, wie sie der Gewalt in und um den Fussball Einhalt gebieten würden.

Pflichtlektüre für Parlamentarier und Parlamentarierinnen

HIER. Statt wie aufgeregte Hühner herumzulibyern herumzugackern.

Einblicke

Einen interessanten Einblick in das Leben einer Muslima in der Schweiz finden Sie hier. Was mir besonders gefällt: Der Fragende (titus von der Augenreiberei) wertet nicht, sondern hört zu.
Nachtrag: Ich weiss nicht, ob ich das so ruhig gekonnt hätte. Viele der Antworten verlangen geradezu nach Widerspruch oder Widerlegung.

Die Schule ist auch nicht mehr, was sie mal war

Kürzlich, da sassen wir in einer Gruppe zusammen und fragten uns, wo das mit den ganzen Baustellen im Bildungswesen noch hinführen solle. Wir sprachen dabei von den Kindern, den Jugendlichen und den Lehrkräften; von Reformen, die auf ihrem Buckel durchgeführt werden und über deren Sinn und Unsinn man vielleicht einmal diskutieren müsste. Und in dieser Diskussion vor allem endlich den Lehrkräften zuhören sollte, die viele dieser auf Papier gut klingenden Reformen umsetzen sollen und dabei an ihre Grenzen stossen. Weil vieles zwar gut gemeint ist, aber nur mit viel höherem finanziellen und personellem Aufwand bewältigt werden könnte. Und weil vieles zwar gut gemeint ist, leider aber nie zu Ende gedacht wurde.

Zum Beispiel: Man schult die Kinder immer früher ein. Mit dem Resultat, dass die jüngsten Jugendlichen die obligatorische Schulzeit im Alter von genau 15 Jahren hinter sich haben. Wenn man nun bedenkt, dass man sich heute ein Jahr vor Schulabschluss um eine Lehrstelle bewerben muss und vorher ja auch noch Zeit braucht, sich zu überlegen, was man denn im Leben will, dann kommt man zum Schluss, dass ein Kind mit 13 oder spätestens mit 14 Jahren wissen muss, was denn dereinst aus ihm werden soll. Damit sind viele Jugendliche überfordert, weil der Entscheid zu früh kommt. Wenn sie nun nicht das Potential haben, eine Aufnahmeprüfung an eine weiterführende Schule zu bestehen, sind sie auf Gedeih und Verderben dem ziemlich uneinheitlichen System der Brückenangebote ausgeliefert. Und da ist dann oft nach einem Jahr fertig. Sprich: Man schult früher ein und spuckt die Jugendlichen dann mit 15 in eine Welt, der sie oft nicht gewachsen sind. Nicht, weil sie nicht wollen, sondern weil sie noch zu jung sind.

Zum Beispiel: Der ganze Integrationsgedanke ist gut, scheitert aber grandios an den Finanzen und dem fehlenden Personal. Mit dem Resultat, dass es Kinder und Jugendliche gibt, die in speziellen Klassen eine optimale Förderung erhielten, nun aber in regulären Klassen mehr oder weniger gehütet werden und vom Unterricht nicht profitieren, weil er über ihre Köpfe hinweggeht.

Dass jeder und jede (auch Frau Zappadong) zur Schule eine Meinung hat und praktisch jeder und jede sie auch verkündet, macht die ganze Sache nicht einfacher. Und nun hat auch der Wirtschaftsverband Economiesuisse seine Ansicht zur Volksschule kundgetan und dabei gleich eine Mängel- und Wunschliste abgeliefert.

Der Fokus soll also auf den Kernkompetenzen liegen, die da wären: Deutsch und Mathematik. Das finde ich eine gar nicht so üble Idee. Nur hat man in den letzten Jahren - nicht zuletzt auf Wunsch der Wirtschaft - andere Fächer prominent in den Lehrplan aufgenommen. Diese wieder rauszuwerfen dürfte schwierig sein, oder auf Kosten von Fächern gehen, die in den Augen der Wirtschaft "nicht so wichtig" sind.

Im ganzen Bildungswesen öffnen die Forderungen von Economiesuisse nur eine weitere Baustelle. Um auf die anfangs erwähnte Diskussion zurückzukommen: Ich bin nicht sicher, ob ich im heutigen System noch Lehrkraft sein möchte. Und deshalb bringt es für mich der Kommentar von Antonio Cortesi im heutigen Tagi für mich am Ende auf den Punkt:
Letztlich funktioniert eine Schule nur mit guten Pädagogen. Zum virulenten Thema Lehrermangel gibt es von Economiesuisse aber keine Rezepte. Wie wäre es, wenn sich die Wirtschaft für höhere Löhne und bessere Anstellungsbedingungen einsetzen würde?

It's a man's world

Also. Ich habe mir gestern die Bilder der Meistverdienenden nicht angeschaut. Dazu war mir dann meine Zeit echt zu schade. Heute Morgen, beim Besuch bei Lupe, erlebte ich dann so etwas wie ... hmmm ... nein, keinen Aha-Effekt. Ich weiss eigentlich gar nicht recht, was es war. Vielleicht einen Na-das-ist-ja-wieder-mal-typisch-Effekt. Und ehrlich gesagt, ich war - in meiner Funktion als weibliches Wesen - schon fast ein bisschen erleichtert.

Ich gehe jetzt das Klo putzen. Weil. Jemand muss das ja tun. Selbst in der Bank von 1812-mal-so-viel-wie-die-Putzfrau-Brady. Ich glaube nicht, dass sich der Kunde als König fühlen würde an einem versifften stillen Örtchen. Und auch Mr D. wäre wahrscheinlich not amused, wenn das Kabäuschen unstandesgemäss riechen würde. Gestern Abend übrigens, da habe ich mir vorgestellt, was wäre, wenn die Putzfrauen der Welt alle gleichzeitig eine Woche lang streiken würden.

UPDATE: Nachdem ich mich zum obigen Thema in einem Kommentar bei Relax nudelfertig und annähernd reif für die Klapse (infolge Depression) geschrieben habe (ich fürchte, der Kommentar liest sich auch so), empfehle ich als konstruktiven Beitrag zu der Bonus-Geschichte den heutigen Blogeintrag bei Thinkabout. Was ich davon halte, muss ich mir überlegen, wenn mein Verstand mich wieder hat (ja, das Thema geht mir gewaltig an die Nieren), aber ich denke,  es könnte eine gute, spannende Diskussion werden.

Und dann finde ich noch ...

... Sie sollten unbedingt das da lesen.

Die weit offene Lohnschere

Die Lohnschere - also das Verhältnis zwischen dem Durchschnittslohn auf der Teppichetage und jenem auf der untersten Gehaltsstufe der Unternehmen - vergrösserte sich (2009 Anm. Zappadong) um 18 Prozent. Seit 2002 hat sich die Lohnschere gar um 70 Prozent geöffnet.
Den Rest finden Sie hier. Und kommen Sie mir jetzt nicht mit "Neiddebatte". Das wäre allzu verniedlichend - und eine Beleidigung für jene, die tagtäglich für einen durchschnittlichen Arbeiterlohn malochen. Zum Beispiel die Bauarbeiter auf der Baustelle neben dem Zappadong-Gebäude, denen es seit Wochen auf den Pelz regnet, und die trotzdem jeden Morgen um 6.20 Uhr auf der Arbeit erscheinen.

Blogartikel des Tages

Ein paar Gedanken zum Sonntag über nützliche und unnützliche Menschen. Hier.

Zitat des Tages

Auch aus Steinen, die in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.
Johann Wolfgang von Goethe

Nach den Rauchern die Verfressenen

Jetzt hat's mich auch erwischt. Indirekt. Die EU denkt darüber nach, die Werbung für "ungesunde" Lebensmittel einzuschränken. Zum Beispiel für Nutella. HA! Auf diese Nachricht haue ich doch glatt den Löffel bis zum Anschlag ins Glas, stopf mir das klebrige Zeugs rein und spucks mitten in den unsympathischen Mund der unsympathischen Dame, die mir dieses ABSOLUT unsympathische "Verdauung gut - alles gut" Produkt verklickern will. Da wird man zwar vom Werbespot alleine schon krank - aber Hauptsache, das Produkt ist "gesund." En Guata.

