RSS Feed

Gekidnappt und hirngewaschen

Da standen wir also an der Autobahneinfahrt irgendeiner CH-Raststätte mit grässlichen öffentlichen Toiletten und hielten die Daumen raus. Mr Doorman immer noch ganz berauscht vom Gedanken an den unermesslichen Reichtum, den uns unsere Hellseherei einbringen wird, ich darüber nachgrübelnd, ob es im Elsass irgendwo einen Geheimzugang zum Teilchenbeschleuniger gibt, und falls ja, ob Onkel Vladimir wirklich in so ein Ding eingestiegen ist und falls nochmals ja, ob ihn das Schwarze Loch schon gefressen hat. Kürzer gesagt: Mr Doorman ging es ausgezeichnet, mir nicht. Kurz danach ging es uns beiden schlecht.

Jemand schlich sich nämlich von hinten an uns heran, betäubte uns mit irgendwas ganz komisch Riechendem und schleppte uns in ein Verliess. Dort sitzen wir jetzt und unterziehen uns sehr, sehr unfreiwillig einer Gehirnwäsche. Das sei zu unserem Besten, erklärt uns einer, der eine vage Ähnlichkeit mit Reto Brennwald von der Arena hat. Gruselig, gellensie (= nicht wahr?). 



Könnte uns bitte jemand befreien kommen, bevor wir zurück im Stadium des Griesbreiessens und Brabbelns sind? Danke.

Frau Zappadong und Mr Doorman

4 Kommentare:

Henrike said...

durchhalten! ich muss noch eine vernünftige öffentliche autobahntoilette finden. dann kann ich weiter nach euch suchen und euch befreien.

quantensprung said...

Sehr geehrte Frau Zappadong

Von Reto Brennwald einer Hirnwäsche unterzogen zu werden, ist an sich nichts Spektakuläres: Da wird nix gewaschen, nix erreicht, es wird bloss versucht, die Informationsströme in Ihren neuronalen Netzen in klugscheisserischer Oberlehrer-Manier zu unterbrechen, mit dem Ziel, sie umzuleiten. Gemeinhin ist es von Vorteil, solche Möchtegern-Heros zu unterstützen: Einfach nicht mehr hinhören, ein simples Lächeln aufsetzen und so tun, als sei Herr Brennwald der Führer der Nation.

Grundsätzlich sind solche Führer unersättlich. Da dem Herrn Brennwald hingegen nicht gerade ein Übermass an Standhaftigkeit in die Wiege gelegt wurde, wird er sich bald nach einem neuen simplen Lächeln umsehen und sich aufmachen, neue Opfer zu suchen. Da nicht halb Europa unterkellert ist, wird er Ihr aktuelles Verlies leeren müssen, um die Neuen einzuquartieren. Somit wären Sie samt Doorman denn frei.

Sorgen kann einem dieser Vladimir bereiten: Wäre er in der Tat ins schwarze Loch getreten und aufgegangen in der Singularität, kriegten Sie ihn voraussichtlich nicht mehr zurück. Sie könnten sich erschöpfen mit Reisen zwischen dem Elsass und Genf und in mache Erdlöcher schlüpfen, von Vladimir wäre nicht einmal mehr ein Molekül des «V» erhalten geblieben. Denn so verhält es sich mit der Singularität: Einmal eingetreten ist ein Austritt praktisch für immer und ewig unmöglich.

Sollten Sie weiterhin ernsthaft in Betracht ziehen, dem Vladimir nachzusteigen, wäre dies als entschlossenes Hinschreiten auf die totale Auflösung zu interpretieren. Was mit Ihrem «Z» und dem «D» des Doorman passierte, wissen Sie ja jetzt. Setzen Sie also Ihre neu erlangte Freiheit nicht aufs Spiel.

Vielleicht wäre es am besten, Sie und Ihr Doorman legten sich je ein Trompetchen zu, um dem Vladimir mal gehörig den Marsch zu blasen. Bei den himmlischen Heerscharen scheint solches jedenfalls zu funktionieren. Deren Engelchen haben sich weltweit in Sakralbauten installiert, musizieren seit Jahrhunderten und sind stets munter!

bobsmile said...

Mensch, dass ihr Hitchhikers auch nie ein Handtuch mithabt, wenn ihr's mal brauchen könntet. Sonst müsste Mr Doorman nur kurz den Daumen in die Luft recken und - zack - einmal durch den Large Brennwald Collodierer direkt auf Zaphods Heart of Gold, oder so.

Petra said...

Onkelchen Vladimir IST einzigartig, aber er lebt. Und wie!
Die Zeugin