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Heute klauen wir Text und morgen fahren wir den Weltfrieden an die Wand

Ich wusste es. Sonntagszeitungen lesen IST gefährlich.

Da schreibt also so eine Dame von der NZZ mit wahrscheinlich null Ahnung von gar nichts, sie verstehe die ganze Aufregung um das Kopieren von Texten nicht. Habe man doch immer schon gemacht und sowieso, die Blogger sollen nicht so kleingeistig borniert reagieren, die täten das ja ständig. Worauf ich mir überlegt habe, ihren Artikel abzuschreiben, den ganzen, dann ein paar Sätze umzustellen und zwei oder drei Wörter zu ändern ... und dann mal zu gucken, ob sie dann immer noch ihrer Meinung ist, die Dame. Leider ist mir das zu gefährlich. Denn sie könnte tatsächlich mit der gesamten, furchteinflössenden Rechtsabteilung ihres Verlags angefahren kommen und dann wäre ich - wie Onkel Vladimir mir gestern schon so schön verdeutlichte - total am Arsch.

Nun, das ist aber noch nichts im Vergleich mit jenem Artikel aus dem Wirtschaftsteil derselben Zeitung, wo genau und glaubhaft beschrieben wird, wie Goldman Sachs am Niedergang Griechenlands verdient - mit Hilfe der Pensionskassen, denen man versichert, es könne nichts passieren, da es im Fall des totalen Absaufens Griechenlands keinen Schadenfall gäbe, weil es Notfallmassnahmen zur Rettung des Landes gebe. Zur Erinnerung: Goldman Sachs gibt es nur noch, weil man gigantische Rettungsmassnahmen für sie ergreifen musste, unter denen nun eine gesamte Weltwirtschaft leidet. Zur weiteren Erinnerung: Banken wie Goldman Sachs haben uns an die Wand gefahren. Jetzt könnte es gut möglich sein, dass sie wissentlich den Krieg riskieren. Den ohne WIRTSCHAFT vor dem Wort KRIEG.

UPDATE: Es ist alles noch viel schlimmer Goldman Sachs hat Griechenland auch geholfen, die EU in Bezug auf die wirkliche finanzielle Lage des Staates zu täuschen. Meine Frage wäre nun: Ist es denn nicht möglich, solchen Banken die Lizenz zu entziehen? Oder läuft das immer noch unter too big to fail?

4 Kommentare:

Thomas said...

Da Geld anders als Autos oder Handys keine Sache ist (sondern nur Zahlen in einer Datenbank), kann man es nicht stehlen. Und wo es keine gestohlene Ware gibt, da gibt es auch keinen Skandal.

Titus said...

Es kommt noch viiiiel schlimmer, Frau Zappadong:
«Der Branchenprimus bleibt aber das Geldhaus Goldman Sachs: Seine 31'700 Angestellten verdienten im abgelaufenen Jahr im Schnitt 548'000 Franken.»

Quelle: http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/unternehmen-und-konjunktur/Die-fuerstlichen-Loehne-der-Credit-Suisse/story/24626183

Zappadong said...

Na klar doch. Bei solchen "Aktionen" muss man sich ja vorkommen wie ein Gott. Unbesiegbar. Und vor allem unzahlbar. Da sind selbst 548'000 Franken noch zu wenig.

Und wahrscheinlich ist das ganze Konstrukt um Griechenlands Finanzen schon zerschnetztelt, wieder neu zusammengesetzt und als "Päggli" an gierige Investmentbanker der Welt verkauft worden. Sprich: Griechenland darf jetzt gar nicht untergehen, weil sonst alles untergeht. Und genau darauf verlässt man sich. Wir Deppen dürfen dann wieder ausbaden. Halleluja (zum Glück ist Sonntag)

Relax-Senf said...

Langsam wird es mir unheimlich, schon wieder ein Kommentar von Frau Zappadong, den ich grundsätzlich mittrage.

Natürlich sind Banken wie Goldman Sachs dazu da, ihren Kunden dabei zu helfen sich "positiv" darzustellen. Wenn jedoch die dafür verwendeten Zahlen getürkt sind, ist es für mich klar ein Verstoss gegen Treu und Glauben! Oder anders ausgedrückt, wenn der Dienstleister weiss, dass seine Hilfe zur Darstellungsmanipulation dazu dient, die fehlende Zahlungsfähigkeit und Kreditwürdigkeit zu verschleiern, dann ist dies ein Tatbestand, welcher strafwürdig ist. Gibt es dafür noch kein Gesetz, gehört eins geschaffen.