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Leben Sie noch oder sind Sie schon Maschine?

Bei meinem staatlichen Lieblingsdienstleister muss man sich diese Frage bald nicht mehr stellen. Ich warte nun auf den Tag, wo man mich in eine grosse Kundenmaschine wirft, sortiert, zusammenpresst und dann ohne Briefkasten und Identität irgendwo in einen virtuellen Käfig spuckt.

UPDATE: In diesem Zusammenhang verweise ich gerne auf diesen Blogeintrag von Thinkabout.

3 Kommentare:

Tamara Bettoni said...

Dass wir alle nadisnah digital und somit transparent werden.. dagegen können wir nicht viel unternehmen. Wichtig ist, dass uns dies bewusst ist!

Titus said...

Wenn die Pöstler trotzdem ihren Lohn erhalten, ist gegen diese Sortiermaschinen ja nichts einzuwenden... womit wir wieder einmal beim bedinungslosen Grundeinkommen wären...

Zappadong said...

Lieber Titus

Man rechnet mit bis zu 3600 "überflüssigen" Pöstlern.

Und so langsam komme ich vom Gedanken des Grundeinkommens weg. Es sind zu viele Leute ohne Arbeit. Und Einkommen alleine macht nicht glücklich. Es soll tatsächlich Menschen geben, die gerne arbeiten (würden).

Leider häufen sich in meinem Umfeld gerade die Menschen, die den Job von zwei Personen erledigen, währenend ihre Arbeitskollegen weggekündigt werden. Bei mir entsteht der Eindruck, dass wir uns so langsam aber sicher auf den alleräussersten Rand des Zumutbaren zubewegen. Nicht mehr lange, und die Situation explodiert.

Erschütternde Erkenntnisse aus einem Gespräch gestern Abend: Jede(r) kennt mehr als ein Beispiel von Menschen, die wegen der Arbeit zusammengebrochen sind.
Jenste Arbeitsplätze, bei denen praxisfremde, "gschtudierte" Managertypen jeden Arbeitsablauf bis auf die Sekunde berechnen. Ganze Tabellen von Vorgaben: Drei Sekunden für das. So und so viele Telefonate in einer Stunde ect. Arbeit, die überwacht wird.
Drei Selbstmorde junger Menschen innerhalb kürztester Zeit in der Zappadong-Gegend. Frust, wohin man blickt. Ratlosigkeit. Und bei allen das Gefühl, dass es nicht mehr lange so weitergehen kann.
Menschen werden ausgepresst und weggeworfen oder - um es mit einem Zitat von John Mellencamp zu sagen: "who take themselves out".