Ich will zur Armee

Weil. Dann darf ich die Waffe mit nach Hause nehmen. Zwar ohne Munition, aber mal ehrlich, das ist das kleinste Problem. Aber ein Problem habe ich trotzdem. Wenn die Killerspiele erst einmal verboten sind, dann habe ich vielleicht gar keine Lust mehr darauf, würggli einmal so richtig zu schiessen.

Und jetzt mal einen Zacken ernsthafter ...

... ähm, sorry, geht nicht. Bei diesem Thema hüpft mich der Zynismus von hinten an, hält mir die Knarre ins Genick und lässt mich Sachen tippen, die eine wohlerzogene Dame niemals tippen würde. Bevor ich jetzt die Schwimmweste anziehe und im Schlauchboot in Richtung Jonschwil paddle, wo mich der Lärm taub machen und der Regen ersäufen wird, noch ein paar letzte Worte: Killerspiele verbieten ist einfach. Da kann man ausser ein paar Zockern und Jugendliche niemanden vergraueln. Bei der Waffenlobby und den senkrechten Schweizern ist das ein bisschen schwieriger. Ich glaub, am End wähle ich dann tatsächlich doch die Jusos.

UPDATE: Sind wieder da, Sohnemann und ich. Es gibt eine Schmerzgrenze. Bei uns liegt die bei flächendeckend 20 cm hohem Pfluderschlamm schon beim Anstehen. Wenn einem dann noch vor Dreck starrende Hartgesottene geschlagen entgegentaumeln, ist es sinnvoll, die weisse Fahne zu hissen und den Rückzug anzutreten. Mit Wehmut in der Brust. Aber trotzdem. GRMPF!

Ja, ich trete der SP bei

Zugegeben. Das ist mal wieder ein sehr reisserischer Titel (Hand auf's Herz: Habe ich Sie erwischt?). Ich trete der SP nämlich nicht bei. Ich war da mal ... und seit ich weg bin, bin ich politsch heimatlos; ich weiss ja nicht einmal mehr, welche Partei ich überhaupt noch wählen sollte, geschweige, welcher ich den beitreten würde, falls überhaupt.

Warum ich Sie dann so geleimt habe mit dem Titel?

Weil ich den Schachzug der SP einfach genial finde. Auch wenn es ein Weilchen gedauert hat, bis sie drauf gekommen ist. Der Schachzug geht so: Die SP lanciert eine Petition, in der sie die Einführung einer Boni-Steuer und die Erarbeitung schärferer gesetzlicher Bestimmungen für Banken fordert. Von den Ratsdebatten ermüdete, enttäuschte und empörte Schweizerinnen und Schweizer unterschreiben im Sekundentakt (ich übrigens auch). Und dann, nach ungefähr 6000 Unterschriften kommt irgendeiner aus der Zentrale auf die Idee, unter den Satz

Ja, ich unterschreibe die Petition.

Den Satz

Ja, ich trete der SP bei.

zu stellen (samt Link). Irgendwie fast schade, dass es rund 6000 Unterschriften lang gedauert hat ... Auch wenn ich trotzdem nicht beitrete. Was mir gefällt: Wenn man dem Link folgt, springt einem der Slogan:  "Etwas bewegen. Ja." an. Könnte mir vorstellen, dass eine ganze Menge Leute in diesem Land genau dieses Bedürfnis hat. Und es würde mich interessieren, wie viele dem Link folgen und sich als Mitglied registrieren.

I won't put my hands up and surrender!

Nein! There will be no white flag above my door. (Ja, "dido", für die, die sich gerade fragen). Mich gurkt das alles zu sehr an. Und darum kommt mir die Petition der SP genau richtig.
Auch zwei Jahre nach Ausbruch der Grossbanken-Krise stellt sich die bürgerliche Mehrheit im Parlament konsequent gegen griffige Massnahmen für die Banken. Und die bürgerliche Allianz weigert sich sogar, die genauen Ursachen der Krise aufzuklären und die Schuldigen zu benennen. Und dies, obwohl die Grossbanken-Krise uns Zehntausende Arbeitsplätze und unzählige Steuermilliarden gekostet hat.

Auch die Banken haben aus den Ereignissen nichts gelernt: UBS und CS sind heute bereits wieder im grossen Stil im hochriskanten Investment-Banking tätig. Und beide schütten wie eh und je Boni in Milliardenhöhe aus. Und die Politik schaut zu.
  • Die Einführung einer Bonisteuer für Vergütungen über 1 Million Franken.
  • Die Erarbeitung schärferer gesetzlicher Bestimmungen für systemrelevante Banken bezüglich Eigenmittel und Aufsicht.
Ihre Unterschrift können Sie hier deponieren

The arrogance we carry 'round with us

Soll dann keiner kommen ...

... nächstes Mal, wenn wieder irgend ein too big to fail Vehikel irgendwo an die Wand fährt und uns mit in den Abgrund reisst, das nächste Mal vielleicht definitv und unwiderruflich, und jammern, man habe es nicht kommen sehen und überhaupt und da kann man nichts machen und so, ist halt das Leben, zu kompliziert für unsereinen, und wir dachten, die wissen schon, was sie tun, nach all dem Elend letztes Mal, ausserdem gab es da diese 370 Seiten, und die redeten von Expertenkommissionen, was können wir dafür, wenn die lieber versprechen als handeln, und wir haben doch nach bestem Wissen und Gewissen, nein, nein, keine Lobbyarbeit, nichts mit einseifen und so, aufrechte Bürger, also gell, Demokratie ... blupp ...

I Not Robot - I Farmer

Herr Zappadong und ich sind so was wie Kleinbauern geworden. Freiwillig. Mit Absicht. Zum Haus in den Bergen gehört Wald und Landwirtschaftsland (plus ein richtiger Bach mitten durchs Grundstück).

Wald und Landwirtschaftsland erinnern an einen botanischen Garten. Einen, der dem Vorbesitzer aus dem Ruder gelaufen, oder etwas passender gesagt, wild gewachsen ist (streckenweise sehr wild). Weshalb ich dieses Wochenende mit einem Stachelbeerbaum gekämpft habe. Wir haben uns nichts geschenkt. Ich habe an ihm rumgesägt, er hat mir die Arme zerkratzt und mir sein Gift unter meine Haut gespritzt. Wusste gar nicht, dass Stachelbeerbäume so fies sein können. Auf jeden Fall warf die Haut dann Blasen, die zu einem einzigen Kissen anschwollen (faszinierender Anblick!). Zum Glück bildete sich das Ganze ziemlich schnell zurück.

Den Kampf mit dem Stachelbeerbaum hinter mir, wagte ich mich an die Brombeeren. Die wachsen zu ungefähr 5 Prozent dort, wo sie sollten (mussten aber noch hochgebunden werden) - und zu 95 Prozent auch anderswo, zum Beispiel um den Apfelbaum, der stumm um Hilfe rief. Bevor er in den Ranken erstickte, habe ich ihn befreit. Dummerweise kratzen auch Brombeersträuche. Ab Daumendicke stechen sie auch richtig gemein.

Von den Brennesseln reden wir jetzt nicht. Die habe ich übrigens stehen lassen. Wegen der Schmetterlinge. Und Sie sollten man die Schneckenkolonien auf den Komposthäufen sehen.

Ach ja, die Romanfiguren tun immer noch, was sie wollen. Immerhin in der Rahmenhandlung, die ich für sie erfunden habe. Aber nur knapp. Und die WM? Die geht mir am Hut vorbei. Grüsse an dieser Stelle an Titus.

Gefährliches Zeugs

Alter Ego geht ihre fiktiven Figuren einsammeln. Die machen nämlich gerade, was sie wollen. Zum Teil richtig gefährliches Zeugs. So ähnlich wie Mr Doorman. Der hat mich gestern angerufen. Er will den K2 besteigen. Keine Ahnung, warum. Sagt, Onkel Vladimir bezahlt für die Expedition. Na dann ...

