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Onkel Vladimir will sein Uran verscherbeln

Ausgeschlafen. Traumlos. Will heissen, ich habe weder von 2.5 Millionen Euro noch von Buspassagieren geträumt. Aber beim Aufwachen ist mir Onkel Vladimir eingefallen. Den habe ich nun eine halbe Stunde lang gesucht und nicht gefunden.

"Ist Onkel Vladmir abgereist?", frage ich Mr Doorman.
"Nein", antwortet er etwas verlegen, "der ist im Bügelzimmer."
BÜGELZIMMER? ONKEL VLADMIR???
Während ich die Treppen hochgehe, überlege ich mir, was in aller Welt Onkel Vladimir im Bügelzimmer tut.

"Was in aller Welt tun Sie denn im Bügelzimmer?", frage ich, als ich ihn dort tatsächlich antreffe.
"Bügeln."
"Bügeln? Sie?"
Er nickt. "Wegen gestern. Sie wissen schon. War leicht angesäuselt ..."
Ich erinnere mich. Alles halb so wild. Nur dass mein Eiszapfen jetzt halt Eiswürfel ist / sind.
"Kein Problem", antworte ich. "Schon vergessen."
Ein erleichtertes Grinsen zieht über Onkel Vladimirs Gesicht und legt eine Zahnlücke frei, die vor meiner Abreise ins Ötztal noch nicht da war.

"Wenn ich mir eine Bemerkung erlauben darf ...", beginnt er und ich fürchte einen Moment, einem Ausserirdischen in Gestalt von Onkel Vladmir gegenüberzustehen (unhöflich und ungehobelt ist er mir lieber), "aufregen lohnt sich nicht."
"Wie meinen Sie das?", frage ich.
"Na, ist doch ganz einfach", ruft er. "Es sind Deutsche, die diese Datengeschichte ausbaden müssen. Es sind Deutsche, die Nachsteuern bezahlen müssen. Es sind Deutsche, denen es an den Kragen geht. Es ist der deutsche Staat, von dem in Zukunft jeder Kriminelle Geld verlangen kann. Es sind Deutsche, die sich fragen müssen, ob sie nächstens auf einer CD landen, in welcher die Farbe der Unterhosen und die politische Gesinnung gespeichert sind. Es sind Deutsche, die sich überlegen müssen, welchen Schritt ihre Regierung als nächsten tut. Zum Beispiel Elena. Zum Beispiel automatischer Informationsaustausch. Zum Beispiel gläserner Bürger.

Onkel Vladimir macht eine kleine Pause, um sicher zu sein, dass ich ihm auch folgen kann. "Alles klar?", fragt er.
"Yap", antworte ich. "Die ganze Geschichte kann uns total egal sein. Und jetzt trinken wir einen."
"Aber sicher doch!", ruft Onkel Vladimir und wirft das Bügeleisen in die Ecke. "Und dann versuchen wir, unser Uran an die Deutschen zu verscherbeln." Schelmisch fügt er hinzu: "Solange sie noch in Kauflaune sind."

PS: Bevor wir Ihnen verraten, welche Farbe unsere Unterhosen haben und mit wem wir am Samstag ins Kino gegangen sind und wie viel auf unserem Sparkonto liegt, schliessen wir die Zappadong-Hütte.

1 Kommentare:

Bobsmile said...

Uran an die Deutschen verscherbeln? Aber lieber Onkel Vladimir, da kann man doch jetzt mehr rausholen!
Einfach den Stoff mit 20% chinesischem Melamin strecken, umrühren, fertig. Denn der uranische Obermacker Lachmichdummundschad (oder so) will ja jetzt ganz brav seinen Brennstoff im Ausland anreichern lassen. Also nur den 20% atomkraftfähigen Stoff, das atombombenfähige 80%ige Uran stellt er dann doch wohl selber in seinen Zentrifugen her.
-> Iran - Atomstreit