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Alles legal

Onkel Vladimir ist schlecht gelaunt. Das ist nicht witzig, glauben Sie mir. Mr Doorman hat sich in den Keller verzogen, Gold polieren, ich trinke meinen Kaffee alleine in der Besenkammer im elften Stock, in sicherer Entfernung von Onkel Vladimir.

Der telefoniert gerade. Und leider hört man ihn von der Lobby bis nach hier oben, in den elften Stock.
"Verdammte Sauerei!", brüllt er. "Wenn ihr ganz Europa bescheissen könnt, will ich auch etwas davon haben."
....
"Mir wurscht, wie ihr das macht. Ich bekomme Kreta, kapiert? Und die Akropolis."
....
"Und einen Verwaltungsratssitz in eurem Scheissladen."
(So langsam wird mir das unheimlich)
....
"Nein, das ist nicht zu viel. Im Gegenteil. Ich will ein Nachtessen mit dem Präsidenten, im Oval Office."
....
"Na, geht doch!", posaunt Onkel Vladimir und klingt plötzlich wieder gut gelaunt.

Ich bleibe doch noch eine Weile in Deckung und lese in einem zerfledderten Westernroman, den jemand in der Besenkammer liegen lassen hat (wahrscheinlich Nini Zappadong, der hat die Dinger stapelweise verschlungen). Unten höre ich Onkel Vladmir singen. Keine Ahnung, warum er Gotthard kennt, auf jeden Fall ist das eindeutig der Song "Top of the World" (es ist irgendwie ungerecht, dass Onkel Vladimir so gut singen kann). Als er nach 20 Minuten immer noch singt, verlasse ich meine Deckung und gehe nach unten.

"Gute Laune?", frage ich.
"Und wie!", antwortet er. "Die Geschäfte laufen gut. Sehr gut. Bin gerade in den Griechenlandhandel eingestiegen." Ein breites Grinsen zieht über sein Gesicht. "Tolle Sache. Und alles legal!"
Mein Gefühl sagt mir: Irgendwo ist da ein Haken.
"Wir brauchen 500 Pakete. So gelbe von der Post", sagt Onkel Vladimir.
Ich schlucke leer. "Wozu?", frage ich.
"Das", antwortet Onkel Vladimir, "wollen Sie nicht wissen."
Ich fürchte, er hat recht.
"Aber sagen Sie meinem Vetter, er soll aufhören, das Gold abzustauben und sich hinter die Uranstäbe machen."
Ich hab's geahnt. Es musste ja so kommen.

UPDATE: Wie viel für Goldman Sachs dabei heraussprang

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