Ihnen allen ein schönes - nicht allzu gefährliches - Wochenende. Und einen Gruss von Mr Doorman.

Wo der Amtsschimmel sehr laut - und mit Ausrufezeichen - wiehert

Schneller als erwartet nimmt die Geschichte mit dem Land im Süden ihren Fortgang. Nein, nein, wo denken Sie hin! Das Geld habe ich immer noch nicht. Das kommt irgendwann nach dem 3. Juli. Zur Erinnerung: Für Lesungen am 24. Februar. (Immerhin 2010 - es könnte also noch schlimmer sein.)

Folgende Mail trudelte vor ca. einer Stunde bei mir ein.
 Ich beziehe mich auf unsere Beauftragung vom 22.02.2010 Prot. Nr. 248021 (allgemeine Bedingungen) voraus hervorgeht, dass die Landesverwaltung innerhalb von 60 Tagen, nach Erhalt einer ordnungsgemässen Rechnung, die Zahlung vornehmen muss."
Zur ordnungsgemässen Rechnung muss gesagt werden, dass ich meiner Rechnung, wie von der Veranstalterin verlangt, folgendes beilegte:

a) eine amtliche Bestätigung, dass ich sämtliche Einkünfte aus anderen Ländern vollumfänglich in der Schweiz versteuere (erneuerbar alle 3 Jahre)
b) eine amtliche Bestätigung, dass ich in der Schweiz offiziell als selbständig Erwerbende arbeite und als solche auch meine Sozialbeiträge bezahle.

Dermassen ausgerüstet fuhr ich in das Land im Süden und überreichte jedem einzelnen Veranstalter Kopien all meiner Bestätigungen. Zwei der drei Veranstalter haben danach ziemlich pünktlich und vor allem anstandslos bezahlt. Der Hauptveranstalter aber informierte mich gegen Ende April - auf meine Anfrage hin, wo denn das Honorar bleibe - , dass meine Rechnung nicht ordnungsgemäss sei  und schickte weitere Formulare, die ich von der Wohngemeinde abstempeln lassen und zurück in das Land im Süden schicken musste. Zudem beschied man mir, dass ich die Hotelübernachtungen nun erst einmal selber bezahlen und den Beleg als Spesen einreichen müsse. Nun, wenn ich Geld sehen wollte, bleib mir keine andere Wahl als das zu tun, was von mir verlangt wurde. Also tat ich es. Umgehend. Wollte ja irgendwann die Kohle sehen, die mir zustand.

Sie - die Kohle - ist trotzdem nicht eingetrudelt. Das hat seinen Grund:
Ihre Honorarnote vom 26.04.2010 über xxx Euro ist am 03.05.2010 bei uns eingegangen und somit ist die Zahlung am 03.07.2010 fällig.
Dies zu Ihrer Kenntnisnahme!
Was mich an der Mail fertigmacht ist der letzte Satz. Und speziell auch für Bobby California, den Sprachsachverständigen unter uns: Sehen Sie das Ausrufezeichen hinter dem letzten Wort? Sie können mir widersprechen, aber so, wie ich das interpretiere, bedeutet dieses Ausrufezeichen: "Alles Ihr Fehler, Sie dumme Frau. Halten Sie jetzt also endlich die Klappe." Oder so ähnlich.

Nun, ich habe gepfeffert zurückgeschrieben. Von wegen Amtsschimmel und unhöflich und so. Ebenfalls mit Ausrufezeichen. Was nichts daran ändern wird, dass das Geld wohl erst irgendwann im Juli auf dem Konto eintrudeln wird. Falls überhaupt. Zum Glück geht auch Herr Zappadong arbeiten und trägt zum Haushaltseinkommen bei. Andernfalls könnte man in meinem Beruf manchmal schon fast verzweifeln (oder verhungern, je nachdem, wie sehr man auf die Einnahmen aus seinem Beruf angewiesen ist).

Finanzielles

Es geht heute nicht um die ganz grossen Geschäfte, um keine Monstermaschinen an der Börse, die innert Sekundenbruchteilen kaufen und verkaufen und sich im Notfall nicht einmal abstellen lassen. Es geht auch nicht um die Steuer-CDs, von denen mal wieder eine gekauft worden ist und zur Abwechslung die andere unserer too big to fail Bank in Bedrängnis bringen könnte. Es geht schon gar nicht um Bonis oder immer abstrusere Parlamentsdebatten um Staatsverträge.

Nein. Es geht um die ureigenen finanziellen Verwicklungen von Frau Zappadong, resp. ihres Alter Egos, die sich zwar um viel kleinere Summen drehen, aber fast so kompliziert sind.

Für jene unter Ihnen mit einem Elefantengedächtnis: Es geht um das fremde Land im Süden, in dem Alter Ego Anfang Februar gelesen hat, im April dann in dessen Steuerdschungel geriet und seither auf die versprochene Überweisung wartet. Zitat: "Wir haben die Überweisung Ihrer Zahlung veranlasst." Nun, ein "veranlasst" in diesem südlichen Land heisst noch lange nichts. Das Honorar samt selbst übernommener Spesen liegt noch immer irgendwo in diesem südlichen Land, das mit einem I anfängt und einem N aufhört. Vielleicht können Sie sich vorstellen, dass sich der Ton unserer Korrespondenz mit besagtem Amt verschärft hat.

Und dann gab es da diese Woche auch noch eine Antwort der Schweizerischen Versicherungsanstalt auf eine Anfrage, weshalb denn das Einkommen von Alter Ego aus selbständiger Erwerbstätigkeit plötzlich - mitten im Jahr - um 25 % hochgeschraubt wurde (nennt sich Nachtragsverfügung) und damit die Prämien einen Schub nach oben erlebten. Also wollte Herr Zappadong (der Finanzminister in unserem Haushalt) wissen, wie sich die Summe dieser Nachtragsverfügung zusammensetzt. Er fragte per Mail, die Antwort kam per B-Post (wortwörtlich):
Für die Erhebung der Persönlichen Beiträge ist das Reineinkommen aus der Selbständigen Tätigkeit massgebend. Aufzurechnende persönliche Beiträge sind unsere verfügten Beiträge in diesem Jahr. Sie können bezahlten AHV-Beiträge bei den Steuern in Abzug bringen. Da für die Berechnung des Beitragspflichtigen Einkommens das Bruttoeinkommen gilt, müssen diese Beiträge wieder aufgerechnet werden.
Nun, ich bin zu blöd, um so was zu kapieren. Ich glaube, Herr Zappadong hat verstanden, was die meinen, beharrte aber auf konkreten Zahlen, weil er keine Ahnung hatte, wie die SVA auf den Betrag der Nachtragsverfügung gekommen waren. Und siehe da. Zwei Mails und zwei Telefonate später trudelte per Mail das Gefragte ein. Um es kurz zu machen: Der Betrag stimmt. Zusammensetzen tut er sich aus zusätzlichen Zahlungen für 2007 und 2008 (ähm, nein, wir haben nichts falsch oder zu spät deklariert, war alles total so, wie es sein sollte), plus jenen aus 2009.

Jetzt müssen nur noch die Leute aus dem Land im Süden bezahlen ...

Amen.

Das liest Frau Zappadong

Weil heute schönes Wetter ist / wird.
Weil heute ein guter Tag zum Lesen ist.
Weil ich mich grad gruusig geärgert habe über einen, der mir unterstellt, ich gebe nur vor, die Sprache zu lieben.

Hier drei Buchanfänge, die mich begeistern:

Allen voran der Einstieg zu "Killing God" - den besten Buchanfang, den ich je gelesen habe. Der Rest des Buches ist übrigens ebenfalls bedrückend und verstörend genial.

Dann den Anfang von "Landeplatz der Engel". Wer so in ein Buch einsteigt wie Frank M. Reifenberg, der hat mein (Sprach)Herz erobert.

