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Auf den Punkt gebracht

"Das Vorgehen der USA ist insofern interessant, als die US-Banken derartige Auflagen, wie sie für ausländischen Banken für US-Bürger auferlegt werden, für ausländische Kontoinhaber selbst nie werden einhalten müssen."
M.M. in Arlesheim reloaded

Es gäbe dazu eine Menge zu sagen. Lohnt sich aber nicht. Ich gucke aus dem Fenster und freue mich auf eine Runde auf dem Fahrrad. Gegen Obama habe ich sowieso keine Chance. A propos Obama: Ist Ihnen schon aufgefallen, wie verbiestert der in letzter Zeit guckt? Ich denke, er schaut manchmal morgens in den Spiegel und sieht dabei direkt in das Gesicht von George W. Bush.

7 Kommentare:

kopfchaos said...

..... obama soll jetzt ja auch 'n buch geschrieben haben, über seine ersten tage als präsident der verunreingten staaten.....
..... es trägt den titel.....: "I thougt we can - but I changed my mind".....

Relax-Senf said...

Um es vorweg zu nehmen, es geht mir hier nicht um den Schutz Schweizer Banken.

Es geht um den ganz wichtigen Aspekt, dass US Politiker/Parlament/Senat etc. immer öfter und aggressiver Gesetze beschliessen, an die sich der Rest der Welt zu halten. Ob es denen passt oder nicht. Sonst gibt es Sanktionen und Strafen. Punkt.

Eine sehr gefährliche Politik, die mit Blick in die Zukunft die Vormachtstellung der USA reduzieren wird. Es wird zu anderen Wirtschaftsblöcken und Staatenbünden kommen.

Zappadong said...

@Relax: Genau das fürchte ich auch. Was uns bleibt: eine Ohnmacht, weil wir zu klein sind. Einziger "Trost" mit diesem neuen Gesetz erwischt es alle, nicht nur uns Schweizer.

Was mich am meisten ärgert: Dass die USA in Sachen Mauscheleien und Undurchsichtigkeit um Runden schlimmer sind als die Schweiz - und trotzdem mit dem Zeigefinger auf und zeigen.

Bush hat das mit Hilfe seiner Getreuen offen (und oft von oben herab) getan. Obama gibt den Guten. Was ich noch viel schlimmer finde. Wer immer die Idee hatte, ihm den Nobelpreis zu verleihen, sollte auch die Idee und den Mutz haben, ihn zurückzufordern. Statt der ganzen Welt zu sagen, wie sie aufzuräumen hat, soll er erst mal seinen eigenen Laden in Ordnung bringen.

Mark Balsiger said...

Bitterböse. Ich versuchs mit einem anderen Bild, an das ich weiterhin zu glauben hoffe:

Obama kann Ausfallschritte probieren, hüpfen wie ein Känguru, einen Salto vorwärts - er wird den Schatten seines Vorgängers nicht los.

Bobsmile said...

Nach dem vereitelten Anschlag in Detroit sprach Mr. POTUS von "menschlichen Fehlern" und einem "Versagen des Systems".
Die Folge? Noch mehr in eben dieses System investieren (Nacktscanner, olé!), weiterhin sich in grossmundigen Absichten erklären und Versprechungen (Schliessung Guantanamo, etc.) erstmal auf Eis legen.
"Wenn das System versagt, liegt das in meiner Verantwortung." Schön gesagt, Mr. POTUS.

Zappadong said...

@Mark: Ja, das ist bitterböse. Diese Bitterkeit basiert auf Enttäuschung. Ich habe bei Obamas Amtsantritt nicht Wunder erwartet - aber ich hatte Hoffnung. Hoffnung darauf, dass er es wirklich versuchen wird. Aber er redet nur (ich mag nicht einmal mehr seine Reden hören - ist wie bei Bundesrat Merz: wenn der im TV auftritt, muss ich den Raum verlassen oder es wird mir schlecht).

Ich hätte absolut nichts dagegen, wenn Obama mithelfen würde, wieder Ordnung und ein gesundes Mass in die Finanzwelt zu bringen - aber er müsste das überall tun. Leider, leider sind es die Banken / Institute in seinem eigenen Land, die den Wahnsinn vorantreiben wie eh und je und leider, leider predigt Obama für andere Wasser, während sein Land Wein säuft. Will heissen. Es gelten verschiedene Massstäbe. Und da gebe ich M.M. aus Arlesheim völlig recht: Obama spielt Finanzkrieg. Das ist für das Gleichgewicht und den sozialen Frieden mindestens so gefährlich wie die realen Kriege.

Dabei weiss er genau um seine Grösse - und kann dabei auch Weggefährten wie die Engländer (welche von diesen neuen Regeln ja besonders stark betroffen sein werden) glatt an die Wand drücken.

Andererseits könnte die ganze Geschichte zum Boomerang werden. Ich bin gespannt, ob Relax in seinem Blog zum Thema etwas sagt; auf jeden Fall weiss ich von Banken und Instituten, die amerikanische Kunden schon losgeworden sind / loswerden wollen und von bei denen bis zu jeder zweite Kunde einen schriftlichen Auftrag erteilt hat, KEINE Investitionen in irgendwelche amerikanischen Anlagevehhikel zu tätigen.

@Relax: Können wir da einen Artikel dazu erwarten?

Relax-Senf said...

@ Zappadong:
Wollen tue ich schon, offen ist wann! In wenigen Stunden bin ich auf dem Weg zu den Enkeln und dann wird für 48 Stunden alle meine Energie absorbiert.

Da braut sich etwas zusammen, das nur noch mit dem bereits gefallenen Wort "Wirtschaftskrieg" zu bezeichnen ist. Es geht hier nicht mehr um das faktisch tote Bankgeheimnis im Verhältnis zu den USA, sondern darum, dass Politiker in den USA - und in Lauerstellung in Frankreich plus Deutschland - die Banken weltweit als Finanzpolizisten einspannen wollen. Damit sind enorme Kosten verbunden, denn das dafür erforderliche Werkzeug - die Entwicklung, der Unterhalt und Weiterentwicklung von Software Lösungen und der ständige Ausbau der entsprechend leistungsfähigen Hardware - kostet echt fettes Geld. Schweizer Bankkunden würden das mitfinanzieren, denn die Erträge von US-Bankkunden werden drastisch zurückgehen. Lohnt sich dann der Unterhalt dieses Kundensegments noch?

Das kann zur Bank Wegelin Lösung führen: Zero Kauf von US-Wertschriften, keine Gelder in irgendeiner Form in den USA anlegen. Wenn das viele Banken machen würden, dann tut es letztlich den Amis verdammt weh. Schliesslich finanzieren die ihre chronischen Staatsdefizite seit Jahrzehnten durch billiges Geld aus dem Ausland.