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Sich ins reale Leben ausklinken

Es ist kein Gerücht, dass es Menschen gibt, die sich nichts aus dem Internet machen. Ich kenne gar nicht wenige davon - und habe nie den Eindruck, dass sie wirklich etwas verpassen.

Es ist auch kein Gerücht, dass es Menschen gibt, die in der virtuellen Welt leben. Solche kenne ich auch. Und ich habe mir fest vorgenommen, nie, nie, nie zu einem solchen Menschen zu werden.

Es ist auch kein Gerücht, dass man sich aus der virtuellen Welt zurück ins reale Leben ausklinken kann. Im Gegenteil. Mir scheint, es mehre sich die Zahl jener, die das tatsächlich tun.

UPDATE: ein lesenswerter Artikel zu den "social media"

6 Kommentare:

mad-bob said...

Man kann so vieles Lernen im Leben. Das Wichtigste ist es aber, zu wissen das es immer nur um das Ying und das Yang geht. Es ist immer die Ausgewogenheit der Elemente die das Leben perfekt machen. Natürlich darf man sich im Internet bewegen, aber nicht nur. Natürlich darf man Ego-Shooter spielen, aber nicht nur und natürlich darf man mit 15 auch schon mal einen Alkoholrausch erleben. Aber bitte nicht jedes Wochenende... oder gar Abend. Es ist das berühmte gesunde Mittelmaß.

bugsierer said...

na ja, ich habe in den letzten jahren viele bloggerinnen aufhören sehen, das ist nichts neues. meine wahrnehmung ist, dass viel mehr neue schreiber dazugekommen sind. zunehmend solche, die nicht vorwiegend ihre eigene befindlichkeit meinen ausbreiten zu müssen.

wenn du so explizit NICHT zur netzbewohnerin werden möchtest, tönt das irgendwie als hätten wir die krätze. haben wir aber nicht, ich schwörs.

ich kenne sehr viele menschen, die mit ihrer notorischen internetverweigerung sehr wohl etwas verpassen. die schlimmsten sind die, die kinder haben und sich nicht nur nicht mit dem internet befassen, sondern auch sonst null medien konsumieren und ergo nichts davon mitbekommen, wie die welt tickt. denen sollte man die kinder wegnehmen.

oder dann ist da quasi eine ganze berufsgattung von journalisten, die sich erst jetzt langsam mit dem netz befassen, wo ihre zeitungen langsam den bach runtergehen. ich hätte es geschätzt, wenn die etwas früher angefangen hätten.

oder dann kenne ich etliche leute, die sich zum erwachsenenbildner haben ausbilden lassen (mit eidg. diplom) und nicht mal wissen was ein browser ist. die werden dann in den RAV's angeheuert, um den arbeitslosen beizubringen, wie man sich auf modernen online plattformen bewirbt. da kann ich nur lachen.

ich könnte noch unendlich viele solcher beispiele aufzählen.

Zappadong said...

Lieber bugsierer

Ich will NICHT zur epliziten Nichtbewohnerin des Netzes werden. Überhaupt nicht. Aber ich will eine Balance finden - und ich möchte mich dort im Netz aufhalten, wo es mir wohl ist.

Sprich: Ich werde weiterhin bloggenderweise meine Befindlichkeiten den Raum stellen, sogar in zwei Blogs, und ich werde weiterhin meine Webseite pflegen. Ich werde für mein jugendliches Zielpublikum weiterhin auf Netlog vertreten sein. Und vor allem: Ich werde mich weiterhin praktisch täglich mit Berufskollegen im Autorenforum austauschen.

Aber: Ich werde nicht twittern, da ich den Sinn von Twitter nicht sehe. Ich konnte weder 150 Leuten "followen" (war mir schlicht zu viel) noch den später auf ungefähr auf die 70 reduzierten. Es hat mich - zeit- und massenmässig - überfordert. Und ich wage immer noch zu behaupten, dass in Twitter sehr vieles in den Raum gerufen wird, das dann niemand liest.

Dabei behaupte ich nicht, dass Netzbenutzer die Krätze haben (dann wäre ich ja eine Aussätzige ersten Grades, da ich relativ viel Zeit im Netz verbringe). Ich behaupte schlicht und einfach nur, dass niemand mehr diese Menge an "Freunden" und "Followern" in den "social media" überblicken und damit wirklich auf gute Weise umgehen kann. In der Reduktion auf das für jeden Wesentliche kann deshalb eine Chance liegen. Ich denke, dass es Menschen gibt, die dies erkennen und dass damit eine Chance besteht, von der Quantität zur Qualität zu kommen

Wo ich dir zu 200 % recht gebe: Es ist absolut und total erschreckend wie viele - vor allem Schweizer - den Umgang mit den Internet vernachlässigen, darunter Menschen, die sich das nun wirklich nicht leisten können (dazu gehören nicht nur die Leute aus deinem RAV-Beispiel, sondern auch andere, bei denen ich mich frage, wie so etwas menschenmöglich ist - und ob das nicht schon Sägen am eigenen Berufsast ist).

PvC said...

Twitter ist auch nur ein Kommunikationsmedium mit Vor- und Nachteilen wie ein Telefon, wie sms und was es sonst noch geben mag. Das muss man durchschauen und dann kann man es auch effektiv nutzen. Oder auch nicht.

Was da versagt, ist nicht das Medium, sondern der Mensch - insofern gebe ich Bugsierer recht, Medienkompetenz ist gefragt.

Der steht immer wieder diese seltsame Mystifizierung der Technik entgegen, wo schlicht eine Menge verwechselt wird, weil man es vollmundig "Freunde" oder so nennt.
Kein Mensch hätte zu uralten Werbemailingzeiten philosophische Abhandlungen über seine Adressliste geschrieben ;-)

Zappadong said...

@Petra: Und kein Mensch hätte zu uralten Werbemailingzeiten seine Adressliste veröffentlicht ;-)

Zappadong said...

Mich interessiert im Moment vor allem das WAS nutzen und WIE nutzen. Die Balance zwischen Eintauchen und Abgrenzen. Die totale, nicht hinterfragende Hochjubelung dieser "social media" gegen die glatte Verweigerung. Das Herausfinden, wo ich stehe und was ich will. Das Neinsagen können. Meine ureigene Medienkompetenz, die mich zum Massstab hat und nicht das "man sollte". Wobei meine Medienkompetenz nicht kompatibel mit anderen sein muss. Und auch mal "falsch" sein darf, wenn sie für mich stimmt. Ich benütze das z. Bsp. das Handy immer noch nur in Notfällen und bin an dieser Verweigerung noch nicht gestorben - oder vergessengegangen. Im Gegenteil: Die Leseanfragen kommen in immer schnellerer Kadenz rein (per Mail über die Webseite) und nicht das Telefon ... (allein heute Morgen zwei Anfragen).