Und kürzlich, kürzlich, da hat mir ein Autorenkollege den Tag gerettet mit seinem Buchanfang  von "Ihr mich auch" - und danach die Woche mit dem Rest des Buches :-)

Alle drei Bücher sind Jugendbücher. Alle drei Bücher sollten eigentlich auch in der "Erwachsenenabteilung" stehen. Weil sie das leider, leider nicht tun, empfehle ich Ihnen ab und zu einen Abstecher in die Jugendbuchabteilung. Es gibt dort wahre Perlen zu finden.

UPDATE (weil vor lauter Sprachärger fast vergessen): Und das hört Frau Zappadong. Gestern Abend live in Dornbirn.

Nein, danke, ich will nicht geschützt werden

(Vorsicht, zu lange geratene Einleitung. Eilige können gleich zum nächsten Abschnitt hüpfen) Da komme ich zurück aus den Bergen, und zwar jenen, in denen den Einheimischen die Touristen irgendwie am Arsch vorbeigehen (wie sonst soll ich die mehrheitlich geschlossenen Beizen interpretieren), die Landschaft dafür wunderschön ist. Und eigentlich wollte ich ja an den Arsch der Welt. Also alles in Ordnung. Solange noch in jedem Dorf mehr als ein (Dorf)Brunnen steht, werde ich nicht verdursten, auch wenn die Beizen zu sind.

Aber ... ich wollte Ihnen eigentlich etwas anderes erzählen. Also: Ich komme zurück aus den Bergen und stelle fest, dass mich die Leute in der Berner Verwaltung schützen wollen. Nicht etwa, weil ich etwas Besonderes wäre oder etwas Besonderes geleistet hätte. Nein, einfach, weil ich eine Frau bin. Ist das nicht herzig? Als ob ich einem Deppen nicht selber mein Handtäschchen (oder den Rucksack) um den Grind hauen könnte, sollte es denn nötig werden.

Nun denn, so bin ich in Zukunft nicht mehr Mütterchen Zappadong, sondern das Elter Zappadong. Ich hör meinen Nachwuchs schon durchs Haus Brüllen: "Elter, Elter, wann gibt's was zu essen?" Weil ein Fussgängerstreifen nur von Männern überquert werden darf (der Fussgänger!!!), halte ich mich in Zukunft an den Zebrastreifen. Und wenn ich nun die Sprache meines Bergtals lernen will (um zu fragen, warum alle Beizen geschlossen sind), dann muss ich einen Einstiegskurs besuchen und nicht mehr einen Anfängerkurs.

So, ich steige hier dann mal aus. Greif mir mein Handtäschchen und suche das Verfasser von das Sprachleitfaden.

(gefunden bei Bugsierer)

Umleitung - Sind Boykotte sinnvoll?

Titus von der Augenreiberei hat ein Thema aufgegriffen, das mich immer wieder umtreibt. Ich leite Sie daher in seine Bloghütte um, wo er sich über Boykotte Gedanken macht.

PU(MU)K(EL)

Pumukel ist lustig.
Darbellay auch.

Darum sagt er so witzige Sachen wie
Die UBS soll auch die Empfehlung umsetzen, wonach sie ihre Untersuchungen zu den bankinternen Verantwortlichkeiten offenlege. (Quelle: Tagi Online)
Macht die UBS bestimmt. Ja, ja, ganz sicher. Und da steht dann absolut ehrlich die Wahrheit drin.

Man kann gegen eine PUK sein. Aber dann sollte man bessere als "Forderung" getarnte Bitten haben.

Zeitenwechsel oder Trotzdem

Israel. Ich verstehe dieses Land nicht. Ich kann nicht sagen, dass ich die Menschen nicht verstehe, die in diesem Land leben, denn wie in jedem Land gibt es in Israel Menschen verschiedenster Meinungen und Lebenseinstellungen. Es wäre unfähr, sie alle einer Sippenhaft zu unterziehen (ich bin ja auch keine SVP-lerin, obwohl Zappadong-Hausen in SVP-Stammlanden liegt).

Was ich weiss: Dieser Staat macht mich wütend. Seit Jahren. Oder besser: Die Regierung dieses Staats macht mich seit Jahren wütend. So wütend, dass ich schon lange keine Produkte mehr aus Israel kaufe; genauso, wie ich damals, zu Zeiten der Apartheit, keine Produkte aus Südafrika gekauft habe. Wenn ich mir das so überlege, habe ich eine ziemliche Liste an Ländern, denen ich nichts abkaufe.

(Zwischenbemerkung: Über Sinn und Unsinn solcher Boykotte sollte man bei Gelegenheit mal nachdenken; sie treffen nämlich Menschen. Menschen, denen man damit unter Umständen ihre Existenzgrundlage entzieht.)

Zurück zu Israel: So wütend wie jetzt war ich noch nie. Und ich frage mich, ob diese Aktion der eine Schritt zu viel gewesen ist. Der eine Schritt zu weit über eine sowieso schon sehr weit ins Ungerechte gedrückte Linie. Was kommen wird? Keine Ahnung, aber das Wort Hoffnung hat es schwer in diesen furchtbar verfahrenen Zeiten.

Trotzdem:

Gestern hatte ich Besuch eines guten alten Freundes. Überraschend, nach mehr als einem Jahr Funkstille, was vor allem an mir lag, denn: Noch vor zwei Jahren erzählte mir dieser Freund, 2012 werde kein Stein mehr auf dem anderen stehen, ja, die Welt, wie wir sie kennen, werde Vergangenheit sein. Er war zum Eiferer geworden, der mir Angst machte mit seinen Weltuntergangs- und Verschwörungstheorien. Nun, gestern sah mein Freund sehr entspannt aus. Redete von Optimismus und positiver Energie. Vom Zeitenwechsel, der im Gang ist. Von Menschen, die sich ändern. Seinen geradezu verbissenen Kampf gegen all das Böse der Welt hat er aufgegeben. Er sagt, das blockiere nur. Er habe der Welt gesagt, was er der Welt zu sagen hatte. Ob sie es glauben will oder nicht, liegt nun an ihr (resp. den Menschen, die in ihr leben). Er will nicht mehr gegen, sondern für sein. Nicht mehr gegen Windmühlen kämpfen, sondern das positive Beispiel vorleben. Zum ersten Mal seit Jahren ging von ihm wieder diese Kraft aus, für die ich ihn immer sehr gemocht habe. Er war ansteckend. Zurück liess er die Gewissheit, dass es an jedem Einzelnen liegt. Was wir mit dieser Gewissheit anfangen, liegt an uns.

In Zeiten wie diesen ...

... wo ein GPK-Bericht einem die Haare aufstellen könnte, wenn man nicht alles irgendwie so vermutet hätte, und selbst dann noch ...

... in denen Hilfskonvois mit unvorstellerbarer Gewalt angegriffen werden, auf internationalen Gewässern, von einer extrem starken Armee, die sich dann mit einem "aber die haben uns mit Messern angegriffen" rechtfertigt ...

... ja, in Zeiten wie diesen braucht auch eine Frau Zappadong ihre Ration Brot und Spiele.

Weshalb sie mal wieder eine halbe Stunde mit Sohn Zappadong am PC verbrachte und seine Fundstücke anguckte. Zum Beispiel ist da ein Alex, der die Serie "Lost" in drei Minuten so erklärt, dass alles klar ist - und man sich das Gucken der Serie sparen kann. Dieser Alex hat sich auch geopfert, das Buch "Twilight" zu lesen und die einzelnen Kapitel kurz zusammenzufassen. Und dabei - nicht zuletzt wegen des Wortes "handsomer" - schon mal zum Schluss kommt: "Can't believe this is published." Hier seine Zusammenfassung von Kapitel 3&4 - mit einem herrlichen persönlichen Werbespot am Anfang.



Nach dieser halben Stunde Erholungsaufenthalt dachte ich, ich sei gerüstet fürs Leben in freier Wildbahn. Das war, bevor mir heute Morgen das Wort Landesverrat im Zusammenhang mit dem GPK Bericht aus der Zeitung entgegenhüpfte.

Wie Sie Ihre Klickrate verbessern können

Tipp 333: Erwähnen Sie irgendwo die orange Ladenkette mit den Grossbuchstaben (Tipp keiner davon ist ein C oder ein O oder ein P). Am besten im Titel. Und schon sind Ihnen ein paar Klicks auf Nummer sicher.

In einer perfekten Welt ...

... wäre vieles anders. Vielleicht würde es dann nicht einmal mehr Blogartikel wie diesen brauchen. Da wir aber Lichtjahre entfernt sind von dieser perfekten Welt, ist es gut, wenn man am Montagmorgen auf so ein Fundstück stösst.

Eigentlich ...

... ist es total wurscht, wer den Songcontest gewonnen hat und ob BIG M uns beobachtet. Wir sind am Arsch. Und zwar total.

Big M is watching you

Die Monitoring-Software Sysomos registriert zudem jene persönlichen Daten von Bloggern, welche diese auf ihren Internetseiten preisgeben, erklärt Mike Schwede von der Bieler Firma Orange8, die das Programm für die Migros installiert hat. So kann das Monitoring-Team der Migros per Knopfdruck feststellen, welche Blogger in den letzten Monaten die meisten Einträge zur Migros geschrieben haben und allenfalls auch, wo diese Personen wohnen und wie alt sie sind.(aus Sonntag-Online, via)
Ich seh's schon  vor mir: An einem dieser seltenen Tage, an denen ich tatsächlich in der Migros einkaufe (nie an einem Donnerstag, wenn die Dreifachpunktejäger unterwegs sind, und auch sonst nur, wenn es anders gar nicht geht), heult plötzlich eine Alarmsirene los und eine Stimme verkündet über den Lautsprecher: "An Kasse 3 steht Frau Zappadong, die sich weigert, eine Cumulus-Karte zu besitzen und das erst noch ungeniert in ihrem Blog verkündet. Sie hat nicht einmal unsere M-Zeitung abonniert, diese Frau, die! Zu Ihrer Information: Frau Zappadong wohnt in diesem unsäglich hässlichen, 33-stöckigen Gebäude an der Zappadongstrasse 33 und ist 333 Jahre alt. Wenn Sie bei ihr Dampf ablassen wollen, rufen Sie sie an unter 033 333 33 33."

Mir kommt da grad dieser subversive Gedanke einer Bloggerverschwörung. Weiss nur noch nicht, ob diese Verschwörheinis NICHTS über die Migros schreiben sollen - oder so viel, dass der neu gekürte "Community-Manager" in sinnloser Arbeit ersäuft.

Eine Frage hätte ich noch (für den Fall dass der Community Manager mal hier vorbeischaut): Wenn ich nun jeden Tag die Migros in den orangen Supermarkthimmel lobe, bekomme ich dann einen Gratisgutschein für ein iPad oder - was mir lieber wäre - einen Haushaltsroboter?

Postliberalisierung - nein danke!

Gestern Abend, da traf ich ein paar Leute. Erzählte von meinem Paket, das nach Oslo geflogen ist. Via Leipzig über Stuttgart (wo es eigentlich hinsollte, dann aber weitergeleitet wurde). Folgende Reaktionen habe ich eingefangen:

Augenrollen. "Was, du hast tatsächlich mit DHL ...au weia."
Abwinken. "TNT ist genau gleich."
Wissendes Lächeln. "Fed Ex schafft es, ganze Pakete kurzfristig verschwinden zu lassen."

Etwas ernüchtert ging ich nach Hause, wo ich unter der Tür den Kollegen von Sohnemann antraf.
"Wie geht es dir?", fragte er (sind nett, diese jungen Leute, gell)
"Frag mich morgen wieder, heute ist schlecht", antwortete ich.
"Warum?"
"Mein DHL Paket ist in Oslo gelandet statt in Stuttgart."
"DHL?" Den jungen Mann schauderte. "Die haben eine Festplatte von mir falsch geliefert. Dauerte TAGE, bis ich sie endlich hatte."

Aha. Das ist also die liberalisierte Post, die auf uns wartet. Da sage ich nur eins: Nein, danke.

Eilpost? Eher Witz des Tages!

Mein Paket, das seit heute Morgen in Stuttgart beim Verlag sein sollte, hängt seit heute Morgen 8.17 Uhr in Oslo, weil es fehlgeleitet wurde. Statt die Eilsendung so schnell wie möglich zurückzuschicken, hängt sie schon den ganzen Tag in Norwegens Hauptstadt herum. Wäre mein Paket ein Tourist, würde ihm das vielleicht gefallen. Ist es aber nicht. Mir ist ein Rätsel, wie man eine verschlampte, weil falsch sortierte Sendung, einen ganzen geschlagenen Tag lang weiterverschlampen kann. Und das bei einem Dienstanbieter der sich für seine Geschwindigkeit rühmt. Für so was habe ich nun ein kleineres Vermögen von CHF 44.00 hingelegt. HA! Ich wäre besser was Gutes essen gegangen mit diesem Geld.

UPDATE 20.50 Uhr: Das Paket ist immer noch in Oslo, mittlerweile sortiert. Will heissen: Mehr als 12 Stunden lang hat sich praktisch nichts getan. Never, never, never again DHL. Never ever.

Irrfahrten

Die dringende DHL Sendung, die Alter Ego an den Verlag in Stuttgart geschickt hat, ist gerade in ... Oslo eingetroffen.
11 Sendung in falscher DHL-Niederlassung eingetroffen, an richtige Destination Oslo - Norway 08:17
 
10 Verlässt DHL-Niederlassung in Stuttgart - Germany Stuttgart - Germany 07:24
 
9 Sendung sortiert in Stuttgart - Germany Stuttgart - Germany 06:41
 
8 Ankunft in der DHL-Niederlassung in Stuttgart - Germany Stuttgart - Germany 06:26
 
7 Verlässt DHL-Niederlassung in Leipzig - Germany Leipzig - Germany 05:16
 
6 Sendung sortiert in Leipzig - Germany Leipzig - Germany 01:30
 
5 Ankunft in der DHL-Niederlassung in Leipzig - Germany Leipzig - Germany 00:04
 
Dabei war sie doch um 7.24 Uhr noch in Stuttgart! Sowieso: Da geht ein Paket von mir nach Basel und dann statt die paar Kilometer nach Stuttgart per Lieferwagen ... per Flugzeug nach Leipzig, nur um zurück in den Süden geschickt zu werden. Verstehe einer die heutige Welt.

Nun, ich hätte mir denken können, dass so was passiert. Gestern trudelte nämlich ein A-Post Brief aus dem Baselbiet bei mir ein. Von Hausfrau Hanna. Dabei ist die doch seit einer ganzen Weile in Schweden. Ich guckte auf das Absendedatum. Es ist vom April. Wäre noch interessant zu wissen, wo sich der Briefumschlag diese vier Wochen so herzumgetrieben hat. A propos herumtreiben: Hat jemand von Ihnen Mr Doorman gesehen. Der sollte längst aus den Ferien zurück sein.

PS: Weiss jemand, ob man sein Geld zurückbekommt, wenn man wegen einer fehlgeleiteten DHL Sendung (sackteures Porto) einen wichtigen Abgabetermin verpasst? Und bevor jetzt jemand ruft: "Früher losschicken, liebes Alter Ego": Alter Ego erhielt wichtige Sendung letzten Donnerstag mit der Bitte um Korrekturlesen und Rückgabe bis 27. Mai. Dazwischen lagen Feiertage ... und ein normales Paket benötigt 7 bis 10 Tage von Zappadong-Hausen zurück nach Deutschland. Ob so was normal ist? Ja.

Griechenland liegt in der Schweiz

Alles, was die Linke und die Gewerkschaften fordern, heisst Gang Richtung Griechenland: Frühpensionierungen, kürzere Arbeitszeiten, mehr Staat, Kinderbetreuung, Ausbau der Sozialwerke bis zum Bankrott: Das alles führt zu griechischen Verhältnissen. Das gilt es zu verhindern. Ich habe noch nie von einem Linken gehört, wo für ihn die obere Grenze der Staats- oder Steuerquote liegt. Alles ist gegen oben offen – und heisst Griechenland und letztlich DDR und UdSSR.
Das und noch viel mehr Griechisches erzählte Herr Mörgeli dem Online-Tagi. Kalimera. Oder so. Ich habe nun ganz lange aus dem Fenster geschaut, aber das Meer sehe ich trotzdem noch nicht. Hätte mir vielleicht jemand die Telefonnummer von Herrn Mörgeli?

Hier noch ein Hinweis an die SVP: Slalom fahren kann man auch mit Wasserskis.

Jagdfieber

Leserreporter sind die neuen Jäger. Wenn irgendwo was los ist, zücken sie ihr Handy und knipsen, was das Zeug hält. Zeitungen sind dann auch noch blöd genug, solche Bilder zu drucken oder online zu stellen.

Hatz gemacht wird auf alles, was nach Blut, Tränen und Burka aussieht. Vor allem Burka. Man kann von diesem Kleidungsstück halten, was man will - es rechtfertigt kein ungefragtes Knipsen und schon gar nicht Veröffentlichen. Aber das ist heutzutage wohl Ansichtssache. Privatssphäre war gestern.

PS: Würde mich noch interessieren, wie viele dieser hemmungslosen Allesknipser und Bilderverscherbeler sich über Bonis aufregen. Also über die anderen Aasgeier. Selber ist man ja keiner, gell.

Da kracht also ...

... in Spanien eine Regionalbank zusammen - und die Weltwirtschaft reagiert mit nackter Panik. Eigentlich wäre so was ja zum Lachen. Wenn es nicht zum Weinen wäre.

66 Letters - Brief an Carla Arnim (Nummer 51)

Wie vor dem langen Wochende versprochen (Seite 1 von 2 Seiten):


Leider, leider, war ich abseits der virtuellen Welt und konnte bei diesem faszinierenden Rätsel nicht mitraten.

Der mysteriöse Brief an Carla Arnim

Nun denn, dann werde ich den Schritt wohl tun müssen: Ich werde den Brief veröffentlichen. Ein paar Anmerkungen dazu:

Lieber Dan, Neurodermitis ist für mich kein Grund, seine Kinder zu verlassen und sich nicht einmal für sie zu interessieren. Die Kinder sind im Brief erwähnt, die Tochter sogar namentlich - leider konnte ich genau den Namen nicht so richtig entziffern. Er ist entweder Feiss oder Fliss. Würde mich interessieren, wie man zu so einem Namen kommt.

Lieber Wolf, der Brief erreichte mich zu einer äusserst ungünstigen Zeit. Ich habe aus verschiedenen Gründen nur ganz kurz Internetanschluss, habe aber für Sie und die vielen Mitspieler den Brief abgeschrieben (hoffentlich halten sich die Tippfehler, die mir in der Eile passiert sind, in Grenzen) - für ein Hochladen auf Foren reicht die Zeit erst am Dienstag. Wenn das zu lange dauert, darf der Briefinhalt gerne kopiert und von einem der Mitspieler in die Foren hochgeladen werden (ich werde am Dienstag auch ein Foto nachliefern).

An alle deutschen MitleserInnen: Wir Schweizer kennen kein scharfes Ess. Ich bin wirklich in Eile und habe mir diesen Schnörkel gespart ... was für Sie etwas befremdend wirken kann.

Jetzt aber zum Brief.

Berlin, 2. August 1980
Liebe C.
Ich habe Deinen Brief zur Kenntnis genommen. Die Kontosperrung werde ich nicht aufheben lassen, schliesslich trage ich als Dein Ehemann auch die Verantwortung für Dein Tun, und ich kann nicht zulassen, dass Du so viel Geld zum Fenster hinauswirfst. Da ich von der Klinikleitung erfahren musste, dass sich Dein Zustand eher verschlechtert als gebessert hat, sehe ich mich in meiner Entscheidung noch bestärkt.
Jedoch denke ich, es wäre das beste, wenn Du nach Berlin kommst und Dich hier weiterbehandeln lässt. Ich habe bereits alles in die Wege geleitet, und wenn ich von meiner Konzertreise durch die Vereinigten Staaten zurückkomme, hole ich Dich ab. Im Interesse Deiner Kinder, möchte ich dich ausserdem bitten, keine weiteren Gespräche mit Journalisten oder anderen Aussenstehenden zu führen. Du hast schon genügend angerichtet. Junior leidet sehr unter der Situation. Zwar fragst Du nie nach ihr, aber Feiss (Fliss? Anmerkung: sehr schwierig zu lesen), die ja anders als Junior nicht allzuviel von Deinem persönlichen Verhalten mitbekommt, hat sich zu einem entzückenden und hochintelligenten Kind entwickelt.
Im Alter von zweieinhalb Jahren zeigt sie bereits ein erstaunlich musikalisches Gehör. Erst kürzlich nahm ich ihr eine Musikkassette mit ihrer Lieblingssonate von Mozart auf, damit sie sie anhören kann, während ich auf Reisen bin. Wäre es nicht schön, wenn sie eine Mutter hätte, die sich für sie interessiert? Du solltest über all das einmal in Ruhe nachdenken. Ich melde mich.
Frederik

Gesucht: Carla Arnim

Heute Morgen brachte mir der Postbote einen handschriftlich an mich adressierten Brief. Als ich ihn öffnete, fand ich darin nichts weiter als einen zweiten Brief. Der allerdings war nicht an mich adressiert. Ich guckte mir den Originalumschlag nochmals an. Da steht wirklich mein Name drauf. Ich schüttelte den Umschlag - aber ausser diesem zweiten Brief war nichts drin.

Und dann sah ich es: Der zweite Brief war geöffnet worden. Es hatte ihn also vor mir schon jemand gelesen. Aber warum wurde er dann an mich weitergeschickt?

Die Neugier packte mich. Ich weiss, man sollte das nicht tun, aber ich klaubte den Brief aus dem Umschlag. Vergilbtes, steifes Papier. Eine altmodische, ordentliche Handschrift. Dann sah ich das Datum. Berlin, 2. August 1980. Berlin? 1980? Was tut ein so alter Brief in meinem Briefkasten? Und warum überhaupt in meinem Briefkasten?

Ich guckte die Adresse auf dem zweiten Umschlag genauer an:


Klinik Meissenberg? In Zug? Ich lebe ja in der Schweiz. Aber in Zappadong-Hausen und nicht in Zug. Und schon gar nicht arbeite ich in einer Klinik. Warum also gelangt ein Brief, der 1980 an eine Carla Arnim geschrieben wurde, zu mir? Geöffnet?

Ich warf meine Hemmungen über Bord und las weiter. Liebe C., stand da. Ich habe deinen Brief zur Kenntnis genommen. Und dann wurde es sehr privat und ... sehr tragisch. Ich hatte das Gefühl, mitten in ein schreckliches Familiendrama geraten zu sein.

Nun suche ich nach dieser Carla Arnim. Ich erhoffe mir, von ihr ein paar Antworten zu bekommen. Der Brief scheint mir zu persönlich zu sein, als dass ich viel darüber preisgeben könnte oder gar wollte. Nur so viel: Carla Arnim war verheiratet. Ihr Mann hiess Frederik und muss - den Zeilen nach zu urteilen - ein berühmter Musiker gewesen sein. Aus Gründen, die ich nicht kenne, muss Carla Arnim auch Kontakt zu Journalisten gehabt haben.

Vielleicht wissen Sie etwas über den Verbleib oder Aufenthaltsort von Carla Arnim. Ich möchte wirklich gerne wissen, wer diese Frau ist und ob sie noch lebt. Ich bitte Sie aber um Vorsicht im Umgang mit Ihren Informationen. Der Brief lässt darauf schliessen, dass Carla Arnim etwas zugestossen ist. Entweder will sie mir auf diesem Weg ein Zeichen geben. Oder aber, jemand sucht sie, und versucht auf diese Weise an sie heranzukommen.

Sollte es gar nicht anders gehen, müsste ich dann wohl in einem zweiten Schritt den Inhalt des Briefes verraten. Vorerst aber hoffe ich, auch ohne das Offenlegen dieses sehr privaten Briefes an weitere Informationen zu kommen.

Ein Hinweis auf diese mysteriöse Geschicht könnte sich auf dem Umschlag verbergen:


Vielversprechend scheint mir auch dieser Link zu sein, den ich bei der Online-Suche nach Carla Arnim gefunden habe.

Online-Journalismus heute

Sorry, konnte grad nicht widerstehen.

Ach je ... und Frage: Braucht man heute keine Ausbildung mehr, wenn man bei den Medien arbeiten möchte?

PS: Die Quelle behalte ich mal für mich. Es ist auch so peinlich genug.

UPDATE: Ich frag mich grad .... Vielleicht kommt das direkt aus einer Übersetzungsmaschine ...

Radio 1997

Radio 1997 ... making off, by Fab&Kay, unbearbeitet

Another one gone

Abschied von Ronnie James Dio

F*** Datenschutz

Was titus in der Augenreiberei ausgegraben hat, ist eines der stärksten Stücke, die mir je untergekommen sind. Unter dem Titel Wolf im Schafspelz enthüllt titus, wie auf einer Seite, in der es um den ersten offiziellen "Home Office Day" geht, gnaden- und erbarmungslos Daten von Umfragewilligen gesammelt werden. Mehr noch: Wie sie danach hemmungslos weitergegeben und weiterverwendet werden. Wie gesagt: Ich habe selten ein so starkes Stück an Frechheit erlebt. Nun frage ich mich: Wie ahnungslos sind die auf der Seite aufgeführten PolitikerInnen?

An dieser Stelle nur ein paar kleine "Müsterli" davon, was titus zusammengetragen hat:
«Ergänzend zu diesem Gebrauch kann die Trägerschaft des homeofficeday.ch persönliche Daten verwenden, um Ihnen einen wirksameren Kundenservice zu bieten, um…»
«Persönliche Daten, die auf dieser Website erfasst werden, können in den Vereinigten Staaten oder in einem anderen Land, in dem die Trägerschaft des homeofficeday.ch oder die Konzerngesellschaften, Tochtergesellschaften oder Vertreter der Firma Betriebsstätten unterhalten, gespeichert und weiterverarbeitet werden, und durch Ihre Nutzung der Website stimmen Sie jeder Datenübertragung ausserhalb Ihres Landes zu.»
Na, dann mal auf ein frohes Datensammeln. Aber ohne mich. 

Mal ein Wort zu den Lokaljournalisten

Kürzlich, da war ich auf der Redaktion unserer Lokalzeitung (wegen Alter Ego). Ich traf auf engagierte Journalisten, Leute, die die Region in- und auswendig kennen, wissen, wie wir Zappadong-Hausener ticken. Der Journalist, mit dem ich sprach, kannte die Namen aller Kandidaten für das Gemeindepräsidium der Nachbargemeinde von Zappadong-Hausen, mehr noch, wusste, wer sie sind und was sie tun. Ich würde wetten, genauso gut kennt er alle anderen Politiker, Sportler und Vereinshäuptlinge beim Namen und mindestens in einer Kurzbiographie.

Das Gespräch zwischen Alter Ego und Journalist war eine Freude. Weil Alter Ego nicht viel erklären musste. Der Lokaljournalist war im Bild. Welch ein Unterschied zu jener Lokalradiomoderatorin, die Alter Ego in der Live-Sendung erst einmal fragte, wer sie denn sei und was sie denn so schreibe.

Angesprochen auf die Komplexität der Zeitung bekam ich eine ebenso genaue wie interessante Erklärung: Zugehörig zu NZZ und St. Galler Tagblatt, aber printmässig Mantelzeitung der Südostschweiz.

Angesprochen auf die neuen Herausforderungen durch Internet und Online-Medien: Das überlassen wir den grossen Mutterhäusern, die sich sehr intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen. Wir machen Print-Lokaljournalismus. Es klang weder jammerhaft noch überheblich, sondern schlicht und einfach überzeugt und selbstbewusst.

Es war eine wirklich gute Erfahrung, da vorn, auf der Redaktion der Lokalzeitung. Und ich wiederhol's noch einmal: Sollte ich je gezwungen sein, bis auf ein Abo alle Zeitungsabos zu kündigen, dann wird dieses eine Abo jenes der Lokalzeitung sein.

Burkaverbot versus Freiheit

Alter Ego ist mehrheitlich unterwegs, Mr Doorman macht Ferien ... Im Zappadong-Gebäude ist es viel zu ruhig. Wenn Ihnen nach Hinterfragen Ihrer Ansichten und einer spannenden Auseinandersetzung zumute ist, empfehle ich Ihnen die beiden Substanz-Beiträge:

Recht auf Kontaktverweigerung statt Burkaverbot
Freiheiten für Unangepasste

Wie sieht denn Ihre Realität aus?

Haben Sie sich heute Morgen in eine bereits volle Bahn gezwängt und keinen Sitzplatz gefunden?
Hätten Sie Ihren Boss erwürgen können oder haben Sie Ihre Arbeitskollegin gelobt?
Hat Sie eine Blumenverkäuferin angelacht?
Waren Sie "noch schnell" einkaufen, zu Fuss, mit dem Fahrrad, mit dem Auto?
Haben Sie sich über den oberdoofen, auf Blickniveau liegenden Online-Artikel bei Newsnetz aufgeregt (KEIN LINK AN DIESER STELLE - SO WAS VERLINKE ICH NICHT)?
Sind Sie vor oder nach der Arbeit joggen gegangen?
Welches ist Ihre Realität?
Was würden Sie tun, wenn Ihre Realität eine ganz andere wäre?

Was, wenn heute dein letzter Tag wäre ?

Ein bisschen Gedankenfutter von einer meiner Lieblingsbands

Lektüre des Tages

Alles, was ich auch zu Griechenland schreiben würde, hat Thinkabout schon geschrieben, drüben in seiner (Nach)Denk- und Schreibstube.

Vielleicht noch dies: Auch hier im Zappadong-Gebäude halten wir heute den Atem an und hoffen, dass der über Nacht entworfene und aufgespannte Euro-Rettungsschirm das Gewitter abhält.

Heute Nachmittag, beim Autorennen ...

... sass ich im Wohnzimmer, während Herr Zappadong den röhrenden Maschinen zusah, wie sie sich Runde um Runde um Runde um Runde dem Ziel näherten. Ich guckte nicht (weil ich etwas anderes tat), aber ich hörte hin. Erst erstaunt, dann ungläubig, dann fassungslos.
"Herr Zappadong, reden Sportreporter immer einen solchen Stuss zusammen?", fragte ich entgeistert.
Herr Zappadong guckte mich an, überlegte eine Weile und bestätigte meine Befürchtungen. "So reden die immer", meinte er.
Aua! Und nein, ich will gar nicht darüber nachdenken, wie das wäre, wenn mich Sport interessieren würde und ich solche Sendungen wirklich schauen wollte.

Ich könnte ja sagen ...

... ich hab's gesagt. Hab ich auch. Aber wenn ich es sage, glaubt mir keiner, weshalb ich hier einen zitiere, der es besser weiss als ich:
Einen solch dramatischen Kursverfall haben die Händler noch nicht erlebt: "Es hat sich angefühlt, als wenn wir die Kontrolle verloren hätten", sagt Jack Albin von der Harris Private Bank in Chicago. Ein anderer Börsianer sagt, er habe das Gefühl, den Handel hätten "einfach die Maschinen übernommen".  Quelle
Könnte die Welt bitte mit dem Totalcrash warten, bis Herr Zappadong und ich das Haus am Arsch der Welt schönsten Ort der Schweizer Berge offiziell gekauft und bezahlt haben (dauert nicht mehr lange)? Danke.

Vom Schneeschaufeln und Tanzwettbewerben

Kürzlich, da sassen ein paar Bloggerseelen ganz real in der realen Welt zusammen und unterhielten sich übers .... Schneeschaufeln. Über das Deltasegeln zwecks Suchen einer Internetverbindung, wo es sonst keine gibt. Halt über das Leben am Arsch der Welt.

Für solche Momente blogge ich. Jetzt noch. Weil: Der Arsch der Welt ist (schon fast) real geworden - und Deltasegeln liegt mir nicht (Höhenangst!). Aber sogar mein selbstgewählter Arsch der Welt ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln an die Stadt angebunden. Dort, wo man sich ganz real in der realen Welt treffen und unterhalten kann. Vielleicht habe ich bis dann eine Schneefräse.

Ansonsten habe ich heute einen Typen kennengelernt (ebenfalls real), den Sie unbedingt auch kennenlernen sollten. Erst mal virtuell. Hier. Anspieltipp: Video Nummer 4, das ganz unten, das über den Tanzwettbewerb. Hat er heute Morgen in Rothrist vorgetragen.

Rede zum ersten Mai

-         „Hesch no Lohn – oder zocksch scho ab?“

-         „Was, was meinsch?“

-         „Jo, ganz eifach: Schaffisch no für Gäud, du Löu oder wirsch scho i Aktie uszauht?“

-         „Mit oder ohni 13. meinsch?“

-         „Das heisst dänk nüm 13., das heisst hüt Bonus und wes clever machsch, de isches meh aus ei 13. gar meh aus e 14. oder 15. oder 16.!

 Die ganze Rede finden Sie hier. Und ich finde, Sie sollten sie lesen.

Menschenrechte

Weil in letzter Zeit im Zappadong-Gebäude viel von Menschenrechten die Rede ist, empfehle ich für das Wochendende folgende Lektüre.

UPDATE: Nach den ersten paar Stunden Lektüre hätte ich dann mal folgende Fragen (die mir vielleicht jemand beantworten kann):

Was passiert dort, wo Menschenrechte aufeinanderprallen? Zum Beispiel europäische auf solche aus dem Islam:
Fast alle islamischen Staaten sehen die Scharia als Basis ihres Rechtssystems an. Diese kennt keine negative Religionsfreiheit für Muslime. Das islamische Recht verbietet zwar Zwang, um Juden oder Christen zum Islam zu bekehren. Es gibt einem Muslim aber nicht die Freiheit, für sich eine andere Religion als den Islam zu wählen oder Atheist zu werden (siehe hierzu Apostasie im Islam). Wegen dieser und anderer Widersprüche zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte hat die Organisation der Islamischen Konferenz im Jahr 1990 die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam beschlossen. Dem Individuum wird durch diese Erklärung jedoch keine religiöse Wahlfreiheit garantiert.
Was passiert dort, wo einzelne Menschenrechte einander gegenüberstehen? Zum Beispiel

- Religionsfreiheit versus Gleichberechtiung von Mann und Frau?
Allen einzeln genannten Menschenrechten übergeordnet ist das Prinzip der Gleichberechtigung, das durch Maßnahmen der Gleichstellung umgesetzt wird.
- Religionsfreiheit versus Recht auf körperliche Unversehrtheit (Prügelstrafe, Zwangsbeschneidung)
- Religionsfreiheit versus Recht auf Selbstbestimmung
- Meinungsfreiheit gegen Religionsfreiheit => Im Jahr 2008 hat der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen den Islam über die anderen Menschenrechte gestellt. Ihn zu kritisieren ist seither ein Verstoss gegen die Menschenrechte:
Und nun hat der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen, dessen Mitglieder sich regelmäßig im schönen und weltoffenen Genf treffen, das Meisterstück seiner inzwischen zweijährigen Existenz abgeliefert und die Scharia, das islamische Gesetz, für sakrosankt erklärt.
Allein schon eine Diskussion über die Scharia ist eine Beleidigung, die nicht hingenommen werden kann. Was im Umkehrschluss hingenommen werden muss, sind diverse Akte der praktizierten Barbarei, wie die Steinigung von Ehebrecherinnen, das öffentliche Erhängen von Homosexuellen und Frühehen mit Kindsfrauen, die alle ganz offenbar im Einklang mit der Scharia stehen. Und die deswegen vom Menschenrechtsrat der Uno unter dem Label der Religionsfreiheit respektiert werden müssen.

Wie sieht es mit der Gewährleistungspflicht aus?
Gewährleistungspflicht: Der Staat hat für die volle Verwirklichung der Menschenrechte Sorge zu tragen, wo dies noch nicht gegeben ist.
Mich interessiert: Wie weit darf/soll/kann/muss der Staat repressiv eingreifen, um folgende Rechte aller zu schützen (diese Frage in Anspielung auf die repressiven Massnahmen im Fussball):
- Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit
- Recht auf Freiheit, Eigentum und Sicherheit

Wenn wir grad von Fussball sprechen ...

... möchten Mr Doorman und ich Ihnen diese Petition ans Herz legen. Ein paar Fakten (die Sie auch finden, wenn Sie dem Link folgen):

Südafrika in Zahlen:
Kosten der WM für Südafrika: 4.5 Milliarden Franken
Prognostizierter Gewinn der FIFA: 2 Milliarden Franken
Bevölkerung Südafrikas: 47 Millionen
Menschen in Armut: 20 Millionen
Existenzminimum 4500 Rand pro Monat (Fr. 650)
Lohn eines Bauarbeiters für die WM-Stadien: 3000 Rand
Lebenserwartung heute: 51 Jahre
Lebenserwartung vor 20 Jahren: 62 Jahre
 

Im Steuerdschungel

Alter Ego hat in einem fremden Land im Süden gelesen. Damit steuerlich alles seine Ordnung hat, hat Alter Ego wie vom Veranstalter gewünscht, zusätzlich zur Rechnung (die in besagtem Land UNBEDINGT Honorarnote heissen muss, und unbedingt NICHT Rechnung) folgende Papierchen beigelegt:
a) eine amtliche Bestätigung, dass sie sämtliche Einkünfte aus anderen Ländern vollumfänglich in der Schweiz versteuert (erneuerbar alle 3 Jahre)
b) eine amtliche Bestätigung, dass sie in der Schweiz offiziell als selbständig Erwerbende arbeitet und als solche auch ihre Sozialbeiträge bezahlt.
Auf Wunsch des Veranstalters hat Alter Ego für jeden einzelnen Leseveranstalter eine Honorarnote geschrieben - für einen davon sogar zwei, weil sich der Veranstalter die Kosten mit einem Mitveranstalter teilen wollte.

Dermassen ausgerüstet fuhr Alter Ego Anfang Februar in das fremde Land, genoss die Lesungen und fuhr dann wieder nach Hause.

Zwei der drei Veranstalter haben im Laufe der Zeit das Honorar überwiesen. Die Überweisung von Veranstalter Nummer drei fehlte auch fast Ende April noch. Also fragte Alter Ego nach. Die Nachfrage überkreuzte sich mit einem Brief jenes Amtes, das für die Auszahlung des Honorars verantwortlich ist.

Leider, leider kann man nichts überweisen, bevor man nicht GANZ sicher ist, dass Alter Ego das Geld wirklich in der Schweiz versteuert. Weshalb ein paar Forumlare beiliegen. In eines davon musste Alter Ego das exakte Honorar einfüllen und von der Wohngemeinde beglaubigen lassen, dass Alter Ego dort wirklich Steuern bezahlt und dass die Wohngemeinde sicher gehen muss, dass Alter Ego diesen Betrag in der nächsten Steuererklärung dann wirklich angibt. Zusätzlich möge doch Alter Ego bitte ihre ID kopieren und auch die Hotelrechnung selber begleichen. Die würde Alter Ego dann mit dem Honorar zusammen überwiesen bekommen, falls, falls, sie all das tut, worum sie gebeten wird.

Herr Zappadong, der die finanziellen Angelegenheiten von Alter Ego erledigt (Alter Ego ist darin grottenschlecht) hat tief geseufzt und alle Papierchen ausgefüllt. Alter Ego fuhr zur Gemeinde und holte sich von einer perplexen netten Dame im Steueramt den Stempel.

Alles zusammen schickte Alter Ego gestern zurück in das fremde Land. Ob sie dort jemals wieder lesen wird, ist fraglich. Genauso fraglich ist wohl, ob das Honorar samt nun selbst übernommener Spesen irgendwann auf ihrem Konto eingehen wird.